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Aus Furcht oder Liebe ? RSS

151 Beiträge, Schlüsselwörter: Liebe, Furcht

zur Rubrik (Spiritualität)AntwortenBeobachtenSuchenInfos

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Aus Furcht oder Liebe ?

10.08.2006 um 13:14



Wenn es nach dem Koran geht,
müsste man gottesfürchtig sein.

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abaddon
ehemaliges Mitglied


   

Aus Furcht oder Liebe ?

10.08.2006 um 13:29

Aus Furcht oder Liebe ?

Aus Liebe.

Auf der anderen Seite: Wer sagt,dass man Gott nicht fürchten brauche, da er doch schließlich "gut" sein, war wohl nochnie beim Zahnarzt....

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Aus Furcht oder Liebe ?

22.01.2011 um 16:18

aus Furcht nicht gut genug zu sein.

Und dient ausschließlich Allah und assoziiert nichts mit Ihm und erweist den Eltern Wohltätigkeit, sowie den Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen, dem nahen und dem fernen Nachbarn, dem Weggefährten, dem Reisenden und den Leibeigenen. Gewiss liebt Allah den nicht, der arrogant und selbstherrlich ist. (Sure 4:36 - An-Nisa)

aus Liebe,das sind diejenigen die Allahs Barmherzigkeit spüren bzw. Allah diese Barmherzikeit in die Herzen einiger Seiner Diener einlegt.Aber welche Diener? Diejenigen die Allah darum bitten seine Barmherzigkeit zu spüren.

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Aus Furcht oder Liebe ?

22.01.2011 um 17:24

personenschutz schrieb:
Gewiss liebt Allah den nicht, der arrogant und selbstherrlich ist.
Das macht aber einen nicht gerade kleinen Teil der gläubigen aus.
Und leibeigenen... also heist der Koran Sklaverei gut?

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Aus Furcht oder Liebe ?

22.01.2011 um 17:40

interrobang schrieb:
also heist der Koran Sklaverei gut?

kannst du mir verraten wie du aus Sure 4:36 - Sklaverei deuten tust

Ich weiß ja nicht woher Du diese Annahme herbeizauberst

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Aus Furcht oder Liebe ?

22.01.2011 um 18:01

@personenschutz
personenschutz schrieb:
und den Leibeigenen

Was sind Leibeigene wen keine Sklaven?

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Aus Furcht oder Liebe ?

22.01.2011 um 18:15

Es ist etwas lang, aber wenn du es verstehen willst muss du es durchlesen.

Wie kommt es, dass der Islam als eine Religion, die Gott zum Wohl ‎der Menschheit offenbart hat, die Sklaverei billigt?


Diese Frage birgt historische, soziale und psychologische Dimensionen in sich, die wir sorgfältig ergründen müssen, wenn wir zu einem zufrieden stellenden Ergebnis gelangen wollen.

Zunächst einmal ist es nützlich, uns in Erinnerung zu rufen, warum man mit einer solchen Abscheu an die Institution der Sklaverei zurückdenkt. Bilder der brutalen Misshandlung von Sklaven insbesondere im antiken Rom und in Ägypten rufen Trauer und außerordentliche Entrüstung hervor. Aus diesem Grunde ist unsere Vorstellung von Sklaven selbst nach so vielen Jahrhunderten auch heute noch von Männern und Frauen geprägt, die Steine zu den Pyramiden schleppen und beim Bauvorgang wie Mörtel verbraucht bzw. in öffentlichen Arenen zur Belustigung ihrer Besitzer wie kämpfende wilde Tiere zur Schau gestellt werden. Unser Bild von Sklaven ist das von Menschen, die erniedrigende Joche und Ketten um den Hals tragen.

In jüngerer Zeit waren es die westeuropäischen Staaten, die Sklaverei in gewaltigem Ausmaß betrieben. Die Barbarei und Bestialität des Sklavenhandels spottete jeder Beschreibung. Im Wesentlichen wurden Afrikaner gehandelt, die über die Meere gebracht, in speziell für diesen Zweck entworfene Schiffe verfrachtet und wie Vieh betrachtet und behandelt wurden. Die Sklaven wurden gezwungen, ihre Namen zu ändern und ihre Religionen und Sprachen aufzugeben. Sie besaßen keine Hoffnung auf Freiheit, mussten härteste Arbeiten verrichten oder wurden zu Fortpflanzungszwecken missbraucht - auch hier die Parallele zum Vieh. Geburten zelebrierten sie, als handele es sich um Todesfälle. Es ist schwer vorstellbar, wie Menschen ihre Mitmenschen in einem solchen Licht sehen, geschweige denn sie auf diese Art und Weise misshandeln konnten. Nichtsdestotrotz entsprechen diese Behauptungen der Wahrheit: Es gibt eine Menge beweiskräftiger Dokumente, die zeigen, wie zum Beispiel Kapitäne ihre menschliche Fracht über Bord warfen, um dann für ihren Verlust Schadensersatz einzuklagen. Sklaven besaßen vor dem Gesetz keinerlei Rechte, nur Pflichten. Ihren Besitzern hingegen stand das uneingeschränkte Recht zu, so über sie zu verfügen, wie sie es wünschten. Brüder und Schwestern, Eltern und Kinder wurden auseinander gerissen, oder ‚durften‘ zusammen bleiben - ganz so wie es dem Eigentümer gerade passte bzw. seinen wirtschaftlichen Interessen entsprach.

Nachdem Jahrhunderte furchtbarer Unterdrückung die westeuropäischen Nationen durch die Ausbeutung von Bedarfsgütern wie Zucker, Baumwolle und Kaffee reich gemacht hatten, schafften sie die Sklaverei ab - zunächst nur den Handel, dann die ganze Institution - und gratulierten sich selbst zu dieser Tat. Ein wichtiger Punkt ist an dieser Stelle anzumerken: Als die Europäer die Sklaverei abschafften, waren es die Sklavenbesitzer, die entschädigt wurden und nicht die Sklaven. Mit anderen Worten: Die Einstellung gegenüber den Mitmenschen, die deren Misshandlung erst ermöglichte, hatte sich nicht geändert. Nach der Abschaffung der Sklaverei dauerte es nicht lange, da wurde Afrika von den Europäern direkt kolonisiert. Dies hatte für die Afrikaner Folgen, die nicht weniger furchtbar waren als die Sklaverei. Weil sich das Verhalten gegenüber Nicht-Europäern bis heute - wenn überhaupt - nur geringfügig verändert hat, sind deren soziale und politische Lebensbedingungen die von minderwertigen Menschen; selbst dann, wenn sie als Mitbürger unter Europäern und ihren Nachkommen leben. Erst seit wenigen Jahrzehnten stellen die anthropologischen Museen in den großen Hauptstädten der westlichen Länder die Knochen und ausgestopften Körper von Sklaven nicht länger zur öffentlichen Belustigung aus. Ausstellungen dieser Art waren zuvor nicht von üblen Außenseitern organisiert worden, sondern von der Elite - von Wissenschaftlern, Doktoren, Gelehrten und Vertretern des Humanitätsgedankens.

Kurz gesagt: Das Herz des Menschen sträubt sich nicht allein gegen die Institution der Sklaverei, sondern vor allem gegen die Unmenschlichkeit, die diese aufrechterhält. Wenn zwar die Institution formal nicht mehr besteht, die Verhaltensweisen aber schon, dann hat die Menschheit - wenn überhaupt - nicht viel erreicht. Die Sklaverei wurde von kolonialer Ausbeutung abgelöst, die ihrerseits durch die Ketten unerträglicher kaum zurückzahlbarer internationaler Schulden ersetzt wurde: Nur die Sklaverei ist verschwunden, ihre Strukturen der Unmenschlichkeit und Barbarei behaupten weiterhin fest ihren Platz. Bevor wir uns nun der islamischen Perspektive zum Thema Sklaverei zuwenden, wollen wir uns einen Namen in Erinnerung rufen, der selbst unter Westeuropäern einen guten Ruf genießt: Harun ar-Raschid (Fünfter Kalif, Amtszeit 786-809). Ich möchte daran erinnern, dass dieser Mann, der Macht über alle Muslime besaß und von ihnen auch anerkannt wurde, der Sohn eines Sklaven war. Er ist nicht das einzige Beispiel. Sklaven und ihre Kinder genossen innerhalb des islamischen Systems sowohl auf kulturellem als auch auf politischem Gebiet Prestige, Autorität, Respekt und (eine Art) Freiheit. Wie war das möglich?

Der Islam reformierte die Institution der Sklaverei und veränderte die Haltung der Herren gegenüber ihren Sklaven. Der Koran lehrt in vielen Versen, dass alle Menschen von einem einzigen Urahn abstammen und niemand die Überlegenheit für seine Rasse, Staatsangehörigkeit oder soziale Schicht beanspruchen darf. Und den Unterweisungen des Propheten entnahmen die Muslime folgende Prinzipien, die fortan sowohl Gesetzen als auch der sozialen Norm als Grundlage dienten:

Wer auch immer seinen Sklaven tötet, soll selbst getötet werden. Wer auch immer seinen Sklaven einsperrt und ihn Hunger leiden lässt, soll selbst eingesperrt werden und Hunger leiden. Wer auch immer seinen Sklaven kastriert, soll selbst kastriert werden.[1]

Ihr seid Söhne Adams, und Adam war aus Lehm erschaffen.[2]

Ihr sollt wissen, dass kein Araber über einem Nichtaraber steht, und dass kein Nichtaraber über einem Araber steht; kein Weißer steht über einem Schwarzen, und kein Schwarzer steht über einem Weißem. Überlegenheit ergibt sich ganz allein aus Rechtschaffenheit und Gottesfurcht.[3]

Dieser barmherzigen Haltung war es zu verdanken, dass Menschen, die ihr ganzes Leben lang als Sklave gelebt hatten und in den Hadithen als arm und bescheiden beschrieben werden, den Respekt derjenigen genossen, die sich eines gehobenen sozialen Status‘ erfreuten.[4] Mit den Worten Meister Bilal, dem Abu Bakr die Freiheit schenkte...[5] verlieh Umar seiner Wertschätzung in diesem Sinne Ausdruck.[6]

Der Islam fordert (anders als andere Kulturen), Sklaven als dem Gefüge universeller, menschlicher Brüderschaft zugehörig zu betrachten und sie auch entsprechend zu behandeln. Der Prophet sagte:

Eure Diener und eure Sklaven sind eure Brüder. Wer Sklaven hat, soll ihnen von dem, was sie essen und an Kleidung tragen, abgeben. Er soll sie nicht mit Arbeiten belasten, die ihre Fähigkeiten übersteigen. Wenn ihr sie aber schon hart arbeiten lasst, empfehle ich euch dringend, ihnen zu helfen.[7]

Niemand von Euch sollte (wenn er jemanden vorstellt) sagen: „Dies ist mein Sklave.“ oder „Dies ist meine Sklavin.“. Er sollte sie ‚meine Tochter‘, ‚mein Sohn‘ oder ‚mein Bruder‘ nennen.[8]

Als Umar und sein Diener von Medina nach Jerusalem reisten, um dort die al-Aqsa Moschee unter ihre Kontrolle zu bringen, wechselten sie sich beim Reiten des Kamels ab. Während seiner Zeit als Staatsoberhaupt forderte Uthman seinen Diener vor den Augen der Öffentlichkeit auf, ihn an den Ohren zu ziehen, da er dies seinerseits auch ihm angetan habe. Abu Dharr, der den ersten Hadith wörtlich nahm, ließ seinen Diener die eine Hälfte seiner Garderobe tragen, während er selbst die andere Hälfte trug. Anhand dieser Beispiele sollte den kommenden Generationen von Muslimen ein Verhaltensmuster an die Hand gegeben und deutlich aufgezeigt werden, dass auch ein Sklave ein vollwertiger Mensch ist, dessen Bedürfnis nach Respekt, Würde und Gerechtigkeit sich nicht von dem anderer Menschen unterscheidet.

Diese konstruktive und positive Behandlung hatte notwendigerweise auch Folgen für das Verhalten der Sklaven ihren Herren gegenüber. Der Sklave behielt auch als Sklave seinen Status als Mensch, seine moralische Würde und einen Platz neben den anderen Mitgliedern der Familie seines Herrn. Wenn er (was wir später noch näher erläutern werden) seine Freiheit zurück erhielt, bestand er nicht unbedingt darauf, seinen früheren Herrn zu verlassen. Das Beispiel Zaid ibn Harith’s machte Schule: Obwohl der Prophet Muhammad, Friede sei mit ihm, Zaid die Freiheit geschenkt hatte und ihm die freie Wahl ließ, zog Zaid es vor, bei ihm zu bleiben. Herren und Sklaven waren durchaus in der Lage, sich gegenseitig als Brüder anzusehen, da ihr Glaube ihnen half zu verstehen, dass die Unterschiede zwischen den Menschen auf Erden nicht mehr als eine vorübergehende Situation darstellen - eine Situation, die weder Hochmütigkeit seitens der einen noch Verbitterung seitens der anderen rechtfertigte. Darüber hinaus existierten auch strikte Prinzipien, denen Gesetze Geltung verschafften:

Wer seinen Sklaven tötet, der soll selbst getötet werden. Wer seinen Sklaven einsperrt und ihn Hunger leiden lässt, soll selbst eingesperrt werden und Hunger leiden.[9]

Solche Sanktionen ließen den Sklavenhalter Behutsamkeit walten. Daneben erfreute sich der Sklave auch des gesetzlich verankerten Rechts, Geld zu verdienen, Eigentum unabhängig von seinem Herrn zu besitzen, seine Religion zu behalten und eine Familie sowie ein Familienleben mit den damit verbundenen Rechten und Pflichten zu haben. Die islamischen Gesetze und Normen garantierten jedoch nicht nur den Schutz der Persönlichkeit und ein gewisses Maß an materieller Sicherheit, sondern boten dem Sklaven eine noch viel wertvollere Perspektive - die Hoffnung und die Mittel, die Freiheit zu erlangen.

Die Freiheit des Menschen ist von Gott gegeben, d. h. sie ist der natürliche angemessene Zustand, der als Norm anzusehen ist. Ein Menschenleben ganz oder teilweise in diesen Zustand zurückzuversetzen, ist demnach eine sehr große Tugend. Den halben Körper eines Sklaven freizulassen, hieß, die Hälfte des eigenen Körpers vor Vergeltung in der nächsten Welt zu bewahren. Die Freilassung des ganzen Körpers eines Sklaven wurde als eine Sicherheit für den ganzen eigenen Körper betrachtet. Die Befreiung von Sklaven ist einer der Gründe, die im Islam das Führen eines Krieges rechtfertigen. Muslime werden durch ihren Glauben dazu ermutigt, Vereinbarungen zu treffen und Verträge zu schließen, welche Sklaven in die Lage versetzen, nach Ablauf einer bestimmten Frist oder - so war es normalerweise - beim Tod des Besitzers Geld verdienen zu dürfen oder die Freiheit zugesprochen zu bekommen. Natürlich ging man davon aus, dass eine Freilassung ohne alle Auflagen die größte und wertvollste Anerkennung im Jenseits finden würde. Es gab Gelegenheiten, bei denen sich ganze Gruppen von Menschen zusammenschlossen und eine große Anzahl von Sklaven kauften, die sie dann freiließen, um so das Wohlwollen Gottes zu erlangen.

Die Freilassung eines Sklaven war auch eine gesetzlich vorgeschriebene Wiedergutmachung für bestimmte Sünden oder die Vernachlässigung religiöser Pflichten wie zum Beispiel das Brechen eines Eides oder den Abbruch des Fastens: eine gute Gelegenheit, einen Fehler zu korrigieren oder aus der Welt zu schaffen. Der Koran fordert, dass jemand, der versehentlich einen Gläubigen getötet hat, einen gläubigen Sklaven freilässt und der Familie des Getöteten ein Sühnegeld zahlt. (4:92) Der Mord an einem Menschen betrifft sowohl die Gesellschaft als auch die Familie des Opfers. Das Sühnegeld ist eine teilweise Wiedergutmachung, die an die Familie des Opfers gezahlt wird. Die Freilassung eines Sklaven hingegen ist eine Rechnung, die zum Wohle der Gesellschaft beglichen wird - in dem Sinne, dass diese eine freie Person hinzu gewinnt. Einem lebenden Menschen die Freiheit zu schenken wurde so beurteilt, als würde man den Toten zurück ins Leben bringen. Um die Freilassung von Sklaven zu erreichen, wurde sowohl privates als auch öffentliches Vermögen eingesetzt: Die Beispiele des Propheten und Abu Bakr’s sind hinlänglich bekannt. Später wurden insbesondere unter der Herrschaft von Umar ibn Abdul Aziz, öffentliche ‚Zakat‘- Fonds für diesen Zweck verwendet.

Man mag einwenden: "Zwar hat der Islam im Umgang mit Sklaven Menschlichkeit eingefordert und deren Freilassung mit größtem Nachdruck angeregt. Und die Geschichte vieler verschiedener Völker der islamischen Welt zeigt uns in der Tat, dass Sklaven - teilweise sogar bevor sie freigelassen wurden - schnell in die Gesellschaft integriert wurden und Positionen bekleideten, die mit enormem Prestige und großer Macht verknüpft waren. Und dennoch, wenn der Islam die Sklaverei als soziales Übel betrachtet, warum verboten dann weder der Koran noch der Prophet sie ohne Umschweife, sondern duldeten sie stillschweigend? Immerhin finden sich doch eine Reihe von sozialen Übeln, die bereits vor dem Islam existierten und die dieser gänzlich abzuschaffen versuchte: den Genuss von Alkohol etwa, das Glücksspiel, den Wucher oder auch die Prostitution.“

Vor Beginn des üblen europäischen Handels mit schwarzen Sklaven war die Sklaverei im Wesentlichen eine Randerscheinung der Kriege zwischen Völkern. Die Besiegten wurden zu Sklaven der Sieger. In der Frühzeit des Islam gab es kein verlässliches System zum Austausch von Kriegsgefangenen. Es blieben also keine anderen Möglichkeiten, als

1. sie mit dem Schwert zu töten,
2. sie gefangen zu nehmen und in der Gefangenschaft für ihr Wohlergehen zu sorgen,
3. ihnen zu erlauben, zu ihrem eigenen Volk zurückzukehren oder
4. sie als Teil der Kriegsbeute unter den Muslimen zu verteilen.

Die erste Option ist auf Grund ihrer Grausamkeit abzulehnen. Die zweite ist nur für eine geringe Anzahl von Kriegsgefangenen und innerhalb eines begrenzten Zeitraums praktikabel, jedoch auch nur dann, wenn es die finanziellen Mittel erlauben. Diese Methode wurde natürlich praktiziert, wobei die Gefangenen gegen Lösegeld freigelassen wurden. Viele von ihnen waren jedoch so zufrieden mit ihrer Behandlung, dass sie Muslime wurden und die Fronten wechselten. Die dritte Option ist in Kriegszeiten nicht zu vertreten. Für eine allgemeine Anwendung kam also lediglich die vierte Option in Frage, aus der sich dann die vom Islam eingeführten menschlichen Gesetze und Normen entwickelten, was de facto die Rehabilitierung der Kriegsgefangenen zur Folge hatte.

Dem Sklaven eines muslimischen Haushalts bot sich die Gelegenheit, die Wahrheit des Islam aus nächster Nähe kennen zu lernen. Eine entgegenkommende Behandlung und die Menschlichkeit des Islam einerseits, der Zugang zu vielen für Muslime geltenden gesetzlich verankerten Rechten andererseits, vor allem aber die Aussicht auf Erhalt der Freiheit gewannen die Herzen der Sklaven. Tausende von rechtschaffenen Menschen ließen die Zahl jener bedeutenden und berühmten islamischen Persönlichkeiten anwachsen, deren gutes Vorbild später Sunna wurde - eine Norm für Muslime, die ihnen nachfolgten. Imame wie zum Beispiel an-Nafi, der Lehrer Imam Maliks, und Tawus ibn Qaisan sind hier nur zwei Beispiele.

In der Realität war das Leben als Sklave im Islam meistens nur ein vorübergehender Zustand. Im Gegensatz zur üblichen Praxis in der westlichen Zivilisation wurde die Sklaverei in islamischen Ländern nicht von Generation zu Generation vererbt: in einer sich immer weiter vertiefenden Spirale der Erniedrigung und Hoffnungslosigkeit, die die Hoffnung der Sklaven, ihrem Status bzw. ihrer Lage zu entkommen, zunichte machte. Im Gegenteil, Sklaven wurden in der muslimischen Gesellschaft als im Wesentlichen gleichrangig betrachtet. Ihnen wurde als Geschöpfen des Einen Schöpfers gestattet, sich ihre Würde zu bewahren, was sie auch taten. Darüber hinaus besaßen sie auch einen permanenten Zugang zur Hauptströmung der islamischen Kultur und Zivilisation. Wie bereits festgestellt wurde, leisteten sie hierzu auch einen enormen Beitrag. In den westlichen Gesellschaften, in denen die Sklaverei weit verbreitet war, insbesondere in Nord- und Südamerika, leben die Nachfahren der Sklaven bis heute, noch Generationen nach ihrer offiziellen Freilassung, zum größten Teil in einer Art Subkultur oder Antikultur am Rande der Gesellschaft. Nur selten werden sie von der immer noch dominanten Gesellschaft toleriert, in der Regel hingegen werden sie verachtet.

Aber warum, so werden unsere Kritiker fragen, schenkten die Muslime nicht allen ehemaligen Gefangenen oder Sklaven die Freiheit, wenn sie sich bei ihren Eroberungen doch so sicher fühlten? Die Antwort stellt wiederum die Realität, nicht irgendwelche Theorien in den Vordergrund. Die ehemaligen Gefangenen oder Sklaven besaßen ja weder die persönlichen und psychologischen noch die ökonomischen Mittel, die zum Aufbau einer gesicherten und ehrenhaften unabhängigen Existenz erforderlich gewesen wären. Wer dies bezweifelt, sollte sich einmal vor Augen führen, welche Konsequenzen ihre unverhoffte Freilassung für die Sklaven der früheren europäischen oder amerikanischen Kolonien hatte. Viele wurden ganz plötzlich in bittere Not gestürzt und von den einstigen Sklavenhaltern (die ihrerseits für ihren Eigentumsverlust entschädigt wurden) obdachlos und mittellos gemacht. Die früheren Besitzer der Sklaven weigerten sich, weiterhin Verantwortung für diese zu übernehmen. Es wurde ja bereits erwähnt, dass die ehemaligen Sklaven in den Gesellschaften, von denen sie so lange per Gesetz ausgeschlossen waren, nicht Fuß fassen, geschweige denn sich einen Namen machen konnten.

Im Gegensatz dazu ermunterte ein guter Muslim, der seinen Sklaven wie einen Bruder aufnahm, diesen dazu, für seine Freiheit zu arbeiten. Er beachtete alle seine Rechte, half ihm bei der Unterstützung seiner Familie, war ihm schon vor der Freilassung dabei behilflich, einen Platz in der Gesellschaft zu finden, und konnte sich sehr wohl mit einer Institution anfreunden, die ihm die Möglichkeit eröffnete, Gott eine Freude zu bereiten. Das beste Beispiel für die Integration von Sklaven in die islamische Gesellschaft ist Zaid Ibn Harith. Er wurde im Haushalt des Propheten persönlich aufgezogen und später freigelassen. Er heiratete eine Frau von hohem Stande und wurde schließlich zum Befehlshaber eines muslimischen Heeres ernannt, in dem ebenfalls viele Menschen von edler Abstammung dienten. Die Liste der Beispiele ließe sich um viele Tausende erweitern, wenn man denn über genügend Platz verfügen würde.

Was die Haltung der Muslime gegenüber der Sklaverei betrifft, so sind zwei Punkte besonders hervorzuheben: einer, der für die Muslime selbst und ein zweiter, der für die Sklaven und die nicht-muslimischen Länder von Bedeutung ist. Obwohl die Sklaverei im islamischen fiqh (der islamischen Gesetzeswissenschaft) eine eher nebensächliche Angelegenheit darstellt, eine Institution, die nach und nach reformiert werden sollte, bis sie im Gleichschritt mit den geistigen, kulturellen und sozialen Fortschritten im Laufe der Zeit ganz verschwindet, konnte man gelegentlich beobachten, dass sich einige Muslime, insbesondere gewisse muslimische Herrscher, auch weiterhin Sklaven hielten. Dafür kann dem Islam jedoch kein Vorwurf gemacht werden, denn diese Praxis entsprang den spirituellen Defiziten von Muslimen, die den Islam in ihrem Leben nicht auf angemessene Art und Weise praktizierten. Der zweite Punkt ist der, dass Gewohnheiten einen Menschen dazu bewegen, eine zweite Persönlichkeit zu entwickeln. Nachdem Lincoln im 19. Jahrhundert die Sklaverei per Gesetz abgeschafft hatte, mussten viele Sklaven zu ihren Besitzern zurückkehren, weil sie bereits die Initiative und auch ihre Fähigkeit verloren hatten, sich frei zu entscheiden. Sie waren gar nicht in der Lage, ein Leben als freier Mensch zu führen. Dieser psychologische Sachverhalt begründet, warum Kriegsgefangene zunächst unter den Muslimen verteilt wurden: Nach ihrer Freilassung sollten sie ein wahrhaft islamisches gesellschaftliches Leben als freie Menschen in einer muslimischen Gesellschaft führen und ihre vom Gesetz garantierten Rechte auch voll wahrnehmen können. Der Islam strebte danach, das Problem der Sklaverei schrittweise aus der Welt zu schaffen: Zuerst sollte den Sklaven ermöglicht werden, ihr wahres menschliches Bewusstsein und ihre Identität zu erkennen. Dann wurden ihnen islamische, menschliche Werte vermittelt und die Liebe zur Freiheit nahe gebracht. Wenn die Sklaven schließlich freigelassen wurden, stellten sie fest, dass ihnen alle Wege offen standen, um als Bauern, Handwerker, Lehrer, Wissenschaftler, Befehlshaber, Kommandanten oder hohe Beamte zu nützlichen Mitgliedern der Gesellschaft zu werden.

Der Islam bemühte sich darum, die Institution der ‚individuellen Sklaverei‘ zu zerstören, während er eine Versklavung von Völkern erst gar nicht ins Auge fasste oder betrieb. Als Muslim bete ich deshalb zu Gott, dass die versklavten, kolonisierten und unterdrückten Völker dieser Erde sich wahrer Freiheit erfreuen mögen.

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Aus Furcht oder Liebe ?

22.01.2011 um 18:41

@personenschutz
Du hättest es auch kurz fassen könen und schreiben das Mohammed ein Räuberanführer war der mit steigender macht auch Städte überfiel und er Sklaverei für sein Wohlergehen befürwortete.

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Aus Furcht oder Liebe ?

23.01.2011 um 00:08

interrobang schrieb:
Du hättest es auch kurz fassen könen und schreiben das Mohammed ein Räuberanführer

Nöö,ist nischt!

Aber hier hast du etwas zu Sklaven und Räuberanführern. :D



Aber wir sind jetzt am Thema vorbei ;)

Es gibt genug Themen über Mohammad sas. dort kannst du deine "Thesen" ,die auf extrem wackligen Beinen stehen ,weiter ausführen . oO

Hier geht es um die frage was besser ist.

--> Gott anzubeten aus Furcht ?

--> Gottanzubeten weil man Gott liebt ?


Falls du etwas dazu beitragen magst, würde ich mich sehr freuen @Interrobang

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Aus Furcht oder Liebe ?

23.01.2011 um 01:34

@personenschutz
warum etwas aus furcht anbeten? aurgrund der hoffnung auf ein besseres leben nach dem tod? das hab ich verspielt... weil gott gott ist? wen er allächtig währe hätte er mich anders programiert... allso bin ich scheinbar nicht gottgewollt...



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