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Die Evolution des Glaubens RSS

104 Beiträge, Schlüsselwörter: Glauben

zur Rubrik (Spiritualität)AntwortenBeobachtenSuchenInfos

Seite 1 von 6123456
Aineas
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied


   

Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 13:01



Wir können annehmen, dass sich aus dem Pantheismus und/oder aus dem Kontakt mit Kreaturen, die für höhere Wesen/Götter gehalten wurden (eventuell ebenfalls Menschen, jedoch Abkömmlinge einer weiterentwickelten Zivilisation), zunächst ein Polytheismus entwickelte, der sich in Kanaan zu einem Monotheismus wandelte, wodurch zunächst das Judentum, später darauf aufbauend das Christentum und im 7. nachchristlichen Jahrhundert dann auch der Islam entstand, welcher aufgrund des Gedankenguts der vorausgegangenen beiden Religionen, die sich im vorderen Orient entwickelt hatten, das Ein-Gott-Tum predigt.

Wann man jedoch nur noch an einen Gott glaubte und nicht an die Gesamtheit aller Götter ist fraglich, denn der hebräische Ausdruck, der im alten Testament für den Begriff verwendet wurde, welchen wir mit Gott übersetzen, lautet אלהים bzw. Elohim, was ein Pluralwort ist und deswegen eher als Zusammenfassung aller Gottheiten und weniger als ehrenvolle Titulierung eines besonderen Wesens (so wie sie die Könige in späteren Zeiten erhielten) verstanden werden kann, da diese damals noch keine Anwendung fand und erst in der Neuzeit benutzt wurde (vielleicht schon im Mittelalter - ich bin mir nicht ganz sicher).
Und wenn wir sagen, dass sämtliche religiöse Geschichten im alten Testament von dem Wirken eines Zusammenschlusses vieler Götter berichten, dann haben wir nichts anderes einen Polytheismus, der sich irgendwann im Laufe der Zeit zu einem Monotheismus wandelte, was ein völlig neues Licht auf die Basis der jüdischen Religion wirft:
Kann es sein, dass viele Erzählungen sich auf eine Frühzeit beziehen, in der die Ahnen der Völker des nahen Ostens Kontakt mit Geschöpfen hatten, die ihnen als höhere Wesen erschienen und haben sie somit einen wahren Kern?

Wie dem auch sei - das soll hier nicht zur Debatte stehen!
Vielmehr ist es von Interesse, warum und wie sich die Umgestaltung der Religion zum Monotheismus vollzog.

Nun denn - die Diskussion sei eröffnet!

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rockandroll
ehemaliges Mitglied


   

Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 13:22

Aineas schrieb:
welchen wir mit Gott übersetzen, lautet אלהים bzw. Elohim, was ein Pluralwort ist

möglicherweise handelt es sich um den Pluralis majestatis

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Aineas
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied


   

Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 13:30

Diesen habe ich als ehrenvolle Titulierung bezeichnet und darauf hingewiesen, dass man sie zur damaligen Zeit noch nicht anwandte.

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Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 13:45

ich frage mich gerade
ob es irgendwo jemals eine umkehr gab,
vom monotheismus zum pantheismus ?

buddel

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Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 14:14

Woher nimmst du das Wissen, dass es eine Umwandlung gab? Vielleicht offenbarte sich
der monotheistische Gott einfach in Kanaan wärend umliegende Völker einem bzw.
vielen Irrglauben folgten.

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Aineas
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied


   

Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 14:30

Revolanik:

Selbst wenn sich der monotheistische Gott der Bevölkerung Kanaans zeigte, dann muss dies erst nach der Niederschrift von all jenen Teilen des alten Testaments geschehen sein, welche die Elohim an seiner Stelle nennen. Falls dies jedoch den Grund für die Umwandlung darstellte, also für die neue Glaubensorientierung, die den inoffiziellen Beginn des Judentums wie wir es kennen bedeutete, ist es dann nicht unwahrscheinlich, dass der sich offenbarende Gott nicht befahl, die falschen Vorstellungen zu vernichten oder die Namen der verantwortlichen zu tilgen und seinen an deren Ort zu setzen?
Das geschah jedoch nicht, was mich vermuten lässt, dass kein himmlisches Wirken für diesen Umbruch sorgte.
Weiterhin bleibt die Frage bestehen: Wenn die vermeintlich existente Gestalt, die sich den Menschen als allmächtiger Gott zeigte, sich ihnen erst im Laufe der Niederschrift des alten Testaments zeigte, was anzunehmen ist, da sie die früheren Vorstellungen nicht ändern ließ, warum tat sie es erst so spät?

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Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 15:25

Deine ganze Annahme basiert auf diesem einen Wort, das bereits von navigato eventuell
als Pluralis majestatis eingestuft wurde. Ich beherrsche leider kein Hebräisch, werde
aber Freunde und Bekannte konsultieren um das zu lösen. Bis dato halte ich es aber für
recht unwahrscheinlich, dass große Teile des AT auf einer polytheistischen Vorstellung
basieren, zumal das von weiten Teilen der Theologie als mitunter ältestes Buch der Bibel
anerkannte Buch Hiob sehr unmissverständlich von einer Person redet. Würde sich ein
solcher Plural nicht auch in der Beugung zugehöriger Verben niederschlagen?

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Aineas
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied


   

Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 15:29

Die Frage Revolanik, die es zu lösen gilt, bevor wir ein Urteil über poly- oder monotheistische Vorstellung im alten Testament bilden, ist die, welche danach fragt, wo überhaupt alles Elohim anstatt JHWE verwendet wird.
Ich werde danach mal recherchieren.

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Aineas
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied


   

Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 15:41

Ok:
In der gesamten Genesis sowie im Exodus bis Kap.3 Vers 3 wird Elohim anstelle von JHWE verwendet, danach letzterer Ausdruck, was sich dadurch begründet, dass Moses an der besagten Stelle dieser Name offenbart wird.

Das wäre ja alles gut und schön, wenn es tatsächlich einmal einen Auszug der Hebräer aus Ägypten gegeben hätte, der jedoch nie stattfand.
Das bedeutet, dass auch die Verkündung des göttlichen namens an Moses auf einer Fiktion beruht, nur stellt sich die Frage, warum diese erfundene Geschichte so beschaffen wie wir sie lesen können niedergeschrieben wurde.
Einzelne Elemente aus ihr vermag ich auf ihren Ursprung zurückführen welche da wären:
Moses wurde in einem Weidenkorb ausgesetzt, um den Kindesmord zu entgehen, was in derselben Weise in der Sargonlegende über Sargon von Akkad gesagt wird.
Moses teilte das Meer, was einer Sage zufolge ein ägyptischer Priester schon viel früher mit dem Palastsee des Cheops angestellt hat.
Moses erhielt die 10 Gebote, welche Teil des ägyptischen negativen Schuldbekenntnisses sind.
Weitere Parallelen fallen mir momentan nicht ein.

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holigan1903
ehemaliges Mitglied


   

Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 18:40

es ist genau umgekerht mein freund ;)
der monotheismus war schon immer da seit es menschen gibt
nur sind die völker im nachhinein einfach immer weiter irrgelaufen und haben ihre religion "weiterentwickelt" meistens geldmacher...

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Aineas
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied


   

Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 19:39

@ Holigan
Dann frage ich mich warum die katholische Kirche mit ihrem Ablasshandel und Reliquienverkauf sowie der Möglichkeit Könige zu legitimieren oder der Ketzerei zu beschuldigen das Paradebeispiel für den Wirtschaftsfaktor Religion liefert und keine polytheistische Religion wie es nach deiner These sein müsste.
Die polytheistischen Religionen entstanden aus dem Pantheismus, dem Versuch gewisse Naturereignisse zu erklären und abstrakte Fragen zu beantworten sowie eventuell Erinnerungen an die Begegnung mit Wesen, welche man als Götter deutete und nicht aus der Machtgier. Diese nämlich erkennt erst nach der Betrachtung eines Glaubens den Nutzen, welchen man daraus ziehen kann und beginnt die möglicherweise edlen und nicht im geringsten böswilligen Lehren derart zu verfälschen, dass sie dadurch profitieren. Selbst wenn eine Religion entsteht, die von vorn herein zum Eigennutzen des Urhebers und seiner Begünstigten konzipiert wurde, resultiert sie aus einer Idee, von der man meinte, dass die Leute daran glauben, weil sie das bei anderen Glaubensrichtungen bereits taten.
Die monotheistischen Religionen wurden im Zuge einer Kollektivierung sämtlicher Götter entwickelt und bestanden nicht von vorn herein, obzwar manche Christen es gern so hätten, dass ihre vermeintlich rechte Botschaft bereits seit dem Anbeginn der Menschheit existierte, was die historischen Dokumente allerdings in keiner Weise bestätigen, sondern vielmehr widerlegen.

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gaia
ehemaliges Mitglied


   

Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 20:58

Thread, keine Ahnung - da es keine Evolution im vorhandenen gibt.

Wikipedia: Precognition


Blödes Zeug - Genki dama

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Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 21:50

Vielmehr ist es von Interesse, warum und wie sich die Umgestaltung der Religion zum Monotheismus vollzog.


Ist doch klar. Dem SCHÖPFER ging es ziemlich auf den Wecker, dass die Menschen ständig anderen dahergelaufenen "Irrtümern" hinterher liefen. Da machte ER sich selbst halt auch mal bemerkbar.

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Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 22:57

Elohim sind Vater, Sohn und heiliger Geist, deswegen der Plural. In Genesis 1 steht ja schon "der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser". Der Sohn wird hier zwar nicht erwähnt aber dafür in Sprüche 8,22-36. Hier wird zwar von der Weisheit gesprochen, jedoch in einer ähnlichen Form wie am Anfang des Johannesevangeliums über das Wort Gottes gesprochen wird. Aber ob man es Weisheit oder Sohn nennt, es ist eindeutig, dass neben dem Geist auf dem Wasser noch etwas anderes bei Gott ist.
Desweiteren ist auch nicht auszuschliessen, dass die Engel schon an der Schöpfung beteiligt waren.

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Die Evolution des Glaubens

31.08.2008 um 23:01

Was heißt "neben dem Geist Gottes noch etwas anderes"? GOTT ist der GEIST, VATER und SOHN!

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Die Evolution des Glaubens

01.09.2008 um 05:57

Ich rede hier an die Zweifler der Trinität.

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Die Evolution des Glaubens

01.09.2008 um 13:49

Guter Titel für einen Thread! In der Tat ist ja wahr, was nie jemand für wahr halten will. Der Glaube hat sich aus der nicht mehr vorhandenen Gewissheit der Existenz geistiger und göttlicher Wesen entwickelt.
Zuerst war die Gewissheit! Diese mußte der Mensch für seine nun vorhandene Freiheit opfern.
Sie fiel den sich entwickelnden Kräften zum Opfer die den menschlichen Körper entwickelten zu dem was er heute ist.
Wir haben einen Denkapparat und vermeintlich eine Pumpe die Blut bewegt. Ebenso sind wir zu genetisch grundlegend zu bewertenden Organismen geworden. Es gibt kein Gutes und kein Böses auf dieser Stufe und eine Seele ist evtl. hinter dem hormonellen System verborgen. Könnte man freier sein? :)

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Aineas
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied


   

Die Evolution des Glaubens

01.09.2008 um 14:18

Ihr wollts nichts verstehen oder?

"In Genesis 1 steht ja schon "der Geist Gottes schwebte auf dem Wasser"."

Dort steht in der wörtlichen Übersetzung der hebräischen Fassung: Dieser Geister der Elohim, was keine Anspielung auf den heiligen Geist ist, welcher meines Wissens zufolge erst im neuen Testament auftaucht.
Da die Trinität insgesamt erst mit dem Christentum und den Evangelien aufkam, ist es sehr unwahrscheinlich, dass wesentlich früher verfasste Texte bereits Bezug auf eine spätere Idee nehmen. Beim besten Willen muss ich leider sagen, dass derartige Erklärungsversuche zu wünschen übrig lassen.


Und was deine Kommentare angeht Niselprim:
1. Wenn es Gott wie du zu sagen beliebst "auf den Wecker ging", dass man Irrmeinungen über ihn zu folgen pflegte, warum beruht seine Offenbarung gegenüber Moses zusammen mit der gesamten Geschichte dieser Person auf einer Fiktion? Kann er sich nicht normal manifestieren oder bedarf er immer den Erfindungen der Menschen, um von diesen erkannt zu werden?
2. Wieso bemerkt der Allwissende erst nach dem Ableben der Patriarchen, der großen Flut und dem Turmbau zu Babel, dass die Menschen verschiedenen Irrglauben verfallen waren, von denen es ihm außerdem bekannt war, dass sie ohne seine Hilfe nie davon abzubringen wären - Warum gewährte er ihnen Zeit, wenn er doch folglich bereits im Voraus wusste, dass sie nicht genutzt werden würde ...

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Die Evolution des Glaubens

01.09.2008 um 14:52

Du willsts nicht verstehen oder ?

"Da die Trinität insgesamt erst mit dem Christentum und den Evangelien aufkam, ist es sehr unwahrscheinlich, dass wesentlich früher verfasste Texte bereits Bezug auf eine spätere Idee nehmen. Beim besten Willen muss ich leider sagen, dass derartige Erklärungsversuche zu wünschen übrig lassen."


Die Trinität ist keine Erfindung des Christentums. Diese Schluss zieht man nur, wenn man die gesamte Bibel von vorneherein für Unsinn hält oder halten will. Überhaupt von Idee oder Erfindung in dem Zusammenhang zu sprechen, ist völlig unangebracht.

Das AT nahm keinen bezug zur Trinität, weil diese für die Juden damals nicht von belang war. Einzig der Verfasser der Sprüche hat es bereits erkannt, galt aber auch als einer der weisesten Menschen überhaupt.
Im NT ist von einer Trinität so direkt auch nie die Rede, das erkennt man nur indem man Rückschlüsse zieht.

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Aineas
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied


   

Die Evolution des Glaubens

01.09.2008 um 17:55

Tut mir leid, dass ich das mal so zum Ausdruck bringen muss, aber langsam verliert die Sache an Seriosität:

"Das AT nahm keinen bezug zur Trinität, weil diese für die Juden damals nicht von belang war."

Jawohl - und von Jesus Wundern hat kein zeitgenössischer Autor geschrieben, weil es für sie einfach nicht von Belang war, wenn jemand so etwas alltägliches vollführt hat wie Tote wieder zu beleben. übers Wasser zu gehen, Behinderungen zu heilen und aufzuerstehen...

So gesehen kann man sich natürlich alles erklären:

Geschichten über solch seltsame esoterische Dinge wie das PSI Rad ordnen viele nur deswegen dem Bereich des Unmöglichen zu, weil diese Dinger für sie einfach nicht von Belang sind und sie vielleicht nicht fest genug an ihre Existenz glauben...

Herrschaftszeiten noch einmal!

Kannst du mir vielleicht erklären, warum die Juden der Trinität (falls sie denn schon bestand) keinen Erwähnungswert beimaßen?
Desweiteren wäre auch einmal interessant zu erfahren, wen du überhaupt mit dem Verfasser der Sprüche meinst.

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Die Evolution des Glaubens

02.09.2008 um 05:21

Ja wen mein ich wohl mit dem Verfasser ?
Finds gefälligst selbst raus verdammt noch mal.
Dass du dir überhaupt erlaubst so ein Thema aufzumachen bei deiner Ahnungslosigkeit...



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