weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Kap.8 Indianerperlen

... aus dem Blog von bluish   Profil von bluish

0

Kap.8 Indianerperlen


05.06.2007 um 14:56, keine Kommentare
Die Blindschleiche,Ilka und das Schloss.

Ab und an besuchten Papa und ich aber Harry in seiner kleinen Wohnung,Er war in ein Kleines Siedlungshaus gezogen.Die Wohnung lag unter dem Dach des Hauses und hatte auch schräge Wände ,wie bei uns.Aber sie war sehr klein.Eine kleine Küche,war mit einem dicken grünen Vorhang von der Wohnzimmerecke abgeteilt,daneben war das Schlafzimmer. Die Wohnung hatte Ilse schon vorher,mit ihrem ersten Mann bewohnt.
An den ersten Besuch kann ich mich sehr gut erinnern,weil es Ostersonntag war.Papa fuhr mit mir in den Wald.Der dunkel und garnicht so klein hinter der Autobahnbrücke lag.Er hatte mir versprochen ,das wir Ostereier verstecken wollten.Wir fuhren also los.Papa versteckte für mich acht Eier, die in einem Körbchen, am Lenker des Fahrrads hingen.Auch ein Schokoladenhase war da drin.Den versteckte er auch.Ich muße mir die Augen zuhalten und mich umdrehen.Dann gings los,mit der lustigen Sucherei.Ich fand sofort den Schokoladenhasen,denn die Ohren blitzten golden über dem Farnkraut hervor.Bald hatte ich auch fünf Eier gefünden.Aber drei Eier waren nicht aufzufinden.Papa sagte zu mir,"die hat bestimmt eine Blindschleiche gefressen.
Ich wußte, daß das eine kleine Schlange war und ängstlich ,"sagte ich," oh,komm schnell hier weg sonst beisst die uns noch.Papa grinste breit und wir fuhren also weiter,besuchten Harry und Ilse auf dem Rückweg,denn ihre Wohnung lag ja auch in der Nähe der Autobahn.Ich bekam einen weiteren Osterhasen und Gelee-eier,Harry schenkte Papa ein Glas Weißwein ein,sie unterhielten sich noch etwas.Ilse bereitete in der Zwischenzeit,das Mittagessen .Sie meinte,das wir doch bei ihnen essen sollten,aber Papa sagte zu ihr ,das Mutti sicher auch schon warten würde.Zuhause angekommen stellte ich mein Körbchen ab,lief zu Mutti und erzählte ihr,das ich drei Eier nicht wiedergefunden hatte und Papa gesagt hatte, daß wohl eine Blindschleiche die Eier gefressen hatte.Mutti lächelte und schaute Papa ungläubig an.Ich lief zu Mimi,die im Kinderzimmer spielte.Erzählte ihr was ich erlebt hatte,doch sie war beleidigt,das Papa sie nicht auch mitgenommen hatte.Sie war aber morgens schon in der Kirche zum Kindergottesdienst gewesen und erst kurz vor uns zurückgekommen.
Sie ärgerte mich,in dem sie immer wieder zu mir sagte ,"freust dich,freust dich.Nach jedem Satz,wiederholte sie,was ich sagte.Das war mir zu blöd und lief wieder zur Küchentür.Ich wollte gerade die Tür öffnen,da hörte ich, als Papa zu Mutti sagte,"Weeist Motter,de äier hob ech offjefresse.Ech hot nech veel jegesse heit morje und Maugeknorre jehobt.Mutti lachte laut auf.Sie sagte,"do best mer schoun eene grouße Blendschlaich,hättst de Margell doch souge könne.Och nei,wor meer zo domm und grinste aber dazu.
Ich lief auf Papa zu und sagte zu ihm," Ach Papa,wenn du noch so einen Hunger hast ,kannst du doch auch die andere Eier ruhig auch aufessen.Ne,ne loss man seie,dos wär schoun was fir grouße Bauchschmerze"sagte Mutti".Wir haben ja gleich unser Mittagessen auf dem Tisch und streichelte mir über das Gesicht.Es roch auch schon ganz lecker.Und es gab grüne Böhnchen und Schweinebraten mit Salzkartoffeln.Zum Nachtisch,eingelegte Birnen süsssauer mit Nelkengewürz.
Die Sosse mochte ich,Bohnen und Kartoffeln auch,aber Schweinebraten nicht.Ich dachte dabei ans Schlachten und das ich ab und zu das Schwein gestreichelt hatte.Ausserdem mochte ich auch den Geschmack von Fleisch nicht.Bei Mimi war das genauso.Mutti schimpfte oft mit ihr ,weil sie das Fleisch immer an den Rand schob.Ich sagte vorher schon,das ich es nicht haben wollte und weil ich erst fünf Jahre alt war ,musste ich nicht unbedingt mein Fleisch essen.Das war für Mimi wieder ein Grund,mich zu ärgern.Manchmal trat sie mir unter dem Tisch vor mein Schienbein,wenn ich zurücktrat ,wurde ich meistens erwischt und bekam die Schimpfe dafür.Mimi tat so als wenn ich angefangen hatte und so konnte ich nichts dagegen machen.Oft war sie richtig gemein zu mir.Ich hatte dann Angst vor ihr,denn sie pisakte mich auf viele Arten.Manchmal war sie aber auch ganz lieb.Als ich noch kleiner war,brachten Mutti und sie mich oft gemeinsam abends ins Bett.Wir standen dann vor dem Zimmerfenster und sie erzählten mir Geschichten,zeigten mir die Wolken und wenn der Himmel rot war,sagten sie, das die Engel Plätzchen backten,schon für Weihnachten.Mimi sang mir Lieder vor und Mutti erzählte mir oft das Märchen vom Goldtöchterchen.Papa sagte oft,mein Goldtöchterchen zu mir und drückte mich dann ganz fest,das mir manchmal die Luft wegblieb.
Ich fand am besten den Satz ,Nacktfrosch im Hemde,was suchst du in der Fremde.
Als ich fast sechs Jahre alt war,stellte man einen Herzfehler bei mir fest.Das wäre vom Scharlach,den ich gehabt hatte,gekommen.War blutarm und hatte oft blaue Lippen.Der Arzt verordnete mir Luftveränderung.Ich sollte in den Allgäu verschickt werden.Damit war ich garnicht einverstanden.Ich wollte nicht von zuhause weg.Heulte ständig.Mutti versuchte es mir schmackhaft zu machen, in dem sie mir sagte, das ich dann die Berge sehen könnte.
Das ich mit vielen Kindern zusammen wäre und in einem Schloss wohnen würde.
Ich fand mich also in einem Zug wieder,saß mit der Begleiterin,einer Nonne im Zugabteil,war abgelenkt, wegen der Geschäftigkeit ,der vielen Leute.Saß aber ganz ruhig und traurig am Fenster des Abteils und schaute mir ängstlich alles an.
Mutti hatte mich an den Bahnhof gebracht,gab mir noch eine kleine Butterbrottasche,sagte," wenn du Hunger hast,da ist alles drin,auch eine kleine Flasche mit Johannisbeersaft."Mehr zu Trinken bekommt ihr von der Nonne.Also sei schön lieb und benimm dich gut".
Es war sehr schummrig im Zugabteil.Irgendwann verteilte die Nonne graue Wolldecken,wickelte uns ein,sagte zu allen Kindern,wir wollen nun mal ein Lied singen und dann versucht ihr etwas zu schlafen.Ich schaute dabei durch das Abteilfenster,sah wie ,Bäume ,Häuser vorbei vor flitzten,hörte die Räder gleichmäßig rattern und ich schlief sehr schnell ein.Wir waren um vier Uhr morgens schon aufgestanden und so war ich sehr müde.Gegen Abend ,wir waren nun schon einige Stunden unterwegs,zogen wir unsere Mäntel wieder an,denn wir stiegen in einen anderen Zug ein.Als wir Kinder alle wieder auf unseren Plätzen sassen ,sagte die Nonne zu uns,"Ihr könnt jetzt eure Butterbrote auspacken und essen.Sie stellte uns Blechtassen auf die kleinen Tischchen am Fensterplatz,dann kam der Schaffner des Zugs und schenkte uns Pfefferminztee ein.Mutti hatte mir Pumpernikelbrot mit Leberwurst und Gewürzgurkenscheiben mitgegeben.Eigentlich mochte ich nicht so gern Leberwurst,aber mit Gurken und Pumpernikel schmeckte es mir gut.Ich tauschte auch eine Schnitte mit einem Jungen der mir gegenüber saß.Er gab mir Weißbrot mit Rübenkraut.Hmm War nun ein bischen darüber weg,das ich wegfuhr,von Papa,Mutti und Mimi.und Kiki.Danach sangen wir und machten kleine Spiele.Irgendwann rollten wir uns wieder in die Wolldecken und schliefen alle durch, bis wir früh am Morgen,an unserem Ziel waren.Der Bahnhof lag grau in grau vor uns,wir froren alle,als wir auf dem Bahnhof warteten.Der Bus,der uns zum Kinderheim bringen sollte war noch nicht zur Stelle,aber er kam dann doch bald.Mit Gedränge gings in den Bus und als wir vor dem Kinderheim vorfuhren,standen schon einige Kinderschwestern vor dem Schloss und erwarteten uns.Wir wurden in Gruppen eingeteilt und dann ging es los in den Innenhof des Schlosses.Die Sonne war durchgekommen und es war plötzlich schön warm Kleine Tische waren dort gedeckt und es roch so eigentümlich.Eine Nonne füllte unsere Teller ,die auf den Tischen bereitstanden.Die Suppe,die es gab,war eine eingebrannte Grießsuppe.Na,das war das richtige für mich,denn sie war salzig und angeröstet.Ich kannte Grieß nur mit Milch,zu einem Brei gekocht mit leckeren Kirschen.Man befahl mir die Suppe zu essen und so war mir schon der erste Tag verdorben.Ich aß die Suppe nicht,denn an einem anderen Tisch erbrach gerade ein anderes Mädchen ,den ganzen Inhalt ihres Tellers auf den Tisch.Die Kinderschwester schimpfte mit dem Mädchen und da ich mich auch noch weigerte aufzuessen ,
mußten wir beide sofort nach Tisch ,zur Direktorin.
Sie sagte uns,das wir schon noch lernen würden uns vernünftig zu benehmen,sah uns sehr dabei streng an und wir hielten ängstlich den Mund.
Ich mußte noch oft bei ihr antreten,denn Eingebrannte Grießsuppe ,saure Linsen und Milchsuppe aß ich nicht.Da konnten sie machen was sie wollten.So wurde ich oft in eine Ecke gesetzt,zur Strafe durfte ich an einigen Spielen nicht mitmachen und dann saß ich für mich allein da und hatte furchtbares Heimweh nach Mutti und Papa.
Manchmal war ich dann auch böse auf beide.
Warum hatten sie mich bloß hierher geschickt.Ob ich wohl jemals wieder nach Hause komm,dachte ich oft voller Angst..
Das schlimmste,war für mich ,wenn wir in den Waschraum mußten.Dort waren auch kleine WCbecken, in einer Reihe ohne Abgrenzung.Wir wurden dazu aufgefordert ,ob Jungens oder Mädchen unser Geschäft,wie die Hühner zusammen zu verrichten.Ich schämte mich sehr und so konnten die Kinderfrauen machen was sie wollten,ich hielt meine Notdurft so lange zurück ,bis ich sicher war, das niemand mehr in dem Raum war.Erst dann setzte ich mich dort hin .Weil ich immer die letzte war und herum
klüngelte,kam dann auch prompt wieder die Aufforderung, zur Direktorin.Diesmal sagte ich aber,das ich mich schämte,wenn wir alle in einer Reihe sassen,in dem Waschraum So durfte ich dann doch auf die abgeteilte Toilette gehen,die ja auch vorhanden war .Und die Direktorin lächelte mich an,als sie mir die Erlaubnis dazu gab. Wenn wir abends in dem Schlafraum in unseren Betten lagen ,heulte ich oft.
Ich beobachtete aber auch die beiden Jungen, die rechts neben mir lagen.Jürgen,der so drei Jahre alt war,lag in seinem Bett und starrte die ganze Zeit immer unter die Zimmerdecke.Wenn ich ihn ansprach antwortete er nicht.Irgendwann wußte ich ,das er mit weit geöffneten Augen schlief.Darüber staunte ich lange Zeit.Manchmal schrie er auch ,oder wimmerte vor sich hin.Dann kam die Nachtschwester, nahm ihn auf den Arm und tröstete ihn.Einmal hörte ich ein Gespräch zweier Schwestern,das der arme kleine Jürgen wohl etwas sehr Schlimmes erlebt hätte und darum einen Schock hätte.Diese Schwester war sehr lieb zu uns allen,erzählte uns vor dem Einschlafen ,Geschichten oder sang uns etwas vor.
Ich war gespannt,wann ich wohl endlich die Berge zusehen bekam.Fragte ständig danach.Wir wanderten viel durch die Wälder.und an einen See.Federsee hieß der,aber schwimmen durften wir dort nicht.Schade,dachte ich oft und mußte an den Spass denken,den wir Kinder immer an unserem Teich hatten, im Sommer.Und die Berge sah ich auch nie.
An einem regnerischen Tag besuchten wir die Schlosskapelle.Am Altar standen rechts und links Särge aus Glas.Auf rotem Samt lagen Knochen und Totenköpfe.Ängstlich wollte ich aus der Kapelle laufen.Ich war sehr erschrocken.Hatte vorher,außer dieser Sache mit Jesus, noch nie sowas gesehen.Am Abend ,ärgerte mich Peter der auch neben mir schlief und sagte das Skelett würde mich nachts besuchen.Ich hatte Angst,phantasierte die ganze Nacht,von der Schlosskapelle und träumte ,das ich in meinem Bett lag und zwischen den Särgen stand.Seit dieser Zeit träumte ich immer wieder so schlecht war sehr ängstlich,denn ich träumte oft auch viele Jahre danach noch davon.Manchmal stand der kleine Jürgen im Traum an meinem Bett und starrte mich mit weit aufgerissenen Augen an,dann schwebte er in der Luft und kicherte .Wenn ich dann aufwachte,zog ich mir die Decke über den Kopf und dachte an meine Löwen.Irgendwann schlief ich dann wieder ein.

Den letzten Sommer ,bevor ich eingeschult wurde,spielte ich oft mit Ilka.Sie war meine erste Freundin. Heiner war krank und mußte das Bett hüten.Er hatte Masern und ich durfte ihn auch so lange nicht besuchen,bis es nicht mehr ansteckend war.
Ilka spielte ganz allein an der dicken Kastanie ,die vor dem weißen Fachwerkhaus an der Strasse stand.Ilkas Opa gehörte ,der kleine Bauernkotten mitsamt der Wiesen drumherum und der Kastanie.
Ich lief zu ihr,fragte sie wie sie heißt und ob sie jetzt immer hier wohnt.Nein sagte sie ,ich bin nur einige Wochen hier,bei meinen Großeltern auf Besuch.Oh,fein ,dann können wir ja immer zusammenspielen.Kuck mal,ich wohne dort in dem großen Haus.Von unserem Küchenfenster aus,kann ich dich sehen.
So spielten wir nun die ganzen Sommerwochen zusammen .Meistens saßen wir unter der Kastanie und spielten mit unseren Puppen.Eigentlich,machte ich das nicht so gern,fand Puppen eigentlich doof..Hatte keine Lust,sie an und auszuziehen.ich fand das langweilig.Ilka merkte das und meinte zu mir,sollen wir in den Kuhstall gehen.Oh,ja,"sagte ich und wir liefen durch große Stalltür.Ilkas Opa saß vor der schwarzweißen Kuh und melkte sie gerade und so liefen wir ganz leise durch die Tenne, in die Küche hinein.
Es war sonst niemand da und Ilka sagte,komm weiter, ich will dir mal das Zimmer von Tante Wanda zeigen und ihren kleinen Hund.Tante Wanda saß an ihrem Fenster und las.Diese Kammer war so winzig , es waren ebenso winzige Fesnster darin,an dem einen konnte ich oft,wenn ich an dem Haus vorbeiging IlkasTante von draußen sitzen sehen.Sie hatte dann ein Zigarette in der Hand,mit so einer Verlängerung daran,also eine Zigarettenspitze,das sah vornehm aus."Na ,ihr beide ,was stromert ihr denn hier herum.Passt auf das der Oppa euch nicht sieht ,der schimpft euch aus,wenn ihr im Hause herumlauft.Geht mal wieder nach draußen und spielt dort weiter,sagte sie ."Sie gab uns saure Drops und ihr kleiner Rehpinscher, der auf ihrem Arm lag knurrte uns an und bellte.
Ich hatte Respekt vor Hunden,denn Ulli hatte ja auch einen Hund,der Molli hieß.Molli kläffte mich immer an ,wenn ich in den Hausflur kam.Er fletschte dann mit den Zähnen und einmal hatte er mich sogar an meinem Rock gepackt.Ich schrie wie am Spieß ,er packte noch einmal nach und biss mich in meinen Zeigefinger der linken Hand.Da war ich aber bedient und ging ihm so gut ich konnte aus dem Weg.Irgendwann freundeten wir uns aber doch an,denn Ulli sprach solange auf mich ein ,bis ich Molli streichelte.Molli leckte mir die Hand und wedelte freundlich mit dem Schwanz.Nun war alles gut und ich brauchte keine Angst mehr zu haben,wenn ich zu unserer Treppe laufen wollte.Oft kam auch Ullis Vater aus der Wohnungstür.Er erwischte mich dabei ,wenn ich gerade mal wieder das Treppengeländer herunterrutschte.Und wenn er dann zu mir sagte,"Na ,Marjellche,host dech beklakkert met dos Jälbe vom Ai.Dann rannte ich vor Ärger die Treppen bis zu unserer Wohnung hoch und beschwerte mich bei Mutti.
Der olle Jupp hat wieder zu mir ,Marjellche............usw gesagt.Warum sagt der das immer zu mir.Ich hab mich doch garnicht beklekkert und weiche Eier,die ess ich doch sowieso nicht,Mutti lachte und sagte," der will dich doch nur ein bischen ärgern ,der meint das nicht so.Aber warum spricht er dann so wie du und Papa.Naja, er versucht wohl so zu sprechen,weil er denkt, das das lustig wäre .Ker sagte ich,das ist wohl ganz schön Kakke, von dem..Das war nun wieder ein Grund für Mutti ,mich zu ermahnen,daß ich dieses Wort nicht sagen sollte.Ein Mädchen sagt solche Worte nicht.Und die Jungens ,die dürfen das? müpfte ich auf.Wenn du ein Junge wärst, dürftest du das bei mir auch nicht ,sagte sie zu mir.Ich dachte mir meinen Teil dazu und in Gedanken sagte ich dreimal Kakke hinternander,Schob die Unterlippe vor,steckte einen Finger in die Nase kroch unter den Tisch und beschwerte mich ganz leis bei den Löwen,meine Hand hielt dabei den Ring,der in seinem Maul steckte fest umklammert.
Ich war oft mit Ilka zusammen und manchmal sprach sie ganz wenig .An einen Tag ,kann ich mich noch gut erinnern.Ilka hatte ein so tolles hellblaues Kleid an, mit einer weißen Schürze darum.Sie hatte ihre blonden Locken ,in zwei geflochtenen Affenschaukeln über ihren Ohren,aufgesteckt.
Auf ihrem Kopf war eine Tolle in einem Kamm eingerollt und um die Zöpfe waren hellblaue Schleifen gebunden.Warum bist du denn so schön angezogen,fragte ich sie?.Ilka sagte ",meine Mutti war heute da..Ist aber schon wieder weggefahren.Dann schaute sie mich an und dicke Tränen kulleten ihr aus den Augen.
Ach tröstete ich sie,sie kommt doch sicher bald wieder.Ilka wischte ihr Gesicht mit der Schürze trocken,große Flecken waren nun in der feinen Schürze .Ach ist doch egal,sagte sie.Ich mach mich jetzt jeden Tag so dreckig,dann werden sie schon sehen was sie davon haben.Wieso , fragte ich?Wollte wissen warum Ilka so trotzig und traurig war.Sie erzählte mir weinend,das ihre Eltern sich scheiden lassen wollten.Ihre große Schwester sollte bei der Mutter bleiben und sie bei ihrem Vater.Ihre Oberlippe zitterte sehr dabei.Ihr Gesicht war puterrot und sie war schrecklich aufgeregt.Dann schlug sie ihre Hände vor das Gesicht und schluchzte leise.
Sie hatte nun keine Lust mehr mit mir zu spielen und sie sagte,"Wir spielen morgen wieder zusammen und dann vergraben wir einen Schatz.
Es war die letzte Woche,bevor Ilka wieder abfuhr,in der wir uns jeden Tag sahen.Es waren so helle warme Sommertage,wir spielten an dem letzten Tag, an den langen Wurzelausläufern der Kastanie, kratzten in der Erde ,buddelten ein tiefes kleines Loch aus. So, sagte Ilka zu mir,"nun wollen wir unseren Schatz vergraben.Ja,aber was sollen wir denn dazu nehmen,ich hab keinen Schatz.Ach,sagte Ilka,"Hier hab ich meinen Löffel,zog ihn aus der Schürzentasche."Ich hatte nur einen kleinen roten Kamm und zeigte ihn Ilka.Den hatte Papa mir auf der Kirmes im Dorf gekauft.Ist doch gut sagte sie.den vergraben wir, zusammen mit dem Löffel.
Sie nahm ein weißes Taschentuch,wickelte beides darin ein ,spuckte zweimal darauf und hielt mir ,das kleine Bündel auch unter die Nase,ich spuckte auch zweimal drauf und wir schworen uns, immer Freundinnen zu sein, legte es in das Loch.Wir schütteten Erde darauf ,traten alles platt und setzten uns unter die Kastanie.Ich blickte Ilka lange an.Ihre blonden kleinen Ringellöckchen kringelten sich, wie ein Heiligenschein um ihren Kopf ,es sah aus wie in der Kirche auf den Heiligenbildern.Und sie sah irgendwie aus als wenn sie hell strahlte,in diesem Moment.Was du alles weißt,"sagte ich zu Ihr, bewundernd.Hast du schon einen richtigen Schatz gesehen?So mit Gold und Perlen und ganz viel Geld."Ja,im Kino hab ich das schon mal gesehen in einem Film.Ach so,ich war auch schon einmal im Kino,"sagte ich,und da haben sie einen Film ,von einem Mädchen gezeigt,die hatte ganz schwarze Haut.Toxi kehr heim,hieß der Film.Das Mädchen hätte in Wirklichkeit den gleichen Namen wie ich,hatte mir Mutti gesagt.Der Film handelte vom Zirkus.
Das war im letzten Winter gewesen.Als der Film begann,tanzten auf einmal lange Zigaretten herum und darauf stand Juno.Das hatte mir Mimi vorgelesen.Der knallrote Vorhang ging dabei leise auf und Musik und Gesang ertönte.
Es roch nach lakkiertem Holz und ein bischen muffig.Fast wie im Kindergarten.Dann begann die Foxtönende Wochenschau.So laut spielte die Musik und ein Mann erzählte dazu. In der Pause bis zum Hauptfilm, spielte eine Frau auf dem Klavier, das vorn neben der Leinwand stand.
Aber bevor der Hauptfilm anfing zeigten sie noch einen Puppentrickfilm.Eine kleine Märchenstadt mit einer großen Kirche war zu sehen,daran war eine Kirchturmuhr,Eine Glocke schlug mehrmals und ein Turmwächter sang,Hört ihr Leut und lasst euch sagen usw.,blies alle Lichter der Laternen aus .Und nun kam das Sandmännchen ,es streute silbernen Sand und erzählte das Märchen vom Zinnsoldaten.Ich war so aufgeregt,als der Kinobesuch beendet war.Mutti und Papa,nahmen mich in die Mitte und Mimi lief vor uns her.Da es sehr kalt war,hatten wir alle dicke Mäntel an.Mimi und ich trugen weiße Baskenmützen.Mutt
Zu diesem Eintrag gibt es noch keine Kommentare.
Registriere dich kostenlos, um einen Kommentar schreiben zu können.
351 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

zufällige Diskussion