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Rennrad fahren

9 Beiträge, Schlüsselwörter: Sport, Meinung Gefragt
Seite 1 von 1

Rennrad fahren

26.10.2018 um 11:00
Hello Hello,

ich werde mir wohl für den Sommer ein Rennrad zulegen, um fitter zu werden. Ich gehe nicht gerne ins Fitnessstudio.

Ich habe noch keine Erfahrungen mit Rennrad fahren, deshalb ist hier eure Meinung gefragt:

Fährt oder ist mal jemand von euch Rennrad gefahren? Wie sieht es mit den "Training" aus. Soll man sich dehnen oder andere Übungen dazu noch machen?
Also mein Budget lag bei ca 1000 Euro. Dieses hier hat also gerade gepasst und es sieht mega gut aus!

Hat jemand mit diesem Shop Erfahrung und kann mir sagen, ob der Shop gut ist. Soll ich lieber in den Laden gehen und mich beraten lassen?

Tipps und Meinungen sind herzlich willkommen.

dieSarbina out.


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Rennrad fahren

26.10.2018 um 11:23
Warum kaufste dir nich einfach n normales Fahrrad?

Ne Melone out and over


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Rennrad fahren

27.10.2018 um 11:57
Hallo Sabrina,

lies Dich doch einfach mal im passenden Forum ein und frag Dich durch:
https://www.rennrad-news.de/forum/

Rennradfahren ist eine feine Sache, wenn man sehr viel Zeit übrig hat, gern allein ist und keine Probleme damit hat, stundenlang zu schwitzen, zu frieren oder nass zu werden. Dazu gehört eine gewisse Leidensfähigkeit, wenn man es irgendwann ernstnehmen will. Körperlich ist das aber eine etwas einseitige Angelegenheit, und falls Du Gewicht verlieren willst (an Dir selbst, nicht am Fahrrad), ist es nicht die beste Idee, weil der größte Zeitanteil des Trainigs bei eher niedrigen Belastungen abläuft. Wirklich von oben bis unten fit wird man beim Radfahren eher im Wald, also MTB oder (noch besser) Cyclocross. Da reicht schon eine Stunde, um sich vollkommen fertigzumachen.

Körperlich wirst Du beim Rennradfahren einige Haltekraft in Armen, Schultern und Nacken brauchen. Das unterscheidet sich schon sehr von anderen Fahrrädern, kommt aber mit der Zeit von allein. Wichtig ist, die Sitzposition nicht zu bequem zu wählen, weil man sonst eher das Gegenteil erreicht und das Rennrad sich auch einfach nicht schön fährt. Ganz kurz gesagt, sollte der Lenker also zumindest nicht höher als der Sattel sein, und wenn der Ellbogen an der Sattelspitze anliegt, sollten die ausgestreckten Finger den Lenker höchstens gerade so eben berühren. Dabei gibt es durchaus eine Reihe von frauenspezifischen Problemen und Fehlhaltungen, aber das würde jetzt zu weit führen.
Achte vor allem darauf, dass Du die Bremshebel auch vom Unterlenker aus leicht erreichen und kräftig ziehen kannst: Viele Hersteller denken bis heute nicht daran, dass es auch Leute mit kleinen Händen gibt. Der Sattel ist beim Probefahren erstmal Nebensache, weil einfach und kostengünstig zu tauschen; da spielt aber auch Gewöhnung eine große Rolle.

Wenn Du wissen willst, ob Du Dich auf einem Rennrad wohlfühlst, solltest Du einfach mal ein paar Rennräder probefahren! Das bringt schon nach wenigen Minuten einen Erkenntnisgewinn, grob gesagt: Passt oder nicht, macht Spaß oder nicht, fühlt sich richtig oder falsch für mich an.

Rennräder laufen leicht und werden schon mit vergleichweise wenig Krafteinsatz schnell, deshalb muss man normalerweise stundenlang trainieren, um wirklich Form aufzubauen. Meiner Meinung nach lohnt sich Rennradfahren unter ca. zwei Stunden am Stück nicht.
Wenn das Ziel irgendwann z.B. mal ein Jedermannrennen sein soll, sollten es schon deutlich über 5000 km in Jahr sein, um sich zumindest im hinteren Mittelfeld halten zu können. Gute (nicht sehr gute) Leute fahren eher die doppelte bis dreifache Strecke im Jahr, und das sind immernoch Jedermänner (oder -frauen), keine Amateure. Da wird es dann schon schwierig mit anderen Hobbies, Vollzeitjob und Familie.

Andererseits muss es natürlich kein sportliches Ziel geben und Rennradfahren ist nicht automatisch Radrennfahren. Ich finde es z.B. schön, für eine Weile außerhalb der Stadt meine Ruhe zu haben und flott durch die dafür vorgesehene Landschaft zu gleiten. Rennradfahren ist dabei nichts anderes, als eben genau das: Ruhe, Alleinsein, das feine Klimpern des Antriebs und ein paar Windgeräusche.
Fährt man zu zweit, ändert sich daran nicht viel, wenn der Begleiter nicht ständig redet (man versteht bei flottem Tempo davon aber sowieso nicht viel). In einer Gruppe ab ca. vier Leuten wird es dann wieder interessant und automatisch auch wesentlich schneller, wenn alle Mitfahrer das Windschattenfahren und rechtzeitige Abwechseln verstehen.

Führt der Arbeitsweg z.B. außerhalb der Stadt einige Kilometer über Land, ergibt das ein brauchbares Grundlagentraining und man ist auch mit Rucksack (Kleidung, Schloss usw.) ganz sicher noch schneller, als mit einem Pedelec. Auch mit wenig Training ist das schon so.
Im Stadtverkehr taugen Rennräder dagegen wenig bis garnichts.

Ich habe immer wieder (gerade auch bei Frauen) beobachtet, dass Rennräder im Vergleich zu "normalen Fahrrädern" einen deutlichen Gewinn an Fahrfreude erzeugen, und den Aha-Effekt, wie leicht ein Fahrrad eigentlich laufen kann.

Das Cube ist ein faires Angebot, aber Scheibenbremsen mit Seilzugbetätigung taugen nicht viel und man braucht sie am Rennrad auch einfach nicht. Modelle mit Felgenbremsen sind leichter, oft billiger und bremsen nicht schlechter.


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Rennrad fahren

05.11.2018 um 08:53
vielen Dank für deine ausführliche Antwort Dobie!

Mein Weg zur Arbeit dauert tatsächlich länger, ich könnte dies als Übung nutzen.
An deinen Tipp mit den Felgenbremsen werde ich denken, wenn ich mir ein Rennrad zulege.
Und ein Rennrad möchte ich, weil ich schon immer *Achtung kitsch* von deren Schönheit fasziniert bin und auch von dem Fahren an sich, also auf dem Rennrad kein Citybike oder so etwas haha.

dieSabrina out


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Rennrad fahren

05.11.2018 um 09:18
Gut, wenn du bereits aufs Rennrad fixiert bist, dann lass dich in ein oder 2 Radläden, die ihren Namen auch verdienen, beraten.
Vielseitiger ist ein Trekkingrad. Damit kommst du auch zur Arbeit, bei mir sind es 15 km, und es erlaubt dir auch ein Fahren abseits der Strassen, bei mir ein Rückweg entlang des Flusses, 25 km.
Zudem eröffnet dir das Trekkingrad auch eine zusätzlich Urlaubsmöglichkeit, ich bin mit meinem dieses Jahr von München nach Venedig geradelt.
Fit werden kannst du mit beiden, schnittiger ist in jedem Fall das Rennrad.
Augen und Ohren offen halten, auch mal in Spezialforen nachfragen und keine Schnellschüsse tätigen. Das Rad, das du letztendlich kaufst, begleitet dich mehrere Jahre.
Viel Spass.


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Rennrad fahren

05.11.2018 um 11:56
Ich würde dir empfehlen, auch mal in Richtung Cyclocross zu denken.
Hierbei handelt es sich um die ursprüngliche, europäische Form des Offroad-Radsports (über die Variante Gravel Bike kommt das nach Mountain Bike jetzt auch aus den USA als neuester Trend zurück zu uns).

Wenn du entsprechende Galerien googlelst, siehst du, dass Cyclocross fahrtechnisch sehr anspruchsvoll ist und schmutzig. Aber das ist egal, wenn es hier ums Material geht. CX-Räder sind Rennräder mit einigen Besonderheiten: Leicht angepasste Rahmengeometrie, vor allen Dingen aber Aufnahme für breitere Reifen als normale Rennräder. Das heißt, du kannst zwischen unterschiedlichster Bereifung wählen bis ca. 40 mm. Für Asphalt, für Matsch, Allrounder (Tip: Challenge Grifo) ist alles erhältlich.

Du kannst ganz normal Straße fahren mit ein bisschen Extra-Komfort durch breitere Reifen, aber jederzeit auch auf Feld- und Waldwege etc. ausweichen nach Lust und Laune. Die meisten Radsportler starten jetzt in die CX-Saison oder satteln auf ihre CX-Räder auch auf der Straße um, weil sie da die geeignetere Ausstattung drauf montiert haben als auf dem Sonntagsrad. Ggf. ist auch der Antrieb/Übersetzung angepasst. Single Trail mit Wurzeln und Felsen wie mit dem MTB fährt man mit dem Crosser allerdings eher nicht, wenn man überleben will. Aber darum geht es bei dir ja auch nicht.

Es gibt da heute auch viel Modelle mit Scheibenbremsen. Ist nicht erforderlich. Es gibt auch noch Old School "Frosch-Schenkel", von denen würde ich abraten und auf Mini-V umrüsten, z. B. Tektro.

Einige CX-Rahmen haben auch Aufnahmen für Schutzbleche oder Gepäckständer, sodass sie alltagstauglicher/tourenfreundlicher werden bei Bedarf.
Nach meinem Geschmack ist der Crosser sexiger als das Trekking-Rad ;-) Und es ist auch kaum was dran, das kaputt gehen kann oder Wartung braucht.


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Rennrad fahren

05.11.2018 um 21:49
Alles keine schlechten Anregungen soweit, vielleicht stellenweise schon etwas zu detailliert.
Trekkingräder halte ich aber für die überflüssigste aller Radgattungen und eher für eine Kombination (und Erweiterung) diverser Nachteile, als Vorteile. Zu schwer, zu fett, im Acker immenoch zu nah am Straßenrad. Vor allem die dort typischen Federgabeln braucht man an einem normalen Alltags-Mehrzweckrad einfach nicht und kann dadurch schnell ein Kilo Gewicht sparen und Wendigkeit gewinnen. Feldwege gehen auch mit normalen Rennrädern schon sehr gut, auch viele Kilometer lang und notfalls auch mit schmalen Reifen; aber bei aktuellem Material hilft uns hier der allgemeine Trend zu breiteren, schlauchlosen Reifen auch am Renner, wo heute 28 mm in der Regel problemlos möglich sind. Das reicht mir auf den 46 Kilometern Arbeitsweg (pro Richtung) auch abseits von Teer und reichte mir in Italien für viele hundert Kilometer auf relativ grobem Schotter. Aber egal, auch schon wieder zu detailliert und vielleicht auch zu sehr Glaubenskrieg...

@dieSabrina, eine relativ wichtige Frage beim Rennradkauf lautet: Wie groß ist die Fahrerin bzw. der Fahrer?
Unter ca. 1,70 m wird es nämlich schwierig, mit den normalen 28"-Rädern noch normale, wendige Rennradgeometrien mit sinnvoller Gewichtsverteilung und Sitzposition zu bauen. Das versteht bis heute leider kaum ein Hersteller und es vergrätzt ziemlich vielen Leuten das Rennradfahren, weil sie sich auf den handelsüblichen Geräten in den kleinsten Rahmengrößen einfach nicht wohlfühlen können (zwangsweise zu träge, oft vorn zu lang und zu hecklastig). Sinnvoll und richtig wäre dort eine maßstäbliche Verkleinerung des gesamten Fahrrads mit den Radgrößen 650b (27,5") und 26". Bei Bedarf kann ich das gern näher erklären oder entsprechende Artikel verlinken.


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Rennrad fahren

08.11.2018 um 09:21
Cyclocross.

hmmmmmmmm.... muss ich mir durch den Kopf gehen lassen.


und Dobie, ich bin 1.75m :)


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Rennrad fahren

08.11.2018 um 20:57
Ah, sehr gut. Damit sind schon fast alle "frauentypischen" Rennradprobleme erledigt.
Und Crossräder sind wirklich interessant, weil sie sich fast wie Rennräder fahren und das Einsatzgebiet deutlich erweitern - zwei Sätze Räder für Straße und Acker, und Du kannst im Winter in den windgeschützen Wald ausweichen, ohne ein anderes Fahrrad zu brauchen. Mache ich auch so, habe aber dummerweise trotzdem mehrere Fahrräder...

Ich wünsche Dir schonmal viel Spaß!


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