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Die Killerbande von Brabant (80er Jahre, Belgien)

146 Beiträge, Schlüsselwörter: Gladio, Diana, Sdra8, Killerbande Von Brabant, Nijvel, Nivelles
Delta_01
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Die Killerbande von Brabant (80er Jahre, Belgien)

24.06.2020 um 23:18
@abberline
Interessante Artikel, vor allem der zweite. Da wird ziemlich genau aufgelistet, was alles gestohlen wurde. Würde ich eine kleine, bewegliche Truppe aufstellen wollen, wäre meine Wahl ähnlich.

20 FN FAL Sturmkarabiner
5 Maschinenpistolen
2 Scharfschützengewehre
1 Maschinengewehr

Alles dabei für den dienstlichen Gebrauch. Was mich aber wundert, ist das der Adjutant (ich hab den entsprechenden deutschen Dienstgrad grad nicht. Vlt Leutnant?) von 45er Kugeln verwundet wurde. Soweit ich weiß, waren die Waffen in Europa nicht sehr verbreitet.

Ein paar der Waffen findet man später bei Linksterroristen, der größte Teil bleibt verschollen.

Das ganze passiert ausgerechnet 1984, als sich die Bande in Belgien zurückhält.
abberline
schrieb:
Wie gesagt, interessant zu wissen wäre, ob der gesuchte Typ auf dem Foto definitiv ein Hemd der Ardennenjäger trägt.
Sicher kann man das nicht sagen, da der Lichteinfall nicht gut ist und die Farben verfälscht. Das einzige was ich ziemlich sicher beurteilen kann, ist das es sich um eine militärische Uniform handelt (Hemd und Hose), über die Farbe müsste ich schon spekulieren.


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Die Killerbande von Brabant (80er Jahre, Belgien)

19.07.2020 um 21:55
Delta_01
schrieb am 19.06.2020:
Wahllos Zivilisten umzunieten ist aber das genaue Gegenteil von deren Job. Hier fasst der Kommandeur das Ethos der Einheit zusammen
Im Notfall zu töten gehört zum Job, egal welcher Sondereinheit. Ethos hin oder her.
In einen Supermarkt zu latschen, acht Zivilisten förmlich mit Blei vollzupumpen und dann mit ein paar Pullen Fusel den Rückzug anzutreten kann man aber kaum als "Notfall" bezeichnen. In einem Bericht auf Spiegel Online stand, das die sogar auf ein Werbeschild ganze Salven abgefeuert haben. Wenn das tatsächlich Elite-Polizisten waren, dann muss bei denen unfassbar viel schief gelaufen sein...


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Die Killerbande von Brabant (80er Jahre, Belgien)

31.07.2020 um 00:45
TheirSlave
schrieb am 19.07.2020:
In einen Supermarkt zu latschen, acht Zivilisten förmlich mit Blei vollzupumpen und dann mit ein paar Pullen Fusel den Rückzug anzutreten kann man aber kaum als "Notfall" bezeichnen. In einem Bericht auf Spiegel Online stand, das die sogar auf ein Werbeschild ganze Salven abgefeuert haben. Wenn das tatsächlich Elite-Polizisten waren, dann muss bei denen unfassbar viel schief gelaufen sein...
Beim letzten Raubüberfall in Alst wurden Eltern und Tochter vor dem Supermarkt hingerichtet, während der kleine Sohn in den Laden rannte. Im Laden suchte man das Kind dann wohl gezielt heraus, um es dann mit einem aufgesetzten Schuss in die Hüfte schwer zu verletzen. Das trieft so vor abstoßendem Sadismus, dass einem die Worte fehlen.
Zumindest wird der Überfall von Alst so in der englischen Wikipedia beschrieben, wo viel mehr Einzelheiten zu den einzelnen Taten stehen, als in der deutschen Version:

Wikipedia: Brabant_killers#1981

Die Gesamtschau wird bei detaillierter Betrachtung der Einzeltaten irgendwie noch obskurer.

Sicherlich hatte jeder, der sich eingelesen hat, auch mit Wikipedia zu tun. Worauf ich aber hinaus möchte mit der Verlinkung der englischsprachigen Übersicht ist, dass die einzelnen Taten mindestens drei völlig verschiedene Muster aufzeigen:

- Beschaffung von Waffen/Fahrzeugen/Lebensmitteln meistens mit Verletzten bzw. einzelnen Toten
- Gezielte Hinrichtungen, gern inklusive Folter, von Einzelpersonen in deren Kleingeschäften oder Privaträumen bei gleichzeitiger Entwendung von Delikatessen, Schmuck, Dokumenten, Geld
- Die kaltblütigen "Killing Sprees" in Supermärkten mit Beuten um 20.000$ (stets irgendwo zwischen 16.000 und 35.000, wenn ich es richitg behalten habe)

Die Taten ergeben eine Bande, die ihr Leben im Untergrund mit Raub finanziert und ein extremer werdendes Aggressionsproblem aufweist. Nur was ist genau der Inhalt des Untergrundkampfes? Die Hinrichtung einiger Einzelpersonen? Massaker in Supermärkten? Die unterschiedlichen Vorgehensweisen und Tatergebnisse konterkarieren sich gegenseitig bezüglich möglicher Gesamtmotive. Es bleibt nur eine Untergrundbande ohne Forderungen oder erkennbare politische Motivation.

Interessant fand ich u.a. diesen Punkt:
February 11: Armed robbery of a supermarket in Rixensart, Belgium. Less than $18,000 was stolen. Several people were wounded; no one was killed.
February 22. An Audi 100 with bullet holes from the February 11th incident was stolen from a commercial garage where it was being repaired, but quickly abandoned.
Quelle: Wikipedia: Brabant_killers#1981

Man wusste 11 Tage nach der Schießerei, aus welcher Werkstatt man ein Auto stehlen konnte, welches von Kugeln getroffen worden war. Man musste also den Halter und dessen Pläne ermitteln und zuschlagen, nachdem die Polizei das Fahrzeug zur Reparatur freigegeben hatte, sofern es vorher als Beweismittel einbehalten worden war. Wozu der Aufwand, wenn man das Auto dann doch wieder öffentlich stehen lässt?


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Die Killerbande von Brabant (80er Jahre, Belgien)

01.08.2020 um 15:15
Heikology
schrieb:
Die Taten ergeben eine Bande, die ihr Leben im Untergrund mit Raub finanziert und ein extremer werdendes Aggressionsproblem aufweist.
Mir sind keinerlei Anhaltspunkte bekannt, die für ein klassisches Leben im Untergrund wie z. B. bei der RAF sprechen würden. Ich vermute vielmehr, dass sie zwischen ihren Taten ein relativ unauffälliges Leben führten, wenngleich eines als Sportschützen und Waffennarren. Einige Aspekte, u. a. der Umstand, dass sie den Motor des gestohlenen Saab Turbos frisiert haben, weisen darauf hin, dass mindestens einer der Täter einen Bezug zu einer Kfz-Werkstatt hatte.

Einige der in der Vergangenheit als mögliche Tatverdächtige genannten Personen, z. B. Madani Bouhouche
Wikipedia: Madani_Bouhouche
fuhren zweigleisig, waren mal als Gendarmen, mal als Berufsverbrecher aktiv. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die wahren Täter eine ähnliche Vita hatten, sich auf beiden Seiten des Gesetzes gleich gut auskannten und auch persönliche Beziehungen zu Polizeikreisen unterhielten.


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Die Killerbande von Brabant (80er Jahre, Belgien)

02.08.2020 um 10:22
VanDusen
schrieb:
Mir sind keinerlei Anhaltspunkte bekannt, die für ein klassisches Leben im Untergrund wie z. B. bei der RAF sprechen würden.
Das ist ja eben das Verrückte. Warum dann Lebensmittel und verhältnismäßig kleine Geldbeträge unter größtem Risiko rauben, wenn man noch anderweitig in Lohn und Brot steht?
VanDusen
schrieb:
Ich könnte mir gut vorstellen, dass die wahren Täter eine ähnliche Vita hatten, sich auf beiden Seiten des Gesetzes gleich gut auskannten und auch persönliche Beziehungen zu Polizeikreisen unterhielten.
Dazu würde dann auch der Raub der neuartigen, frisch für die Polizei produzierten Schutzwesten aus einem kleinen Betrieb passen. Das war ein Interna, die Kooperation mit dem Betrieb geheim.


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Die Killerbande von Brabant (80er Jahre, Belgien)

02.08.2020 um 14:07
Heikology
schrieb:
Das ist ja eben das Verrückte. Warum dann Lebensmittel und verhältnismäßig kleine Geldbeträge unter größtem Risiko rauben, wenn man noch anderweitig in Lohn und Brot steht?
Zweifellos kennst du die gängigen Erklärungsansätze. Mein bevorzugter Erklärungsansatz ist, dass es sich um eine Bande von Rechtsextremen handelte, die in ihrer Echokammer zu der Überzeugung gelangt waren, dass die Gesellschaft nur noch einen kleinen Schubs in Richtung totale Anomie benötigte, bevor der Ruf nach einem starken Führer laut werden würde. Ich glaube, dass der unverhältnismäßige Einsatz von Gewalt, die zur Einschüchterung dienenden Maskierungen, die deutlich manifestierte Freude an der Gewalt um ihrer selbst willen (ähnlich wie bei Clockwork Orange), allesamt diesem Ziel dienten. Der Normalbürger sollte sich an den Kopf greifen und sagen: "Dieses Land geht vor die Hunde, höchste Zeit, dass hier mal jemand richtig aufräumt."


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