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Der Fall Jens Söring

27.852 Beiträge, Schlüsselwörter: Mord, Kino, Gefängnis, Messer, Karten, Sohn, Doppelmord, Unschuldig, Richter, Schuldig, 1985 + 24 weitere
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Themen-Wiki: Der Fall Jens Söring

Der Fall Jens Söring

27.06.2020 um 20:35
monstra schrieb:Plan A ist gescheitert.
Sein Geständnis war schon vor Plan A (zur Verhinderung der Auslieferung in die USA) in der Welt.
Wegen des Geständnisses konnte doch erst Anklage in den USA erhoben werden, was dann seine Auslieferung erforderte.

Welche Motivation siehst Du also für sein Geständnis?

Bitte jetzt nicht den Grund "Rettung der schrecklich Geliebten".
Der zieht nicht, weil er schon gestanden hat, bevor sie in Bedrängnis geriet. (War sie laut einem Gastbeitrag auch ziemlich sauer drüber.) Das war nämlich nicht der Plan.
Er meinte doch (auch bei Lanz?), dass erst einmal geflüchtet werden sollte. Und erst wenn es eng für die wahre Täterin wird, wollte er die Schuld auf sich nehmen.

Man könnte natürlich sagen, dass er bei seinem Rettungsversuch sehr ungeschickt war und das falsche Timing gewählt hat. Und schon ist seine Story wieder stimmig. Der Mensch ist einfach nicht zu fassen.


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Der Fall Jens Söring

27.06.2020 um 21:05
silentlistener schrieb:Der Mensch ist einfach nicht zu fassen.
Wäre es an dem, so hätte er nicht knapp 30 Jahre in amerikanischer Gefangenschaft verbracht. Selbstverständlich absolut verdient. Ich mache keinen Hehl daraus, dass ich sehr gerne gesehen hätte, wenn man diesen Menschen seine ursprüngliche Strafe hätte "absitzen" lassen. Bis zu seinem letzten Tag. Das hat er sich am 30. März 1985 "verdient".


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Der Fall Jens Söring

27.06.2020 um 21:38
monstra schrieb:Es können auch beide zusammen gewesen sein, oder nur Elizabeth, oder Elizabeth und Dritte oder Jens und Dritte.
Wenn Beide am Tatort gewesen wären, hätte Söring gewusst, das sich der Lichtschalter, um das Außenlicht zu löschen, im obigen Elternschlafzimmer befand.

Er gab an, er ist auf Socken ins Haus zurück, um das Außenlicht zu löschen, fand aber den Lichtschalter nicht.

Was schließt man wohl daraus... bzw. ist es doch offensichtlich, er war alleine da.
silentlistener schrieb:Er meinte doch (auch bei Lanz?), dass erst einmal geflüchtet werden sollte. Und erst wenn es eng für die wahre Täterin wird, wollte er die Schuld auf sich nehmen.
Erst wurde geflüchtet, als er! seine Fuß- u. Fingerabdrücke abgeben sollte.
Elizabeth hatte sie schon abgegeben.
Aus Sicht, sie zu retten, nicht sehr logisch oder nachvollziehbar.. und für die Flucht nicht förderlich.


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27.06.2020 um 21:57
silentlistener schrieb:Sein Geständnis war schon vor Plan A (zur Verhinderung der Auslieferung in die USA) in der Welt.
Ja. Zu einem Zeitpunkt, wo er noch glaubte und vielleicht auch glauben durfte, er werde nach Deutschland überstellt. Das war ja Bestandteil des Planes A.
silentlistener schrieb:Welche Motivation siehst Du also für sein Geständnis?
Das weiß ich nicht. Das hängt ja von der Tatbeteiligung ab. Aus Sicht eines Verteidigers sollte man die Klappe halten. Ganz einfach. Warum gestehen also Täter?

- Weil sie ihr Gewissen erleichtern wollen. Dafür sehe ich überhaupt keinen Anhaltspunkt. Söring bereut nicht, entschuldigt sich nicht, bedauert nicht, ja versucht scheinbar nicht mal die Vernehmer für sich gewogen zu machen. Das fällt auf. Wie auch die Distanz, mit der er berichtet. Teilweise klingt das richtig geschäftsmäßig.

- Weil sie unter Druck gesetzt, bedroht oder mit Tricks über den Tisch gezogen werden. Da macht Söring geltend, er habe gestanden, weil er befürchtete, Elizabeth könnte vor ihm gestehen oder unter Druck gesetzt werden. Wenn er um ihre emotionale Instabilität wusste, dann war das ja gut möglich. Sollte er an der Tat beteiligt gewesen sein: Dann konnte sie auch ihn (mit) hinhängen.
silentlistener schrieb:Der zieht nicht, weil er schon gestanden hat, bevor sie in Bedrängnis geriet.
Woher sollte er das wissen? Er war auf seine Vernehmer angewiesen, hatte keinen unmittelbaren Kontakt mehr zu Elizabeth. Söring war schon im Blindflug.

- Weil sie sich Vorteile erhoffen wie Strafminderung, bessere Haftbedingungen usw. Hier keine Anhaltspunkte.
silentlistener schrieb:Man könnte natürlich sagen, dass er bei seinem Rettungsversuch sehr ungeschickt war und das falsche Timing gewählt hat.
Egal ob er das Ehepaar Haysom umgebracht hat oder nicht: Söring, und vielleicht in gleicher Weise Haysom, kommt mir unendlich naiv und zugleich überheblich vor. Er glaubte, das ganze Spiel im Griff zu haben. Anstatt sich ins sichere Deutschland zu flüchten geht rund um die Welt. Ein Abenteuer, ein Road Movie.

Dann wird man erwischt und kapiert, dass sich die Sache in Bedford County nicht in Luft aufgelöst hat. Und nun wollte Söring besonders schlau sein, und er hielt sich für besonders schlau, das merkt man den Geständnissen durchaus an. Er glaubte, er könne das Spiel wie ein spin doctor kontrollieren. Das flutschte ihm aber schon da davon, wo ihm klar werden musste a) Elizabeth würde ausgeliefert werden und b) auch er könnte ausgeliefert werden.
silentlistener schrieb:Welche Motivation siehst Du also für sein Geständnis?
Auch wenn Söring der Alleintäter war, sehe ich kein Motiv für sein Geständnis. Etwas mehr Sinn macht das Geständnis eines Mittäters und wieder weniger Sinn eines Unschuldigen.


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Der Fall Jens Söring

27.06.2020 um 22:13
borabora schrieb:Wenn Beide am Tatort gewesen wären, hätte Söring gewusst, das sich der Lichtschalter, um das Außenlicht zu löschen, im obigen Elternschlafzimmer befand.
Wieso hätte er das wissen müssen? Und befand sich das Schlafzimmer nicht im Erdgeschoss?
borabora schrieb:Er gab an, er ist auf Socken ins Haus zurück, um das Außenlicht zu löschen, fand aber den Lichtschalter nicht.
Also wusste er, dass der Schalter im Schlafzimmer war (dort wurden ja auch Sockenabdrücke entdeckt? Doch: Wenn er wusste, dass der Lichtschalter im Schlafzimmer ist, heißt das noch nicht, dass er ihn dort auch gefunden hat und finden musste. Wenn ihm Elisabeth z.B. vom Auto aus zurief: "Im Schlafzimmer!"

Eine eindeutige Sache ist das mit dem Außenlicht nicht. Je nach Auslegung ist das ein sehr wackeliges Indiz für alle möglichen Varianten.


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Der Fall Jens Söring

27.06.2020 um 22:33
borabora schrieb:Erst wurde geflüchtet, als er! seine Fuß- u. Fingerabdrücke abgeben sollte.
Elizabeth hatte sie schon abgegeben.
Allein das macht kein Mensch, wenn er unschuldig ist. Und noch schön alle Fingerabdrücke abwischen. Wattn Hirni eh. Das allein ist nahe einer Überführung.


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Der Fall Jens Söring

27.06.2020 um 23:03
monstra schrieb:Wieso hätte er das wissen müssen? Und befand sich das Schlafzimmer nicht im Erdgeschoss?
Er hätte Elizabeth gefragt, weil er das Außenlicht löschen wollte, also hätte er es von daher wissen müssen.
Wo sich das Schlafzimmer der Eltern befand, ist nicht wichtig, ich meine aber, oben.
Jamegumb schrieb:Allein das macht kein Mensch, wenn er unschuldig ist. Und noch schön alle Fingerabdrücke abwischen. Wattn Hirni eh. Das allein ist nahe einer Überführung.
Absolut.
Wenn man will, kann man alles Negative (was den mgl. Täter belastet) versuchen, ins Positive umzuwandeln.
Aber hier und da hinkt es gewaltig, zu gewaltig.

Ricky Gardner sagte, er hat sich stundenlang u. intensiv mit ihm unterhalten.
Er konnte auf alles eine Antwort geben, er meinte damit wohl, was zum Tatortgeschehen passt.
Danach war er überzeugt, das er das Verbrechen begangen hat.

Warum das angezweifelt wird, weiß der Himmel.
Söring wird mehr Glauben geschenkt.


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Der Fall Jens Söring

27.06.2020 um 23:07
borabora schrieb:Ricky Gardner sagte, er hat sich stundenlang u. intensiv mit ihm unterhalten.
Er konnte auf alles eine Antwort geben, er meinte damit wohl, was zum Tatortgeschehen passt.
Danach war er überzeugt, das er das Verbrechen begangen hat.
Das wird jedoch wieder mal so gedeutet, dass es für ihn spricht. Weil er das getan hat muss er unschuldig sein. Alles was EH getan hat, spricht für ihre Schuld. Auch wenn sie das selbe getan hat wie er, wird es bei ihr immer anders gedeutet.


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Der Fall Jens Söring

27.06.2020 um 23:08
@Jamegumb
....und als Topping obendrauf hat er ( wenn ich es richtig erinnere ) noch einen Brief für die Ermittler hinterlassen .
Das alleine zeigt nochmal , dass er entweder zuviel " Colombo " folgen geschaut hat oder aber , er dachte , man macht das so , als Smooth criminal .
So ist das , wenn man ein junger Überflieger mit Selbstüberschätzung ist . Es steht zu vermuten, dass er sich für unschlagbar clever hielt . Beflügelt durch die Liebe und natürlich seiner Herkunft ,aus einem diplomatenhaushalt . Was ist schon ein schnöseliger US Ermittler gegen einen Diplomatensohn , noch dazu mit deutschen Wurzeln .
Mich erinnert sein Nachtatverhalten immer etwas an die Doku über die Menendez Brüder . Die dachten auch , ihnen kann keiner jemals was , nachdem sie ihre Eltern umbrachten 1989 in Hollywood . ( Beide gebildet , beide aus den besten Kreisen ) .


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Der Fall Jens Söring

27.06.2020 um 23:17
@Calligraphie
Hochmut kommt vor dem Fall. Da ist was dran. Aktuell ist es ähnlich. Er dachte, er macht erstmal Urlaub und lässt sich dann dazu herab, durch die Medien zu tingeln und seine Fans bei Instagram mit den neuesten Jens-Storys zu betören. Fakt ist, dass sein erster Fernsehauftritt eine Beschwerde beim Intendanten nach sich zog. Diese wurde mittlerweile beantwortet und geht nun eine Instanz höher. Keine gute Publicity. Tja und seine Social Media Accounts sind Geschichte, weil er nicht damit gerechnet hat, dass es Menschen gibt, die sich nicht für seine erste Zahnseide und Kaugummi interessieren. Ja, damit wollte er ernsthaft die Fangemeinde unterhalten. Stattdessen gab es Gegenwind von Rundfunkgebühren-Zahlern, die all jene Fragen gestellt haben, die eigentlich Markus Lanz hätte stellen müssen. Eigentlich ist es ähnlich wie damals. Er ist geflüchtet. Nur, dass er diesmal keine Spuren abwischen musste.


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27.06.2020 um 23:50
Weiß jemand, ob die Pardonablehnung jemals veröffentlicht wurde oder werden wird?

Soweit ich das im Überblick habe, konnte man die Paroleablehnungen mitsamt Gründen wohl immer abrufen. Da wurden die Gründe gelistet —— und sie wurden hier im Chat auch gepostet.

Ich kann nirgends ein Dokument finden, in dem aufgelistet ist, warum sein Pardon abgelehnt wurde. Es gibt ein generelles Statement von Frau Bennette mit den Worten der Antrag war „without merit.“ Leider aber keine Auflistung. Mich würde sehr interessieren, zu sehen, was die Ermittler und die Entscheidungsträger von den einzelnen Aspekten halten. Was glauben sie ihm und was glauben sie ihm nicht. Falls einer das Dokument hat... ? Ich kann hier im Chat keinen Link finden. Vielleicht sind diese Dinge unter Verschluss? Söring selbst wird so einen Wisch, falls er existiert, ja nicht veröffentlichen.


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Der Fall Jens Söring

27.06.2020 um 23:57
@Jamegumb
Also ich bin da gar nicht so sicher , dass die Stilllegung seiner Media Kanäle , Rückzug ins private bedeutet . Ich würde eher sagen , dass es ihm ganz bewusst so geraten wurde. Er hat ja mit Sicherheit einen Medienberater . Manchmal ist es angezeigt , die Richtung oder Strategie zu wechseln, wenn man für spätere Projekte plant . Ein angeknackstes Image ist da eher nicht förderlich . Und sollte er tatsächlich schon was mit netflix in Planung haben , dann wird es mit Sicherheit dazu wieder ein neues Profil irgendwo geben .
Evtl hat es ihn tatsächlich überrant, also das reale Leben inclusive der Nichtigkeiten bei FB, insta usw. Dem muss man auch gewachsen sein als Person of interest . Auf die Dauer nur Regenpfützen und Bücher abzubilden reißt ja bei diesen Plattformen auch nichts mehr heraus .
Die Leute erwarten News , befragen ihn zur Tat oder ob er eine neue Liebe sucht usw.
Warte mal ab , er wird sich neu erfinden . Da wird es dann nicht mehr um schuld und Sühne gehen . Da kommt noch was . Entweder Richtung Politik plus Literatur oder er kommt irgendwo in einer Stiftung unter . Da findet sich immer ein Plätzchen wenn man eine Botschaft hat .
Guck mal was Frau Knox gemacht hat . Aus einer traurigen Angelegenheit hat sie ganz geschickt ein lukratives Format entwickelt .


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Der Fall Jens Söring

27.06.2020 um 23:59
Venice2009 schrieb:Das wird jedoch wieder mal so gedeutet, dass es für ihn spricht. Weil er das getan hat muss er unschuldig sein. Alles was EH getan hat, spricht für ihre Schuld. Auch wenn sie das selbe getan hat wie er, wird es bei ihr immer anders gedeutet.
So ist es u. das verstehe ich ebensowenig.

Elizabeth hat unbestritten große Schuld auf sich geladen.
Doch sie wirkt, im Gegensatz zu Söring, auf mich, wenn ich das so ausdrücken darf, sympathischer als Söring.
Sie scheint ihre Schuld u. das Strafmass angenommen zu haben, hat sich nur einmal kurz geäußert und den Mund gehalten.

Was Söring während seines Knastlebens alles von sich gab, machte ihn nur noch unsympathischer u. zeugt alles andere davon, das er
bereut u. reflektiert hat.
Bereut hat er wohl nur, das er geschnappt wurde.


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Der Fall Jens Söring

28.06.2020 um 00:01
Jamegumb schrieb:Tja und seine Social Media Accounts sind Geschichte
Ob er da überhaupt selbst gepostet hat? Mir kam es teilweise eher so vor, als war da ein hyperaktives Mädchen für ihn am Werk. Besonders die ersten Tweets als er noch in Abschiebehaft war, waren der peinliche Oberknaller. In so schlechtem Englisch, dass man sich fragen musste, ob es ein Parodie-Konto ist. Dass sein PR Berater sowas erlaubt hat ist für mich unverständlich. Instagram empfand ich genauso peinlich. Immer diese Memes und Free Jens Söring... Dann diese bizarre Fotoaktion Finally Free, obwohl er noch in Virginia saß. Vielleicht sollte die Medienmaschine damit angekurbelt werden und all die Mädels, die ihre Fotos schicken durften, bekamen Herzklopfen als sie ihr Foto dann da gepostet sahen, Nun ja. Geschmacksache.


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Der Fall Jens Söring

28.06.2020 um 00:13
@EBECK70
Ich glaube, es ist beides. Er ist längst nicht so gut beraten, wie allgemein zu hören ist und er hat teilweise auch selbst gepostet. Zuletzt ausschließlich selbst. Es war seine Handschrift sozusagen. Kein Medienberater, der seine rassistischen Briefe kennt, hätte ihn etwas mit dem Hashtag #blacklivematter twittern lassen. Der Shitstorm war mit Ansage, die Reaktion unbeholfen, panisch, die Erklärung lauwarm (Schwarzer schlug ihm Krug auf die Murmel).
Anfangs waren Medienberater im Spiel. Sie warfen dem Fanvolk ein paar Brocken hin, welche diese gierig auflasen. Aber es fand kein Austausch statt. Das hat die ersten Fans gekostet und der Rückhalt bröckelte immer mehr. Es sind noch eine Handvoll User, die vehement für ihren Jens fighten und alle, die seine Story nicht glauben, pauschal als Hater abtun. Aber das reicht nicht, um damit mittelfristig durchzukommen.
Ob er es realisiert? Meine Meinung ist, dass er die dicksten Deals mit Verlag und Abo-Sender noch durchdrücken will und mit der Kohle dann abtaucht.


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Der Fall Jens Söring

28.06.2020 um 17:14
Nochmal zu dem Verhör vom 5.Juni 1986, das hier veröffentlicht wurde.

Die Ermittler wussten da offenbar schon von doppelten Kinotickets. (Laut dem Wright-Bericht auf Seite 228 hatte Elizabeth Haysom im April 1985, also kurz nach den Morden, Kinotickets ihrem Anwalt gegeben.)
- She did not come with me. She stayed in D.C. going to movies, to "Witness" and to "Rocky Horror Picture Show" to which you have tickets of the date and of - I don't know whether that's enough to place her [???] me. But I said I am telling the truth now. She did not come with me. If she [???] she will say the same thing.
[...]
- [...] Is it fair to say that - [to?] discuss Elizabeths involvement - that she knew that evening by visiting two cinemas and purchasing two tickets in each cinema that a) she was preparing an alibi for you for something you were going to do
and b) she must have been aware that you were visiting Loose Chippings and you intended to do something [???] there ....
(Ab Min 20:20 & 22:21)
Und die Beamten hatten offenbar ermittelt, dass Elizabeth Haysom einen Besuch bei ihren Eltern angekündigt hatte.
- Were they expecting you?
- Were they expecting me - uh - I am trying to remember and I am not really certain whether there was - I am aware of the fact that you seem to have information that they were expecting me. Which suggests to me that possibly that was arranged by my [etwas fehlt], alright. However I have absolutely no memory of mentioning my visit to them and they were treating it as a surprise when I came. I certainly do not remember speaking to them about me coming. That was the reason I was rather surprised when I heard from you and officer Reid (?) that in fact - Elizabeth then mentioned they were expecting me.
- Ok
- I mean as I said, I remember my surprise by hearing that. So you know perhaps they were expecting me. Perhaps that was a mistake somebody made. I don't know. In my opinion, no...
- ...they weren't expecting you.
- Yes
(Ab Min 5:00)
Da war es für Jens Söring eigentlich schon zu spät, um aus der Sache noch einigermaßen glimpflich rauszukommen, denke ich. Da war kaum mehr Spielraum für seine Version, dass es eine spontane ungeplante Tat war.

Erstaunlich, dass er Elizabeth Haysom da noch raushalten wollte, und sogar glaubte, sie denke darüber nach, ihm zu helfen.
Earlier before the tape was on I made [??] gave the impression that Elizabeth had come with me to Loose Chippings. She did in fact not. And I am worried that she say to try to play the hero and in her statement suggest that she did come with me to [???] sharing [???] whatever punishment more equally. As I said in fact she did not come with me. She stayed in DC. (Ab Min 19:40)
Wenn es sowieso recht klar war, dass die Morde geplant waren, und er alleiniger zustechender Täter, dann wäre es für ihn von Vorteil gewesen, ein Teil der Schuld auf ihre Schultern zu laden: Sie habe ihn angestiftet, ausgenutzt, alles vorbereitet etc.

Davon zumindest ist aber in diesem Verhör nichts zu hören.


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Der Fall Jens Söring

28.06.2020 um 19:28
yasumi schrieb:Erstaunlich, dass er Elizabeth Haysom da noch raushalten wollte
yasumi schrieb:dann wäre es für ihn von Vorteil gewesen, ein Teil der Schuld auf ihre Schultern zu laden
Warum sollte er seine Freundin mit reinreiten? Sie unnötig mit ans Messer liefern?
Zu diesem Zeitpunkt, dachte er über sich selbst, dass er klar überführt sei. Dass ihm nicht mehr zu helfen sei, so oder so nicht. Da hätte es kein Abwälzen und auch keine "Strafteilung" mit einer Mittäterin gegeben. Das war ihm sicher klar.

Immerhin hatte er die Hoffnung, nach Deutschland ausgeliefert zu werden: Er war Deutscher und hatte einen diplomatischen Vermerk im Pass. Als Nicht-Jurist kann man diese Hoffnung zumindest mal hegen.
In Deutschland wäre er mit einer geringeren Strafe davon gekommen.

Aber sie? Ihr hätte in den USA die Todesstrafe gedroht.

Aber gegen sie schien man schon in den USA nichts Richtiges in der Hand zu haben. Deshalb war man ja auch an ihn herangetreten. Und in dem Moment wusste er, dass es heikel wird und ist geflohen.

Er selbst war also nicht mehr zu retten. Er konnte aber zumindest versuchen, seine Freundin zu schützen.

Hmm, irgendwie kommt einem diese Geschichte bekannt vor.

Das Schlimme an seinem Verhörgestammel (natürlich nur ein ganz subjektiver Eindruck):
Sie scheint tatsächlich auch dabei gewesen zu sein.

Liebe Freunde der Unschuldsversion. Bitte jetzt nicht schreiben, dass dieses Verhör seine 1990er-Version bestätigen würde. Denn sonst muss die komplette Diskussion zum wiederholten Male von vorne aufgerollt werden. Briefe, Handverletzung, Fingerabdrücke, Flucht, Beihilfe vor/nach der Tat, Drohungen des Verhörers, Psycho-Gutachten, DNA-Nebelkerze, Drogendealer, Obdachlose, lügender Mithäftling, blutiges Messer im Auto, Coca Cola, Sockenabdruck bei ungelöschtem Außenlicht, Alibibeschaffung durch ihn/sie, Rassismus, Sex mit Nazi und der Eisgenuss mit glückseeliger Erinnerung an die erste Liebe. Nur spotify - krieg ich einfach nicht hin.


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28.06.2020 um 21:08
silentlistener schrieb:Das Schlimme an seinem Verhörgestammel (natürlich nur ein ganz subjektiver Eindruck):
Sie scheint tatsächlich auch dabei gewesen zu sein.
An welchen Äußerungen im Verhör machst du das fest? Und warum wäre das schlimm?


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Der Fall Jens Söring

28.06.2020 um 21:58
yasumi schrieb:An welchen Äußerungen im Verhör machst du das fest?
Alles - wie ausdrücklich gesagt - nur ein subjektiver Eindruck, ein Bauchgefühl. Für Argumentationen nicht geeignet. Vielleicht habe ich mich auch ein wenig zu sehr aus dem Fenster gelehnt.

Aber meinem Eindruck nach eiert JS im Verhör sehr herum. Das geschieht vermutlich, weil er nicht die ganze Wahrheit sagen kann, ohne sich oder sie zu belasten. Natürlich überlegt er, wie er seine Position verbessern kann (z.B. Affekthandlung?), weiß aber vielleicht nicht, wie er das darstellen kann, ohne dass es zu ihren Lasten geht. Eventuell führte seine Version außerhalb der Bänder unabsichtlich zu dem Schluss, dass sie dabei war, was er jetzt aber wieder gerade rücken möchte.

Auch scheint er sich unsicher zu sein, welche Schlüsse daraus gezogen werden können, dass der Besuch angekündigt war oder nicht. Er hat irgendetwas zu verbergen, obwohl er ja anscheinend schon zugegeben hat, dass er selbst ganz sicher am Tatort war.
yasumi schrieb:Und warum wäre das schlimm?
Weil es immer schlimm ist, wenn Kinder ihre eigenen Eltern ermorden.
Und weil die offizielle und weithin eingeschätzte Version lautet, dass sie nicht am Tatort war.


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Der Fall Jens Söring

28.06.2020 um 22:33
silentlistener schrieb:Das Schlimme an seinem Verhörgestammel (natürlich nur ein ganz subjektiver Eindruck):
Sie scheint tatsächlich auch dabei gewesen zu sein.
Das Gestammel bedeutet nichts weiter, als dass er seine Schuld nicht durch einen unbedachten Satt auf das tatsächliche Maß bringen wollte. Deshalb auch die Ausweichmanöver, wenn es um das Thema Messer ging.


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