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Ein etwas eigentümlicher Roman, dessen Hauptsymbol wie Hauptgegenstand ein Jungsteinzeitgrab aus der Region von Mantua ist, in dem zwei junge Menschen sich in ihrem Tod umarmen.

Zwei alte Jugendfreunde - der Journalist Raffa und der Schriftsteller Manu - treffen sich zufällig in einem Café in Mantua, ersterer recherchiert über Erdbebenschäden aus dem Jahre 2012, zweiterer will einen Roman über die "Liebenden von Mantua" schreiben.

Manu wird von einem skurrilen, alten Grafen, der noch dazu das Steinzeitgrab gestohlen hat, auf dessen Landgut entführt. Sein Ziel: mit Hilfe der Symbolik der sich scheinbar noch im Tode Liebenden will er das Christentum durch eine Religion der Liebe ersetzen, Manu soll sein Schreiber, sein Evangelist sein.

Keine schlechte Idee, auch sehr wortreich und metaphorisch geschrieben, aber dieser kleine Roman ist vollgepfropft mit Klischees:

- der Möchtegern-Religionsgründer ist ein massenmörderischer Wahnsinniger
- Seiten lange Pseudoreligionsdiskussionen
- scheinbar unvermeidliche Unheimlichkeiten (eine selbstwandernde Bibliothek z.B.)
- praktisch alle trauern oder laufen verflossenen Liebschaften nach
- das Renaissance-Mantua wird vorgestellt wie in einem Reiseführer

Die Idee ist gut, das Ergebnis wirkt unausgegoren.

Ein paar Infos im Spoiler

Das Jungsteinzeitgrab:
Wikipedia: Die Liebenden von Valdaro

Autor und Verlagsinfo:
http://www.ralph-dutli.de/
Wikipedia: Ralph Dutli
http://www.wallstein-verlag.de/9783835316836-ralph-dutli-die-liebenden-von-mantua.html (Archiv-Version vom 04.04.2016)

Rezensionen:
http://www.deutschlandfunk.de/ralph-dutli-die-liebenden-von-mantua-ein-roman-voller.700.de.html?dram:article_id=339301
http://www.nzz.ch/feuilleton/buecher/alle-wollust-des-erdreichs-1.18637256
http://www.tagesanzeiger.ch/kultur/buecher/in-den-erdbebenzonen-des-lebens/story/10279877
http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.ralph-dutlis-die-liebenden-von-mantua-eros-ist-staerker-als-der-tod.9626a4b7-0f87-4bcc-8576-25574a7e7e14.html