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So finster die Nacht

... aus dem Blog von Obrien   Profil von Obrien

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So finster die Nacht


26.01.2010 um 02:27, 2 Kommentare
Der erste Beitrag meiner neuen Serie gilt dieser skandinavischen Perle des Films:So finster die Nacht (Originaltitel: Låt den rätte komma in, schwed. Lass den richtigen hinein) ist eine schauriges schönes Horrordrama. Diese Formulierung sorgte für Verwirrung bei einem Arbeitskollegen, der nicht glauben wollte, das ein Horrorfilm schön sein kann, doch dieser Film belehrte ihn eines besseren.

Der Film basiert auf dem gleichnamigen Bestseller von John Ajvide Lindqvist, der auch das Drehbuch zu diesem Film schrieb. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Liebe zwischen dem jungen Aussenseiter Oskar, der regelmässig das Opfer brutaler Späße seiner Mitschüle wird und sich in Rachephantasien flüchtet und dem Nachbarsmädchen Eli, das wie sich herausstellt ein Vampir ist und die Verantwortung für eine Mordserie im tristen Stockholmer Arbeiterviertel Blackeberg trägt. Dabei besticht der Film durch den dezenten aber gekonnten Einsatz von Spezialeffekten, den Verzicht auf eine überzogene Dramaturgie und durch ruhige klare Bilder. Garniert wird das ganze durch den wunderbaren Soundtrack für den sich Johan Söderqvist verantwortlich zeichnet.
Diese Geschichte wird auch maßgeblich getragen durch die hervorragende Leistung der beiden jungen Hauptdarsteller, wobei noch erwähnt werden sollte, das Elis Part im schwedischen Original noch durch eine etwas tiefere Stimme nachsynchronisiert wurde.
Der Film gewann 56 Filmpreise und wurde für weitere 16 nominiert und bekam größtenteils positive Kritiken.






Spoiler

Wikipedia: So_finster_die_Nacht_(Film)#Handlung

/Spoiler

Selten hat mich ein Film so berührt, wie diese Mischung aus Zärtlichkeit und Brutalität. Was in der Nacherzählung bizarr erscheint, ist stimmig erzählt und durch die geniale Regie von Tomas Alfredson entsteht das Abbild einer Vamiprgeschichte, die einem das Gefühl vermittelt, wie das wahre Leben eines Vampirs aussieht.

Während langweilige Genre-Vertreter das Vampir-Topos brutal verkitschen und geleckte, gut gekleidete Schönlinge in idyllischen amerikanischen Vorstädten ansiedeln, die scheinbar nichts anderes zu tun haben, als die emotive Sehnsucht, zum Gähnen gewöhnlicher Mittelschichts-Tussis nach perfekter Liebe mit ein bisschen morbider Faszination zu befriedigen, setzt einem "So finster die Nacht" einem eine hässlich realistisch wirkende Darstellung entgegen.

Eli ist oft dem Hungertod nahe, hat durch ihre Einsamkeit fast jedes Gefühl für gesellschaftliche Konventionen,wie zum besipiel angemessene Kleidung oder Körperpflege verloren und zieht von Sozialwohnung zu Sozialwohnung, immer in der Furcht entdeckt zu werden. Sie ist reich, doch nichts von dem, was sie braucht, kann sie sich mit Geld kaufen, denn Blut und Zuneigung muss sie sich hart erkämpfen.

Der Film thematisiert die Ausgrenzung der Sensiblen in einer gefühlskalten Gesellschaft, Oskar ist zu schwach um zu funktionieren, Eli hingegen ist eine Gefahr für die anderen, denn sie muss grausam sein, aber sie ist alles andere als bösartig. Das macht sie beide einsam und auf merkwürdige Art zu Gleichgesinnten. Ist es am Anfang eher diese Einsamkeit, die die beiden zusammenschweisst, ist es die Liebe, die beide zusammenhalten lässt. Beide bemühen sich rührend umeinander, Oskar kauft seiner neuen Freundin Süßigkeiten und um ihn nicht zu brüskieren isst sie davon, obwohl sie weiss, das sie keine menschliche Nahrung mehr verträgt. Oskar schreibt für sie das Morsealphabet ab und lässt sich lieber verprügeln, als den Zettel für seine Freundin herauszurücken.

Besonders bewegt hat mich die Szene, kurz bevor Oskar erfährt, das seine Freundin ein Vampir ist: Eli sieht durch ein Fenster ins Schwimmbad, sie hat sich normale Winterklediung zugelegt, sich quasi als Mensch verkleidet,doch sie schaut traurig Oskar beim spielen mit anderen Kindern zu und weiss, das sie niemals dazugehören kann.
Wie keine andere Szene, symbolisiert sie Ausgrenzung und Einsamkeit. Oskar jedoch hält trotz der Tatsache, das sie ein Vampir ist zu ihr, auch wenn er seine anfängliche Furcht und Abscheu vor ihrer Lebensweise überwinden muss. Und Elis Zuneigung siegt über ihren Blutdurst.
Beide geben sich Hoffnung in einer hoffnungslosen Welt, Eli gibt Oskar Selbstbewusstsein und hilft ihm gegen seine Peiniger und Oskar gibt Eli das Gefühl, ein Mensch zu sein.

Romantik ohne Kitsch, Horror ohne Splatter, der Kampf "gut" gegen "böse" ohne Pathos ,machen diesen Film zu einem wirklich sehenswerten Abendfüller.

Kurzinfo:

Regie:...................Tomas Alfredson
Drehbuch:..............John A. Lindqvist
Musik:...................Johan Söderqvist

Cast:
Eli:.........................Lina Leandersson (Stimme Elif Ceylan)
Oskar:....................Kåre Hedebrant
Lacke:....................Peter Carlberg
Håkan:...................Per Ragnar

Fakten:
Produktionsland: Schweden 2008
Prdouktionskosten: ca. 2,9 Mio EUR
Verleih (D) : MFA+ (FSK 16)
DVD-Preis: ca. 7,99 EUR (bei Saturn)

Fazit:
Nicht nur für Anhänger des anspruchsvollen Autorenkinos ein absolutes must have.
1 noch ein nachtrag... zu deinem blog...
"so finster die nacht" hab ich im kino gesehen (in einer sneak preview falls das ein begriff ist)... ist ein echt guter film... ;)
1 Ein wirklich sehenswerter Film und wie ich finde sehr hintergründig.
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