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Rogue Planets

5 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Free Floating Planets, Rogue Planets, Steppenwolf-Planeten ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Rogue Planets

03.01.2026 um 18:51
Mittels Microlensing-Methode wurde ein Planet mit etwa der Masse des Saturns entdeckt, der wahrscheinlich ohne gravitative Bindung an einen Mutterstern durch das All treibt:
Der neue Planet besitzt etwa ein Viertel der Masse des Jupiters und ähnelt damit Saturn. Es scheint sich in dieser Hinsicht um einen typischen Vertreter zu handeln, denn auf indirektem Weg hatte man bereits herausgefunden, dass die meisten dieser Planeten leichter als der Jupiter sein dürften.

Die vergleichsweise geringe Masse liefert auch Aufschluss über seine Entstehung. Bei herrenlosen dunklen Objekten im All ist nämlich in der Regel nicht klar, ob es sich um echte Planeten oder um braune Zwerge handelt, die eher zu klein geratenen Sternen als Planeten ähneln. Mit seiner Masse muss der neue Planet aber in einer Staubscheibe um einen Stern entstanden und dann irgendwie aus seinem Heimatsystem geschleudert worden sein.

Ob er dieses Heimatsystem je verlassen hat, ist dabei nicht restlos gesichert. Er könnte sich unter Umständen doch in einer – extrem langen – Umlaufbahn um einen Stern befinden.
Quelle: https://www.derstandard.at/adblockwall/story/3000000302611/einsamer-planet-ohne-heimatstern-von-der-groesse-des-saturns-entdeckt

Solche Planeten nennt man auch Rogue Planets:
Rogue planets may originate from planetary systems in which they are formed and later ejected, or they can also form on their own, outside a planetary system. The Milky Way alone may have billions to trillions of rogue planets, a range the upcoming Nancy Grace Roman Space Telescope is expected to refine. The odds of a rogue planet entering the solar system, much less posing a direct threat to life on Earth are slim to none with the odds being about one in one trillion within the next 1,000 years.
Übersetzung:
Wandernde Planeten (Rogue planets) können aus Planetensystemen stammen, in denen sie gebildet wurden und später herausgeschleudert wurden, oder sie können sich auch eigenständig außerhalb eines Planetensystems bilden. Allein die Milchstraße könnte Milliarden bis Billionen wandernder Planeten beherbergen, eine Spanne, die das bevorstehende Nancy Grace Roman Weltraumteleskop voraussichtlich präzisieren wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein wandernder Planet in das Sonnensystem eintritt, geschweige denn eine direkte Bedrohung für das Leben auf der Erde darstellt, ist nahezu null, die Chancen liegen bei etwa eins zu einer Billion in den nächsten 1000 Jahren.
Quelle: Wikipedia: Rogue planet

Einen passenden Artikel dazu hatte 2011 Florian Freistetter auf seinem Blog "Astrodicticum simplex" geschrieben. Der Begriff "Steppenwolf-Planet" bezeichnet einen Rogue Planeten, der Leben hervorgebracht hat:
Auf den ersten Blick scheint es in unserem Sonnensystem ja recht ordentlich zuzugehen. Die Planeten bewegen sich alle auf ihren Bahnen um die Sonne und kommen sich nicht in die Quere. Aber wir wissen, dass das eigentlich anders ist. Unser Sonnensystem ist durchaus chaotisch und vor allem in der Zeit als die Planeten entstanden ging es wild zu. Es gab damals wesentlich mehr (Proto)Planeten als heute – und die sind immer mal wieder zusammengestossen. Diesen Kollisionen verdanken wir den Mond oder das Gold – aber die Planeten sind nicht nur zusammengestossen. Planeten können auch durch nahe Begegnungen mit größeren Planeten ganz aus dem Sonnensystem geworfen werden. Was passiert dann eigentlich mit denen? Könnte es vielleicht auf diesen Planeten die alleine und ohne Stern durch die Galaxie streifen Leben geben?

Diese Frage haben sich auch Dorian Abbot und Eric Switzer von der Universität Chicago gestellt und probiert in ihrer Arbeit “The Steppenwolf: A proposal for a habitable planet in interstellar space” zu beantworten.
Quelle: https://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2011/02/10/planet-ohne-sonne-gibt-es-leben-auf-steppenwolfplaneten/


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Rogue Planets

03.01.2026 um 18:58
Aww, Danke für die Eröffnung des Threads. Das ist genau mein Ding! :lv:

In Zukunft könnte das interessant werden. Man geht ja von einer unglaublichen Anzahl an freifliegenden Planeten aus. Ich bin gespannt wie das in der Zukunft aussehen wird.
Freifliegende Planeten sind vergleichsweise schwer zu finden, da sie im sichtbaren Licht nicht leuchten, nicht nennenswert das Licht eines Sterns reflektieren und auch nicht durch ihren Einfluss auf einen Stern zu entdecken sind. Mit Infrarotteleskopen konnten jedoch aufgrund ihrer eigenen Wärmeemissionen einige Kandidaten für solche Objekte in der Galaxis entdeckt werden, sodass man heute davon ausgeht, dass in der Milchstraße beinahe doppelt so viele freifliegende Planeten wie Sterne existieren,[7] also bei geschätzt 100–300 Milliarden Sternen um die 400 Milliarden freifliegende Planeten.
Quelle: Wikipedia: Objekt planetarer Masse


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Rogue Planets

03.01.2026 um 19:49
Es gibt auch schon ein etwa erdgroßes Exemplar:
OGLE-2016-BLG-1928 ist ein Mikrolinsenereignis, bei dem wahrscheinlich ein extrasolarer Planet vor einem Stern erschien. Das Ereignis wurde am 18. Juni 2016 aufgenommen. Die Koordinaten des Ereignisses waren Rek 18h01m31s25 Dek 29°07′46′′2. Der Durchgang dauerte etwa 41,5 Minuten und stellte damit das bis dahin kürzeste bekannte vergleichbare Ereignis dar. Die Masse des Objekts ist unbekannt wegen der fehlenden Parallaxe, aber würde sich zwischen 0,3 Erdmassen und zwei Erdmassen bewegen, je nach Annahme, ob das Objekt sich in der Scheibe oder im Bulge der Milchstraße befindet. Jedoch sind in der Himmelsrichtung wenig Sterne beobachtet worden, welche sich im Bulge befinden, und somit wird angenommen, es handelt sich um ein Objekt in der Scheibe. Damit ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass das Objekt eine kleinere Masse hat als die Erde. Sollte sich diese geringe Masse bestätigen, wäre es das massenärmste Objekt außerhalb des Sonnensystems, welches man bis dahin beobachtet hat. Es wird als unwahrscheinlich angesehen, dass dieses Objekt bei dem Durchgang an einen Stern gebunden ist.
Quelle: Wikipedia: OGLE-2016-BLG-1928


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Rogue Planets

05.01.2026 um 09:06
Leben wird es darauf aber wohl nicht geben, da Sonnenenergie fehlt.


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Rogue Planets

05.01.2026 um 10:16
@stefan33

https://arxiv.org/abs/1102.1108

Es gibt Überlegungen, dass so ein Planet unter der Eisoberfläche Schichten flüssigen Wassers langfristig erhalten kann, so lange über radioaktiven Zerfall angetriebene tektonische Prozesse des Silikatmantels einen Wärmefluss in die Eiskruste gewährleisten. Ob diese dann eine Lebensentstehung zulassen und diese dann tatsächlich erfolgt, muss natürlich offen bleiben.


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