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Der Fall Hans-Joachim Wirth

5 Beiträge, Schlüsselwörter: Wirth Geroldsgrün
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bayernwastl
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Der Fall Hans-Joachim Wirth

21.05.2012 um 23:32
servus
zum ersten Einlesen den Presseartikel

VON HARALD JÄCKEL

Begleitet von strengen Sicherheitsvorkehrungen begann am Montag in Hof ein höchst ungewöhnlicher Prozess: Auf der Anklagebank sitzt eine junge Polizistin, die 2001 dienstlich auf einen Freund des Geroldsgrüner Mordopfers Hans-Joachim „Hanse“ Wirth angesetzt war. Ausgerechnet mit diesem Freund soll die hübsche 27-jährige Beamtin ein intimes Verhältnis begonnen und dabei Dienstgeheimnisse ausgeplaudert haben.

HOF – Claudia P. (Name geändert) schweigt am ersten Tag eisern zu allen Tatvorwürfen. Über ihren Anwalt Thomas Drehsen lässt die blonde Polizistin lediglich erklären, dass sie die schweren Beschuldigungen „vehement bestreitet“. Claudia P. war 1998 gleich nach dem Abitur in den Polizeidienst eingetreten. Im Sommer 2001 wurde die Obermeisterin von ihrer Stammdienststelle bei der Aschaffenburger Inspektion nach Hof abgeordnet.

Fortan gehörte sie zum Kripo-Team, dass im Mordfall Hanse Wirth ermittelte. Der 17-jährige Geroldsgrüner war im März 2001 mit sieben Schüssen heimtückisch von hinten getötet worden. Von seinem ehemaligen Freund Ivan Lubas aus Carlsgrün. Der 25-jährige Tscheche wurde im September 2004 nach einem spektakulären Prozess von der Strafkammer des Hofer Landgerichts zu lebenslanger Haft verurteilt. Bis zum Urteil hatte Lubas stets seine Unschuld betont.
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Kontaktverbot
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Lubas galt bereits als Hauptverdächtiger, als Claudia P. ihren Dienst in Hof begann. Zu den Aufgaben der Polizistin zählte unter anderem das Abhören und Aufzeichnen angezapfter Telefongespräche des Tschechen. Häufiger Gesprächspartner war dabei auch Bernd K. (Name geändert), ein damaliger Freund sowohl des Mordopfers als auch des Mörders.

Laut Anklage soll die Polizistin Bernd K. bereits in einer Diskothek in Naila getroffen haben, bevor sie dienstlich zu diesem Kontakt aufgefordert wurde. Da die Beamtin aus den abgehörten Telefonaten wusste, dass sich Ivan Lubas und seine Freunde regelmäßig in dieser Diskothek trafen, war der Kontakt ein Kinderspiel. Laut Staatsanwalt Cornelius Sello „trafen sich die Angeklagte und Bernd K. in der Folgezeit mehrere Male und pflegten auch mehrfach telefonischen Kontakt“. Als der Soko-Leiter davon Wind bekam, wurde Claudia P. der Kontakt zu Bernd K. untersagt.

Dieses Kontaktverbot wurde jedoch von den Fahndern drei Wochen später aufgehoben. Man wollte sich die Bekanntschaft der Polizistin zu Nutzen machen und einen verdeckten Drogenermittler in den Freundeskreis um Ivan Lubas einzuschleusen. Der Hintergrund: Während der Ermittlungen im Mordfall Wirth hatte es Hinweise auf Drogenstraftaten im Dunstkreis von Ivan Lubas gegeben. Claudia P. sollte nun den Kontakt zwischen dem verdeckten Ermittler und Bernd K. vermitteln. Darüber hinausgehende Kontakte zu Bernd K. wurden der Beamtin untersagt. Doch Claudia P. tat laut Anklage genau das Gegenteil: Sie warnte Bernd K., der daraufhin das vorgespiegelte Interesse des verdeckten und nunmehr enttarnten Ermittlers an einem Drogengeschäft durchschaute.
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„Etwa acht Mal“
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Kurz zuvor hatte sich Claudia P. laut Bernd K. als Polizistin zu erkennen gegeben und ihren richtigen Namen offenbart. Die ersten Kontakte zu Bernd K. hatte die Polizistin unter falschem Namen und falscher Berufsangabe angebahnt.

Aus dem Kontakt wurde schließlich laut Bernd K., der am Montag als Zeuge gehört wurde, eine sexuelle Beziehung. Auf Nachfrage von Richter Stefan Zech räumte der vermeintliche Ex-Liebhaber der Polizistin ein, „so etwa acht Mal“ mit Claudia P. Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Bernd K. habe laut Ivan Lubas – ebenfalls Zeuge am gestrigen Prozesstag – erklärt, „die Frau ist im Bett ein Geschoss“.

Laut Anklage und auch den Einlassungen der beiden Zeugen zufolge soll Claudia P. vor allem gegenüber Bernd K. etliche polizeiinterne Maßnahmen im Zuge der Mordermittlungen ausgeplaudert haben. Unter anderem auch über die Abhörmaßnahmen. Der Ankläger: „Dadurch wurden die bei Ivan Lubas bestehenden Verdachtsmomente, dass Gespräche in seinem Auto abgehört wurden, verstärkt.“ Die Polizei hatte im Pkw des damals mordverdächtigen Ivan Lubas nach einer ersten Sicherstellung tatsächlich eine Abhörvorrichtung installiert.

Das gemäß Staatsanwalt Sello „lose intime Verhältnis“ zwischen Polizistin Claudia P. und Bernd K. soll Anfang 2002 beendet worden sein. Bernd K. selbst belastete die Beamtin schwer und bestätigte einige der Anklagevorwürfe.
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Elf Zeugen
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Die könnten die Polizeiobermeisterin im Falle einer Verurteilung um ihre noch junge Karriere bringen. Die Straf-Bandbreite des angeklagten Tatbestands „Verletzung des Dienstgeheimnisses“ reicht von Geldstrafe bis zu fünf Jahren Gefängnis. Der Prozess wird heute um 8.30 Uhr mit einem wahren Zeugenmarathon fortgesetzt. Elf Männer und Frauen stehen auf der langen Liste.

Von der Justiz befürchtete Befreiungsaktionen im Keim erstickt: An Händen und Füßen gefesselt und von Beamten eines Sonderkommandos streng bewacht, wurde der Mörder Ivan Lubas als Zeuge in den Hofer Schwurgerichtssaal geführt. Lubas hatte seinen Geroldsgrüner Ex-Freund Hans-Joachim „Hanse“ Wirth erschossen und belastete jetzt eine Polizistin, die als Mitarbeiterin der damaligen Mordkommission Dienstgeheimnisse verraten haben soll. FOTO: HAJ


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Der Fall Hans-Joachim Wirth

22.05.2012 um 09:07
Was erscheint dir mysteriös an diesem Fall? Meinst du, Lubas ist unschuldig für den Mord verurteilt worden?


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Der Fall Hans-Joachim Wirth

22.05.2012 um 09:55
Das wollt ich auch grad fragen.


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bayernwastl
Diskussionsleiter
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Der Fall Hans-Joachim Wirth

22.05.2012 um 12:48
servus
Aus meiner Sicht gab es kein stichhaltiges Indiz für seine Schuld. Das er dann aus der Wut heraus eine Polizistin falsch beschuldigt ist schlimm, aber verständlich. Denn die gehörte ja zu dem Verein der ihn gelinkt hatte.
Wenn ich den aussagekräftigsten Artikel zu dem Fall gefunden habe, stelle ich ihn ein.

servus derweil


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Der Fall Hans-Joachim Wirth

27.05.2013 um 17:15
14.08.2001
Führen Feinspuren zu tschechischer Mordwaffe?
(DTPA/DH) GEROLDSGRÜN/HOF: Auch 150 Tage nach dem brutalen Mord an dem 17-jährigen Geroldsgrüner Hans-Joachim Wirth fahndet die Kripo Hof weiter. Eine wichtige Rolle bei den Ermittlungen könnte nun ein Feinspuren-Gutachten spielen, von dem Hinweise auf die bislang immer noch fehlende Mordwaffe erwartet werden. Das Ergebnis dieses Gutachtens wird in den nächsten Tagen erwartet. Noch sind die Chemiker des Landeskriminalamtes in München damit beschäftigt, die Feinspuren mit ebenso neuen wie langwierigen wissenschaftlichen Methoden zu untersuchen, berichtet die in Hof erscheinende „Frankenpost“.
Wirth war am 17. März kurz nach Mitternacht nahe der Schule in Geroldsgrün auf seinem Motorrad erschossen worden. Obwohl die Tatwaffe nie gefunden wurde, haben die Fahnder nun einen Teilerfolg errungen. In enger Zusammenarbeit mit der tschechischen Polizei konnten sie nachweisen, dass mit der fehlenden Waffe auch schon Straftaten im Nachbarland begangen wurden und mit der Pistole geschossen wurde. Trotz stundenlanger Vernehmungen von zahlreichen Personen aus dem Bekanntenkreis des Opfers, in denen sowohl von Kontakten zum Nachbarland als auch zu Rauschgift die Rede war, ließen sich mehrere Indizien nicht auf einen möglichen Täter vereinigen. Obwohl Kripo und Staatsanwaltschaft weiter von einem Hauptverdächtigen ausgehen, halten sie sich auf detaillierte Nachfragen bedeckt.


http://www.dtpa.de/archiv/nachricht3493.html


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