Hallo zusammen, ich habe heute etwas erfahren, das mich ziemlich beschäftigt und das ich rational nicht erklären kann. Ich hoffe, hier Menschen zu finden, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder Erklärungsansätze (psychologisch, biologisch oder anderweitig) kennen.
Ich habe seit meiner Kindheit ein bestimmtes Erinnerungsfragment im Kopf, das ich immer für meine erste Kindheitserinnerung hielt. Die Erinnerung startet auf einer Treppe und endet auch recht abrupt wieder. Ich befinde mich darin in einem sehr dunklen Raum, in dem mir jemand einen Film anmacht – ich weiß aber nicht, wer diese Person ist. Ich kann mich nur grob an zwei Sessel erinnern. Auf dem Fernseher lief der Film „Tarzan“. Bisher dachte ich immer, diese Szene hätte im Haus meiner Oma gespielt.
Heute habe ich diese Treppe, den groben Aufbau des Raumes und die zwei Sessel meiner Mutter beschrieben. Ihre Reaktion hat mich völlig unvorbereitet getroffen: Sie fing sofort an zu weinen. Sie hat mir erklärt, dass ich haargenau die alte Wohnung meines Opas beschrieben habe. Das Rätselhafte daran:
In den Jahren, in denen diese Szene spielt, war ich noch gar nicht geboren.
Die Wohnung gibt es so schon lange nicht mehr.
Ich habe meinen Opa nie kennengelernt, da er sehr früh verstorben ist.
„Tarzan“ war der absolute Lieblingsfilm meines Opas.
Es wurde in meiner Gegenwart nie über diese Wohnung, die Treppe oder diese Details gesprochen. Es gibt auch keine Fotos oder Videos davon, die ich als Kind unbewusst hätte sehen können.
Obwohl der Raum in meiner Erinnerung dunkel und die Szene kurz war, stimmten die markanten Details (Treppe, Raumaufbau, Sessel, Film) so exakt, dass meine Mutter die Wohnung sofort wiedererkannt hat. Wie ist es möglich, so ein visuelles Fragment von einem Ort zu haben, an dem man nie war und der vor der eigenen Geburt existierte? Gibt es Ansätze aus der Gedächtnisforschung, der Epigenetik oder anderen Bereichen, die so etwas erklären? Ich freue mich auf eure Gedanken und Erfahrungen.