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Das unendliche Urteil bei Kant

31 Beiträge, Schlüsselwörter: Kant Kritik Philosophie Urteil Unendlich
235
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Das unendliche Urteil bei Kant

23.11.2015 um 23:49
@derPoetfan

Stimmt, das blieb auf der Strecke, und ja der Kant führt in seinem Werk die Seele nur als Beispiel an um das Thema „qualitativ Urteilen“ zu veranschaulichen.
5okrates schrieb:Inwiefern drückt er dieses nicht ebenso gut mit dem verneinenden Urteil aus ?
Weil dann so ein Irrtum im Satz wäre, den es ja aber zu vermeiden gilt („Hätte ich von der Seele gesagt, sie ist nicht sterblich, so hätte ich durch ein verneinendes Urteil wenigstens einen Irrtum abgehalten."), warum es einen Irrtum gegeben hätte, hatte ich ja schon oben zu veranschaulichen versucht.

Kant teilt jedenfalls in drei Urteilsformen und kategorisiert in das Bejahende, das Verneinende und das unendliche Urteil, ich denke das ist soweit klar, mit dem unendlichen Urteil ist im Prinzip nur folgendes gemeint: Man kann damit etwas bejahen aber auch gleichzeitig verneinen (einschränken.), das unendliche Urteil fungiert hier also zum einen als eine Art "limitative Differenzierung" und man kann zum anderen so etwas unbestimmt lassen (Die Seele ist zwar das, aber sie nicht das und dies, das kann man unendlich so fortsetzen), es wird also kein Absolutheitsanspruch gebildet und so enstehen auch keine Dogmen, wer Kant kennt, weiß, das er solches zu vermeiden versucht hat. Man kann so etwas bestimmten aber auch gleichzeitig unbestimmt lassen, wie man aus dem Beispiel der Seele sehen kann.


Sage ich nichtsterblich meine ich unsterblich, sage ich aber nicht-sterblich, dann meine ich, das die Seele zwar etwas ist (ich bejahe), nämlich fortwährend, aber gleichzeitig auch etwas anderes NICHT ist (ich verneine), nämlich unsterblich usw. usf. und lasse es auch so unbestimmt.

Auf unsere Urteile sind also deshalb zu achten, Differenzierung ist (aus rationalen und logischen Gründen) auch laut Kant Pflicht, da A nicht B ist, daher ist es auch falsch zu sagen, A ist B. A ist A und B ist B.

„Es ist ganz was anderes, Dinge voneinander unterscheiden, und den Unterschied der Dinge erkennen. Das letztere ist nur durch Urteilen möglich.« »Logisch unterscheiden heißt erkennen, daß ein A nicht B sei, und ist jederzeit ein verneinendes Urteil. Physisch unterscheiden heißt, durch verschiedene Vorstellungen zu verschiedenen Handlungen getrieben werden.“ Kant.


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Das unendliche Urteil bei Kant

23.11.2015 um 23:59
@5okrates
235 schrieb:Kant teilt jedenfalls in drei Urteilsformen und kategorisiert in das Bejahende, das Verneinende und das unendliche Urteil, ich denke das ist soweit klar, mit dem unendlichen Urteil ist im Prinzip nur folgendes gemeint: Man kann damit etwas bejahen aber auch gleichzeitig verneinen (einschränken.), das unendliche Urteil fungiert hier also zum einen als eine Art "limitative Differenzierung" und man kann zum anderen so etwas unbestimmt lassen (Die Seele ist zwar das, aber sie nicht das und dies, das kann man unendlich so fortsetzen), es wird also kein Absolutheitsanspruch gebildet und so enstehen auch keine Dogmen, wer Kant kennt, weiß, das er solches zu vermeiden versucht hat. Man kann so etwas bestimmten aber auch gleichzeitig unbestimmt lassen, wie man aus dem Beispiel der Seele sehen kann.
Genau deswegen haben verneinende Urteile weniger "Qualität" wenn es darum geht Dingen(Subject) eine Eigenschaft(Prädikat) zuzuordnen. Man drückt sich ungenau aus. Ob das jetzt positiv oder negativ ist, kommt natürlich auf den Einzelfall an.


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235
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Das unendliche Urteil bei Kant

24.11.2015 um 00:15
@derPoetfan
derPoetfan schrieb:Genau deswegen haben verneinende Urteile weniger "Qualität" wenn es darum geht Dingen(Subject) eine Eigenschaft(Prädikat) zuzuordnen. Man drückt sich ungenau aus. Ob das jetzt positiv oder negativ ist, kommt natürlich auf den Einzelfall an.
Ja so ist es, der Kant hat da jedenfalls ein ziemlich wichtiges Thema angesprochen wie ich finde und die Lösung gleich mitgeliefert, was u.a auch die Dogmen-Beseitigung und das "Gesunde (das auf Ratio und Logik basierende) Denken und Urteilen" angeht.


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Warhead
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Das unendliche Urteil bei Kant

24.11.2015 um 05:41
Kant bietet schon harte Nüsse...nicht so leicht verdauliches Zeug was Precht,Luhmann,Heidegger oder die neuen Stars am Philosophenhimmel wie Zizec oder Uzelac,auch die Galaktischen genannt,zusammenkritzeln
Letztlich verschwurbelt Kant in akademischem Furor das er an nichts weniger als das Nichtvorhandensein einer Seele glaubt...da ihm aber die Beweise fehlen kann er es nicht mit Gewissheit wissen und deshalb nicht behaupten


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explorer1
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Das unendliche Urteil bei Kant

24.11.2015 um 06:10
@5okrates

Also ich verstehe es so:

Das bejahende Urteil ist in der Sphäre.

Das verneinende Urteil ist weder in der Sphäre noch in der ihr umgebenden unendlichen Sphäre. (Vielleicht könnte man auch sagen nichtexistent. Ich weis aber nicht, ob er das auch so gemeint hat. Auf jedenfall ist es in keiner der beiden Sphären.)

Das unendliche Urteil ist nicht in der Sphäre, aber in der umgebenden unendlichen Sphäre.

Folglich folgt:

Der Philosoph ist in der Sphäre.

Der nicht Philosoph ist weder in der Sphäre noch außerhalb in der unendlichen Sphäre

Der Nichtphilosoph ist zwar außerhalb der Sphäre, aber in der unendlichen Sphäre.

Im ersten Abschnitt ist die Seele irgendwo außerhalb der Sphäre der sterbenden Wesen in der unendlichen Sphäre der nichtsterbenden Wesen.
Warhead schrieb:Letztlich verschwurbelt Kant
Ich wollte dasselbe schreiben :D. Heutzutage nennt man solche Texte Schwurbelei :).


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Warhead
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Das unendliche Urteil bei Kant

24.11.2015 um 06:42
@explorer1
Ich mag solche verquasten Schachtelsätze,Schopenhauer hat darüber sp lange gebrütet bis er vor lauter Frust seinen Rollbraten an die schmiss und sein Studierzimmer zerlegte,dabei liebte er Kant,liebte die blumigen Metaphern


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235
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Das unendliche Urteil bei Kant

24.11.2015 um 07:39
@Warhead
Warhead schrieb:da ihm aber die Beweise fehlen kann er es nicht mit Gewissheit wissen und deshalb nicht behaupten
Das tat er auch nie, er behandelt aber diese Themen und man kann sehr wohl einen Grundsatz folgern ohne das dazu ein Beweis nötig wäre, nennt sich Axiom. Um das verständlicher zu machen: Wenn beispielsweise alle Fakten und Faktoren für einen Schöpfer sprechen und diese in klaren logischen Beziehungen zueinander stehen, keine Widersprüche usw. enthalten und nur eine einzige Schlussfolgerung erlauben/zulassen, dann bedarf es keinen direkten Beweis mehr, kann somit beweislos vorausgesetzt werden.

Ferner, es geht in dem Text nicht um den Beweis einer Seele, es wird auch nicht behauptet es gäbe eine Seele, die Seele fungiert in dem Text nur als ein Beispiel. Beispiele und Metaphern sind nötig um gewisse Dinge dem Leser verständlich(er) machen zu können. So behandelt auch Kant neben der formalen Logik auch Themen wie die transzendentale Logik (= subjektive Erfahrungserkenntnise) und Transzendentale Dialektik, siehe dazu:

Wikipedia: Transzendentale_Logik
Wikipedia: Transzendental

Wikipedia: Transzendentale_Dialektik

Und da z.B. letzteres sich mit Themen wie Gott und oder der Unsterblichkeit oder nicht-sterblichkeit der Seele befasst, wie auch die klassische Metaphysik die Kant auch thematisiert, ist dann auch klar das man in seinen Werken öfters auch mit diesen Themen konfrontiert werden wird, da sich Kant auch mit diesen Themen befasst hat und auf diese auch eingeganen ist, gleich hieraus oder aus solchem auf den Glauben Kants schließen, ist jedenfalls nicht sehr klug.

Denn auch nicht jeder der über den Islam schreibt muss ein "Muslim" sein (das was man üblicherweise darunter versteht) und nicht jeder der über die Christenheit spricht oder schreibt, muss ein "Christ" sein usw. usf.

@explorer1
explorer1 schrieb:Heutzutage nennt man solche Texte Schwurbelei :)
Das manche Menschen glauben, solche Texte seien "Schwurbelei", zeigt nur, wie sehr der Grad der geistigen Bildung in Deutschland geschrumpft sein muss, ein Armutszeugnis!


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GiusAcc
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Das unendliche Urteil bei Kant

24.11.2015 um 08:21
Narrenschiffer schrieb:Eigentlich steht da nur: wenn dem Unendlichen (hier: dem Nichtsterblichen) etwas abgezogen wird (hier: das Sterbliche), bleibt das Unendliche immer noch unendlich.
Ich finde diesen Satz sehr interessant.
Für mich heisst es, wenn man das "Unendliche" und "Nichtsterblichen", ersetzt mit "Gott",
das das "Unsterbliche", "Nichtsterblichen", das ist was übrig bleibt wenn das "Sterbliche" stirbt.
Genau das gleiche ist wohl mit der Seele gemeint, wenn sie als Unsterblich definiert wird. Wenn der Körper stirbt (Sterblich) dann lebt die Seele (Unsterblich) weiter.
In der Philosophie des Kant und andere Denker bin ich ein blutiger Anfänger. Aber, was die Aussagen der Schriften des Judentum und der Christen angeht, ein wenig bewandert.
Nun steht weder in der Bibel als ganzes, wenn man diese 2 Strömungen zusammen fasst, nichts von einer sterblichen Seele.
Das hat jetzt zwar mit Philosophie an sich nichts zu tun, wollte aber mal von euch wissen wo sich Kant und weitere (Philosophen), die sich mit der Seele beschäftigt haben ihr Wissen her hatten.


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5okrates
Diskussionsleiter
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Das unendliche Urteil bei Kant

24.11.2015 um 16:57
Vollkommen richtig was 235 sagt ... Schwurbelei ist Kant wohl kaum ... zugegeben er verschachtelt gerne,
aber welcher geistreiche Mensch drückt sich schon gerne plump aus, vor allem wenn es um Komplexe,
das Nachdenken anregende und mannigfaltig auszufeilende Sachverhalte geht ?

Alle die sich beschweren sind verärgert weil sie nicht verstehen was Kant ihnen sagen will und nicht zugeben wollen,
dass ihre geistige Fähigkeit wohl nicht die beste ist :D ...

Was Kants Glauben angeht, so war er rein theoretisch Agnostiker, hat aber die meiste insbesondere vor-kritische
Zeit versucht aus der Natur einen Beweis für Gott zu schöpfen ... aber auf vernünftigstem Wege !
Grade Kant kommt in seiner Philosophie nicht in die Verlegenheit zu Schwafeln !
Vielmehr deckt er allein Schein und Schwafel der Philosophie auf !

@GiusAcc

Kant hatte gar kein Wissen über die Seele und war sich diesem Nichtwissen durchaus bewusst


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Das unendliche Urteil bei Kant

01.12.2015 um 19:07
"Man kann die Seele nicht festmachen, wenn man sagt: Die Seele ist Unsterblich, dann hat man die Seele nur scheinbar als etwas beschrieben. Wenn man alles Sterbliche von der Welt sich weggenommen vorstellt, sollte ja eigentlich nur noch die Seele oder alles andere unsterbliche übrig bleiben. Das wiederum beschreibt aber die Seele in wahrheit gar nicht!"


Man kann sich dann vielleicht Energie oder Wolkenhimmel vorstellen, aber in dieser Vorstellung ist jeder Mensch verschieden. Also ist die Seele nicht dingfest gemacht.


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Das unendliche Urteil bei Kant

01.12.2015 um 19:16
Wenn man etwas fest beschreiben kann, dann kann man Dinge die dieser Beschreibung nicht entsprechen bei Seite legen und hat dann anhand positiver Urteile das was übrig bleibt.

zB: Ich habe grüne und rote Äpfel, ich lege alle roten weg. Also bleiben alle Grünen.

Ich wusste aber schon, was einen grünen Apfel ausmacht also ist das einfach.


Wenn ich nun nur rote Äpfel habe und ich will diese von ihrer Fähigkeit Apfelbäume zu werden und dann wieder Äpfel auszusähen bis in die Unendlichkeit trennen, quasi die Äpfel die niemals zu einem Baum werden aussortieren,
dann hab ich halt das Problem, dass ich das nicht anhand der Farbe erkennen kann.

Würde ich die Äpfel weglegen und nur ihre DNS übrig lassen, und in dieser DNS untersuchen, ob sie Gesund ist, dann hätte ich sozusagen die in der Gesundheit gespeicherte Unendlichkeit des Apfels rausgefischt.

Um Sicher zu gehen, dass diese Gesundheit tatsächlich auch funktioniert, müssten endlose Menschen nach mir immer wieder die Kinder des Apfelbaums einpflanzen und dessen Unendlichkeit nachweisen und ggf. sogar erhalten indem sie die Äpfel ja erst einpflanzen.

Das wäre eine Erkenntnis, welche man zumindest in diesem Beispiel als Unendliches Urteil bezeichnen könnte. Ein Urteil was in die Unendlichkeit weiter gefällt werden müsste um zu bestehen.



Disclaimer: Ich bin kein philosophieprofessor und habe keine Ahnung ob das so 100% Kant's Intention entspricht.


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