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Themen-Wiki: Evidenzbasierte Medizin vs. Homöopathie

Im Themen-Wiki können Diskussionsteilnehmer gemeinsam eine Zusammenfassung erstellen oder wichtige Beiträge und Informationen auflisten.
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bearbeitet von tubul am 23.03.2018
So, ein erster Anfang zur Themenwiki. Vielleicht kann das helfen nicht jede Woche wieder Themenbereiche durchkauen zu müssen,
die hier schon allzu häufig besprochen wurden

Homöopathie

H., erfunden um 1796 vom deutschen Arzt Samuel Hahnemann, ist ein esoterisch- pseudomedizinisches System, dass auf 3 Säulen fusst.

Säule 1: Das Ähnlichkeitsprinzip (Similia similibus curentur )
Das Homöopathikum ist so auszuwählen, dass die Inhaltsstoffe der Grundsubstanz unverdünnt an Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen wie die, an denen der Kranke leidet. Verfassung und Gemütszustand sollen auch Berücksichtigung finden

Säule 2: Arzneimittelprüfung
Arzneiversuch am gesunden Menschen. Die Einnahme des Mittels löst beim gesunden Menschen Befindensveränderungen (Symptome) aus. Diese werden, u. A., gemäss Säule 1 zur Arzneimittelauswahl herangezogen.

Säule 3: Potenzierung
Die Ursubstanz wird verdünnt und geschüttelt oder verrieben. Die Wirksamkeit der Homöopathikoms soll durch die Verdünnung das Wirkstoffes in Verbindung mit dem Schüttel oder Verreiben gesteigert werden
Es gibt 3 gebräuchliche Verdünnungsreihen: D, C und LM (oder Q)
Die D-Potenzen beruhen auf dem Faktor 10, es wird jeweils 1:10 verdünnt.
Beispiel D1 = 1:10. D2 = 1:100. D3 = 1:1000. …...
C1 = 1:100, C2 = 1:10.000......
LM1 = 1:50.000.......
Schaubild dazu Wikipedia: Potenzieren_(Homöopathie)#Potenzierungsarten
Damit gewonnene Verdünnungen (Beispiele) Wikipedia: Potenzieren_(Homöopathie)#Beispielverdünnungen



Zur Säule 1
Es gibt für die Richtigkeit des Simile-Prinzips nicht einen einzigen belastbaren Hinweis, geschweige denn einen Beleg. Für das von Hahnemann abgelehnte Prinzip, eine Krankheit zu heilen indem man ihren Ursachen entgegenwirkt, gibt es hunderte Studien und Millionen Einzelfälle, die die Richtigkeit darlegen.

Zu Säule 2
Bei der Beurteilung bzw. Auswahl des Homöopathikums sollen, lt. Lehre, neben den Symptomen auch Gemütszustand des Patienten, erbliche Vorbelastung und soziales Umfeld berücksichtigt werden.
Warum spielt das bei der Medikamententestung keine Rolle?
Ablauf einer homöopathischen Arzneimittelprüfung: Homöopathische Prüfer, die gesund sein müssen, nehmen ein Mittel ein und notieren anschließend alle Veränderungen und Reaktionen, die sie an sich feststellen. Es werden also lediglich subjektive Beobachtungen erfasst. Wie sinnvoll das ist zeigt sich gleich bei Hahnemann selbst. Er registrierte nach der Einnahme von Chinin, dass sein Körper wie von Fiebern geschüttelt wurde. Chinin erzeugt aber nach Einnahme eine Untertemperatur, die vielleicht einen ‚Schüttelfrost‘ zur Folge haben aber wohl kein Fieber. Die Homöopathie setzte also konsequent von Anfang an aufs falsche Pferd.
Homöopathische Arzneimittelprüfungen genügen nicht einmal ansatzweise den Standards des Arzneimittelgesetzes der BRD.

Zu Säule 3
Jeder weiss, dass mit steigender Konzentration und Menge des Wirkstoffes auch die Wirkung steigt. Das hatte schon Jahrhunderte vor Hahnemann Paracelsus erkannt (Die Menge macht das Gift) und das kann auch jeder für sich mal an einem Abend in der Altstadt nachprüfen.
Auch die stärksten Gifte müssen in einer Mindestkonzentration eingenommen werden um im Organismus eine Wirkung zu entfalten.
Schon bei einer Potenz von C1 (s. o.), und einer dreimaligen Gabe von je 5 Globuli, nimmt man weniger Arsen (ung. 0,01mg) auf als man über das Trinkwasser täglich, völlig nebenwirkungsfrei, zu sich nimmt. Nach dem Glauben der Homöopathen soll das allerdings schon wirkungsvoller als die Urtinktur sein und sich die Wirkung bei weiterer Verdünnung noch erhöhen.
SpoilerExkurs: Falls jemand einen Homöopathen kennt, der sich beim Zahnarzt keine Spritze setzen lässt sondern 5 Globuli Articain C100 nimmt, bitte unbedingt melden, solche Probanden sind gesucht. Desgleichen natürlich auch solchen, die mit 5 Globuli Propofol C100 eine stabile Narkose zu Stande bringen.


Resumee:
Kein Homöopath konnte bisher die Richtigkeit auch nur einer der drei Säulen seines Glaubenskonstruktes belegen. Säule 1 und 3 widersprechen zudem den vorhandenen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Im Thread bereits angesprochen:
- die Unfähigkeit der Homöopathiebefürworter, -forscher und -anwender zu belegen, dass die Homöopathika eine pharmakologische Wirkung entfalten
- die Unfähigkeit nachvollziehbar zu erklären wie die Information auf das Lösungsmittel übertragen und gespeichert wird
- die Unfähigkeit zu erklären wie die im Wasser gespeicherte Information (eine unbelegte Behauptung) auf den Zucker codiert werden soll
- die Unfähigkeit darzulegen wie die behauptete Information im Körper decodiert werden kann, welche Rezeptoren an ideelle Informationen andocken und wie sie zu den Zielorganen gebracht wird.
- die Unfähigkeit aufzuzeigen warum die "Wirkungen" der ganzen Verunreinigungen im Lösungsmittel und im Zucker nicht mitpotenziert werden, obwohl sie durchaus als Homöopathikum Verwendung finden
Beispiel Blei.
1kg Milchzucker enthält etwa 1mg Blei, 1l Alkohol etwa 100mg und 1l reinsten Wassers 0,15mg. Als Homöopathikum hat es den klingenden Namen Plumbum metallicum.

Offene Fragen an die H. bzw. die H-anwender und -gläubigen
1. Welcher Wirkstoff soll die Patienten heilen? Schon bei Niedrigpotenzen ist unmöglich einen Wirkstoff nachzuweisen.
2. Wie wird und wer selektierte den Wirkstoff? Egal ob Hundekot (Excrementum caninum) oder Biene (Apis mellifica) das verwendete Produkt besteht aus etlichen Substanzen. Wie wird sichergestellt, dass nur die erwünschten potenziert werden und Wirkung entfalten?
3. Warum werden die Verunreinigungen des Lösungsmittels (oder des Zuckers) nicht potenziert und entfalten ihre Wirksamkeit? (Beispiele weiter oben)
4. In den Verdünnungsreihen ist ja recht bald kein Wirkstoff mehr vorhanden, trotzdem wird munter weiterpotenziert. Was wird da genau wie potenziert?
5. Durch das Schütteln soll ja die Wirkung verstärkt werden. Wie genau funktioniert diese Verstärkung und funktioniert das immer, oder nur bei Homöopathika?
6. Die Kodierung: Nachdem die Lösung verdunstet ist muss sich die Information auf dem Zucker befinden (der nebenbei auch verunreinigt ist siehe auch Frage 3.) wie codiert das Lösemittel auf den Zucker um welches Ausgangsmaterial es sich handelt und welche Potenzierung gewählt wurde?
7. Angekommen im Körper: Wie wird die Information vom Zucker gelöst und wie das Zielorgan ausgemacht?
8. Welche Rezeptoren im Körper können an erdachte Informationen andocken?
9. Die H. hält die Hochpotenzen für wirkungsvoller. Warum soll man dann nicht zu viel davon nehmen, da sonst die Wirkung zu stark würde? Zuerst wird verdünnt auf Teufel komm raus um das Agens wirkungsvoller zu machen, und dann plötzlich, wenn man mehr "Wirkstoff" zuführt (durch die Einnahme von mehr Globuli) soll es plötzlich umgekehrt sein?
Seltsam? Aber so steht es geschrieben.

Wird bei Bedarf nach und nach erweitert.
Zuletzt bearbeitet von tubul am 23.03.2018
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