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Wollt Ihr wirklich verstehen? RSS

124 Beiträge, Schlüsselwörter: Gott, Natur, Verstehen, Sein

zur Rubrik (Spiritualität)AntwortenBeobachten1 BildSuchenInfos

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Wollt Ihr wirklich verstehen?

04.05.2005 um 07:43



moin

hermes trismegistos ist eben eine uralte gottheit ( nicht, daß hier einer denkt es wäre eine historische person).
und teile der gesellschaft wollen eben "back to the roots", hauptsächlich in der hoffnung, daß diese frühen religionen noch echten "kontakt" herbeizuführen vermögen.

buddel

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lesslow
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04.05.2005 um 10:42

Link: www.casita-del-sol.de (extern)

ich hab noch eine schöne seite über die kosmischen gesetze gefunden

schaut selbst: http://www.casita-del-sol.de/kosmges.htm


Die Staaten blühen nur, wenn entweder Philosophen herrschen oder die Herrscher philosophieren.
Die schlimmste Art der Ungerechtigkeit ist die vorgespielte Gerechtigkeit.
- Platon -

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prayer
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Wollt Ihr wirklich verstehen?

19.05.2005 um 07:52

Wenn ich meditiere, erreiche ich derweil einen Zustand, indem ich eins bin, den Knotenpunkt dieses Himmelskörpers spüre, und Kraft aus Geist und Natur ziehe.
Die Lebensflamme wird eins, mit allem was ist, der Gedanke verschmilzt mit allen anderen.
Der Sinnesempfindung allerorts zu sein, stellt sich ein.
Unaffektiert ziehe ich keine Kenntnis über das Universum hier heraus, aber über mich selbst, denn ich erreiche so tiefe Einkehr, und Stärke.

Stärke, das zu tun, was getan werden muss, das zuwege bringen, was erreicht werden muss. Zu vertilgen was vernichtet werden muss, zu schöpfen was vorübergegangen schien, zu beseelen was tot war zu regenerieren was verfault schien.

Lg Kikuchi


Wirf deine Gedanken wie Herbstblätter in einen blauen FLuss. Schau zu, wie sie hineinfallen und davontreiben, und dann:
Vergiss sie!
[Zen Weisheit]


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aliohsenseph
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19.05.2005 um 18:55



Wir werden wenn wir so weit sind!!!

Die meisten sehen das Ziel doch vergessen den weg.

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Maat
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Wollt Ihr wirklich verstehen?

19.05.2005 um 19:32

Der Mensch von morgen wird ein Liebender sein, oder er wird nicht mehr sein

NATUR & HEILEN, Dezember 2002 - Interview mit Christina Kessler
Wir stehen an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter. Für jeden Einzelnen geht es nun darum, das alte Gewand abzulegen, nach innen zu kehren und seine tiefste Sehnsucht neu zu ergründen. "Amo, ergo sum - Ich liebe, also bin ich" ist die Antwort auf diese Suche und wird zum Motto einer Ära, die auf der Kultur des Herzens beruhen wird. "Amo, ergo sum" ist auch der Titel eines hervorragenden, soeben im Arbor-Verlag erschienenen Buches, das eine Anleitung für Menschen ist, die ihre höchste Vision verwirklichen und gleichzeitig zu einem kollektiven Bewusstseinssprung beitragen wollen. NATUR & HEILEN sprach mit der Autorin des Buches, Christina Kessler.
"Die Sehnsucht nach Vollkommenheit ist universell, sie ist der Ur-Impuls des Menschen, jene Energie, die ihn in seiner Entwicklung vorantreibt und geistiges Wachstum überhaupt erst ermöglicht."
Christina Kessler

NATUR & HEILEN: Ihr Buch "Amo ergo sum. Ich liebe, also bin ich" wurde auf dem Kongreß "Unity in Duality -Tendrel" in München vorgestellt, zu dem S. H. der Dalai-Lama als Ehrengast geladen war und hat - obwohl gerade erst erschienen - bereits eine enorme Resonanz ausgelöst. Womit läßt sich dies erklären?

Christina Kessler:Das liegt wohl daran, dass das Buch genau zum richtigen Zeitpunkt erscheint und Antwort auf viele der Fragen gibt, die gegenwärtig in uns allen brennen. Wir leben in einer Phase des Wandels - eines Wandels auf allen Ebenen - der sich schon seit langem anbahnt, sich gegenwärtig jedoch immer mehr zuspitzt. Die ganze Welt ist aus den Fugen geraten. Damit meine ich nicht nur die äußere Welt mit ihren Kriegen, Krisen und Katastrophen, mit der allgegenwärtigen Furcht vor Terroranschlägen und den bedrohlichen Auswirkungen eines zerstörten Gleichgewichts der natürlichen Umwelt, sondern auch - und vor allem - die Innenwelt des Einzelnen. Der heutige Mensch ist von seinem Wesenskern abgeschnitten und damit von seiner ureigensten Kraft und Stärke getrennt. Es fehlt ihm an Vertrauen, an Vertrauen in sich selbst und in die Welt, die ihn umgibt. Und das nicht zu Unrecht, denn unsere Beziehungen sind lieblos geworden, weil sich das menschliche Miteinander fast ausschließlich auf Konkurrenz, Besser-Sein-Wollen und Ausbeutung der Schwächeren gründet. Der typische Mensch von heute ist desorientiert, anfällig für Manipulationen und schlichtweg überfordert. Um den Wandel konstruktiv bewältigen zu können, müssen wir jedoch in unseren unwandelbaren Wesenskern zurückkehren und unsere wahre Identität dort verankern. Menschen kommen mit dem Wandel nur zurecht, wenn sie diesen Kern gefunden haben. Der Schlüssel zur Wandlungsfähigkeit liegt in jenem unwandelbaren Gefühl dafür, wer wir wirklich sind und wohin unser Lebensweg führt. Auf der anderen Seite spüren heutzutage immer mehr Menschen, dass es durchaus möglich ist, diesen Kern zu erreichen und aus ihm heraus das Leben selbstbestimmt und selbstverantwortlich zu gestalten. Diese Menschen ahnen, dass sie, indem sie ihr wahres Selbst ernst nehmen und verwirklichen, nicht nur ihr eigenes Leben zum Positiven verändern, nicht nur ihr ureigenes Potential entfalten und dadurch persönliche Erfüllung finden, sondern gleichzeitig zur Entfaltung einer besseren Welt und einer neuen Wirklichkeit beitragen werden. Diese Ahnung liegt in der Luft. Die Symphonie des Neuen ist bereits zu vernehmen. Wir wissen nur noch nicht, mit welchen Instrumenten wir sie spielen sollen, wie wir es anstellen sollen, dorthin, in unseren innersten Wesenskern, zu gelangen.

Unsere Gottesvorstellung reflektiert unsere höchste Vorstellung vom Ganzen

NATUR & HEILEN: Bisher war es meist die Aufgabe der Weisheitstraditionen und Religionen, diese Frage zu beantworten, und der Weg führte zu Gott. Heute jedoch haben viele Menschen keinen Zugang mehr zu Gott.

Christina Kessler: Hier taucht überhaupt die Frage auf: Was ist Gott? Zunächst einmal ist Gott nichts weiter als ein Wort, ein Begriff. Es ist der Ausdruck, den der Mensch erfand, um das Vollendete, ewig Gültige, Allumfassende, den letztendlichen Superlativ, die höchste Macht, die Quelle aller Ursachen, kurz das Absolute, zu beschreiben. Göttlichkeit ist ein Synonym für Vollkommenheit. Wenn wir die verschiedenen Gottesvorstellungen der Geschichte und der Kulturen betrachten, stellen wir fest, dass diese sehr unterschiedlich waren und sind. So gab es in den archaischen Stammesgesellschaften eine Vielzahl an Göttern, welche die Naturkräfte personifizierten, von denen der Urmensch völlig abhängig war. Er betrachtete den gesamten Kosmos als beseelt. In der Phase des frühen Pflanzertums, als die Menschen sesshaft wurden und sich ein Stück äußerer Sicherheit erworben hatten, taucht dann das Bild der "Großen Mutter" oder "Großen Göttin" auf - die vollkommene Ikone von Fruchtbarkeit und Wachstum, von Eigenschaften also, die während dieser Epoche als lebensspendend angesehen wurden. Während der vergangenen 3000 Jahre unserer Menschheitsgeschichte herrschte das Patriarchat mit den höchsten Vorstellungen von männlich orientierter Autorität. Der daraus entstehende Gottesbegriff war der des allmächtigen Vatergottes, der jenseits aller Existenz im Himmel thront, und den man erst nach dem Tod und nach einem Leben der Selbstaufgabe erreichen konnte.

NATUR & HEILEN: Im Verlauf des Patriarchats wurde "Gott" also immer weiter in die Ferne projiziert, nach Außen, in den Himmel - und zwar von den Menschen selbst.

Christina Kessler: Mit ihm wurde aber auch das Prinzip Vollkommenheit nach außen projiziert und dadurch von uns selbst abgetrennt. Letztlich bedeutet das, dass wir auch die Selbstbestimmung für unseren Lebensweg und die Selbstverantwortung für unser Glück damit abgegeben haben. Es ist sehr wichtig zu verstehen, dass alle Gottesvorstellungen der Kulturen deren Vorstellungen von Vollkommenheit widerspiegeln - also wirklich deren höchste Vorstellung. Und diese höchste Vorstellung ist gleichzeitig der Ideal-Maßstab, dem der Mensch sich anzunähern versucht. Der Ausdruck "Gott" reflektiert somit unsere höchste Vorstellung vom Ganzen und gleichzeitig die höchste Vorstellung von uns selbst als einem Individuum. Liegt diese Vorstellung außerhalb von uns selbst, werden wir auch im außen nach Vollkommenheit suchen, - in Besitz, Geld, Ruhm und Status. Dort werden wir sie jedoch niemals auf Dauer finden. Unvergängliches Glück und dauerhafte Sicherheit finden wir nur in uns selbst. Diese Erkenntnis, die von den großen Weisen der Geschichte schon immer verkündet wurde, hat das patriarchale Paradigma für uns alle sichtbar bestätigt. Es ist sozusagen dessen kollektive Morgengabe an die neue Welt. Der neue Mensch ist daher aufgerufen, diese Vollkommenheit in seinem Inneren zu entdecken und seine höchsten Vorstellungen auf sein wahres Selbst auszurichten.

Im hohen Selbst sind wir zugleich in die kosmische Ganzheit und in unser höchstes Potential gebettet

NATUR & HEILEN: Diese höchste Vorstellung von uns selbst dient uns also als Ausrichtung für unser Leben und fungiert als Richtschnur für unser Denken, Verhalten und Handeln.

Christina Kessler: Richtig. In dem Moment, wo wir es uns selbst erlauben, unsere höchste Vorstellung anzunehmen und zu leben - und dabei nach innen gehen - geschieht plötzlich etwas außerordentliches: wir treten in ein Kraftfeld ein, in dem wir Zugang zu unserem höchsten Potential bekommen. In diesem Kraftfeld liegt die Quelle unserer individuellen Schöpferkraft, unseres Wesensterns, unseres Genius. Im höchsten Ausdruck unseres Selbst geschieht dann etwas noch Ungewöhnlicheres; dann verschmelzen mit dem Ganzen und werden eins mit der dort herrschenden immerwährenden Ordnung. Die Mechanismen des schöpferischen Prozesses übernehmen die Leitung. Es existieren zahllose Beispiele von Menschen, Künstlern und genialen Persönlichkeiten, die in dieses Kraftfeld eintauchten und es mit konkreten Plänen wieder verließen. Friedrich Nietzsche z.B. tauchte in die "kreative Ekstase" ein, als er an seinem Meisterwerk "Also sprach Zarathustra" schrieb. Theresa von Avila brachte aus diesem Feld ein immenses Wissen für die Umorganisation der religiösen Orden Spaniens zurück. Hildegard von Bingen gewann dort den tiefen Einblick in das Wesen von Gesundheit und Krankheit, und hinterließ der Nachwelt Anweisungen für neue Behandlungsmethoden und Heilmittel. Beethoven, Leonardo da Vinci, Goethe, Einstein, sie alle waren in dieses Kraftfeld eingetaucht und bezogen ihre genialen Inspirationen aus ihm. Im Moment höchster Verwirklichung überwinden wir die begrenzte Identität, die uns von Geburt an auferlegt wurde. Indem wir unsere höchste Vorstellung anerkennen, entlocken wir dem Kraftfeld die benötigte Nahrung, um sie sogleich verwirklichen zu können. Wir werden Zeuge einer alles durchdringenden Kraft, die auch uns ständig trägt. Daher ist die Sehnsucht nach Vollkommenheit die Musik, die zwischen uns selbst und der Welt erklingt. Die Bedürfnisse des Selbst sind die Töne, die Bedürfnisse der Welt die dazugehörenden Obertöne. Gemeinsam stellen sie die unterschiedlichen Wellenlängen desselben Dranges nach Vollkommenheit, desselben sehnsuchtsvollen Liedes dar. Was das Selbst braucht, braucht auch die Welt. Daher ist es wichtig für die Welt, dass wir bekommen, wessen wir bedürfen.

Liebe ist die bindende Kraft zwischen innen und außen

NATUR & HEILEN: Was Sie sagen, hört sich an, als gäbe es eine einladende Hand, die uns in unsere Mitte führen möchte.

Christina Kessler: Ja, genau. Und diese einladende Hand ist die Liebe. Ergreifen wir sie, werden wir automatisch nach innen geführt, in das tiefste, wahre Selbst, wo wir die Verbundenheit alles Seienden, den Urgrund der Wahrheit erkennen. Indem wir dieses Selbst verwirklichen, - sprich: authentisch leben und in der Wahrheit handeln -, können wir wesentlich dazu beitragen, eine Wirklichkeit zu erschaffen, die auf dem starken Fundament einer Kultur des Herzens und der Vernunft ruht. Liebe schafft somit eine tragende Brücke zwischen Innen und Außen, Mensch und Welt, zwischen den Bedürfnissen des Einzelnen und den Bedürfnissen des Ganzen. Sie schafft im wahrsten Sinne des Wortes Harmonie, Balance. Würden alle Menschen auf diesem Planeten ihrer tiefsten Sehnsucht nach Liebe und Vollkommenheit folgen, könnten wir buchstäblich das Paradies auf Erden erschaffen. Bisher haben wir diese Tragweite jedoch nicht erfasst. "Liebe" blieb stets auf ihre einzelnen Facetten beschränkt und auf die Gefühlsebene reduziert. Liebe in ihrer höchsten Form hat jedoch weder etwas mit einer naiven Gefühlsduselei, noch mit Erwartungen an andere, noch mit manipulativen Täuschungsmanövern, die nur zu "Ent-Täuschungen" führen, zu tun. Liebe überbrückt Gegensätze, aber sie ist kein Tauschgeschäft. Liebe verlangt nicht und sie fordert nicht. Echte Liebe ist bedingungslos und entsteht aus uns selbst heraus. Von dort strömt sie nach außen, an ausnahmslos alles und jeden, ungeachtet seiner Herkunft, Rasse oder Religion. Erst dann können wir von Liebe sprechen. Liebe lässt Verantwortung in uns entstehen, Mitgefühl und Schönheit, Erfüllung und Glück. Sie allein vermag Gegensätzliches zu integrieren und eine Synthese aus allem Vorhandenen zu schaffen. Sie allein lässt uns den "großen Zusammenhang" erkennen. Liebe ist also ein Bewusstseinszustand und gleichzeitig eine Lebenspraxis. Verstanden in ihrem weitesten Sinne sollte sie der primäre Bezugspunkt sein, auf den sich die heutige Welt ausrichten muss. Das würde einen nie dagewesenen Sprung in unserer Bewusstseinsentwicklung ermöglichen. Hierin liegt die einzigartige Chance für eine Veränderung unserer gegenwärtigen Situation. Keine noch so faire Politik wird auf Dauer Erfolg bringen, solange sie nicht von diesem Bewusst-Sein getragen wird. Die Verwirklichung des Einzelnen in der Liebe ist letztendlich unumgänglich, wenn wir dauerhaften Frieden erleben wollen. Der wahre Fortschritt unserer Zeit liegt in der Rückkehr zu uns selbst.

In ihrer ursprünglichen Form waren alle Religionen Wege der Liebe

NATUR & HEILEN: Das heißt, wenn wir uns selbst schaden, schaden wir auch der Welt.

Christina Kessler: So ist es. Wenn wir dagegen der Sehnsucht nach Vollkommenheit folgen, und die höchste Vision von uns selbst verwirklichen, die nur durch die Liebe und in der Liebe zu erreichen ist, entfalten wir die Wahrheit in unsere Wirklichkeit hinein, selbst wenn wir diese Wahrheit noch nicht vollständig erfassen können. Diese Wahrheit lässt sich nämlich nicht erfassen. Sie lässt sich in ihrer Absolutheit nur erfahren. Es handelt sich um jene Erfahrung, auf der alle Religionen und Weisheitstraditionen gründen, nämlich die mystische Erfahrung. Diese Erfahrung war immer und in allen Kulturen gleich und wurde von all denjenigen erlebt, durch deren Wirken die großen Religionen entstanden: Jesus, Buddha, Mohammed, Krishna ....Der Mystiker erfährt die Einheit aller Wesen und Erscheinungen, die Verbundenheit alles Seienden, und verschmilzt schließlich selbst mit dem Urgrund der letztendlichen Wahrheit. Im Gegensatz zu den sich ständig verändernden und vergänglichen Wirklichkeiten der Existenz ist diese Wahrheit ewig, unumstößlich und unantastbar. In diesem Zustand der inneren Schau weiß der Mystiker - und dies ist eine durch nichts mehr zu erschütternde Gewissheit - dass alles aus derselben unendlichen und alles umfassenden Liebe des GEISTES entstanden ist. Er erkennt sich als den Schöpfer seiner Wirklichkeit. Er erkennt sich selbst als GEIST, der sich in Liebe verströmt, jener Liebe, nach der wir alle mit größter Sehnsucht suchen, weil sie unaufhörlich in uns flüstert und uns immerfort zur Rückverbindung mit ihr auffordert, zur wahren "religio". Hier und nur hier liegt der verbindende Kern der Religionen. Alle Religionen basieren auf dieser Erkenntnis. Alle Religionen sind in ihrer Ur-Form Wege der Liebe. Alle Religionen sind eine Antwort auf die Ur-Sehnsucht nach Vollkommenheit. Hätten wir die exakten Wissenschaften nicht, die heute diese Erfahrung bis ins Detail bestätigen, würden wir das alles für reine Halluzination halten. Die neuen Wissenschaften jedoch, allen voran die Physik, die seit Descartes das "Göttliche" in den Bereich der Religion verdrängt hat und damit der Ratio alleinige Gültigkeit zumaß, übernahm die Rolle der großen Vermittlerin von Wissenschaft und Mystik.

Es erfordert eine klare innere Entscheidung

NATUR & HEILEN: Und so wurde aus Descartes berühmtem Motto "Cogito ergo sum - Ich denke, also bin ich" das verbindende "Amo ergo sum - Ich liebe, also bin ich".

Christina Kessler: Der Mensch von morgen wird ein Liebender sein, oder er wird nicht mehr sein.

NATUR & HEILEN: Das ist eine eindeutige Aussage! Es klingt, als ob wir keine Wahl mehr hätten..

Christina Kessler: In der Tat haben wir keine Wahl mehr, weder als Weltseele noch als individuelle Seele. Und, wer einmal den Geschmack der Wahrheit geschmeckt hat, wird ihn sowieso nicht mehr loswerden. Den Weg der Wahrheit zu gehen, erfordert dann eine klare Entscheidung, die Entscheidung nämlich, die Kehrtwende nach innen, zur Mitte, zum Zentrum einzuschlagen. Der Schlüssel liegt in einem einfachen "Ja" - im Ja zu uns selbst, im Ja zu der Tatsache, dass wir und niemand anders die Schöpfer unserer Wirklichkeit sind. Im Ja zur Freiheit, die sich allein der Wahrheit verpflichtet fühlt, weil sie erst aus dieser Verpflichtung erwachsen kann, im Ja zur Liebe. Ab dem Moment der Entscheidung ergreifen wir die Hand der inneren Führung, die uns nun nicht mehr loslässt. Die innere Stimme des Ge-Wissens erwacht. Diese Stimme ist nun unsere höchste Autorität. Von da an gibt es für uns keine Macht im Außen mehr, die uns zu sagen hat, wo es lang gehen soll. Die Gratwanderung beginnt, der Weg auf des Messers Schneide. Denn, da sich die Wahrheit stets im Augenblick entfaltet, und zwar immer wieder von neuem und immer wieder anders, gilt es, Aufmerksamkeit zu üben, in Achtsamkeit und Konzentration. Und schließlich nützt es der Welt von heute nichts mehr, wenn wir diese Erkenntnisse nicht umsetzen. Die Welt schreit nach denjenigen, die diesen Bewusstseinszustand mit Leben erfüllen. Erst durch Handeln wird er zur "Wirk-lichkeit", die weiter wirkt. Erst durch unser Tun kann er seine transformative Kraft entfalten. Jetzt sind wirkliche Fakten angesagt, die zu positiven Veränderungen in allen Lebensbereichen führen. Und das sind gelebte Toleranz, Würdigung und Wertschätzung unserer Mitmenschen und der Natur, die Entwicklung von Herzensqualitäten. Diese können wir hineintragen in gesellschaftliche Systeme wie Politik, Erziehungswesen, Wirtschaft, Industrie und Wissenschaft. Wir sollten auch den "Feinden" da draußen die Arme öffnen. Wir sollten ihnen Gehör, Aufmerksamkeit und Mitgefühl schenken. Liebe war und ist die stärkste Macht der Menschheit. Liebe verwandelt und lässt uns wachsen, bis wir heil und ganz geworden sind. Es ist keine stärkere Macht als die Liebe, ebenso wenig wie es einen Sieg jenseits der Liebe gibt.

NATUR & HEILEN: Frau Kessler, wir danken Ihnen herzlich für dieses Gespräch.
Anne Devillard

Von Dr. Christina Kessler


Das Gute - dieser Satz steht fest - ist stets das Böse, was man läßt! (W.Busch)

Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünscht für diese Welt. (Mahatma Gandhi)


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24.05.2005 um 01:26

Advaita und Wissenschaft

Eine Theorie, die Spiritualität und Wissenschaft vereint



Wissenschaft und Religion stimmen gewöhnlich nicht überein, es gibt Kontroversen in einigen Bereichen. Das Wort 'Religion' wird häufig benutzt, um die ritualistischen Aspekte von Religion zu benennen. Die wahre Bedeutung des Wortes jedoch, und in diesem Sinne wird es in diesem Artikel benutzt, zeigt eine aufrichtige Suche nach der Wahrheit über das Leben. Um Verwirrung zu vermeiden, werden wir nunmehr das Wort 'Spiritualität' verwenden anstatt diese Suche zu benennen.

Einige dieser kontroversen Punkte sind:

a) die Existenz der 'Seele'

b) die Existenz des 'freien Willens' (versus Gene, Konditionierung und Zufall)

c) die Existenz der Wiedergeburt

d) die Existenz Gottes

e) Vertrauen auf den Glauben versus Vertrauen auf experimentellen Beweis

Die Wissenschaft leugnet das Vorhandensein der ersten vier - denn sie hat weder Beweise gefunden noch Platz dafür - und weigert sich, ihr Vorhandensein einfach als Sache des Glaubens anzunehmen. Aber was passiert, wenn wir Spiritualität erforschen und dabei die wissenschaftlichen Methoden anwenden? Können wir ein Modell von Spiritualität finden, das in all diesen Punkten mit der Wissenschaft übereinstimmt?

Interessanterweise können wir das. Nicht nur das, wenn wir uns ein bißchen weiter vertiefen, werden wir herausfinden, daß alle Mystiker und Weisen seit undenklichen Zeiten auf diese Philosophie hinweisen.

In ihrer ausgeprägtesten Form findet man diese Philosophie in der hinduistischen Advaita-Doktrin. In dieser Philosophie gibt es keine separate, autonome, individuelle Seele, sondern nur die Illusion einer separaten Seele.

Da es keine separate Seele gibt, gibt es auch keine Frage nach dem freien Willen oder der Wiedergeburt; freier Wille oder Wiedergeburt für wen? Die Realität Gottes ist nach dieser Theorie, daß Er das universale Bewußtsein ist, die Quelle oder der Ursprung allen Seins, und nicht ein persönliches, anthropomorphes, allmächtiges Wesen. Und letztendlich wird sicherlich von niemandem verlangt, diese Dinge vertrauensvoll zu akzeptieren. Das Individuum wird ermutigt, diese Ergebnisse selbst herauszufinden und es auf seine Weise zu bestätigen.

Noch widerspricht dies tatsächlich der herkömmlichen Religion, auch nicht anderen Religionen als dem Hinduismus. Die offensichtlichen Widersprüche entstehen, weil die Religionen oder die verschiedenen Weisen von unterschiedlichen Ebenen aus über die Realität sprechen, in Erwägung der bereits bestehenden Glaubensvorstellungen der Zuhörer. Aber wenn von der höchsten Realitätsebene gesprochen wird, verkünden die meisten Religionen sowie die Weisen und Mystiker dieselbe monistische Wahrheit.

Einige Aussprüche von Jesus, z. B. 'Ich und mein Vater sind EINS', und die Lehren christlicher Mystiker wie Meister Eckhart und der heilige Augustinus können klar im monistischen Sinn verstanden werden.

Der Buddha scheint sich auf den praktischen Aspekt dieser Lehre beschränkt zu haben, weil er seine Anhänger nicht den bloßen Spekulationen theoretischer Betrachtungen überlassen wollte, um in sterilen intellektuellen Debatten zu landen. Er lehrte, daß es keine getrennte Seele oder Atman gibt, die Theorie von anatta oder anatma. Während er sich weigerte, über das universale Bewußtsein Paramatman Spekulationen anzustellen, forderte er seine Anhänger aber auf, selbst Erfahrungen zu sammeln - in der Tat ein höchst wissenschaftlicher Zugang.

Zen und der Taoismus lehrten beinahe die gleichen Grundlagen.

Und ebenso auch der Sufismus. Tatsächlich ist der Islam die einzige Religion, die sich einfach weigert, von einem anthropomorphen Gott zu sprechen und darauf besteht, daß Er formlos ist.

Im Judaismus wird Gott Jehova Yhwh oder Yahweh genannt, was 'Ich bin, was ich bin' bedeutet, wobei klar auf das primäre Bewußtsein hingewiesen wird, das jeden in die Lage versetzt zu wissen, daß er existiert.

So wie aufgezeigt werden kann, daß Advaita in seiner Wesensart wirklich wissenschaftlich ist, kommt die moderne Wissenschaft ihrerseits dieser Philosophie näher. Die moderne Wissenschaft, insbesondere die Quantenmechanik, gibt uns ein völlig anderes Weltbild von der Realität als bisher die klassische newton'sche Physik.

Eigentlich zeigt es, daß die klassische Physik oder die Welt, wie wir sie kennen, lediglich ein spezieller Fall des Szenarios der umfassenderen neuen Physik ist. Das Weltbild der modernen Wissenschaft kommt dem von Advaita bemerkenswert nahe, und einige Bücher haben die Theorie von Advaita mit der modernen Wissenschaft in Beziehung gebracht, vgl. dazu (1) bis (5). Einige neuere wissenschaftliche Entdeckungen, wie z. B. die Entdeckungen über die Funktionsweise des Gehirns (6) und die Entdeckung der sogenannten 'Zero-Point Fields' (7), stehen in Wechselbeziehung mit dieser Theorie.

Nur an einem Punkt herrscht noch Verwirrung zwischen Wissenschaft und dieser verständlichen, monistischen Spiritualität über die endgültige Frage, ob da 'etwas' hinter all dem ist oder ob da 'nichts' ist. Die Religionen unterstützen einstimmig ersteres - sogar der Buddhismus, den einige für nihilistisch halten. Der Buddha sagte:

"Da ist ein Ungeborenes, Unhervorgebrachtes, Ungeschaffenes, Ungeformtes. Gäbe es dieses Ungeborene, Unhervorgebrachte, Ungeschaffene, Ungeformte nicht, wäre Erlösung von der Welt des Geborenen, Hervorgebrachten, Geschaffenen, Geformten nicht möglich."

Die Wissenschaft neigte jedoch bisher zu der letztgenannten, nihilistischen Ansicht nur wegen ihrer alten, klassischen Verankerung. Sie setzte bisher voraus, daß der Materialismus die wesentliche Realität und Bewußtsein ein Epiphänomen dieser Realität sei. Allerdings werden viele Aspekte der modernen Physik damit nicht erklärt, und in diesem klassischen Weltbild werden jetzt auffallende Löcher sichtbar.

Nur um zwei Beispiele zu geben: Der 'Quantensprung' eines Elektrons von einer Umlaufbahn zur anderen ohne den dazwischenliegenden Raum zu durchqueren; und das 'Aspect Experiment', in dem gezeigt wird, daß zwei Elektronen einander unverzüglich beeinflussen können, unabhängig von ihrer Entfernung im Raum zueinander - ein 'non-locality' -nicht örtlich- genanntes Phänomen.

Andererseits, wenn Bewußtsein als die wesentliche Realität angenommen wird, lösen sich beinahe alle Widersprüche von selbst. Das ist auch genau das, was Mystiker seit Urzeiten gesagt haben. Und wirklich, Materialismus als die wesentliche Realität vorauszusetzen, tatsächlich irgend etwas vorauszusetzen und daran trotz der vielen, angesichts dieser Voraussetzung zu Tage tretenden Widersprüche festzuhalten, ist in sich höchst unwissenschaftlich.

So können wir wenigstens das alternative Paradigma mit offenem Geist prüfen - das alternative, mit der Advaita-Lehre übereinstimmende Paradigma, daß das Bewußtsein und nicht die Materie die wesentliche Realität und die Grundlage allen Seins ist (8).

Aber abgesehen von der wissenschaftlichen Position muß unsere Theorie auch dazu in der Lage sein, die häufig erwähnten spirituellen Phänomene Erleuchtung und Erlösung ausreichend zu erklären und ebenso das Mysterium Gottes. Wir wollen sehen, ob unsere Theorie das kann.

Wenn Bewußtsein als die eine Realität angenommen wird, werden alle Lehren der Weisen sofort relevant. Das Kernstück der Lehre der Weisen besagt, daß das Bewußtsein eins ist und daß wir keine getrennten psychologischen Wesen sind. Die Weisen behaupteten immer, daß unser Gefühl des Getrenntseins eine Illusion ist. Nur der Mensch leidet unter dieser einzigartigen Täuschung, ein separates Wesen zu sein und eine separate Seele zu haben. Gelegentlich durchschauen einige wenige Menschen diese Illusion, und von einem solchen Menschen wird gesagt, er sei erleuchtet.

Was genau ist dieses Erleuchtung genannte Phänomen? Zuerst wollen wir es in einfachen Begriffen verstehen und dann versuchen, es im psychologischen, medizinischen und psychologischen Zusammenhang zu erklären. Um zu verstehen, was Erleuchtung ist, müssen wir zuerst die grundlegende Annahme verstehen, welche die Weisen gelehrt haben.

Diese Annahme besagt, daß das Bewußtsein eins ist und unser Gefühl, getrennte psychologische Wesen mit getrenntem individuellem Bewußtsein zu sein, eine Illusion. Der Philosoph J. Krishnamurti sagte:

"Es ist keine Tatsache, daß jemandes Bewußtsein von dem eines anderen völlig getrennt ist, dieses Getrenntsein ist eine Illusion. Jeder ist die gesamte Menschheit - kein individuelles Bewußtsein. Jemandes Bewußtsein ist das Bewußtsein der Menschheit." (9)

Das bedeutet, daß die separaten 'wir' und 'du', die wir uns als eigene psychologische Wesen vorstellen, als solche nicht wirklich existieren. Gewiß, es gibt eigene Körper-Geist-Einheiten. Aber die Vorstellung separaten individuellen Bewußtseins oder individueller Seelen, welche diese Körper-Geist-Einheiten bewohnen, ist ein Mythos.

In den Upanishaden heißt es: 'Ayam aatmaa Brahman', was bedeutet, daß diese anscheinend individuelle Seele dasselbe wie Brahman oder das universelle Bewußtsein ist. Brahman sollte hier als das eine (universelle) Bewußtsein verstanden werden, da in den Upanishaden klar gesagt wird, daß Bewußtsein Brahma ist, Prajnanam Brahma.

Diese beiden Aussagen zusammengenommen bedeuten, daß Brahman das universelle Bewußtsein ist, und das scheinbar individualisierte Bewußtsein ist tatsächlich Brahman mit einer darüber gelagerten Illusion des Getrenntseins. Demzufolge existieren die getrennten ich's und du's nicht, von denen wir annehmen, daß sie unsere sterblichen Körper überleben werden. Die getrennten Körper-Geist-Einheiten werden von dem einen universellen Bewußtsein belebt, so wie das Bewußtsein eines Schriftstellers alle Charaktere in seiner Novelle belebt. Jalal-ud-din Rumi, der türkische Sufi-Mystiker des Mittelalters, besang es so:

Wer sind wir, O du Seele unserer Seelen,
daß wir neben dir bestehen bleiben sollten?

Wir und unsere Existenzen sind in Wirklichkeit Nichtexistenz;
Du bist das absolute Sein, das das Vergängliche manifestiert.

Wir alle sind Löwen, aber Löwen auf einem Banner:
denn wegen des Windes eilen sie weiter von Augenblick zu Augenblick...

...Unser Wind, durch den wir bewegt werden, und unser Sein sind deine Gabe;
unsere gesamte Existenz ist durch dich zum Sein gebracht

Mesnavi Buch I, 599-607

Advaita wird oft dahingehend mißverstanden, daß alles eine Illusion ist. Doch wir möchten klarstellen, daß Bewußtsein keine Illusion ist, wohl aber das psychologische Getrenntsein! Bewußtsein bezieht das Vermögen ein, lebendig zu sein, bewußt zu sein, berühren, schmecken, sehen, hören, fühlen, handeln zu können. Das alles gibt es.

Illusorisch ist unsere Vorstellung eines 'wer', der all diese Dinge ausführt, ein 'wer', von dem angenommen wird, daß er den Tod des Körpers überlebt. Berühren, Schmecken, Fühlen geschieht, aber es gibt kein Wesen, niemanden, der berührt, schmeckt, fühlt, es gibt kein Subjekt, es gibt nur Subjektivität. Und die absolute Subjektivität ist das universale Bewußtsein, das überhaupt kein 'wer' ist - es ist unpersönlich.

"...das obsessive menschliche Bewußtsein des und das Bestehen auf einem getrennten Selbst ist das endgültige und gewaltigste Hindernis vor der Erkenntnis Gottes. Ein Selbst zu sein... ist die Erbsünde, und zum Selbst zu sterben... ist die höchste Tugend." Aldous Huxley (10)

Jetzt können wir vielleicht versuchen zu verstehen, was es mit dem Phänomen Erleuchtung auf sich hat. Erleuchtung ist die aktuelle Realisation, die intuitive Wahrnehmung dieser Wahrheit, nämlich nicht nur Glaube oder intellektuelles Verstehen der Einheit des Bewußtseins und der Abwesenheit von Getrenntsein. Der Mystiker nimmt sich nicht als individuelles Bewußtsein oder individuelle Seele wahr, sondern als das eine Bewußtsein, das von manchen auch Gott genannt wird, Erleuchtung ist dessen direkte Wahrnehmung.

Jesus sagte: 'Auf daß wir alle Eins werden, denn du, Vater, bist in mir, und ich bin in dir, und sie sind eins mit uns.' (11)

Wir müssen verstehen, daß Erleuchtung nicht irgendein esoterischer oder magischer Prozeß ist. Erleuchtung verschafft keinem Menschen magische Kräfte, noch macht sie aus ihm einen Supermenschen. Erleuchtung ist einfach das Schwinden der Illusion, alles aus der Sicht des 'Ich' wahrzunehmen, Erleuchtung läßt niemanden allwissend werden.

Wenn in den Schriften von spirituellem Wissen gesprochen wird, das man mit der Erleuchtung erlangt, müssen wir realisieren, daß damit keine Form von verbalem, temporalem Wissen gemeint ist. Dieses Wissen kann nicht erlernt oder im Laufe der Zeit entwickelt werden. Das Wort Wissen bezieht sich hier auf die wahre Einsicht, auf die intuitive Wahrnehmung, welche Erleuchtung bedeutet.

Erleuchtung ist ein Wechsel der Perspektive, eine Veränderung des Brennpunktes, eine Umstellung des Paradigmas. Es ist eine Verlagerung aus dem beschränkten, individuellen Brennpunkt des 'ich' zu einer Sicht des Lebens in seiner Ganzheit. Es ist ein Wechsel aus einem Kreis der Illusion mit dem 'ich' als Mittelpunkt zu einem Kreis, dessen Umfang überall ist und dessen Mittelpunkt nirgendwo. Folglich ist das aus der Erleuchtung erlangte Wissen kein vergängliches Wissen, sondern eine eher eine intuitive Einsicht in den Lauf der Dinge in ihrer Gesamtheit.

Wie kann Erleuchtung medizinisch erklärt werden?

Zunächst kann gezeigt werden, daß der beharrliche Glaube des Menschen an sein getrenntes Selbst ein Ergebnis seiner Fähigkeit zu symbolischem Denken ist, das ihm die Möglichkeit gibt, 'sich' als etwas über und oberhalb und abseits des Körper-Geistes vorzustellen. Es gibt ihm ebenso genügend Anreiz, sich eine Vorstellung von sich als separates Wesen zu machen, das den Tod des Körpers überleben wird, womit es ihm die eher bittere Erkenntnis seiner eigenen Sterblichkeit ermöglicht.

Der tatsächliche Mechanismus dieser Illusion ist ebenfalls einfach zu erklären. Es ist bekannt, daß die linke Hirnhälfte für verbale und logische Fertigkeiten und das entsprechende Wissen verantwortlich ist. Eine ihrer Funktionen verbindet die verschiedenen Ereignisse logisch und sinnvoll miteinander, indem sie die unverbundenen Ereignisse durch das Erfinden einer 'Geschichte' zu verbinden versucht. Sie wählt sie aus der Fülle der Sinneseindrücke aus, mit denen das Gehirn bombardiert wird, und versucht durch selektives Redigieren, ein stimmiges Glaubenssystem aufrecht zu erhalten, eine 'übereinstimmende Handlung' (storyline). Folglich ist es Aufgabe der linken Hemisphäre, ein arbeitsfähiges Modell der Welt zu erschaffen und es um jeden Preis aufrecht zu erhalten. Die rechte Hemisphäre versucht auf der anderen Seite, Anomalien aufzudecken.

Demzufolge ist der linke Teil des Gehirn für die Illusion eines 'Selbst' und der Illusion des Getrenntseins vom Rest des Universums verantwortlich. Die Annahme eines getrennten 'Selbst' ist seit den formenden Jahren der frühen Kindheit durch Eltern, Religion und Gesellschaft in unser Gehirn einprogrammiert, und es sieht ganz so aus, als passe es tadellos zu unserer linearen Art des symbolischen Denkens. Die linke Hirnhälfte arbeitet dann weiterhin an diesem Gefüge.

Sie neigt durch ihre Beschaffenheit zur selektiven Aufnahme und erinnert Ereignisse, die zur Aufrechterhaltung dieser Annahmen zu dienen scheinen und redigiert selektiv - unbewußt - solche, die dagegen gerichtet sind. Durch das ständige Filtern der Information hält es folglich diese Fiktion eines separaten Selbst aufrecht. Jedoch kann dieses selektive Redigieren von der linken Gehirnhälfte nur bis zur einer bestimmten Schwelle der Ebene, die von Mensch zu Mensch variiert, erfolgreich ausgeführt werden.

Selbst die von der rechten Hirnhälfte aufgezeigten offensichtlichen Widersprüche können übersehen werden, da diese Ebene von der Kraft abhängt, die ein Mensch aufbieten kann, zu seinem Glauben zu stehen. Ist diese Ebene überschritten, geschieht etwas dramatisches. Wenn die Information von der rechten Hirnhälfte die Schwelle erreicht, bringt das die linke Hemisphäre dazu, das gesamte Modell zu revidieren und ganz von vorne anzufangen, was einen Paradigmawechsel bewirkt. Die linke Hirnhälfte versucht, an dem bestehenden Modell festzuhalten, während die rechte versucht, den Paradigmawechsel voranzutreiben.

Erleuchtung ist der radikalste Paradigmawechsel, den es gibt. Die gesamte bisherige individualisierte, ich-zentrierte Weltsicht wird aufgerissen und durch eine neue, universale Ansicht ersetzt, die sich 'aus keinem Mittelpunkt heraus', wie J. Krishnamurti es ausgedrückt hat, entwickelt.

Deshalb geschieht die Erleuchtung spontan, obwohl sie sich allmählich auswirkt. Das ist keine Frage langsamer Transformation, sondern eher ein völliges Ausrangieren des alten Modells und sein Ersetzen durch ein neues. Nur in diesem Fall gibt es kein neues 'Modell' im wahren Sinn des Wortes. Es gibt keine 'storyline' mehr, deshalb werden die Dinge gesehen, wie sie sind und nicht mehr von einem Mittelpunkt aus betrachtet. Das Gehirn hat realisiert, daß es keiner 'storyline' mehr bedarf und belastet sich nicht mehr durch ständige Versuche, die Dinge in das Bild einzufügen.

Auswirkungen der Erleuchtung - Unabhängigkeit, Befreiung

Erleuchtung, sagt die spirituelle Tradition, bewirkt eine völlige Transformation des Individuums. Die indische Philosophie nennt das paraavritti, die westliche Metanoia. Christus verweist darauf als Rückkehr in den Mutterleib, um wieder geboren zu werden. Es transzendiert die Persönlichkeit, das Innere wird vollständig nach außen gekehren:

Was für alle Wesen Nacht ist, das ist für ihn Tag, und was ihnen Tag ist, das ist ihm Nacht.

Bhagavad Gita, II-69

Das ist der glückselige Zustand, der Erleuchtung genannt wird.

Wenn Erleuchtung einmal stattgefunden hat, wird die ganze Welt und das Leben selbst in einem gänzlich anderen Licht gesehen. Die Gedanken des Durchschnittsmenschen sind gewöhnlich ich-zentriert oder ich-gegründet. Nach der Erleuchtung wird dieses 'ich' als Illusion erkannt, und aus diesem Grund werden alle ich-zentrierten Gedanken als sinnlos angesehen.

Das bedeutet nicht, daß sie über Nacht verschwinden. Anfangs treten sie noch auf. Aber bevor man sich tiefer hinein verwickeln kann, bremst die klare Einsicht, daß das 'ich' eine Illusion ist, die Gedankenkette, und die 'ich-zentrierten' Gedanken werden als die Anomalien gesehen, die sie sind - gegründet auf der Illusion des nichtexistenten Ich-Phantoms.

Dies ist in Wirklichkeit ein Prozeß zunehmender Unabhängigkeit von der früheren ich-gegründeten Abhängigkeit, die jeden Menschen bannt und psychologisches Leid verursacht. Mit fortschreitender Unabhängigkeit wird über die Jahre mit ihrem Höhepunkt ein Zustand erreicht, in dem die ich-gegründeten Gedanken überhaupt nicht mehr auftreten. Dieser Zustand wird Befreiung, mukti, moksha, nirvana, Königreich Gottes genannt. Der Befreite ist völlig frei von der Ich-Illusion mit ihren Auswirkungen des psychologischen Leidens.

"Hat er einmal sein Selbst als das universale Selbst realisiert, wird ein Mann selbstlos; und in der Tugend der Selbstlosigkeit sollte er als unabhängig verstanden werden. ...durch Selbstlosigkeit nimmt er weder an Freuden noch an Schmerzen teil..."

Maitrayana Upanishad (12)

Folglich ist der Weise ein Mensch, der sich selbst befreit hat, dessen persönliches Ich tot ist.

"Ich lebe, doch nicht ich, sondern Christus - der ewige Logos - lebt in mir.

Der heilige Paulus

Und dieses verbleibende Nicht-Ich ist dasselbe, was andere Menschen Gott nennen.

So was ist Gott letztendlich?

Gott oder die Wahrheit oder die Realität ist einfach das Bewußtsein oder die Energie, die unseren Körper belebt und das Universum durch unsere Sinne wahrnimmt. Es ist eine andere Bezeichnung für die Subjektivität, die alle Objekte durch 'uns' wahrnimmt. Es erscheint nur so, als würden 'wir' sehen.

Eigentlich sind 'wir' bloße Erscheinungen, Illusionen, die im Körper-Geist während des Sehvorgangs entstehen. Folglich ist Gott das wirkliche Ich, das sogar viel näher als das fiktive Ich ist, mit dem wir uns normalerweise identifizieren. Wenn das fiktive Ich verschwunden ist, ist es das, was bleibt. Es ist das Sehvermögen hinter unseren Augen, der Gesichtssinn, mit dem die Dinge gesehen werden, das Wissen, mit dem alles gewußt wird.

Jetzt können wir verstehen, warum in den Schriften wiederholt festgestellt wird, daß die Wirklichkeit nicht erkannt werden kann. Denn für sie würde das Erkanntwerden bedeuten, daß das Wissende sich selbst erkennen muß. Und für 'uns' würde das Wissen bedeuten, daß 'wir' die Subjekte sind und Es das Objekt wäre - ein Umkehrung der Rollen, denn tatsächlich ist Es das universale Subjekt, und 'wir' sind Objekte, die in Seinem Licht wahrgenommen werden. Wie können 'wir' Es erkennen, und durch wessen Licht?

Selbst wenn 'wir' über Es sprechen, ist dieses 'Es', von dem wir uns eine Vorstellung machen, nicht das reale Es. Das reale Es ist Das, wodurch und mit Hilfe dessen wir uns eine Vorstellung machen. Denn tatsächlich können nicht wir sprechen oder denken, Es ist das, was spricht oder denkt.

'Du kannst nicht über Gott nachdenken, weil Er es ist, der denkt.'

Ken Wilber

Kann der Dolch sich einen Stich versetzen? Kann die Hand sich ergreifen? Kann der Ozean in sich hinab tauchen? Kann das Auge sich sehen? Kann die Zunge sich schmecken? Kann die Blume ihren eigenen Duft riechen? Kann der Spiegel sich selbst reflektieren?

Jnaneshvara

Advaita

Advaita ist der Hindu- oder Vedanta-Name für die Doktrin des Monismus. Wörtlich übersetzt werden kann advaita als Adualismus oder Nichtdualismus, im allgemeinen jedoch wird darauf als Monismus verwiesen. Das ist nicht dasselbe wie Monotheismus, welcher die Auffassung vertritt, daß es nur einen Gott gibt, im Gegensatz zum Polytheismus, der an viele Götter glaubt. Advaita unterscheidet sich auch vom Pantheismus, der annimmt, 'alles ist Gott'. Die Grundlage von Advaita besagt, daß es keine 'Dinge' gibt, es gibt nur Gott. Mit anderen Worten, alles Existierende ist Gott - 'Dinge' sind bloße Erscheinungsformen.

Die Grundannahmen von Advaita sind:

1. Es gibt Eine grundlegende, allem zugrundeliegende Realität oder Quelle der gesamten Manifestation, die Brahman, Nirguna (eigenschaftslos) Brahman, Bewußtsein (Prajna) oder einfach 'DAS' (Tat) genannt wird.

2. Im Gegensatz zur allgemeinen Auffassung von Gott, ist Gott in Wirklichkeit keine Person - Advaita bezieht den Begriff Gott auf diese unpersönliche, undefinierbare Kraft. Diese Kraft kann nicht genau mit Worten beschrieben werden, und daher muß jede Beschreibung mit dieser Einschränkung angenommen werden.

3. Nirguna Brahman hat die Manifestation dieses außerordentlichen Universums nicht erschaffen, er ist zu dieser Manifestation geworden, und auch das nur scheinbar. In diesem Werden bleibt die Natur Brahmans im Wesentlichen unverändert, da Brahman durch seine Beschaffenheit unveränderlich ist, dieses Werden ist also nur ein scheinbares Werden. Das gegebene Beispiel ist der Bildschirm (Brahman) und die darauf projizierten Bilder (die Manifestation).

4. 'Wir' als die separaten individuellen Wesen, die wir unhinterfragt zu sein annehmen, sind auch nicht von Brahman oder der Quelle verschieden. Unsere Annahme, separate psychologische Wesen mit unserem eigenen separaten individuellen Bewußtsein zu sein, IST EINE ILLUSION, verursacht durch unsere fehlerhafte Art zu denken. Diese täuschende Kraft unseres Denkens wird maya genannt.

Wir sind nicht einmal ein Teil Brahmans im Sinne von kleinem Teil des großen Ganzen. Wir SIND Brahman.

References

(1) The Spectrum of Consciousness, Ken Wilber, The Theosophical Publishing House, Wheaton, Illinois, USA; 1977, reprint 1985.

(2) The Atman Project, Ken Wilber, The Theosophical Publishing House, Wheaton, U.S.A., 1989.

(3) The Tao of Physics, Fritjof Capra

(4) My View of the World, Erwin Schroedinger, London: Cambridge Univ. Press, 1964).

(5) What is Life? and Mind and Matter, Erwin Schroedinger, London: Cambridge Univ. Press, 1969).

(6) Phantoms in the Brain, V. S. Ramachandran (neurologist, director of the Centre for Brain and Cognition at the University of California, San Diego, USA).

(7) Brilliant Disguise; Light, Matter and the Zero-Point Field by Bernard Haisch, Science & Spirit, Vol.10/Issue 3, Sep-Oct '99

(8) The Self-Aware Universe, Amit Goswami, 1993, G. P. Putnam's sons, New York.

(9) The Network of Thought, p. 70; Krishnamurti, J., KFI, 2nd Edn., © J. Krishnamurti Foundation Trust, London, 1982.

(10) The Perennial Philosophy, p.36, Aldous Huxley, Harper & Row, New York, 1970.

(11) Gospel of St. John, 17:21.

(12) Quoted in The Perennial Philosophy, p.206, Aldous Huxley, Harper & Row, New York, 1970.


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24.05.2005 um 01:27

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http://www.i-p-p-m.de/Advaita-Meditation/Advaita_Vedanta/Vivekananda/vivekananda.html

Die Philosophie des Advaita Vedanta

Swami Vivekananda

Über Atman

Über das Absolute

Advaita

--------------------------------------------------------------------------------

Über Atman

Wir können also die alten Schriften mit der modernen Wissenschaft in Übereinstimmung bringen. Jene Kraft, die sich, allmählich aber verschiedene Stufen ansteigend, offenbart, bis sie zum vollkommenen Menschen wird, kann nicht aus dem Nichts kommen. Irgendwo muß sie existiert haben, und wenn das Weichtier oder die Keimzelle der erste Punkt ist, zu dem man sie zurückverfolgen kann, dann muß die Keimzelle diese Kraft irgendwie enthalten haben. Es ist ein Streitpunkt, ob die stoffliche Zusammenballung, Körper genannt, die Ursache ist für die Offenbarung der Kräfte, die wir Seele oder Gedanke nennen, oder ob es der Gedanke ist, der sich als Körper kundgibt. Die Religionen behaupten natürlich, der Körper sei eine Manifestation der Kraft, die wir Gedanken nennen und nicht umgekehrt. Moderne Lehren sagen, was wir mit Gedanken bezeichnen, entstehe einfach, wenn sich die Teile der Maschine, Körper genannt, einordnen.


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24.05.2005 um 01:29

Link: www.i-p-p-m.de (extern)

1 VEDANTA (SANSKRIT) (PROF. G. VON PURUCKER)

2 RELIGION UND WISSENSCHAFT (ALBERT EINSTEIN)

3 ERWIN SCHRÖDINGER

3.1 Das arithmetische Paradoxon - Die Einheit des Bewußtseins

3.2 Was ist wirklich?

3.3 Die vedantische Grundansicht

http://www.i-p-p-m.de/Advaita-Meditation/
Advaita_Vedanta/Forscher___Advaita/forscher___advaita.html


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24.05.2005 um 01:30

Link: members.aol.com (extern)

alle religionen reden vom selben,selbst der buddhismus schließt,das was der christ als gott bezeichnet nicht aus:

Nirvana - ein anderes Wort für Heiliger Geist

Kurzbeschreibung

Nach weitverbreiteter Ansicht ist das Ziel des Christentums die persönliche Erlösung, das Ziel des Buddhismus dagegen das Aufgehen der Person im Nirvana (fälschlicherweise oft als "nichts" verstanden, weil nicht verstanden, daß eine Art Universalseele ohne Zeit, Formen und persönliche Grenzen gemeint ist, von Mystikern z.B. als lichter Raum erlebt). Wir zeigen an Zitaten von Mystikern, daß beides nebeneinander existieren kann und sich gegenseitig nicht ausschließt. Und daß Worte hier für das Verständnis hinderlich sein können, weil sie verschiedenen Sprachen entstammen, aber fast dasselbe bedeuten.


weiter im link:
http://members.aol.com/leonheinz/nirvana.htm


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28.10.2005 um 18:05

„Eins“ zu werden, bedeutet keines Wegs, sich auszugrenzen und aus der „Mehrheit“ zurück zu ziehen. Ganz im Gegenteil, um „eins“ zu werden, muss man sich mitten in das Getümmel, der Massen und der Mehrheit stürzen, ja man taucht gar in sie ein und geht eine urnatürliche wechselseitige Symbiose mit ihnen ein.
„Eins“ zu werden, bedeutet keines Wegs, sich auszugrenzen und für sich alleine zu stehen.
Ganz im Gegenteil, das „Eins“ werden, ist kein „sich abkapseln“, sondern vielmehr das bewusste verschmelzen mit der masse, ein anpassen, an das wesen und die regeln, des „großen Einen“ [des „Alles was ist“ = (ALLES das: IST);
ALLES das IST und ALLES das nicht IST].
Wenn man „Eins“ wird, heißt das keines falls, das man sich dem großen Fluss des Lebens entfremdet und entzieht, gegen die „Strömung“ ankämpft.
Es ist viel mehr ein akzeptieren und zur rast kommen, ein besinnen auf die Grundlage der Mehrheit, des absoluten.

Aus diesem erstmals, zur ruhe und stille gekommenen Bewusstsein erschöpft, entfalltet sich in folge dessen unweigerlich eine Offenbarung; das zu teil werden und erfahren, der großen ewigen Wahrheit, dem absoluten, das „Allem“ zugrunde liegt, das mit seiner Energie und Tatsache erst das „Sein“, das leben hervor bringt, die Grundlage und den Boden darstellt, aus dem sich alles erschöpft und auf dem sich alles aufbaut.
In dessen inneren, die Eigenschaften und Mineralien zusammenkommen, um den Dünger zu bilden, der den Samen des Lebens, des „seins“, ersprießen lässt, auf dem wir erwachsen.

„Eins“ zu werden bedeutet also keines falls sich in einer Illusion zu wiegen, die uns rastlos und Glaubens macht, das jeder für sich, ein einzelnes und eigenständiges Individuum darstellt, dem eine Vielfalt und verschiedene Eltern zu Grunde liegt, sondern ganz im Gegenteil, sich und seiner um(-liegenden)welt bewusst zu werden, in dem man erwachse;
wie es nur dem natürlichen lauf entspricht, und aus dem jungen Samen(,) der Maya tritt, der unsere Wahrnehmung und unser handeln verwirrt.

Wir haben uns in diesem entwickelt, sind puppatiert, in einem zustand kindlicher Naivität und Rebellion haben wir unsere Kräfte und Grenzen erforscht, haben in unbedachten, unbewussten Handlungen, die Voraussetzung für ein verantwortungsvolles reifendes leben erfahren und warten lediglich noch voller Unentschlossenheit auf unsere Geburt, den Moment, an dem wir die schale des Eies durchstoßen, unsere triebe, den spross, aus dem Samen strecken, um dem licht und der schöpferischen wärme entgegenzutreten/-wachsen, heraus aus der erblindenden Dunkelheit, ohne Orientierung und klaren ansichten.

Wir sind innerlich aufgerührt, weil wir dort wissen, das wir nun verwurzelt sind und bisher alles nötige erfahren haben, um den nächsten schritt zu wagen.
Einen neuen schritt, auf dem weg des Lebens, des erwachsens und Erwachsen werdens.
Den, innerlich lang ersehnten, schritt aus der kalten Dunkelheit, ins warme licht der Frühlingssonne, begleitet von einem ersten klaren und nie da gewesenen blick auf die dinge, die sich vor uns als ewige weiten erstrecken, den ersten blick auf die wahre Schönheit der Schöpfung und ihrem nie endenden Reichtum.

Wir sind noch zaghaft, da das gewohnte und die Dunkelheit, doch alles ist was wir bis jetzt hatten und das was uns doch bisher ausmachte. sie war der weg, der uns doch bis hier brachte und sie war unser vermeintliches leben.
Wir sind nun mal auf Sicherheit bedacht, auch wenn diese noch auf falschen Definitionen, der dinge beruht, als Trugbild der Illusion geprägt werden kann; aber wir neigen dazu, lieber auf der sinkenden Titanic der Angst stehen zu bleiben, die an ihrem selbst geschaffenen Eisberg der Kälte zugrunde geht, und uns diesem Schicksal zu ergeben, es als eigenes zu prägen, sich von Gedanken hin und her treiben zu lassen, als das wir den Sprung, in eine noch offene Zukunft wagen würden, welche, im schlimmst möglichen falle, lediglich das selbe bekannte Schicksal bereit hält, was uns aufzeigt, das wir mit diesem einen Sprung, der Verzweiflung, Resignation, aber auch des Vertrauens, auf dem sich ein ganzes leben hofft, nichts verschlechtern können, das wir keine illusionäre Sicherheit verlieren, dafür aber die Chance auf wahre Sicherheit und ein wahres leben oder „sein“ ,einem absoluten „sein“ gewinnen können.

Die Chance auf ein durchbrechen, der uns einengenden, starren, kleinen, kalten und dunklen schale, die wir „Welt“ nennen, die Chance unsere kindlich-naive Sturheit, Gewohnheit und Bequemlichkeit, gegen Einsicht zu tauschen, zu tauschen, was der Vergänglichkeit geweiht ist, gegen etwas das von Dauer und Beständigkeit beeinflusst wird, einfach gegen etwas das Zukunft bedeutet, nämlich das erste mal und aus vollem Bewusstsein „erwachsen“ zu handeln.

Erwachsen zu handeln, indem „ich“ eine Entscheidung aus der tiefsten Aufrichtigkeit, der quelle des selbst treffe, bewusst und wissentlich Verantwortung trage gegenüber der Zukunft, die „ich mir“ und meinen Kindern, Brüdern und ahnen schaffe und zum ersten mal entscheiden muss, mit dem schiff und einem, von jedem, frei gewählten zerstörerischen verhalten und leben unterzugehen, oder ob ich diese göttliche und einmalige Chance vage, mein leben erwachsen zu lassen, zu handeln, denken und zu verantworten, das ich mich und meine Umwelt aus einer kalten, dunklen Todeszelle befreie und zum ersten mal die Freiheit genießen kann.

Die Freiheit, wie sie sich kinder mit der volljährigkeit und dem erwachsenen dasein erträumen und der sie entgegen sehen und genau das ist es.
Erstes und einzigstes ziel, in der entwicklung des jungen lebens, evolutionärer schritt im werdegang des geistigen wesens.

(C) lesslow


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sheielia
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28.10.2005 um 20:46

da hast du schon recht aber wenn man es beachtet weiß man trotzdem auch nicht mehr

Namaste!

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29.10.2005 um 02:58

kann sein

Gruß
SaifAliKhan

Krieg ist der Terrorismus der Reichen und Terrorismus ist der Krieg der Armen!


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lesslow
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06.01.2007 um 23:06

der letzte post hat nach neuer sicht womöglich einige unzulänglichkeiten...

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ashert
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07.01.2007 um 03:55

Jeder sollte seinen Beitrag leisten, nur mit der Masse eins zu sein, klingt nicht sehrkonstruktiv, eher nach passiven Mitläufertum.

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lesslow
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07.01.2007 um 11:50

Leseprobenvon Paramahansa Yogananda

FreieOnline-Bücher von Swami Omkarananda

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07.01.2007 um 13:08

Es ist zu schwer für Menschen wirklich zu verstehen.
Wie soll man Unfassbares auchverstehen können.

Man kann versuchen zu verstehen.
Für 99% wird es mit demversuchen Enden.
Gesegnet sei der, der Versteht ?

Gesegnet sind auch die,die nie aufhören zu versuchen zu verstehen.

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lesslow
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07.01.2007 um 15:14

ich möchte gerne das buch von swami paramahansa ygananda empfehlen, das da lautet"religion als wissenschaft". es ist kurz und prägnant, liebevoll und aussagekräftig.

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informatio
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18.01.2007 um 21:21

Aufgrund der mir persönlich sehr gut gefallenen Texte möchte ich Eines noch hinzufügen:

Wir haben es mit der Unendlichkeit zu tun, die in unendlich vielen Formenexistiert und unendlich viele Namen besitzt. Und jede Teilmenge der Unendlichkeit istwieder unendlich. Das macht es nur sehr schwer möglich, sie zu verstehen. Wenn ich sage,Maria ist braun ODER blond, dann versteht das jeder. Wenn ich aber sage, Maria ist braunUND blond, dann gibt es Verständnisprobleme. Aber genau das ist das Wesen derUnendlichkeit, immer "SOWOHL ALS AUCH", wobei die Begriffe "sowohl als auch", "entwederoder" und "weder noch" ebenfalls im "SOWOHL ALS AUCH" inbegriffen sind. Deshalb habe iches großgeschrieben.

Alles ist miteinander verbunden durch unendlich kleineGrenzen. Alles ist "Geist", denn die Unendlichkeit läßt sich nur als "Geist" verstehen.

Namen für die Unendlichkeit sind z.B.:
Gott
Buddhismus
Hinduismus
Christentum
Naturreligionen
Elefant
Katze
Bakterie
Otto
George W. Bush
Kosmos
Milchstraße
Stuhl
Kühlschrank
Atom
Quant ..... Alles!

So verstehe ich es.

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lolle
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18.01.2007 um 21:41

Wiedermal ein einfacher Neo Religionsthread.

Zwar ist das alles was da stehtkein Beweis für Gott, und man hätte es auch um einiges weniger euphorisch verfassenkönnen, aber groß pochen auf: WOLLT IHR VERSTEHEN, das amcht ja auch viel Spaß.

Versteh du doch lieber, das man selbst Gott als einfach ausführendes Organ sehenkann, und somit auch nichtmehr als Gott, das ist rein subjektiv, ob du es Gott, urenergieoder sontwie nimmst, wenn es das gibt.

l

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18.01.2007 um 21:52

Alles ist jetzt. Könnte man schon verstehen. Alles ist eins...da wird es kompliziert.



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