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Sacred Weeds - Blue Lilly

... aus dem Blog von lesslow   Profil von lesslow

"Es gibt immer noch Menschen die Psychedelika wehement ablehnen.

Kaum einer davon hat sie je ausprobiert und die Ablehnung geht zu 99% auf das Konto von Leuten,

die nicht die geringste Ahnung von ihren Wirkungen haben.

Aber ob sich daran in nächster Zeit wesentlich etwas ändern wird, ist schwer zu sagen."



Duncan Blewett - ehem. Dekan der Psychologischen Fakultät, Universität Saskatchewan

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Sacred Weeds - Blue Lilly


01.01.2010 um 21:43, keine Kommentare
Eine wissenschaftliche Studie über die Blaue Seerose:




Nymphaea caerulea Blaue Lotusblume

Familie

Nymphaeaceae (Seerosengewächse); Gruppe Apocarpiae, Untergattung
Brachyceras

Formen und Unterarten
Keine (Vgl. SLOCUM et al. 1996: 164* ).

Synonyme
Nytrtphaea coertilea (Falschschreibung!)

Volkstümliche Namen
Blaue Seerose, Blauer Lotus, Himmelblaue Seerose, Änioß (Altgriechisch), Lotus (Römisch), vwpoataa (Altgriechisch), Nymphaea (Römisch), Ssn (Ägyptisch), Utpala (Sanskrit)

Geschichtliches
Blauer und Weißer Lotus waren im alten Ägypten die wichtigsten kultivierten (rituellen) Pflanzen. Sie wuchsen wild in Teichen und Nilniederungen, wurden aber in allen natürlichen und künstlich angelegten Wasserflächen angebaut (HUGONOT 1992). Sie wurden wegen ihrer Schönheit, wegen ihres bezaubernden, hyazinthähnlichen Duftes, wegen ihrer Symbolik und vermutlich wegen ihrer berauschenden Wirkung geschätzt. Die Knospen und Blüten waren ein beliebter Kopf- und Haarschmuck. Lebende und Tote wurden gleichermaßen mit Girlanden behängt. Die Grabgirlanden des großen Pharaos Ramses 11. (12901223 v. Chr.) bestanden fast ausschließlich aus den weißen und blauen Blütenblättern (GERMER 1988 ). Der Ägyptische Lotus
[ Nyrtiphaea lotits (L.) WILLD.] wurde bereits von Dioskurides beschrieben (IV 112); sicherlich war ihm auch der Blaue Lotus bekannt. Erstmals erwähnt wurde der Blaue Lotus im Ägyptischen Totenbuch (HORNUNG 1993: 167, 364). Anscheinend wurden die Rhizome von den alten Ägyptern gegessen.

Verbreitung
Der Blaue Lotus kommt nur im Nildelta und den Nilniederungen, seltener in Palästina vor (ZANDER 1994: 397 ). Heute ist er im Nilland fast völlig verschwunden und stark vom Aussterben bedroht.

Anbau
Die Pflanze läßt sich über das Rhizom vermehren und in ruhige Wasserflächen setzen.

Aussehen
Der Blaue Lotus hat blaue oder himmelblaue, manchmal etwas ins Violett gehende Blüten, die an langen Stielen die Wasseroberfläche um 20 bis 30 cm überragen. Die langstieligen Schwimmblätter sind rund. Der Blaue Lotus kann leicht mit der violett blühenden Nymphaea noI1chcili BURMAN f. [syn. Nymphaea stellata WILLDENOW] verwechselt werden

Droge
Knospen oder Blüten

Zubereitung und Dosierung
Es werden sechs Knospen oder Blüten, die bereits geöffnet waren und sich wieder geschlossen haben, in Wasser ausgekocht. Die Blüten werden in einem Leinentuch ausgedrückt, so daß ihr grünbrauner Saft in das Wasser übergeht.

Rituelle Verwendung
Der Blaue Lotus stand im alten Ägypten sehr eng mit den detaillierten und visionären Jenseitsvorstellungen und Wiedergeburtskonzepten in Verbindung. Zahlreiche Knospen, Blütenblätter und Girlanden wurden als Mumienschmuck und Grabbeigaben entdeckt. Die Blüte steht für das erleuchtete und wiedererwachte Bewußtsein des Verstorbenen; es ist »jene Lotusblüte, die in der Erde leuchtet« (Totenbuch, Spruch 174, 30; vgl. DASSo 1994).
In der Geschichte vom Kampf zwischen Horus und Seth erscheint die Lotusblüte als ein Symbol des göttlichen, also alles erschauenden Auges. Als Seth den ruhenden Horus unter einem Baum in einer Oase aufgespürt hatte, riß er dem Schlummernden beide Augen aus und vergrub sie im Sand, woraufhin sie sich in Lotusblüten verwandelten. Aufgrund der mythologischen, kosmologischen, symbolischen und künstlerischen Bedeutung der Seerose vermutet William Emboden
(1978), daß die alten Ägypter den Blauen Lotus wegen seiner narkotisierenden Wirkung als Droge zur Erzeugung einer schamanischen Ekstase unter einer elitären Priesterschaft benutzten. Da der Blaue Lotus meist zusammen mit Alraunen
(Mandragora officinarum) und Mohnblüten (von Papaver somniferum oder
Papaver rhoeas, vgl. Papaver spp.) dargestellt wurde, liegt die Vermutung nahe, daß es sich dabei um ein »ikonographisches Rezept« handelt. Demnach wäre ein psychoaktiver Ritualtrunk, bestehend aus Lotusknospen, Alraunenfrüchten und Mohnköpfen, durchaus denkbar (EMBODEN 1989).

Artefakte
Von Tutenchamun wurde ein Porträtkopf gefunden, der aus einer Lotusblüte hervorgeht. Die Seerose war mit dem Sonnengott Re als Lichtbringer verbunden. Meist wurden blaue Seerosenblüten zusammen mit gelben Alraunenfrüchten und roten Mohnköpfen dargestellt (siehe oben). Sehr häufig erscheinen sie in Szenerien, die schamanischen, visionären oder initiatorischen Charakter haben. Stilisierte Lotusblüten waren ein wichtiges ornamentales Element in der Kunst (Gefäßformen, Säulenkapitelle) im alten Äygpten (EM BODEN 1989). Die Blaue Lotusblüte war auch ein Symbol des Mysteriengottes Osiris, der auch als Herr von Bier und Wein (siehe
Vitis vinifera) galt. Medizinische Anwendung Seerosen wurden im alten Ägypten zur Behandlung der Leber, bei Verstopfung, gegen Giftstoffe und zur Regulierung des Harns verordnet. Man benutzte die Blütenblätter sowohl äußerlich wie auch innerlich, dann vor allem als Klistier (RÄTSCH 1995: 351 * ).


Inhaltsstoffe
»Von Nymphea Lotus und Nymphea coeridea [ sic! ] sind keine pharmazeutischen Eigenschaften bekannt.« (GERMER 1979: 28*) Die Blätter und Blüten sollen aber narkotische Eigenschaften haben. Nach EMBODEN sind in Nymphaea caeridea
vermutlich Alkaloide enthalten (1978). Die Blüten produzieren ein kostbares ätherisches Ö1, dem aphrodisierende Eigenschaften zugeprochen werden.

Wirkung
3 bis 6 Knospen, als Tee getrunken, sollen hypnotische Wirkungen hervorrufen. Das Dekokt beginnt nach ca. 20 Minuten zu wirken. Zuerst treten Muskelzittern und Übelkeit auf. Danach kommt es zu einer besonnenen Ruhe mit Veränderungen der Farbwahrnehmung, Gehörhalluzinationen und anderen Veränderungen der auditiven Wahrnehmung. Die Wirkung klingt nach zwei Stunden schnell ab.

Marktformen und Vorschriften
Der Blaue Lotus ist heute eine sehr seltene Pflanze geworden. Es ist zu bezweifeln, daß er in irgendeiner Form gehandelt wird. Das ätherische Öl kommt nur sehr selten in den Handel. Es ist dann meist in Sandelöl gelöst und extrem teuer (mündliche Mitteilung von John Steele)

aus: Christian Rätsch - Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen
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