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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

51 Beiträge, Schlüsselwörter: Zerfall, Halbwertszeit, Radioactivity

Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

15.09.2017 um 08:17
Schnurzel schrieb am 09.09.2017:Die Wahrscheinlichkeit, dass ein betrachteter einzelner Kern sich innerhalb der ersten Halbwertszeit umwandelt, beträgt 50 %,
Ein Ereignis für das so manch ein Physiker, wahlweise sein rechtes oder linkes Auge  hergegeben hätte. :)


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

15.09.2017 um 10:43
MareTranquil schrieb:Einen Brennstab kann man durchaus in die Hand nehmen. Aber halt nur, bevor er das erste Mal im Reaktor war.
OK, klingt auch nach den anderen Beiträgen logisch. Danke.


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

01.01.2019 um 19:21
@Schnurzel
@kleinundgrün
@fritzchen1
@kuno7
@Peter0167
@uatu
@eidexe
@MareTranquil
@knopper
@mojorisin
Schnurzel schrieb am 09.09.2017:Was mir auch gar nicht mehr so bewusst war: Was eine kurze Halbertszeit hat, - das strahlt kurz, aber tödlich ... was eine lange Halbwertszeit hat, kann man von der Strahlung her vergessen, ja?
Das ist eine Frage die mir auch schon länger auf den Nägeln brennt!
Warum wird nach Endlagerstätten für Atommüll gesucht, die mindestens für eine Million Jahre sicher sind bzw. was macht radioaktive Substanzen mit hoher Halbwertszeit überhaupt so gefährlich? Schließlich geben sie doch pro Zeiteinheit auch nur wenig radioaktive Strahlung ab!

Die Erklärung von @MareTranquil leuchtet mir leider nicht ganz ein...
MareTranquil schrieb am 14.09.2017:Das gefährliche an einem Atomkraftwerk ist ja streng genommen nicht das Uran selbst, sondern die vielen verschiedenen Isotope mit allen möglichen Halbwertszeiten, in die sich das Uran aufspaltet.
Bei einem radioaktiven Isotop mit einer relativ langen Halbwertszeit von z.B. 100000 Jahren, würden doch pro Zeiteinheit auch nur wenige Isotope mit einer kürzeren Halbwertszeit entstehen, auch wenn diese ihrerseits vielleicht in Isotope mit noch kürzerer Halbwertszeit zerfallen.
Und weil es sich dabei um keine exponentielle Reaktion handelt, da bei jedem Zerfall durch Abspaltung eines Heliumatomkerns pro Ausgangsisotop immer nur ein neues Isotop mit einer eventuell kürzeren Halbwertszeit entstünde und beim Blei ohnehin Schluss wäre, würde das doch einen endlichen Prozess bedeuten.

Das heißt, auch wenn die reale Aktivität z.B. eines Fasses Atommüll höher ist als bei alleiniger Betrachtung der Halbwertszeit des Ausgangsisotops, so wäre sie doch immer noch indirekt proportional dazu, was bedeuten würde, dass Isotope mit sehr langer Halbwertszeit trotzdem für die Menschen in ein paar tausend Jahren vergleichsweise harmlos wären.

Wo ist mein Denkfehler?


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

01.01.2019 um 21:14
JohnDifool schrieb:Warum wird nach Endlagerstätten für Atommüll gesucht, die mindestens für eine Million Jahre sicher sind bzw. was macht radioaktive Substanzen mit hoher Halbwertszeit überhaupt so gefährlich? Schließlich geben sie doch pro Zeiteinheit auch nur wenig radioaktive Strahlung ab!
JohnDifool schrieb:Das heißt, auch wenn die reale Aktivität z.B. eines Fasses Atommüll höher ist als bei alleiniger Betrachtung der Halbwertszeit des Ausgangsisotops...
Der Denkfeler liegt vielleicht darin begründet, dass es das Ausgangsisotop nicht in Reinform gibt, schon gar nicht in Form von Natururan, sondern dass Nuklidgemische vorliegen, die durch Kernspaltung und Neutroneneinfang entstanden sind. Stoffgemische unterschiedlicher Aktivität und Halbwertszeit, die auch auf menschlich gesehen langen Zeitskalen noch gefährlich sind. Die wirklich langlebigen Isotope sind dabei, wie Du richtig vermutest, das kleinere Problem.

Siehe auch Wikipedia: Radioaktiver Abfall


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

01.01.2019 um 23:11
Schnurzel schrieb am 09.09.2017:Aber nochmal zur Zerfallszeit ... könnte man sagen, nach 8-facher Halbwertszeit ist "alled jut"?
Du darfst nicht vergessen dass auch die Zerfallsprodukte radioaktiv sein können. Letzten Endes musst du eine Betrachtung aller Zerfallsprodukte, deren Häufigkeit und deren Konzentrationen zu allen Zeitpunkten machen. Ich erinnere mich dunkel dran dass wir das im Studium rauf und runter rechnen mussten. Ganz eklige Sache.


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

02.01.2019 um 04:30
mojorisin schrieb am 14.09.2017:Lange Rede kurzer Sinn: Gerade wegen der megalangen HWZ hat man nach 4,6, Milliarden Jahren Erdgeschichteüberhaupt noch ein Material das sich für die Kernenrgie nutzen lässt.
So gesehen wäre dies unser kleinstes Problem, da ohne diese langen HW unser Erdkern wohl deutlich kühler und zähflüssiger wäre und damit kein Magnetfeld und menschliches Leben je existiert hätte.


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

02.01.2019 um 11:26
Hallo @JohnDifool , hallo @alle !
JohnDifool schrieb:Wo ist mein Denkfehler?
Um deinen Denkfehler mal in komprimierter Form zu beschreiben :

Es gibt eine "technische Wahrheit" und eine "Politische". Nach der politischen Wahrheit ist Atomkraft, mit allem was damit zusammen hängt, so gefährlich, das man es kaum noch steigern kann. Viele Politiker, speziell die Grünen, verdanken ihren Aufstieg auch der Atomphobie, die sie selbst mit geschürt haben. Die Politiker werden "einen Teufel tun", aber nicht ihre "Erfolgsthesen" widerrufen oder das Müllproblem als lösbar darstellen.


Gruß, Gildonus


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

02.01.2019 um 16:16
Gildonus schrieb:oder das Müllproblem als lösbar darstellen
DAS Müllproblem ist auch so erstmal nicht lösbar. Wer z.B. trägt die Kosten für die Wartung und Überwachung der Endlagerstätten in Zukunft?
Diese Kosten werden z.B, ohne mit der WImper zu zucken an die zukünftigen Generationen weitergegeben die sich natürlich bedanken werden. Mehr Details findet man dazhu in diesem Quarks Video.



Wie kompliziert die Endlagerung sein kann sieht man am ehemaligen Salzbergwerk Asse. Dort wurde in den 70er die Endlagerung getestet und heute leckt das SAlzbergwerk. Jetzt, 40 Jahre später, muss man den gesamten Müll wieder rausholen, doch teilweise ist nicht mal dokumentiert was in den Fässern drinne ist oder wievile Fässer überhaupt im Bergwerk ist. In den 70er hat man teilweise einfach die radioaktiven Fässer da reingekippt. Mehr Details dazhu hier:



Sehr interessant ab 4:50 min.


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

02.01.2019 um 19:57
Gildonus schrieb:Nach der politischen Wahrheit ist Atomkraft, mit allem was damit zusammen hängt, so gefährlich, das man es kaum noch steigern kann.
Harrisburg - Tschernobyl - Fukushima kann man locker steigern. Die Langzeitfolgen einfach nur Phantasie...
Klimawandel und Seveso PillePalle?
Was sonst noch so?
Was sagen denn die großen Versicherer auch gerade die Rückversicherer zu diesen Themen?


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

03.01.2019 um 11:40
Hallo @Smiler , hallo @alle !
Smiler schrieb:Harrisburg - Tschernobyl - Fukushima kann man locker steigern.
Smiler schrieb:Was sonst noch so?
Wie wäre es mit dem Majak - Zwischenfall von 1957 ?

Dieser Unfall ist der "Bestvertuschte" in der Geschichte der Atomkraft. Ginge es nach der Anti - Atompropaganda, müßte dort so etwas wie Tarantula oder ein dreiköpfiger Hund rumlaufen, so viel Radioaktivität wurde dort vor über 60 Jahren frei gesetzt. Statt dessen gibt es dort nur verstrahlte Landschaft, die man für ein Naturparadies halten könnte, wenn man es nicht besser wüßte.


Gruß, Gildonus


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

03.01.2019 um 11:46
@Gildonus
Gildonus schrieb:das Müllproblem als lösbar darstellen.
Ist den das Problem der Endlagerung gelöst?


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

03.01.2019 um 18:03
Hallo @mojorisin , hallo @alle !

Der Hintersinn deiner Frage ist mir nicht so ganz klar und auch nicht weshalb du meinen Satz nur teilweise zitierst.
Das Problem bei der Endlagerung ist die Politik, die es als unlösbar, teuer und was sonst noch darstellen will.

Gruß, Gildonus


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

03.01.2019 um 21:35
@Gildonus
Gildonus schrieb:Das Problem bei der Endlagerung ist die Politik, die es als unlösbar, teuer und was sonst noch darstellen will.
Nein, das Problem bei der Endlagerung ist das es momentan keine Lösung gibt für die Endlagerung. Insbesondere sind das die langen Strahldauern:
Da Radioaktivität niemals auf Null zurückgeht, muss ein Vergleichsmaßstab herangezogen werden, um festzulegen, wie lange Atommüll sicher von der Biosphäre abgesondert bleiben muss. Bei der Einlagerung in tiefe geologische Formationen ist der allgemein akzeptierte Vergleichsmaßstab die Radioaktivität natürlicher Uranvorkommen. Je nach Art der betrachteten Uranlagerstätte kann ein längerer oder kürzerer Isolationszeitraum notwendig erscheinen. In Deutschland ist die Anforderung auf eine Million Jahre hinaufgesetzt worden: „In Anlehnung an Anforderungen des AkEnd (2002) sowie der Sicherheitskriterien (Baltes et al. 2002) wurde von einem notwendigen Isolationszeitraum, d. h. dem Zeitraum, für den die Schadstoffe im einschlusswirksamen Gebirgsbereich des Endlagers zurückgehalten werden müssen, in der Größenordnung von 1 Million Jahre ausgegangen.“[1]
Wikipedia: Endlager_(Kerntechnik)#Schutzziel

Ein möglicher AUsweg:
Prinzipiell könnte man das Problem langlebiger hochradioaktiver Abfälle dadurch entschärfen, dass man die problematischsten Nuklide abtrennt und durch Neutronenbestrahlung in kurzlebige oder stabile Isotope überführt. Ob diese Transmutation technisch und wirtschaftlich machbar ist, wird gegenwärtig (2017) noch untersucht

Wikipedia: Endlager_(Kerntechnik)#Zu_lagernder_Atommüll

Zur Klärung der Endlagerfrage:
In der öffentlichen Diskussion um die weltweit ungeklärte Endlagerfrage geht es im Wesentlichen um solche hochradioaktiven Spaltprodukte aus der Kernenergienutzung. Für schwach- und mittelaktive (keine Wärme entwickelnden) Abfälle werden in verschiedenen Staaten Endlager betrieben oder vorbereitet.
Ich habe aber das Gefühl das du das Problem eher herunterspielen willst:
Gildonus schrieb:Dieser Unfall ist der "Bestvertuschte" in der Geschichte der Atomkraft. Ginge es nach der Anti - Atompropaganda, müßte dort so etwas wie Tarantula oder ein dreiköpfiger Hund rumlaufen, so viel Radioaktivität wurde dort vor über 60 Jahren frei gesetzt. Statt dessen gibt es dort nur verstrahlte Landschaft, die man für ein Naturparadies halten könnte, wenn man es nicht besser wüßte.
Z.B. in dem du von Anti-Atompropaganda sprichst. Es ist aber Fakt das grundlegende Fragen z.B. zur Endlagerung vor allem langlebiger radioaktiver Isotope noch keine Lösungen da sind. UNd das "Versuchsendlager" Asse spricht ja für sich:
Wikipedia: Schachtanlage_Asse


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

04.01.2019 um 11:59
JohnDifool schrieb:Warum wird nach Endlagerstätten für Atommüll gesucht, die mindestens für eine Million Jahre sicher sind bzw. was macht radioaktive Substanzen mit hoher Halbwertszeit überhaupt so gefährlich? Schließlich geben sie doch pro Zeiteinheit auch nur wenig radioaktive Strahlung ab!
So einfach ist das leider nicht. Beispiel: Plutonium 239, dass bei Kernkraftwerken eines der häufigsten Abfallprodukte ist, ist ein reiner Alphastrahler (Halbwertszeit über 24.000 Jahre). D.h. seine Strahlung ist ganz einfach abschirmbar, und zwar sogar durch die menschliche Haut. Ganz anders ist es jedoch wenn ein Alphastrahler in den Körper gelangt. Dann fällt der Schutz der Haut weg und der Alphastrahler wirkt direkt auf die Zellen in der Nähe. Dadurch kommt die volle Energie eines "herumfliegenden" Heliumkerns zu tragen mit allen zellschädigenden Konsequenzen. Dies bedeutet, dass man auch auf solchen, strahlungsmäßig eigentlich beherrschbaren, Abfall (und in diesem Fall sogar eine lange lange Zeit) gut aufpassen muß.


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

04.01.2019 um 13:07
Hallo @mojorisin , hallo @alle !


Ich spiele hier nicht herunter, sondern erlaube mir den Luxus gegen die "Anti - Atomlobby", also den politisch - wirtschaftlichen Komplex, der sich schon vor Jahrzehnten gebildet hat, zu schießen. Diese Leute arbeiten damit irrationale Ängste zu schüren und nehmen es mit der Wahrheit, mal höflich ausgedrückt, nicht sonderlich genau. Auch hier gilt die alte Demagogenlogik nach der das Volk jeden Unsinn glaubt, solange man den oft genug widerholt.

Der von mir erwähnte Majak Zwischenfall (1957) war wahrscheinlich der schwerste (!?) in der Geschichte der Atomkraft. Genaues wird man da nie erfahren, weil man den vertuschen konnte und wenn es 20 Jahre später keinen "Wistelblower" gegeben hätte, hätten wir heute keinen Anhaltspunkt um an einen solchen Unfall zu glauben. Geht es um die oft beschworenen Langzeitfolgen, verhält sich das so wie mit den UFO´s. Jeder hat davon gehört, jeder weiss das es welche gibt, aber keiner hat jemals Eins gesehen.

Wenn es um das Endlagerproblem geht sprechen viele über Transmutation, die praktischerweise nur in einem Atomkraftwerk stattfinden kann, aber keiner über die Mengen, um die es eigendlich geht. Ein duchschnittlicher Atomreaktor benötigt im Jahr rund 30 Tonnen Brennstoff, bei einem Großen ist es vieleicht das Doppelte. Werden die Brennelemente recykelt, was nach meiner Meinung zwingend geboten wäre, bleiben da 1 bis 2 % strahlender Atommüll übrig. Diese Menge passt, um es mal anschaulich zu schildern, in ein oder zwei Mülltonnen.

Wikipedia: Castor_(Kerntechnik)

Einen interessanten Hinweis, das ich zumindest nicht falsch liege, findest du in diesem Wikipediaartikel. In einem Castor werden zumeist 10 Tonnen Brennelemte transportiert und die "Nettoabfallmenge" beträgt 180 kg. Beim Zählen der Castoren auf den selten gewordenen Filmaufnahmen komme ich nur bis 8. Ich habe den Eindruck man habe die Wiederaufarbeitung der Brennelemente auch (!) deshalb gestoppt um überhaupt erwähnenswerte Abfallmengen präsentieren zu können für die man dann ein kostspielige Lösung braucht.

Ein Lösungsansatz wäre es den "Restmüll" bestmöglich zu trennen und für jeden Gefahrenstoff eine eigene Lösung zu finden. Geld scheint für Politiker keine Rolle zu spielen. Langlebige Isotope könnte man jetzt schon in Keramik einschließen, einem Verfahren das vor Jahrzehnten erfunden wurde, und es in eine unterirdische Schadstoffdeponie geben. Ich sehe beim besten Willen keine Notwendikeit dafür eine eigene Atommülldeponie zu errichten.


Gruß, Gildonus


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

04.01.2019 um 13:14
Gildonus schrieb: Geht es um die oft beschworenen Langzeitfolgen, verhält sich das so wie mit den UFO´s. Jeder hat davon gehört, jeder weiss das es welche gibt
Diese Teilaussage lässt mich am Gehalt Deines Beitrages echt zweifeln.


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

04.01.2019 um 14:04
Gildonus schrieb:Der von mir erwähnte Majak Zwischenfall (1957) war wahrscheinlich der schwerste (!?) in der Geschichte der Atomkraft. Genaues wird man da nie erfahren, weil man den vertuschen konnte und wenn es 20 Jahre später keinen "Wistelblower" gegeben hätte, hätten wir heute keinen Anhaltspunkt um an einen solchen Unfall zu glauben.
Sowohl der Unfall in Tschernobyl wie der in Fukushima waren schwerer (Majak Stufe 6, Tschernobyl und Fukushima Stufe 7 der INES).
Gildonus schrieb: Geht es um die oft beschworenen Langzeitfolgen, verhält sich das so wie mit den UFO´s. Jeder hat davon gehört, jeder weiss das es welche gibt, aber keiner hat jemals Eins gesehen.
Deshalb sind auch nach 30 Jahren noch Pilze und Wild in Bayern stark mit Cäsium 137 belastet:
https://www.bfs.de/DE/themen/ion/umwelt/lebensmittel/pilze-wildbret/pilze-wildbret.html
Cäsium reichert sich übrigens im Muskelgewebe an...
Gildonus schrieb:Einen interessanten Hinweis, das ich zumindest nicht falsch liege, findest du in diesem Wikipediaartikel. In einem Castor werden zumeist 10 Tonnen Brennelemte transportiert und die "Nettoabfallmenge" beträgt 180 kg. Beim Zählen der Castoren auf den selten gewordenen Filmaufnahmen komme ich nur bis 8. Ich habe den Eindruck man habe die Wiederaufarbeitung der Brennelemente auch (!) deshalb gestoppt um überhaupt erwähnenswerte Abfallmengen präsentieren zu können für die man dann ein kostspielige Lösung braucht.
Ich empfehle dir die Lektüre des Wikipedia Artikels zur atomaren Wiederaufbereitung. Die Wiederaufbereitung ist derzeit wirtschaftlich nicht sinnvoll, sondern erhöht die Kosten für den Brennstoff von AKW um 15-18%. Weiterhin ist der Betrieb der Anlagen selbst alles andere als ungefährlich.
Gildonus schrieb:Ein Lösungsansatz wäre es den "Restmüll" bestmöglich zu trennen und für jeden Gefahrenstoff eine eigene Lösung zu finden. Geld scheint für Politiker keine Rolle zu spielen. Langlebige Isotope könnte man jetzt schon in Keramik einschließen, einem Verfahren das vor Jahrzehnten erfunden wurde, und es in eine unterirdische Schadstoffdeponie geben. Ich sehe beim besten Willen keine Notwendikeit dafür eine eigene Atommülldeponie zu errichten.
Es geht unter anderem auch darum, zukünftigen Generationen sagen zu können: Achtung, hier liegen gefährliche Hinterlassenschaften, und zwar von folgenden Stoffen soviel (dass das bereits in der Asse scheif geganngen ist ist tragisch genug). Warum auch "schwachradioaktive", langlebige Isotope wirklich gefährlich sind habe ich beschrieben. Die einfach in eine (Schadstoff-) Deponie zu verbringen halte ich für grob fahrlässig!


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

05.01.2019 um 16:30
Gildonus schrieb:Wie wäre es mit dem Majak - Zwischenfall von 1957 ?

Dieser Unfall ist der "Bestvertuschte" in der Geschichte der Atomkraft. Ginge es nach der Anti - Atompropaganda, müßte dort so etwas wie Tarantula oder ein dreiköpfiger Hund rumlaufen, so viel Radioaktivität wurde dort vor über 60 Jahren frei gesetzt. Statt dessen gibt es dort nur verstrahlte Landschaft, die man für ein Naturparadies halten könnte, wenn man es nicht besser wüßte.
In der Hochzeit des kalten Krieges eine militärisch genutzte Anlage...
Hm, die Einstufung dieses Unfalls liegt unterhalb der oben genannten. Ein weiteres Problem, die Russen selbst haben die Bevölkerung evakuiert. Für ihre Humanität nicht gerade sehr bekannt...
Netter Versuch...


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

05.01.2019 um 16:44
Hallo @Rolly22 , hallo @alle !
Rolly22 schrieb:Sowohl der Unfall in Tschernobyl wie der in Fukushima waren schwerer (Majak Stufe 6, Tschernobyl und Fukushima Stufe 7 der INES).
Der Vollständigkeit halber weise ich darauf hin das nach neueren Schätzungen sehr viel mehr Radioaktivität freigesetzt wurde, als ursprünglich angenommen. Es könnte durchaus mehr gewesen sein als bei Fukushima und Tschernobyl zusammen. Sicher ist jedenfalls das beim Majak - Zwischenfall ein Lagerbehälter für Abfall explodierte und das folglich kurzlebige Isotope bei der Verstrahlung der Landschaft keine Rolle spielten. Die Verstrahlung der Gegend ist also so richtig nachhaltig.
Rolly22 schrieb: Die Wiederaufbereitung ist derzeit wirtschaftlich nicht sinnvoll, sondern erhöht die Kosten für den Brennstoff von AKW um 15-18%. Weiterhin ist der Betrieb der Anlagen selbst alles andere als ungefährlich.
Das Argument überzeugt mich nicht im mindesten !

Seit wann kümmert es die Politik, wenn ihre Projekte etwas teurer werden als prognostiziert und für die Kraftwerksbetreiber sind die Brennstoffkosten doch ein kleinerer Posten auf der Gesammtrechnung. Ich glaube eher man wollte in der Hauptsache auf "kaltem Weg" die Gorleben - Demos beenden und damit die eigene Wiederwahl sichern.

Das neue Konzept die Brennelemente als Ganzes, am besten in einem Stahlbehälter, zu beerdigen wird nicht nur wesendlich teurer als das Alte, es ist auch verantwortungslos !

Man stelle sich vor ein "Homo Novus" buddelt sich auf der Suche nach den Schätzen der Vorfahren in ein Endlager. Abhänig von der jeweiligen Kulturstufe wäre das gefundene Metall ein Vermögen wert und die Warnhinweise wird der nicht lesen können. Irgendwelche "unansehnliche Steine", aus technischem Porzellan würden im schlimmsten Fall auf einer Abraumhalde landen und dort vieleicht mit der für Pozellan typischen Geschwindigkeit verwittern.

Schon die Pharaonen sind gescheitert Diebe von ihren Wertsachen fern zu halten.


Gruß, Gildonus


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Radioaktiver Zerfall - Halbwertszeit

05.01.2019 um 17:55
Gildonus schrieb:Man stelle sich vor ein "Homo Novus" buddelt sich auf der Suche nach den Schätzen der Vorfahren in ein Endlager. Abhänig von der jeweiligen Kulturstufe wäre das gefundene Metall ein Vermögen wert und die Warnhinweise wird der nicht lesen können. Irgendwelche "unansehnliche Steine", aus technischem Porzellan würden im schlimmsten Fall auf einer Abraumhalde landen und dort vieleicht mit der für Pozellan typischen Geschwindigkeit verwittern.
Bin mir noch nicht ganz sicher, ob du das evtl. nicht doch ironisch meinst, aber falls nicht:

Ist es das, was dir hier die meisten Sorgen bereitet? Was aus dem Homo Novus wird? Ich würde mir eher Gedanken darüber machen, was los sein könnte, wenn ein Homo ?Sapiens? einen Teil der momentan vorhandenen ca. 500 000 t in die Finger bekommt, und irgendeinen Terrorunfung damit anstellt.

Von allen Szenarien an möglichen Unfällen braucht man erst gar nicht anfangen.


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