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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

293 Beiträge, Schlüsselwörter: Ungeklärt, Australien, Würzburg, Simone Strobel
egaht
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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

27.03.2016 um 01:12
Aggie schrieb:Ich vermute aber eher, dass im Fall der Täterschaft des Beschuldigten dieser Simone in einem Wutausbruch getötet haben könnte.
@Aggie
diese anmerkung von dir halte ich für sehr gut und sehr wahrscheinlich.
dieser freund der simone scheint ein sunnyboy zu sein.
verwöhnt von mami und papi,mit einen guten aussehen gesegnet,
wandelt prinzipiell nur auf der sonnenseite des lebens.
selbst wenn es nur ein unfall oder totschlag im affekt war,letztendlich
müsste er dafürins gefängnis.
dort würde er eingehen,denn dort scheint keine sonne mehr.
das weiss er, das weiss seine schwester, dass weiss dieser weitere bekannte.
letztendlich beweist dies alles dass dieser freund der simone sein ganzes im
mittelpunkt stand und vermutlich auch jetzt noch steht.
alles richtet sich nach ihm und wenn mal nicht kann er verdammt ungemütlich werden.


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Nasenpaar
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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

27.03.2016 um 01:55
@egaht
Da bin ich ganz bei Dir.
Manipulativ und charismatisch.
Eine hart aber herzliche Kombination, die Menschen von sich abhängig machen kann.


Ich vermute jedoch auch in der konkreten entscheidenden Situation eine gewisse Mitschuld bei den beiden anderen.


Ich könnte mir vorstellen, dass in jener Nacht fast schon zeremoniell ein Schwur stattgefunden hat und dass Simones Verhalten von den Beteiligten eventuell so bewertet wurde und wird, dass sie es " verdient" hat.
Unter Drogen und Alkohol können unbedacht Worte fallen, die gerade einen Narzissten so zur Weissglut bringen können, dass er einfach völlig ausrastet.

Die Beteiligten scheinen auch heute noch kein Zurück mehr zu sehen.


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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

27.03.2016 um 18:01
@egaht
@Nasenpaar

Teile Eure Einschätzung hinsichtlich Tobias' Position in der Hierarchie der Gruppe. Auch von den Ermittlern wird er als 'leader of the group' bezeichnet.

Bei der inquest beschreib Jens Tobias als jemanden, der charismatisch, aber auch dominant war, und schlecht damit klarkam, wenn es nicht nach seinem Willen ging:

Peters-Buch,S. 49:
He was fun, dominant, persuasive, liked to get is way. When he did'n't get his way, he'd grumble and whinge.
Jens räumte später gegenüber Simones Vater ein, dass Tobias und Simone bereits in den Tagen zuvor miteinander gestritten hatten:

Peters-Buch, S. 365:
'Well, it's true, they'd been fighting for three or four days', Jens said. 'I tried to talk to Tobias about it, to patch things up, between the pair, but it continued. I still can't explain any of the details of the fight, or what might have caused it."


Als die Gruppe am 10. Februar 2005 in Sandon River war, bekam Tobias einen Wutanfall, weil Simone ihn am Morgen gebeten hatte, Kathrin wegen des Regens in den Van zu lassen. Er jedoch wollte aussschlafen.
In Sandon River schrieben Simone und Tobias auch die beiden Einträge ihre Tagebücher, wo sie ihrem Ärger und Frust gegenüber dem anderen Ausdruck geben.

Bei der inquest wurde Jens gefragt:

Peters-Buch, S. 48:
In the entire time that you've known Tobias, have you ever see him in that type of mood before?'
'I've never seen him flipping out like that', Jens said, although he recalled Tobias telling him how he'd run home from a party and one because he was so angry, and kicked in a door.

Auch auf den Fotos der Überwachungskamera ist zu sehen, wie sehr sich Tobias über den Rausschmiss der Gruppe aus dem Pub aufregt.
Er soll den Ermittlungen zufolge auch den Türsteher beschimpft haben.

Als Tobias bei der polizeilichen Vernehmung mit der Situation beim Rauschmiss aus dem Pub damit konfrontiert wird, kommt er ziemlich ins Schwimmen: er will offensichtlich nicht zugeben, dem Türsteher beleidigende Ausdrücke an den Kopf geworfen zu haben. Nachdem der Vernehmer jedoch nicht lockerlässt, sagt Tobias schließlich, er habe das alles nicht mehr genau im Kopf - er sei die Tage zuvor ziemlich gestresst gewesen, habe Sorgen/Ärger gehabt (er benützt für das Ganze das englische Wort 'anguish' - evtl. meint er auch 'anger').
Im Versuch, diese Beschimpfungen nicht offen zugeben zu müssen, liefert Tobias selbst immerhin eine weitere Bestätigung dafür, was auch Jens aufgefallen war: dass er bereits in den Tagen zuvor Ärger hatte und entsprechend gestresst war.

Von Tobias' Version des Abends im Pub mit angeblich nur 'four light beers' und 'nice conversation' war jedenfalls nichts mehr übriggeblieben. Die Gruppe war vielmehr wegen Betrunkenheit und lautstarken Streitens gebeten worden, den Pub zu verlassen.
Laut 7News saß Simone im Pub zeitweilig alleine an einem anderen Tisch und weinte.
Es war auch im Pub, wo Simone stolperte und sich die Stirn anstieß.

Zurück auf dem Campingplatz wurde dann weiter getrunken, und laut Zeugenaussagen auch weiter gestritten; im Van setzte sich sich der Streit zwischen dem Paar so laut fort, dass Tobias' Beschimpfungen von Simone bis nach draußen zu hören waren.

Angesichts dieser sich bedenklich hochschaukelnden Situation könnte man das (im Falle der Täterschaft des Beschuldigten) durchaus als 'Zuspitzung der Ereignisse im Vorfeld der Tat' bezeichnen ...


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egaht
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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

28.03.2016 um 00:50
@Aggie
du bist aber gut drin im fall.
bezüglich deines letzten absatzes,die polizei wird das wohl genauso sehen wie du.
leider kann man diesen fall in die liste derer einreihen,bei der man zu 99,999%
weiss wer es war, aber bei der der entscheidende beweis fehlt.
Aggie schrieb:Tobias' Beschimpfungen von Simone bis nach draußen zu hören waren.
hast du dich da nicht verschrieben,muss es nicht heissen:
"tobias` beschimpfungen über simone..........


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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

28.03.2016 um 10:32
Aggie schrieb:
Tobias' Beschimpfungen von Simone bis nach draußen zu hören waren.

hast du dich da nicht verschrieben,muss es nicht heissen:
"tobias` beschimpfungen über simone.........
@egaht

Ich dachte, dass es aus dem Kontext hervorgeht, dass T. hier der 'Beschimpfer' war.
Aber ein logisch gesehen war die Satzformulierung tatsächlich nicht eindeutig, stimmt.


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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

28.03.2016 um 11:31
@bellady schrieb:
[Aggie schrieb:
Es wäre interessant zu wissen, ob der Van mit Leichenspürhunden durchsucht wurde ...]

Das wollte ich auch schon fragen. Hätte doch eigentlich dazugehört, wenn man sie so gefunden hat.....
@bellady

Auch eine Untersuchung des Vans mit Luminol hätte dazugehört, um evtl. weggewischte Blutspuren zu entdecken.
Aber vielleicht wurde dies ja alles gemacht ...


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28.03.2016 um 11:42
Virginia Peters sprach auch mit Tobias' Schwester Katrin.

Virginia Peters, Have you Seen Simone, S. 258:
Katrin turned to me. 'Did they say at the inquest how she died'
'Suffocation, they think', I told her. 'With either a plastic bag or a pillow.'
She pondered this. 'Did they say what colour the pillow was?'
For a moment I didn't know what to say .'They don't know the colour of the pillow,' I answered.
And she nodded, her focus dissolving as she gazed at me.
Warum wollte Katrin wissen, ob die Polizei die Farbe des Kissens genannt hatte?


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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

28.03.2016 um 13:33
TWarum wollte Katrin wissen, ob die Polizei die Farbe des Kissens genannt hatte?
Wo soll sich dieses Kissen befunden haben ?

Nun habe ich diese Crime-Ausgabe Nr. 5 noch bekommen, konnte mich besser Einlesen in das geschehen .

Was mir noch auffiel : Warum fragte Simones Vater , Gustav Strobel T. , als er sich von Australien meldete, erst sagte, es sei was schlimmes passiert - Simone ist weg.......habt ihr gestritten ?

Und weshalb konnte T. das so sicher sagen......die kommt schon wieder .....Demnach müsste sie auch dort für einige Zeit auf dem Campingplatz vllt. kurz weg war, um sich zu "erholen", wie sie dass zu Hause gehandhabt hatte vllt...... mit jemandem anderen gesprochen zu dieser späten Stunde, bevor sie zurückkehrte, sich bei T. noch eine Spur Eifersucht dazugesellt hatte ?

Es steht geschrieben, die Würzburger Kripo sei sich sicher, in Australien sei nicht richtig ermittelt worden und alle sind sich sicher , man verheimlicht was ....Zunächst wurde doch von der Nähe abgelenkt , da man aussagte, Simone hätte den Campingplatz zu Fuß alleine und ohne Papiere verlassen , die Suche zu einem größeren Radius steuerte , wo sich alles in der Nähe abgespielt haben könnte ?
Während T. im Van "Stellung" hielt , suchte seine Schwester und Lars in der Nacht angeblich die Umgebung ab, begaben sich noch in die Stadt, um nach ihr zu suchen .....Bei ihrer Rückkehr hätte T. seelenruhig geschlummert und gab von sich: macht euch keine Sorgen, die kommt schon wieder .....
Der Streit in dem Pub wurde heruntergespielt.....Simone soll dort schon weinend am Nebentisch gesessen haben, bevor diese Videoaufnahme nach dem Rauswurf gemacht wurden .

Ist das nicht urkomisch ?? Monika und Lars wurden iwann auch danach gefragt, ob T. Simone nicht im Van versteckt haben könnte.....sie könnte ja zurückgekehrt sein, während sie in der Stadt nach ihr gesucht haben.......nein, dass hätten sie bemerkt , gaben sie vor.......aber Tobias war dann doch die ganze Nacht "alleine" im Van ?

Und am nächsten morgen wurde alles zusammen gepackt , auch der Van vom Campingplatz gefahren .....der Miete wegen... bis man Simone bei der Polizei als Vermisst meldet.

Wo sie sich danach nieder ließen, Quartier suchten , wurde nicht geschrieben .....

Später , nachdem Simone ganz in der Nähe gefunden war, aber eben nicht auf dem Campingplatz, dann erst durften Campingplatzbenutzer.....z.B. auch der mit dem silbernen Zelt verdächtigt werden.....

_____________________________________________________________________________

Ich finde, besonders die Schwester von T. leidet darunter , nicht aussagen zu dürfen. für sie ist es eine seelische Folter, in diesem Zwiespalt leben zu müssen, das sie des öfteren in Tränen ausbrach, wenn sie darauf angesprochen wurde....?

Das Recht zu Schweigen für einen Täter steht für mich im Widerspruch , da es in der Zwischenzeit außerdem mehrere narzisstische Merkmale gab , wie das Opfer behandelt wurde als lebende Person, dass man andere zum Schweigen bringt bzw. sich der Diskussion entzieht .

Eher könnte ich es verstehen mit der Begründung , nicht nochmal bestraft zu werden zu wollen , das der Täter schon mal Opfer war, was zu dieser Lebensweise führte....

Vllt würde auch hier wie in vielen anderen Fällen das Buch "Macht der Kränkung" von Dr. Reinhard Haller weiterhelfen....


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28.03.2016 um 22:37
@bellady

Nun habe ich diese Crime-Ausgabe Nr. 5 noch bekommen, konnte mich besser Einlesen in das geschehen .

Was mir noch auffiel : Warum fragte Simones Vater , Gustav Strobel T. , als er sich von Australien meldete, erst sagte, es sei was schlimmes passiert - Simone ist weg.......habt ihr gestritten ?

@bellady
@All
Hier nochmal das betr. Zitat aus der Crime 05, S. 13:
Am anderen Ende der Welt, auf einem Bauernhof in der Ortschaft Rieden bei Würzburg, ist es fünf uhr morgens am 13. Februar, als das Telefon klingelt. Simones Vater Gustav geht schlaftrunken an den Apparat.
*Martins* Stimme, aufgeregt: Es ist was passiert. Was ganz Schlimmes. Die Simone ist weg
Wie, weg?
Sie ist weggegangen und nicht wieder aufgetaucht.
Simone ist zuverlässig, sie verschwindet nicht einfach.
Habt ihr euch gestritten?
Nein.
Spekulation:

Vlt. hatte Simones Vater als erstes nach einem möglichen Streit zwischen den beiden gefragt, weil ihre Familie so etwas evtl. schon mal mitbekommen hatte?

Wenn es stimmt, was J. bei der inquest über T. sagte: dass er schlecht damit klarkam, wenn etwas nicht nach seinem Willen ging - dann hatte es womöglich schon früher in der immerhin schon sechs Jahre dauernden Beziehung des Paares diesbezüglich Konflikte gegeben?

Es ist zwar nur mein subjektiver Eindruck: Simone wirkt auf mich nicht wie eine Frau, die zu allem ja und amen gesagt und um des lieben Friedens willen immer klein beigegeben hätte - sie hat vielmehr eine starke, selbstbewusste Ausstrahlung.

Da könnte es (mMn) durchaus zu Konflikten mit einem Partner gekommen sein, der es gewohnt war, seinen Willen durchzusetzen ...

Dass es zwischen dem Paar in jener Nacht doch einen Streit gegeben hatte, musste Tobias schließlich in den polizeilichen Vernehmungen einräumen.

@bellady schrieb:
bellady schrieb:Und weshalb konnte T. das so sicher sagen......die kommt schon wieder .....Demnach müsste sie auch dort für einige Zeit auf dem Campingplatz vllt. kurz weg war, um sich zu "erholen", wie sie dass zu Hause gehandhabt hatte vllt...... mit jemandem anderen gesprochen zu dieser späten Stunde, bevor sie zurückkehrte, sich bei T. noch eine Spur Eifersucht dazugesellt hatte ?
Vielleicht liegt ja eine Spur Wahrheit in dem, was Jens später bei der inquest einräumte: dass er Simone nur in Richtung der Toiletten gehen sah?
Auch das mit der T.s möglicher Eifersucht ist eine intersesante Hypothese ...


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28.03.2016 um 23:35
@Aggie

Zu den Petechien und geplatzten Lungenbläschen:

Sie sind nicht zwangsläufig anzutreffen beim Tod durch Ersticken. Häufiger und stärker ausgeprägt finden sie sich eher noch beim Erdrosseln und Erwürgen, da die Blutgefäße hier sehr direkt durch Druckausübung auf den Hals gestaut werden.
Finden sich keine petechiale Blutungen und keine geplatzten Lungenbläschen, bedeutet das also nicht zwangsläufig, dass kein Erstickungsvorgang stattgefunden hat. Hierzu mal eine online verfügbare Diss, in der die Häufigkeit des Auftretens von Petechien bei Erdrosseln, Erwürgen und Ersticken untersucht wurde (ab PDF-Seite 46 graphisch dargestellt):
http://d-nb.info/992724988/34


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egaht
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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

28.03.2016 um 23:41
dann hat er sie erwürgt,eine häufige todesart in partnerschaftlichen beziehungen bei denen
die frau das opfer ist.


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28.03.2016 um 23:47
?

...dann wäre zumindest die Wahrscheinlichkeit höher gewesen, petechiale Blutungen zu finden.

Sollte die Nachfrage der Schwester von T, welche Farbe das Kissen hatte, tatsächlich so und in dem Kontext, wie Frau Peters es schreibt, erfolgt sein, so spräche das bereits Bände.

...und sollten diese Bände sprechen, dann wohl eher für ein Ersticken. Mit nem Kissen is schlecht zu erwürgen.


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egaht
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29.03.2016 um 00:53
@traces
dann hab ich da was falsch verstanden.
ich dachte es gab petechiale blutungen.dann muss ich wohl meine vermutung zurücknehmen.


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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

29.03.2016 um 03:46
Hallo Zusammen !

Ich habe -genau wie die mit dem Fall befassten Personen- kaum einen Zweifel, dass die Zeugen etwas mit der Tat in direkter Art und Weise zu tun haben. Was mich etwas irritiert ist das Verhalten der Gruppe, genauer die Loyalität untereinander. Das die Schwester des Hauptverdächtigen keine Aussage macht, um nicht ihren Bruder und im Zweifel sich selbst zu belasten, ist noch einleuchtend. Doch der Studienkollege muß ein sehr gutes Motiv haben, dass ihn von einer vollständigen und wahrheitsgemäßen Aussage abhält.

Natürlich könnte er in das Tatgeschehen als Mittäter involviert sein. Merkwürdig ist dann aber, dass er schonmal einen Schritt in Richtung Aufklärung unternahm und damit sogar den Hauptverdächtigen belastete. Es sah zunächst so aus, als könnte er -mit ein wenig Druck seitens der Ermittler- dazu bewegt werden, "reinen Tisch" zu machen. Doch dann schwieg auch er endgültig, sogar bis heute. Könnte es sein, dass er bedroht wurde/wird ? Das es am Ende sogar noch mehr Leute als bislang bekannt betrifft ? Sollten tatsächlich Drogengeschäfte im Spiel sein, könnte das Ganze eine neue Dimension bekommen. Immerhin ist diese spekulative Theorie ja nicht ganz abwegig. Der Hauptverdächtige wurde später bei einem Drogengeschäft, kurz vor seiner Hochzeit mit einer Australierin (!), durch die Polizei verhaftet und später wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die Tat selbst wurde augenscheinlich nicht besonders professionell durchgeführt. Auch wenn die Kleidung fehlt und die sterblichen Überreste erst Tage nach deren Verschwinden gefunden wurden, so gingen die Täter ein erhöhtes Risiko ein. Es konnten auch nicht alle Spuren verwischt werden, die auf die Zeugen als Mitwisser/Tatbeteiligte hindeuten. Ihr Verhalten, den Platz noch vor der Vermisstenmeldung zu verlassen, ist ebenfalls sehr ungewöhnlich und nicht gerade unverdächtig. Dazu kommen noch der Streit, das Überwachungsvideo, die widersprüchlichen Aussagen und noch ein paar Kleinigkeiten, die gegen ein freiwilliges Verschwinden des Opfers an jenem Abend sprechen und alles wie eine spontane Tat im Vollrausch aussehen lassen.

Allen Beteiligten dürfte bekannt sein, dass ein Geständnis in einigen Fällen z.B. bei Taten unter Alkohol-/Drogeneinfluss, in psychischen Ausnahmesituationen, im Falle von Notwehr und/oder Zwang usw. als "mildernde Umstände" gerwertet werden könnten. Darüber hinaus lebt es sich mit einem derart belasteten Gewissen und dem Wissen darum, dass auch andere Personen Kenntnis von der Wahrheit haben, nicht gerade unbeschwert....

Ich kann mir deshalb durchaus vorstellen, dass hinter diesem Fall mehr stecken könnte, als "nur" eine -mehr oder weniger- spontane Beziehungstat unter Beihilfe und/oder direkter Beteiligung von dritten Personen.


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29.03.2016 um 15:41
@Slaterator

ein guter Beitrag und ein sehr guter Gedanke, die Beziehungsdynamik dieses Dreier-, ehemals Vierergespanns genauer unter die Lupe zu nehmen. Ob tatsächlich weitere Leute involviert gewesen sein könnten, sei mal dahin gestellt. Interessant ist es allemal, dass die Schwester eisern schweigt, (interessant auch ihr (lt. Aussage der Mutter Simones) getätigter Satz, selbst "unter Folter" nichts zu dem Tatabend zu sagen), während ihr Partner jedoch bereit ist, seine Aussage in Australien zu machen. Bei kollektivem Schweigen ist zumindest davon auszugehen, dass es einen gibt, der die Regel macht und andere, die sich bereit erklären, der Regel zu folgen. Kennt man die Regel, dürfte man somit auch wissen, was in diesem Fall hier passiert ist.

By the way: Sind die Schwester von T und ihr damaliger Partner eigentlich noch immer ein Paar?


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29.03.2016 um 18:47
@Slaterator

hier mal noch ein paar hypothetische Überlegungen:

Jeder der drei Beteiligten folgt in seinem Verhalten einer Taktik. Eine Taktik wird stets gespeist von (a) einem Motiv und (b) von den äußeren Umständen. Über die Motive kann nur gemutmaßt werden - die äußeren Umstände hingegen sind bekannt. Und äußere Umstände haben die Eigenheit, sich zu ändern. Dementsprechend ist zu erwarten, dass sich auch Taktiken ändern. Bei allen drei Beteiligten gibt es im Laufe der Zeit Veränderungen der "Taktik" zu beobachten.

Keiner von ihnen hat immer nur geschwiegen. Zunächst gab es ein Von-sich-Weisen, dann auch die eine oder andere Lüge. Die Schwester hat sich zu Beginn den Fragen der Familie Simones noch gewidmet, bevor auch sie sich letztlich entschied, zu mauern. Ihr Partner stellte die eine oder andere Legende richtig, bevor er entschied, sich nicht weiter zu äußern.

Da jeder der Beteiligten einen Anwalt hat, der ihn vertritt, ist stark anzunehmen, dass sie Einsicht in die Ermittlungsakten haben.

Ziehen wir nun mal folgendes Zitat aus http://www.brisbanetimes.com.au/news/queensland/suspected-killer-free-but-dna-may-get-him-one-day/2007/10/19/11923010037... als hypothetisches Beispiel in Betracht:
None of the forensic material from the body site conclusively identified the attacker, though there was one piece of evidence which suggested Mr Suckfuell had been in the area.

"Unfortunately, at this stage current technology is not sufficiently advanced to confirm that suggestion," Mr MacMahon said.
Stellen wir uns nun weiterführend vor, bei diesen sehr kryptischen Angaben handele es sich um mitochondriale DNA, die an entsprechenden Verletzungen der Leiche (immerhin soll sie um die 30 post-mortem-Verletzungen aufgewiesen haben) oder an dem Abdeckungsmaterial (lt. einer Quelle soll an einem Palmblatt des Baums, unter dem Simone gefunden wurde, Tätermatrial gefunden worden sein) der Leiche gefunden wurde und somit die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass diese mitochondriale DNA dem Täter zugeordnet werden kann.

Stellen wir uns nun vor, dass dies im Ermittlungsakt auch so dokumentiert und festgehalten wurde.

Das Problem bei mitochondrialer DNA ist, dass das Profil dieser Form der DNA bei leiblichen Geschwistern identisch ist, da sie mütterlicherseits vererbt wird. Das würde im Fall bedeuten, dass keine Aussage darüber getroffen werden könnte, wer von beiden, ob nun T oder seine Schwester, der Täter ist.

Stellen wir uns nun vor, dass sowohl Ermittlern als auch Juristen folgender Umstand bekannt ist:
Aber selbst wenn nur eine einzige Person in Frage kommt und ihr mtDNA-Profil mit demjenigen aus der Spur an einer Mordwaffe übereinstimmt, besteht immer noch die Möglichkeit, daß die Übereinstimmung zufällig ist, weil manche mtDNA-Haplotypen sogar relativ häufig in der Bevölkerung bzw. bestimmten Subpopulationen vorkommen. Daher ist die mtDNA in forensisch-genetischen Ermittlungen immer eher ein letzter Rettungsanker
( http://scienceblogs.de/bloodnacid/2015/01/29/mitochondrien-in-der-forensischen-genetik/2/ )

Auf gut Deutsch: bei Geschwistern als Verdächtige taugt mitochondriale DNA kaum etwas, schon gar nicht, wenn es keine zusätzlichen Beweise gibt, die eine Täterschaft, eine Rollenverteilung bzgl. der Tatbeteiligung und eine Beteiligung an bestimmten Tathandlungen auch zusätzlich untermauern bzw. deutlich werden lassen.

Gehen wir nun davon aus, dass alle drei Beteiligten juristisch gut beraten wurden, als sie von dieser Spur Kenntnis erhielten.

Was würde dies in der Beziehungsdynamik verändern bzw. auslösen?

T wäre angewiesen auf das Schweigen seiner Schwester, da sie womöglich die Einzige wäre, die mit ihrer Aussage das fehlende Puzzleteil liefern und somit klären könnte, wer Täter und wer Mittäter war. Und er wäre angewiesen auf sein eigenes Schweigen, um keine zusätzlichen Hinweise auf eine mögliche Täterschaft zu geben. Also schweigt er.

Die Schwester würde durch eine Aussage Gefahr laufen, ihren eigenen Bruder und gleichzeitig auch sich selbst ans Messer zu liefern. Würde sie - obwohl angesichts der Beweislage kein Handlungsdruck besteht - offen aussagen, würde sie quasi ihr eigen Fleisch und Blut "verraten", was sie womöglich aus Loyalität heraus nicht imstande ist, zu tun. Moral auf der einen, Loyalität auf der anderen Seite ist ein emotionaler Zwiespalt, der erklären könnte, warum sie tränengeschüttelt sagte, selbst unter Folter keine Stellung zum Tatabend nehmen zu wollen. Also schweigt sie.

Der Partner der Schwester mag vielleicht tatsächlich nicht beteiligt gewesen sein an der Tat oder der Leichenverbringung, aber hat vielleicht eine leise Ahnung, was passierte und v.a., durch wen es passierte. Sagt er vollumfänglich aus (angenommen, er hätte Näheres zu berichten), dann könnten sich weitere Indizien oder auch Beweise ergeben, wer der Täter war. Das Problem ist nur: Er hätte in dem Fall quasi eine Kronzeugenrolle inne, denn: sagt er aus, klärt sich damit womöglich auch die Rolle seiner Freundin. Er würde sie, wahrscheinlich ungewollt, ans Messer liefern, obwohl sein eigentliches Anliegen eher darin liegt, Hinweise auf den eigentlichen Täter zu geben. So macht er Folgendes: Er deutet in seinen Aussagen mit dem Finger auf T, jedoch nur soweit, dass seine Freundin dadurch nicht belastet wird. Heraus kommt eine Aussage, die den bestehenden Verdacht der Ermittler zwar zusätzlich bestätigt, er tut es jedoch nicht so konkret, dass damit auch ein juristisch belastbarer Lückenschluss erfolgen kann.
Würde sein Schweigen einzig und allein aus Loyalität zu T resultieren, hätte er diese späteren Aussagen in Australien nicht getätigt.


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29.03.2016 um 20:14
Slaterator schrieb:Ich kann mir deshalb durchaus vorstellen, dass hinter diesem Fall mehr stecken könnte, als "nur" eine -mehr oder weniger- spontane Beziehungstat unter Beihilfe und/oder direkter Beteiligung von dritten Personen.
Eigentlich braucht es für die Erklärung der seltsamen Beziehungsdynamik keine zusätzlichen Akteure.

Der Druck, der von einer Person auf alle anderen ausgeübt wird, reicht zwar tatsächlich nicht unbedingt aus, das Verhalten aller drei zu erklären, aber dieses Verhalten macht Sinn, wenn man sich DEN Druck vorstellt, unter dem jeder einzelne der drei zusätzlich noch stehen könnte:

Sagt die Schwester aus, verliert sie ihren Bruder, ihr Bruder verliert sein bisheriges Leben, sein Standing. Sie verliert ihr Leben, ihr Standing, ihre Eltern verlieren beide Kinder, alle verlieren ihr Ansehen und ihr Gesicht.

Sagt ihr Partner aus, verliert er seine Freundin, sie ihren Bruder, sein und ihr familiäres Leben wäre dahin, genauso wie auch er womöglich gebrandmarkt wäre, jahrelang Mitwisser gewesen zu sein.

Ich denke, es geht hier vielleicht nicht einfach nur darum, Verantwortung für seine eigene Beteiligung zu übernehmen, sondern auch um die Frage, inwieweit jeder Beteiligte auch bereit ist, die Verantwortung für die Folgen einer Aussage zu übernehmen, die andere dann tragen müssen.

Unterstellt man, dass die Verdächtigungen zutreffen, dann ist davon auszugehen, dass die Motive, zu schweigen, sehr Persönliche sind, da dieses Schweigen weitaus größeres Gewicht zu haben scheint, als die Konfrontation mit dem Leiden der Opfer-Familie, als der Druck seitens Ermittlungsbehörden, als der öffentliche Druck etc.

Klar, man könnte sagen: macht ja jeder Straftäter, nix zu sagen. Aber: hier handelt es sich um 3 junge Leute, die aller Voraussicht nach zuvor keine Erfahrung damit hatten, Verdächtige in einer Mordermittlung zu sein. Es verlangt schon Einiges an "guten Gründen" ab, als "Unerfahrener" diesem und dem öffentlichen Druck standzuhalten- und das sowohl im eigenen als auch in einem fremden Land.


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29.03.2016 um 21:50
traces schrieb:Der Druck, der von einer Person auf alle anderen ausgeübt wird, reicht zwar tatsächlich nicht unbedingt aus, das Verhalten aller drei zu erklären, aber dieses Verhalten macht Sinn, wenn man sich DEN Druck vorstellt, unter dem jeder einzelne der drei zusätzlich noch stehen könnte:

Sagt die Schwester aus, verliert sie ihren Bruder, ihr Bruder verliert sein bisheriges Leben, sein Standing. Sie verliert ihr Leben, ihr Standing, ihre Eltern verlieren beide Kinder, alle verlieren ihr Ansehen und ihr Gesicht.

Sagt ihr Partner aus, verliert er seine Freundin, sie ihren Bruder, sein und ihr familiäres Leben wäre dahin, genauso wie auch er womöglich gebrandmarkt wäre, jahrelang Mitwisser gewesen zu sein.

Ich denke, es geht hier vielleicht nicht einfach nur darum, Verantwortung für seine eigene Beteiligung zu übernehmen, sondern auch um die Frage, inwieweit jeder Beteiligte auch bereit ist, die Verantwortung für die Folgen einer Aussage zu übernehmen, die andere dann tragen müssen.

Unterstellt man, dass die Verdächtigungen zutreffen, dann ist davon auszugehen, dass die Motive, zu schweigen, sehr Persönliche sind, da dieses Schweigen weitaus größeres Gewicht zu haben scheint, als die Konfrontation mit dem Leiden der Opfer-Familie, als der Druck seitens Ermittlungsbehörden, als der öffentliche Druck etc.
So in etwa ist auch mein Gedankengang .......Die Strobels haben noch 2 weitere Kinder, von ihnen erwartet man , dass sie das eher "wegstecken" können als die Familie T. und seiner Schwester....?


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29.03.2016 um 22:42
@traces schrieb:
traces schrieb:Zu den Petechien und geplatzten Lungenbläschen:

Sie sind nicht zwangsläufig anzutreffen beim Tod durch Ersticken. Häufiger und stärker ausgeprägt finden sie sich eher noch beim Erdrosseln und Erwürgen, da die Blutgefäße hier sehr direkt durch Druckausübung auf den Hals gestaut werden.
Finden sich keine petechiale Blutungen und keine geplatzten Lungenbläschen, bedeutet das also nicht zwangsläufig, dass kein Erstickungsvorgang stattgefunden hat. Hierzu mal eine online verfügbare Diss, in der die Häufigkeit des Auftretens von Petechien bei Erdrosseln, Erwürgen und Ersticken untersucht wurde (ab PDF-Seite 46 graphisch dargestellt):
http://d-nb.info/992724988/34
@traces

Vielen Dank für die Info und die Einstellung des Links!
traces schrieb:By the way: Sind die Schwester von T und ihr damaliger Partner eigentlich noch immer ein Paar?
Als Virginia Peterts Jens für ihr Buch interviewte, hatte er eine andere Freundin.

Ich bin mir aber gar nicht sicher, ob Tobias' Schwester und Jens damals tatsächlich ein Paar waren. In der 'Crime' wird Jens nur als ein "gemeinsamer Freund" bezeichnet.

Crime Nr. 05/, S. 10:
Sie waren zu viert auf dem Campingplatz in Lismore, Australien, vier jnge Leute aus der Umgebung von Würzburg auf dem Roadtrip ihres Lebens <...>
Simone Strobel, 25 Kindergärtnerin, und ihr Freund *Martin Scheffler*, seine Schwester *Monika* und der gemeinsame Freund *Lars Berg*.
Auch ist Jens nach Simones Vermisstenmeldung offenbar alleine weitergereist: denn bei der inquest sagte er aus, erst von dem Leichenfund erfahren zu haben, als er in Singapur war:

Peters-Buch, S. 63
[Frage des Untersuchungsrichters Paul McMahon an Jens]: 'So, deep down, you thought there was a problem?'
[Jens]: 'As I said, not initially, but when I was in Singapore and I found out a body had been found in Lismore, that was when the concerns began.'
Wohin begab sich der Rest der Gruppe eigentlich, nachdem sie den Caravan-Park verlassen und Simone als vermisst gemeldet hatten?
Mussten sie auf Anweisung der Polizei in Lismore bleiben?


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29.03.2016 um 23:37
@traces

Das nette Kompliment gebe ich gerne zurück, Deine Gedankengänge sind sehr gut und sehr anschaulich.
traces schrieb:Bei kollektivem Schweigen ist zumindest davon auszugehen, dass es einen gibt, der die Regel macht und andere, die sich bereit erklären, der Regel zu folgen. Kennt man die Regel, dürfte man somit auch wissen, was in diesem Fall hier passiert ist.
Das setzt mMn voraus, dass in dem Fall eine Person die Tat tatsächlich ausführte und eine oder alle anderen Personen dann mithalfen z.B. die Leiche zu verstecken bzw. dabei waren/wussten was passiert ist. Wenn zwei oder sogar alle Personen die Tat gemeinsam begangen hätten, könnte nicht eine Person allein die Regeln aufstellen. Ich gehe anhand der Fakten nicht unbedingt davon aus, dass es so war. Aber man sollte das evtl. im Hinterkopf behalten.
traces schrieb:(...) Eine Taktik wird stets gespeist von (a) einem Motiv und (b) von den äußeren Umständen. Über die Motive kann nur gemutmaßt werden - die äußeren Umstände hingegen sind bekannt. Und äußere Umstände haben die Eigenheit, sich zu ändern. Dementsprechend ist zu erwarten, dass sich auch Taktiken ändern. Bei allen drei Beteiligten gibt es im Laufe der Zeit Veränderungen der "Taktik" zu beobachten.
Ein Satz aus dem Lehrbuch ? Falls nicht, gehört er da rein. Sehe ich absolut genauso.
traces schrieb:bei Geschwistern als Verdächtige taugt mitochondriale DNA kaum etwas, schon gar nicht, wenn es keine zusätzlichen Beweise gibt, die eine Täterschaft, eine Rollenverteilung bzgl. der Tatbeteiligung und eine Beteiligung an bestimmten Tathandlungen auch zusätzlich untermauern bzw. deutlich werden lassen.
Nehmen wir Deine Hypothese mal als gegebene Spurenlage an, haben die Tatbeteiligten im Moment -so stellt es sich ja auch dar- auf juristischer Ebene gewonnen. Zumindest so lange, wie keine "neuen" technischen Möglichkeiten Beweise schaffen können. In diesem Fall bedeutet das aber auch, dass die Tatbeteiligten eine permanente -ich nenne es mal- Drohkulisse ertragen müssen. Zum einen müssen sie -jeder für sich- weiterhin absolutes Stillschweigen bewahren, zum Anderen haben sie sich aber gegenseitig in der Hand und müssen sich auf die jeweils anderen Personen und deren Loyalität verlassen können. Wie man sehen kann, wächst auch kein "Gras" über die Angelegenheit. Auch über 9 Jahre nach der Tat ist dieser Fall noch Thema in den Medien.

Jeder weiß, dass im Zweifel Blut dicker als Wasser ist. Die Chance auf eine Aussage ist daher bei dem Hauptverdächtigen und seiner Schwester relativ gering. Sollten sie sich zukünftig nicht völlig zerstreiten, werden sie die Wahrheit als "Familiengeheimnis" mutmaßlich bewahren können. Zumal sich der/die Aussagende wohl selbst mitbelasten würde.

Es bleibt also nur eine "Schwachstelle" übrig. Jener "Ex-Partner" der Schwester. Sollte er wie von @Aggie
geschrieben, keine Beziehung mehr mit der Schwester führen oder "nur" befreundet sein, fiele ein starkes Motiv für sein Schweigen weg. Hinzu kommt evtl. noch die Tatsache, dass er womöglich nicht selbst direkt an der Tat beteiligt war und "nur" Mitwisser ist. Dies bedeutet für ihn auch eine juristisch vorteilhaftere Position, zumal ja -gerade bei Kronzeugen- i.d.R. sehr vorteilhafte Deals für den/die Aussagenden geschlossen werden. Somit ist seine Chance auf eine "milde" Strafe recht hoch. Es stellt sich also die Frage, warum er bisher dennoch nicht für eine entsprechende Aussage gewonnen werden konnte.
traces schrieb:Ich denke, es geht hier vielleicht nicht einfach nur darum, Verantwortung für seine eigene Beteiligung zu übernehmen, sondern auch um die Frage, inwieweit jeder Beteiligte auch bereit ist, die Verantwortung für die Folgen einer Aussage zu übernehmen, die andere dann tragen müssen.
Eine sehr logische und einleuchtende Schlussfolgerung. Es könnte für unsere "Schwachstelle" tatsächlich das Leitmotiv für sein andauerndes Schweigen sein. Nach all den Jahren hat bei ihm möglichrweise auch ein Verdrängungsprozess eingesetzt, der ihn davon abhält, seine eigene Position stetig neu zu bewerten und die Konsequenzen seines Handels stetig zu hinterfragen. Womöglich möchte er niemanden "hineinziehen" und für den wahrscheinlichen Ruin dessen/deren Lebens verantwortlich sein. Stattdessen bleibt er einfach dabei, nichts mehr weiter beizutragen.

Eine andere Möglichkeit wäre dann auch wieder eine mögliche Bedrohung seitens der/des Täter(s). Diese wäre sozusagen ein starkes "Ersatzmotiv" für die inzwischen möglicherweise weggefallene Beziehung zur Schwester des Hauptverdächtigen. Ich spekuliere deshalb nochmals in diese Richtung, weil es in der Drogenszene sehr "unbequemes", weil schwer kriminelles Klientel gibt, mit dem man sich ohne große Not besser nicht anlegen möchte. Sollte also der Hauptverdächtige tatsächlich Kontakte in diese Szene unterhalten und/oder sogar noch dort aktiv sein, hätte diese freie Spekulation meinerseits durchaus ihren Sinn.

@Aggie
Auch ist Jens nach Simones Vermisstenmeldung offenbar alleine weitergereist: denn bei der inquest sagte er aus, erst von dem Leichenfund erfahren zu haben, als er in Singapur war:
Ich persönlich bin etwas überrascht darüber. Ich stelle mir einfach mal vor, dass ich selbst in diese Situation auf dem Campingplatz geraten wäre. Hätte ich da bei einer vermissten Freundin/Bekannten den Trip einfach so fortgesetzt ? Sicher nicht. Ich wäre dort geblieben und hätte die Leute nicht im Stich lassen wollen, bis die Sache aufgeklärt ist.

Das gibt mir doch zu denken. Wollte er allein weiter, weil er mit der ganzen Sache lieber nichts zu tun haben wollte ? Wusste oder ahnte er, was passiert war und wollte deshalb weg, damit er nicht in die Sache als Zeuge/Tatverdächtiger hineingezogen wird ?


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