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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

293 Beiträge, Schlüsselwörter: Ungeklärt, Australien, Würzburg, Simone Strobel
DaScully
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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

11.02.2016 um 17:58
Ist garantiert auch ein KH in der Nähe.


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DaScully
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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

12.02.2016 um 07:53
Lügen
Am 12.Februar, es ist 10.45 Uhr, erscheinen Martin und Lars auf der örtlichen Wache. Martin erzählt, seine Freundin Simone sei verschwunden, …Am Vorabend seien sie gegen 23.00 Uhr zurück auf dem Campingplatz gewesen, hätten alle 4 zusammen gesessen und noch eine wenig geplaudert. Seine Schwester Monika und er hätten ein wenig gestritten über eine Familiensache in Deutschland. Leute könnt ihr nicht aufhören, wir sind im Urlaub, das habe Simone noch gesagt, sie gehe lieber noch ein paar Minuten spazieren. …Als Simone nicht zurückgekommen sei, hätten sie nach ihr Ausschau gehalten, auf dem Campingplatz und in der Stadt, vergebens. Auch im Krankenhaus sei sie nicht.
Crime, Seite 13

An dieser Aussage stimmt leider nicht viel. Später wird sich zeigen, die Zeiten passen nicht, der Ablauf der Suche passt nicht und heftigen Streit gab es auch. Monika und Lars haben spätabends gesucht, Martin nicht.
Um zehn Uhr abends befragt die Polizei den Wir haben eine sehr, sehr schöne Beziehung gehabt.
Crime, Seite 13

Was bedeutet für den Freund Simones gehabt?
1. Sie haben nun keine „sehr, sehr schöne Beziehung“, weil sie gestritten haben?
2. Sie haben keine Beziehung mehr, weil sie die Beziehung beendet haben?
3. Die Beziehung ist zu Ende, weil sie tot ist? …

Zusammenfassung dessen, was die Polizei ermittelt hat:

Der Kellner im Gollam Hotel haben erst eine lautstarke Auseinandersetzung von Simone und Martin gesehen, dann ist es zwischen Monika und Martin zu einem lauten Streit gekommen. Gegen 23.00 Uhr wurde die Gruppe aufgefordert, den Pub zu verlassen. Es gab Ärger, weil die Freunde die Biergläser mitgenommen hatten. Alle gaben ihr Glas zurück, Martin nicht. Er brüllt Beleidigungen in Richtung Kellner. Der Türsteher des Metropole Hotels will Martin nicht hereinlassen, dieser beschimpft ihn prompt.

Ca. gegen 23.30 Uhr erreicht die Gruppen den Campingplatz, mit dabei Martins japanischer Bekannter Gun. Die Polizei geht davon aus, dass gegen 23.30 Uhr ein Streit (laute Musik) ausbrach. Simone wurde von einer Zeugin gegen 0.45 Uhr mit Gun vor dem Zelt gesehen. Alle 4 Freunde, mit Simone, wurden gegen 0.55 Uhr von der gleichen Zeugen gesehen, als sie sich fertig für die Nacht gemacht habe.
Gegen 2.00 Uhr hörte man eine Frau aus Richtung des Kreisels, nahe dem Ablageort von Simones Körper, brüllen. Crime , Seite 014 bis 015

In den Tagebüchern von Simone und Martin finden sich Eintragungen über Konflikte zwischen beiden. Lars und Monika sind nach dem Streit gegen 23.30 Uhr auf die Suche nach Simone gegangen, Martin wollte im Van warten bis sie wieder auftaucht. Nach ca. 15-20 min kamen Lars und Monika ohne Simone zurück, sie haben den Campingplatz und Umgebung durchsucht. CRIME, Seit 018

Simone wurde 0.45 Uhr und 0.55 Uhr von einer Zeugin gesehen, erst dann ist sie (Nochmals?) verschwunden.
Hat Lars mitbekommen, dass Monika nach 0.55 Uhr noch einmal das gemeinsame Zelt verlassen hat? Ist Martin bei Monika vorbeigekommen und hat sie gebeten mitzukommen? Oder sind alle 3 erst dann suchen gegangen?

Warum gerade Lismore? Es gibt hier zwar eine vielfältige Kunstszene, dafür haben sich die Freunde aber eh nicht interessiert. Stattdessen trinken sie auf die teuerste Art Alkohol, nämlich im Gollam Hotel. (Wollten sie sich betrinken, dann könnten sich Dosenbier aus dem Supermarkt besorgen. Im Metropole Hotels wollen sie weitermachen, dürfen aber nicht. Sie wohnen auf einen heruntergekommenen Campingplatz mit übel beleumdeter Szene. Martin besteht, trotz Regen darauf, allein in seinem Van sitzen zu dürfen. Hat der auf wen anderen gewartet? Warum hockt man tagelang an diesem verregneten Ort und fährt nicht weiter? An einen schöneren, trockenen Ort.
Was wenn, der Streit auch hier nur Fassade ist, oder Mittel zum Zweck? Simone sollte vielleicht einen Menschen nicht sehen, auf den Martin gewartet hat. Sollte sie ein Gespräch nicht mitbekommen, das sie nicht zu interessieren hatte.


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13.02.2016 um 09:07
@DaScully
Da bringst du einen guten Punkt auf: Warum bleibt man tagelang an einem so hässlichen Ort? Alle schienen genervt und gelangweilt, aber was hielt sie in Lismore? Und ausgerechnet am Morgen nach Simones Verschwinden will man weiterreisen? Dass die den Van schon gepackt und ausserhalb des Campingparks abgestellt haben, ist für mich im Grunde ein Indiz, dass denen klar war, dass Simone nicht zurückkehrt ... Hätten die nämlich mit einer Rückkehr gerechnet, wo hätte Simone die anderen dann finden sollen, wenn sie schon weg waren???? Ausserdem können so, wenn es denn welche gab, auch Spuren vernichtet worden sein.

Ich gehe davon aus, dass die in Lismore auf jmd gewartet haben (Drogennachschub?), vlt waren die auch gar nicht so zugedröhnt, sondern im Gegenteil, eher auf Entzug, deshalb genervt und aggressiv? Das Verhalten Martins lässt diesen Schluss auf jeden Fall durchaus zu. Und genau um dieses Problem könnten sie auch gestritten haben, oder?

Mich erstaunt auf jeden Fall, dass Martin wieder nach Australien einreisen durfte (ist ja dort verheiratet), mit einer solchen Vorgeschichte (Verwicklung in einen ungeklärten Todesfall, Drogengeschichten, ...) kriegt man normalerweise nämlich wohl eher kein Visum mehr für Downunder, die sind nämlich ziemlich strikt. Da muss irgendjemand ziemlich viel Einfluss haben ...


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13.02.2016 um 10:59
Q-T schrieb:Dass die den Van schon gepackt und ausserhalb des Campingparks abgestellt haben, ist für mich im Grunde ein Indiz, dass denen klar war, dass Simone nicht zurückkehrt ...
Das könnte überinterpretiert sein. Man sagte sich vielleicht: "Wir können ja schon mal packen und in der Zwischenzeit meldet sie sich vielleicht."

Eigentlich ist ein Mord innerhalb der Gruppe schwer vorstellbar. Es müsste doch ein längerer Konflikt vorhanden gewesen sein, so dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, zusammen zu verreisen. Ist natürlich möglich, dass der Konflikt kurzfristig entstanden ist.


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13.02.2016 um 11:29
Siegfrieden schrieb:Eigentlich ist ein Mord innerhalb der Gruppe schwer vorstellbar. Es müsste doch ein längerer Konflikt vorhanden gewesen sein, so dass man gar nicht erst auf die Idee kommt, zusammen zu verreisen. Ist natürlich möglich, dass der Konflikt kurzfristig entstanden ist.
Wenn es keinen Mörder innerhalb der Gruppe gibt, wieso sagt dann niemand aus der Gruppe, wer es außerhalb der Gruppe gewesen sein könnte?
Und wieso sagt die Schwester, sie würde "nicht einmal unter Folter" noch jemals was zu dieser Nacht aussagen. Wieso schweigt Jens M. so vehement?


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13.02.2016 um 11:33
@egaht
egaht schrieb:beziehungstäter sind einmalige täter.
sorry aber das ist kompletter Unsinn. es ist durchaus denkbar, dass ein Mann, der im Affekt ausrastet, und seine Freundin tötet, sich einer weiteren Tötung schuldig macht, und zwar genau WEIL er schonmal so davon gekommen ist.


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13.02.2016 um 11:54
Siegfrieden schrieb:Das könnte überinterpretiert sein. Man sagte sich vielleicht: "Wir können ja schon mal packen und in der Zwischenzeit meldet sie sich vielleicht."
Das denke ich auch. In so einer Situation ist es logisch, zu denken, die ist halt über Nacht irgendwo anders gewesen um sich zu beruhigen und kommt schon morgens, nüchtern, wieder.

Ich bin in diesem Fall immer schon unsicher. Es deutet so viel auf die Freunde hin, aber ein deutliches Bild ergibt sich nicht. Ich stelle mir keinen Mord vor, eher einen Totschlag aus einem Streit heraus oder sogar ein Unfall im Rausch käme für mich in Frage, wo aus Angst auf Grund des Drogenkonsums kein Arzt aufgesucht wurde. Das Opfer wäre dann verstorben und versteckt worden. Der Freund wäre in dem Fall nicht der Täter, da es keinen gibt, sondern nur derjenige, der die Sache organisatorisch in die Hand nahm. Man hat womöglich geglaubt, allen die Zukunft zu retten, wenn einfach alle dichthalten.

Ob man sich vorstellen kann, dass sie tatsächlich im Streit ging und einem unbekannten Mörder über den Weg lief? Es gibt so verrückte Nächte, gerade unter Drogen, wo eins zum anderen kommt und tragisch endet, keine Frage. In diesem Fall wäre das Verhalten der Freunde jugendliche Bockigkeit, letztendlich, auch das könnte ich fast ein bisschen verstehen.

Ein tragischer Fall bleibt es so oder so.


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13.02.2016 um 12:05
@Siegfrieden
Wieso denkst du, ein Mord innerhalb der Gruppe sei nur schwer denkbar? Ein grosser Teil aller Tötungsdelikte sind Beziehungsdelikte ...

Ausserdem hat man bei Simone keine Abwehr- bzw. Kampfspuren gefunden, was ein Indiz dafür war, dass sie ihren Mörder vermutlich gekannt hat. Könnte sein, dass sie im ersten Moment den Ernst der Situation nicht mal erfasst und sich eben nicht gleich gewehrt hat.


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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

13.02.2016 um 12:30
Minderella schrieb:sogar ein Unfall im Rausch käme für mich in Frage, wo aus Angst auf Grund des Drogenkonsums kein Arzt aufgesucht wurde. Das Opfer wäre dann verstorben und versteckt worden.
@Minderella
Sag mal was gibt es an

"Aufgrund des Zustandes der Leiche war eine eindeutige Feststellung der Todesursache schwierig. Allerdings gibt es keinerlei Zweifel daran, dass Simone Strobel Opfer eines Gewaltverbrechens wurde."

nicht zu verstehen? man sollte schon ein Mindestmaß an Kenntnisstand mitbringen, um sich an einer Diskussion zu beteiligen!!!


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13.02.2016 um 13:51
Swagger schrieb:Wenn es keinen Mörder innerhalb der Gruppe gibt, wieso sagt dann niemand aus der Gruppe, wer es außerhalb der Gruppe gewesen sein könnte?
Und wieso sagt die Schwester, sie würde "nicht einmal unter Folter" noch jemals was zu dieser Nacht aussagen. Wieso schweigt Jens M. so vehement?
Ich stimme zu, das ist merkwürdig.
Q-T schrieb:Wieso denkst du, ein Mord innerhalb der Gruppe sei nur schwer denkbar? Ein grosser Teil aller Tötungsdelikte sind Beziehungsdelikte ... Ausserdem hat man bei Simone keine Abwehr- bzw. Kampfspuren gefunden, was ein Indiz dafür war, dass sie ihren Mörder vermutlich gekannt hat.
Alles richtig und alles denkbar. Nur für die Schwester ihres Freundes und den Freund im Hintergrund sind keine Motive bekannt. Ihr einziges Motiv bei der Behinderung der Recherchen könnte das Zusammengehörigkeitsgefühl sein.

Die Schwester sagt im gleichen Dialog aber auch: "Ich habe alles gesagt." (Crime, S. 21) Man kann ihr Verhalten als Verweigerung deuten, aber möglich ist auch, dass sie das Thema einfach leid ist.

Der eher unbekannte vierte Begleiter hat ja inzwischen durchaus Stellung bezogen (Crime, S. 20): Er habe alles seltsam gefunden, aber gedacht, sie sei noch am Leben. Er kenne Martin seit Jahren und glaube nicht, dass er so etwas tun würde, aber dieser habe sich völlig neu verhalten. Es könne sein, dass Martin etwas damit zu tun habe. Die Zurückhaltung der drei kann ja auch mit dem Drogenkonsum zusammen hängen, den sie nicht zu sehr betonen wollen.

Gesetzt, die Aussage ist zum Großteil korrekt, ist auch anderes denkbar als ein Szenario der gemeinsamen Verschwörung.

Was zugunsten der Freunde spricht - dass man offenbar nicht mal auf die Idee gekommen ist, Simones Tagebuch zu vernichten.


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13.02.2016 um 14:34
Korrektur: Nicht Monika hat gesagt: "Ich habe alles gesagt", sondern der Vierte im Bunde.


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13.02.2016 um 18:38
http://www.mainpost.de/regional/wuerzburg/Leichen-Toetung-Verbrechensfaelle;art736,9120375

m elften Jahr nach ihrem ungeklärten Tod hat es Simone Strobel aus Rieden bei Würzburg zu trauriger Berühmtheit gebracht: Die Geschichte der jungen Weltreisenden, die am 12. Februar 2005 in Australien nachts verschwand - und fünf Tage später tot unter Palmzweigen versteckt aufgefunden wurde - ziert jetzt den Titel des „Stern“-Sonderheftes „Crime“.

Das Heft liegt seit einer Woche bundesweit im Kiosk aus.

So viele Fragen nach elf Jahren

Es ist eine Geschichte, die zu Tränen rührt, die aufwühlt - nicht nur der schon oft geschriebenen Schilderungen wegen. Packende Bilder ziehen einen in den Bann, etwa das Porträt eines Gesichts, das Simones um Fassung ringenden Vater Gustav Strobel zeigt. Ihm steht noch nach elf Jahren die Frage ins Gesicht geschrieben.

„Warum?“ Doch von denen, die ihm das sagen könnten, bekommt er keine Antwort. Gustl Strobel ist auf gute Weise altmodisch, ein ehrlicher Schaffer, für den ein Wort und ein Handschlag noch Geltung haben. Wenn ein Reporter Gustl Strobels Vertrauen findet und in die gute Stube gebeten wird, sieht er, wie Gustl und seine Frau Gabi die Familie fast schon verzweifelt die Erinnerung an ihre gewaltsam umgekommene Tochter wachhalten.

Erinnerungen an letztes Telefonat

Überall Bilder von der blonden jungen Frau mit dem freundlichen Lächeln – und ein Vater, der sich erinnert: Zwei Tage vor ihrem Tod hatte Simone noch aus Australien bei ihm daheim angerufen und fast eine Stunde telefoniert „Es geht mir gut,“ sagte sie, wie er sich bis heute erinnert. „Alles ist so schön hier, Papa, du glaubst gar nicht, wie schön die Welt ist,“ schwärmte sie über den halben Erdball hinweg.

Krach mit Tobias

Kein Wort über den Krach mit ihrem Freund, von dem die Eltern erst viel später aus ihren von der Polizei beschlagnahmten Tagebucheintragungen erfuhren. Dort stand, wie schlecht es ihr aufgrund des Streits mit ihrem Freund Tobias ging – und wie viel Kraft die 25-Jährige aus dem Telefonat mit ihrem Vater gezogen hatte. Jeden Tag liest Gustl Strobel diese Zeilen, um sich zu erinnern. Noch vor ein paar Jahren hätte sich der Landwirt Strobel im Leben nicht vorstellen können, Reporter in sein Haus zu lassen und ihnen Dinge zu erzählen, die eine Familie lieber für sich behält.

Jahrelang hielten die Strobel all die Verdächtigungen über ihren Beinah-Schwiegersohn für Unfug, auch wenn ihnen manches seltsam vorkam. Aber mit den Jahren und jedem bekannt werdenden Indiz wuchsen die Zweifel. „Sie sind also der, den ich fünf Jahre lang am liebsten ans Kreuz geschlagen hätte,“ begrüßte er vor sechs Jahren einen der ersten Reporter, dessen immer wiederkehrende Schlagzeilen ihn jahrelang gequält hatten. Inzwischen sucht und findet Strobel Unterstützung, wo immer er sie kriegen kann. Es ist ein Ausdruck der Verzweiflung und der fast verzweifelten Hoffnung, am Ende doch noch dieses Schweigen zu brechen, das wie Gift auf ihn und seine Frau Gabi wirkt.

Manchmal treffen die Strobels in Würzburg ihnen völlig unbekannte Menschen. Und wenn sie nur sagen, dass sie aus Rieden kommen, kann es passieren, dass sie sagen: „Das ist doch der Ort, wo Simone herkommt, die in Australien umgebracht wurde, oder?“ Dann nickt er und muss wegschauen, weil ihm die Tränen in die Augen schießen. Aber Strobel weiß: Seine Simone ist nicht vergessen, und das ist wichtig.

Gustav Strobel kann aber auch, wenn er sich in Fahrt redet, beredt darüber hadern, wie Menschen, die Simone gut kannten, sie inzwischen völlig aus ihrer Erinnerung gelöscht haben. Das wurmt ihn unsäglich. Simones Eltern hält die Hoffnung aufrecht, dass der Fall auch nach so langer Zeit noch geklärt werden kann – wenn die Mitreisenden ihrer Tochter endlich ihr Schweigen brechen würden: Simones damaliger Freund Tobias, der heute in Australien verheiratet ist, seine Schwester, die merkwürdige Reaktionen zeigt, wenn die Strobels sie um Erklärungen bitten („Nicht mal unter der Folter würde ich dazu noch etwas sagen“) und ein gemeinsamer Mitreisender, der sofort einen renommierten Anwalt einschaltet.

Wichtige Dinge verschwiegen

Bis zum Beweis des Gegenteils gelten die drei als unschuldig. Aber Ermittler in Würzburg und Australien sind überzeugt, dass die drei wichtige Dinge aus der Nacht von Simones Verschwinden verschweigen, die bei der Aufklärung des Falles helfen könnten. In der Anhörung 2007 haben zwei australische Detektive öffentlich erklärt: Sie seien überzeugt davon, dass die drei Mitreisenden und speziell Simones Freund Tobias etwas mit ihrem Tod zu tun haben.

Die Analyse eines Profilers weist in die gleiche Richtung. Und in Würzburg werden die drei von Ermittlern als Verdächtige betrachtet. Simones Schicksal liegt wie ein Fluch auch auf Tobias. Das Leben des einstigen Sportstudenten und Surfers ist mindestens so aus den Fugen geraten wie das von Simones Eltern. Tobias könnte erzählen, was in jener Nacht auf dem Campingplatz in Lismore wirklich passierte, aber er schweigt.

Simone verschwindet

Er und Simone hatten Krach in den Tagen vor ihrem Tod, das belegen ihre beiden Tagebücher. Ihn hat anscheinend nicht gekümmert, dass sie nach einem Wortgefecht angeblich aufgewühlt in die Nacht hinaus stürzte und nicht wiederkam – ohne Papiere, ohne Klamotten, mit ihrem bruchstückhaften Englisch. Er hat sich verdächtig gemacht, weil er den Mitreisenden nach Simones Verschwinden befahl, der Polizei nichts über den Streit in der Nacht zuvor zu sagen, weil er Angst hatte, verdächtigt zu werden.

Stattdessen bezichtigte Tobias die australischen Behörden, die Suche nach Simone nicht intensiv genug voranzutreiben. Als nach fünf Tagen ihre Leiche auf dem Gelände eines Sportclubs gefunden wurde, kaum 100 Meter vom Campingplatz, auf dem Simone verschwunden war, geriet Tobias ins Fadenkreuz der Ermittler.

Untertauchen in Südafrika

Nach der Trauerfeier in Rieden wollte er auch in seiner Heimat nicht bleiben, und schon gar nicht mit Gabi und Gustav Strobel reden, die ihn immer wieder zu fragen versuchten, was in jener Nacht geschehen war. Tobias tauchte in Südafrika unter, wo er für Simone einen Schrein errichtete - aber zur Anhörung vor Gericht kam er zwei Jahre später nicht zurück nach Lismore. Er, der nie mehr nach Australien zurück wollte - weil ihn das so an Simones Tod erinnerte - hat inzwischen eine Australierin aus gutem Haus geheiratet.

Er würde gerne ungestört sein neues Leben in Australien führen, hat extra den Nachnamen seiner Frau angenommen. Aber die Kriminaltechnik schreitet unerbittlich voran. Noch können Ermittler die DNA-Spuren, die sie am Versteck von Simone an abgerissenen Palmzeigen gefunden hatten, nicht eindeutig zuweisen - aber das ist nur eine Frage der Zeit.

Buch beschäftigt sich mit Kriminalfall


Und da gibt es dieses Buch „Have you seen Simone?“ mit dem zerknitterten Fahndungsplakat der Vermissten von 2005 auf dem Titel. Der australischen Autorin Virginia Peters hatte Simones Ex-Freund im Interview gesagt: „Ich bin unschuldig, ich habe es nicht getan“. Und fast schon verzweifelt fragte er sie: „Wo sind meine Menschenrechte?“ Dennoch schrieb Virginia Peters, all die Indizien, die sie zu dem Fall gesammelt habe, würden den Verdacht nähren, er sei verantwortlich für Simones Tod.

Seine neue Familie ist besorgt um ihren guten Ruf und drängt ihn, Autorin und Verlag wegen Rufschädigung zu verklagen. Dafür müsste Tobias aber vor Gericht sagen, was wirklich geschah in jener Nacht des 12. Februar 2005. Bis dahin muss er weiter leiden - aber mehr noch Gustav und Gabi Strobel in ihrer Ungewissheit. Tobias‘ Familie verfolgt in Unterfranken aufmerksam alles, was über den Fall geschrieben wird. Vielleicht schickt sie ihm ja auch das „Stern“-Heft, in dessen Titelgeschichte er unter dem geänderten Namen Martin Scheffler eine tragende Rolle spielt. Im Vorwort des Heftes könnte er lesen: „Es gibt das Recht zu schweigen.

Doch in manchen Fällen wünscht man sich, dass es auch so etwas gäbe wie die Pflicht zu reden.“ Der Fall Simone Strobel und 22 weitere Verbrechen um Menschen aus Unterfranken war Teil der Main-Post-Serie „Ungelöste Kriminalfälle“ im vergangenen Jahr. Inzwischen ist gleichnamigen Buch erschienen. „Ungelöste Kriminalfälle“ hat 176 Seiten, kostet 9,99 Euro und ist in allen Main-Post-Geschäftsstellen sowie im Buchhandel erhältlich.


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Simone Strobel (25) aus Rieden im Landkreis Würzburg wird seit vergangenem Freitag in Australien vermisst.


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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

13.02.2016 um 20:16
@Swagger
Sehr berührender Artikel aus Sicht der Eltern von der Mainpost, wie ich finde.

Das Buch ist ja leider nie auf Deutsch erschienen und ich habe mir nicht zugetraut, die Originalausgabe zu lesen, da ich auch nichts falsch verstehen wollte. Ich habe mir jetzt aber die Crime bestellt, weil es die bei uns auf dem Land nur ganz schwer gibt und extra in die nächste, größere Stadt wollte ich nicht fahren.
Bin sehr gespannt und hoffe, die Ausgabe kommt bald.


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Ludwig_01
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Tod von Simone Strobel in Australien 2005 noch immer ungeklärt!

13.02.2016 um 22:53
Hallo zusammen!

Glücklicherweise ist das Schicksal von Simone Strobel nicht in Vergessenheit geraten, wozu die anrührenden Berichte in der Mainpost und die preiswürdige Reportage in der Crime in vorbildlicher Weise beitragen.

Für mich steht die Schuld an Simones Tod recht zweifelsfrei fest, und auch die Mitwisserschaft und ggf. Mithilfe beim Transport ihrer Leiche der beiden Begleiter dürften außer Frage stehen. Inwieweit dieses Tötungsdelikt aber noch juristisch zu klären ist bleibt eine offene Frage.
Mich würde interessieren, wie sich das Verhältnis des Paares in Verlauf des Aufenthaltes in Australien mit der Zeit entwickelt hat. Es ist etwas anderes, in der Heimat sechs Jahre zusammen zu sein, aber dennoch ein eigenes Leben zu haben als in der Fremde ständig auf engstem Raum aneinander gebunden zu sein. Ich schreibe das deswegen, weil im engeren Verwandtenkreis auch eine scheinbar ganz große Liebe eines jungen Paares im Verlauf eines derartigen Australientrips geplatzt ist. ich denke daher, dass zwischen den beiden zunehmende Spannungen entstanden sind, warum auch immer, die sich unter den gegebenen unseligen Bedingungen (räumliche Enge, Wetter, Alkohol, Drogen) mit tödlichen Folgen für Simone entladen haben.
Darüber hinaus nehme ich an, dass Simones Lageberichte an Zuhause etwas geschönt waren, damit sich die Eltern, die sie bestimmt nur äußerst ungern ziehen ließen, keine zu großen Sorgen machten.

Ganz gespannt warte ich schon auf das Buch von Mrs. Peters - verschickt ist es anscheinend schon.

Viele Grüße
Ludwig


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13.02.2016 um 22:55
Swagger schrieb:@Minderella
Sag mal was gibt es an

"Aufgrund des Zustandes der Leiche war eine eindeutige Feststellung der Todesursache schwierig. Allerdings gibt es keinerlei Zweifel daran, dass Simone Strobel Opfer eines Gewaltverbrechens wurde."

nicht zu verstehen? man sollte schon ein Mindestmaß an Kenntnisstand mitbringen, um sich an einer Diskussion zu beteiligen!!!
Ich kenne die Fakten. "Unfall" war eine dumme Wortwahl, zugegeben. Sorry dafür. Ich meinte damit nicht das berühmte "Jemand hat sie geschubst und sie starb an einem Schädelbasisbruch und dann hat man halt die Leiche entsorgt", sondern, dass im Rausch etwas ausgeartet ist, wovon die Tragweite nicht überblickt wurde und sich im Nachhinein niemand mehr klar erinnern konnte. In der Unterscheidung zu einer Affekttat.


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14.02.2016 um 00:39
@Ludwig_01 schrieb
Ludwig_01 schrieb:Glücklicherweise ist das Schicksal von Simone Strobel nicht in Vergessenheit geraten, wozu die anrührenden Berichte in der Mainpost und die preiswürdige Reportage in der Crime in vorbildlicher Weise beitragen.

Für mich steht die Schuld an Simones Tod recht zweifelsfrei fest, und auch die Mitwisserschaft und ggf. Mithilfe beim Transport ihrer Leiche der beiden Begleiter dürften außer Frage stehen. Inwieweit dieses Tötungsdelikt aber noch juristisch zu klären ist bleibt eine offene Frage.
Mich würde interessieren, wie sich das Verhältnis des Paares in Verlauf des Aufenthaltes in Australien mit der Zeit entwickelt hat. Es ist etwas anderes, in der Heimat sechs Jahre zusammen zu sein, aber dennoch ein eigenes Leben zu haben als in der Fremde ständig auf engstem Raum aneinander gebunden zu sein. Ich schreibe das deswegen, weil im engeren Verwandtenkreis auch eine scheinbar ganz große Liebe eines jungen Paares im Verlauf eines derartigen Australientrips geplatzt ist. ich denke daher, dass zwischen den beiden zunehmende Spannungen entstanden sind, warum auch immer, die sich unter den gegebenen unseligen Bedingungen (räumliche Enge, Wetter, Alkohol, Drogen) mit tödlichen Folgen für Simone entladen haben.
Darüber hinaus nehme ich an, dass Simones Lageberichte an Zuhause etwas geschönt waren, damit sich die Eltern, die sie bestimmt nur äußerst ungern ziehen ließen, keine zu großen Sorgen machten.
@Ludwig_01

Sehe es ähnlich wie Du.
Ludwig_01 schrieb:Ganz gespannt warte ich schon auf das Buch von Mrs. Peters - verschickt ist es anscheinend schon.
Habe mir das Buch ebenfalls bestellt und kann kaum erwarten, es zu lesen!


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14.02.2016 um 09:23
@Ludwig_01
Wurde das Buch nicht teilweise bereits sogar ausgeliefert, als es erschienen ist?
Die Originalausgabe konnte man damals schon bei Amazon bestellen, ich hatte den Link dazu noch von Vernazza bekommen, ehe er/sie sich abgemeldet hat? Von daher bin ich ausgegangen, daß es z. T. bereits ausgeliefert wurde.
Wenn Du es hast, bin ich gespannt darauf, was Du zu daraus erzählen kannst.

Ich sehe es ansonsten, genau, wie Du: es ist immer ein Unterschied, ob man sich zu Hause aus dem Weg gehen kann, durch den Beruf bereits stundenweise am Tag getrennt ist oder dann in einem Langzeiturlaub Tag auf Tag zusammen ist. Das es dort zu Reibungen kommt oder kommen kann, denke ich auch und ich kann auch verstehen, daß Simone dies dann nicht sofort ihren Eltern erzählt hat.


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14.02.2016 um 23:08
@DaScully schrieb:
aus der Crime, S. 15]:
Da an Simones Füßen kein Schmutz zu finden war, sei sie wahrscheinlich getragen worden, nicht gezogen. Hautabschürfungen deuteten außerdem darauf hin, dass sie unbekleidet und mit dem Gesicht nach unten durch das Loch im Zaun des Continental Clubs gehoben worden sei.]


Warum wird Simone falschherum unter einen Zaun durchgezogent
@DaScully

Vielleicht, weil der Täter es nicht ertrug, in ihr Gesicht zu sehen ... ?


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15.02.2016 um 10:39
@Ludwig_01
Ich sehe es wie Du. Für mich ist auch logisch, dass Simone ihren Eltern von evtl. Spannungen in Australien nichts berichtete. Ihre Eltern werden so schon voller Sorge gewesen sein. Das eigene Kind in einem fernen Land, so lange unterwegs. Da muss man den Eltern nicht noch zusätzliche Sorgen bereiten, indem man von Beziehunsproblemen berichtet.

Was mich an diesem Fall "stört" bzw. wundert ist die Tatsache, dass ja 3 Personen über Simones Schicksal Bescheid wissen. Davon gehe ich einfach mal aus. Und keiner dieser Personen verplapptert sich mal oder es plagt ihn das schlechte Gewissen und öffnet sich gegenüber der Polizei oder seinen Mitmenschen.


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DaScully
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15.02.2016 um 10:50
@Aggie
Aggie schrieb: Vielleicht, weil der Täter es nicht ertrug, in ihr Gesicht zu sehen ... ?
Ja, das ist denkbar. Das hieße möglicherweise auch, der/die Täter haben/hatten eine Art Beziehung und ein Rest Gewissen. Sie müssen wenigstens ein bisschen Scham empfunden haben.

@O-T
Q-T schrieb:Ausserdem hat man bei Simone keine Abwehr- bzw. Kampfspuren gefunden, was ein Indiz dafür war, dass sie ihren Mörder vermutlich gekannt hat. Könnte sein, dass sie im ersten Moment den Ernst der Situation nicht mal erfasst und sich eben nicht gleich gewehrt hat.
(Die Angehörigen möchten mir bitte folgendes bitte verzeihen, es soll lediglich der Klärung der Situation dienen.) Absolut wehrlos ist man, wenn man schläft. Hat man Alkohol getrunken, etwas Gras geraucht … und einen anstrengenden Tag (Dauerstreiterei), dann ist man körperlich besonders verletzlich. Und hat keine Chance auf Gegenwehr. Von einer Affekttat dann keine Spur, komplett hinterfotzig würde ich dieses Szenario nennen.
Q-T schrieb:Mich erstaunt auf jeden Fall, dass Martin wieder nach Australien einreisen durfte (ist ja dort verheiratet), mit einer solchen Vorgeschichte (Verwicklung in einen ungeklärten Todesfall, Drogengeschichten, ...) kriegt man normalerweise nämlich wohl eher kein Visum mehr für Downunder, die sind nämlich ziemlich strikt. Da muss irgendjemand ziemlich viel Einfluss haben.
Nach Simones Tod hat er das Land gewechselt. Er ist jahrelang zwischen Deutschland und Südafrika hin und her gependelt. Er hat einige Zeit mit seiner jetzigen Frau in Deutschland, nahe Würzburg gewohnt. Hier haben sie geheiratet. (Wie es Simones Eltern damit geht? Seit Simones Tod kein Kontakt. Funkstille. Hier hat er für die Hochzeit Drogen von einem Dealer aus Berlin bestellt und ist dabei hochgenommen worden. Er hat dafür eine Haftstrafe auf Bewährung bekommen Wieder Land gewechselt. Lebt nun unter unbekannter Adresse in Australien … Er ist noch immer deutscher Staatbürger, hat den Familien-Namen seiner Frau angenommen. Die Australier sind nicht begeistert darüber, aber er ist noch nicht verurteilt.

Sollte er schuldig gesprochen werden, wird er wieder das Land wechseln wollen, denn in Deutschland sind die Haft-Bedingungen besser. ;-)


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