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Mitarbeiter der Konkurrenz für Kündigung bezahlen?

22 Beiträge, Schlüsselwörter: Mitarbeiter Kündigung Insolvenz

Mitarbeiter der Konkurrenz für Kündigung bezahlen?

09.07.2017 um 21:58
Hi,

mal ein rein fiktiver Fall: Angenommen Firma A und Firma B befinden sich schon lange in einem harten Konkurrenzkampf. Firma A ist eigentlich haushoch überlegen. Firma B hat jedoch einen herausragend guten Mitarbeiter namens Mitarbeiter X. Nur aufgrund dieses "Zugpferdes" überlebt Firma B im Kampf gegen Firma A. Ohne Mitarbeiter X wäre Firma B innerhalb weniger Wochen insolvent.

Firma A ist dies wohl bewusst. Daher bietet der Chef von Firma A dem Mitarbeiter X den Betrag von 125.000 Euro an für den Fall dass dieser bei Firma B kündigt und sich fortan nie wieder in der Region blicken lässt. Firma A möchte damit die Insolvenz von Konkurrent B erreichen.

Machen sich Mitarbeiter X oder Firma A strafbar? Rechtsgrundlage?

Vielen Dank für die Antwort.


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Mitarbeiter der Konkurrenz für Kündigung bezahlen?

09.07.2017 um 22:09
In Führungspositionen hast Du für gewöhnlich eine Sperrfrist, innerhalb der Du Dich nicht in der selben Branche betätigen darfst. Tust Du es trotzdem, kannst Du auf Schadensersatz verklagt werden. So war es jedenfalls in meinem Vertrag geregelt. Für die Zeit der Nichtbetätigung zahlt der (ehemalige) Arbeitgeber dann einen Ausgleich.


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Mitarbeiter der Konkurrenz für Kündigung bezahlen?

09.07.2017 um 22:22
@Doors:

Es geht nicht um der Fall dass dein Arbeitgeber dich für die Sperrfrist zahlt. Vielmehr zahlt dich ein Konkurrent dafür dass du kündigst und eine Sperrfrist hast. Der Konkurrent will deiner Firma damit schaden dass sie dich als Mitarbeiter verliert. Ist das zulässig?


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09.07.2017 um 22:59
Schau mal im Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb nach (UWG). Schließlich wird durch dieses Verhalten ein Mitbewerber geschädigt. Ganz sicher bin ich mir da allerdings auch nicht. Ist lange her.


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10.07.2017 um 07:02
@jimmy82


Qualifizierte Antworten wirst Du eher in einem Forum für Arbeitsrecht finden als in einem Mystery-Forum.


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Mitarbeiter der Konkurrenz für Kündigung bezahlen?

10.07.2017 um 07:10
Wikipedia: Direktsuche
lest mal hier
In Deutschland hat es in der Vergangenheit öfter rechtliche Unsicherheit bezüglich Executive-Search-Dienstleistungen gegeben. Laut Urteil (Az.:I ZR 221/01) des für Wettbewerbsrecht zuständigen ersten Zivilsenats des Bundesgerichtshof ist der Erstkontakt zu fremden Mitarbeitern per telefonischer Ansprache am Arbeitsplatz als Teil des freien Wettbewerbs grundsätzlich erlaubt.

Gerade in Deutschland haftete dem vermeintlichen „Abwerben“ loyaler und zufriedener Mitarbeiter in der Anfangszeit des Executive Searchs oftmals ein zweifelhafter Ruf an. Mittlerweile gehört auch diese Personalbeschaffungsmethode in den Kreis der akzeptierten und etablierten Rekrutierungsmethoden.
ich gehe davon aus, es ist erlaubt und rechtens


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10.07.2017 um 07:39
Firma A und der Mitarbeiter X machen sich strafbar...
Firma A greift in die Struktur und Abläufen der Firma B mit dem Ziel sie in ihrer Leistung zu mindern, das interessiert auch das Kartellamt.
Mitarbeiter X führt gegen Bezahlung eine Anweisung eines fremden Arbeitgebers aus, handelt gegen die Interessern des eigentlichen Arbeitgebers.
Legal wäre: Firma A wirbt Mitarbeiter X ab, stellt ihn für 1-2 Jahre ein...und versetzt in eine andere Region.


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10.07.2017 um 07:40
Tussinelda schrieb:ich gehe davon aus, es ist erlaubt und rechtens
Es geht nicht um das Abwerben eines Arbeitnehmers, es geht darum, dass eben dieser Arbeitnehmer den Arbeitsplatz selber kündigt und dann "verschwindet".

Meine persönliche Meinung ohne Rechtsgrundlage: würde es als Bestechung einordnen.

@jimmy82


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10.07.2017 um 07:42
@Tussinelda

Es gibt für Führungskräfte sogenannte "Headhunter". Da lässt ein potenzieller Arbeitgeber diese direkt nach geeigneten Führungskräften suchen und diese ggf. abwerben.

@Abahatschi


Was die mögliche Strafbarkeit solcher Aktionen angeht, da würde ich mich dann doch noch mal bei Arbeitsrechts- oder Wettbewerbsrechtexperten schlau machen. Und wir alle wissen: Vor Gericht und auf hoher See...


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10.07.2017 um 07:46
@Doors

Es geht hier nicht um arbeitsrechtliche Belange, sondern darum, dass Firma A einem Mitbewerber das Wasser abgraben will, indem der Mitarbeiter dazu angehalten werden soll, den Arbeitsplatz zu verlassen und damit Firma B die Existenzgrundlage entzogen wird.

Es war nirgends davon die Rede, dass der Arbeitnehmer abgeworben werden soll, um fortan in Firma A zu arbeiten.


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10.07.2017 um 07:47
@Casa_blanca
ach, das hatte ich falsch verstanden, wahrscheinlich weil es ein so absurdes Szenario ist :D
Firma A wäre ja dumm, wenn sie den Mitarbeiter nicht nutzen würde


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10.07.2017 um 07:49
Tussinelda schrieb:wahrscheinlich weil es ein so absurdes Szenario ist :D
So absurd ist das gar nicht. Eine Übernahme der Firma B durch Firma A käme vermutlich teurer :)

Da ist es allemal günstiger, einen Konkurrenten auf diese Weise auszuschalten.


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10.07.2017 um 07:58
@Casa_blanca
es wäre aber noch sinnvoller, die Fähigkeiten des tollen Mitarbeiters zu nutzen, irgendwann wird der ja wieder irgendwo arbeiten, warum dann nicht für einen selbst?


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10.07.2017 um 08:08
jimmy82 schrieb:Daher bietet der Chef von Firma A dem Mitarbeiter X den Betrag von 125.000 Euro an für den Fall dass dieser bei Firma B kündigt und sich fortan nie wieder in der Region blicken lässt.
Das wäre aber ein dummer Mitarbeiter. Das "Zugpferd" in einer solchen Konstellation zweier Marktführer sollte im Jahr wohl etwas mehr verdienen, als diesen Betrag. Und selbst wenn nicht, dann ist er anschließend arbeitslos und zusätzlich gebrandmarkt. Der findet so schnell keinen vergleichbaren Job mehr. Da solltest Du vermutlich noch ein oder zwei Potenzen drauf legen.

Aber da dies natürlich kein fiktiver Fall ist, sondern Du mit Sicherheit etwas Konkretes im Hinterkopf hast, wirst Du um eine qualifizierte Beratung nicht herum kommen. Bei einem so hohen "Bestechungsgeld" sollten ein paar Tausender für eine Beratung kein Problem sein.

Gefühlt würde ich sagen, dass es nicht legal ist, da die Handlung alleine der Schädigung des Konkurrenten dient. Aber ich habe auch keine Lust, mich damit näher zu befassen.


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10.07.2017 um 08:10
Tussinelda schrieb:es wäre aber noch sinnvoller, die Fähigkeiten des tollen Mitarbeiters zu nutzen, irgendwann wird der ja wieder irgendwo arbeiten, warum dann nicht für einen selbst?
Nicht unbedingt. Womöglich benötigt die Firma gar keinen zusätzlichen Mitarbeiter. Oder aber es gibt eine Konkurrenzklausel, wer weiß.
Außerdem wäre das dann wohl zu offensichtlich.

Ich frage mich gerade, ob es wirklich ein fiktiver Fall ist oder ob mehr dahintersteckt. :)


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10.07.2017 um 08:29
jimmy82 schrieb: den Betrag von 125.000 Euro an für den Fall dass dieser bei Firma B kündigt und sich fortan nie wieder in der Region blicken lässt.
Wie groß sind denn diese beide fiktiven Firmen? Sind es zwei (z.B.) kleine Architekturbüros in der gleichen Stadt mit jeweils ca. 20 Mitarbeitern und weiter nichts oder sind es größere Mittelstandsunternehmen oder richtig große Firmen, die sowieso etliche Unterlieferanten und Filialen haben oder aufgekaufte Firmen unter anderem Namen führen?
Wenn Letzteres der Fall ist, könnte X ja einfach 100 km weiter in der nächsten Filiale oder 500 km weiter in der gleichen Firma mit anderem Firmennamen weiterarbeiten. Dann wäre er weg aus der Region und hätte den Deal eingehalten.

Wie das rechtlich aussieht, wird  nur ein Jurist beantworten können. Meine Laienintuition würde es als sittenwidrig betrachten, aber ob es bereit illegal ist, weiß ich nicht.


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10.07.2017 um 20:30
Wie soll sich denn die Geldbewegung steuerrechtlich gestalten? Das ist Schwarzgeld und Bestechung. Bezüglich dem Gesetz des unlauten Wettbewerbs kann ich nichts konkretes sagen aber auch da dürfte man sich auf gefährlichem Grund befinden. Das Kartellamt müsste sich einschalten


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11.07.2017 um 12:56
Ist nur meine persönliche Meinung.

Aber: moralisch ist es vll. zweifelhaft.
Jedoch ist es aus meiner Sicht theoretisch auch meine Sache, wo ich arbeite oder auch nicht.
Wenn mir gute Arbeitsbedingungen oder beste Bezahlung am wichtigsten sind, dann wechsel ich zu dem Unternehmen, das mich am besten bezahlt.
Anders herum würde es ja heißen: es ist mir VERBOTEN, in einer anderen Firma zu besseren Bedingungen zu arbeiten.
Das würde mich benachteiligen. Warum soll ich für 60.000€ im Jahr bei A arbeiten, wenn ich bei B 100.000€ pro Jahr bekomme?

Es kann ja auch so laufen, dass ich sage:,,Ich könnte bei B deutlich mehr verdienen, aber ich mag A lieber. Ich bleib bei A."
Auch das wäre meine eigene Entscheidung.

Ich persönlich finde es auch nicht verwerflich, wenn mir jemand sagt:,,Hier, Summe X und du arbeitest jetzt bei mir."


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11.07.2017 um 16:01
Kc schrieb:Ich persönlich finde es auch nicht verwerflich, wenn mir jemand sagt:,,Hier, Summe X und du arbeitest jetzt bei mir."
Das ist auch nicht verwerflich, weder moralisch, noch juristisch. Aber wenn ich diesen (fiktiven?) Fall richtig verstanden habe, geht es darum, dass X für den Betrag Y die Firma und die ganze Region verlassen soll und komplett wo anders arbeiten soll, also nicht zum Betrieb des Geldanbieters wechseln soll. Er soll vielmahr seinen jetzigen Arbeitgeber für das Geld verlassen, um als Konkurrent für den Geldanbieter weniger stark zu sein und X soll sich halt irgendwoauch immer was Neues suchen.


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11.07.2017 um 19:34
@hallo-ho

Okay.
Aber ist auch das nicht eine persönliche Entscheidung, vergleichbar mit der anderen Sache?
Ob ich nun für den Konkurrenten arbeite oder weggehe, für meinen Ex-Arbeitgeber ist doch beides eine Schwächung.
Und für mich springt beide Male Kohle raus.

Ich hab doch immer noch die Freiheit, zu sagen:,,Nee Leute, ich kenn meinen Arbeitgeber seit der Kindheit, ich steh voll zu der Firma, da gehe ich für kein Geld weg."


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