Mordfall Obst: Ehemann sitzt in U-Haft
http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/kreisguetersloh/Mordfall-Obst-Ehemann-sitzt-in-U-Haft-ae98973c-657d-4ac1-80b5-68613fc36b5a-dsBei einer Pressekonferenz gab Staatsanwalt Christoph Mackel neue Details zum Mordfall Obst bekannt.
Kreis Gütersloh (ds) - Der Ehemann der vor vier Wochen getöteten Hallerin Gabriele Obst ist festgenommen worden. Er wird nach Aussage von Staatsanwalt Christoph Mackel des Totschlags an seiner 49-jährigen Frau verdächtigt. Er bestreitet, etwas mit dem Tod seiner Frau zu tun zu haben.
Ausschlaggebend waren DNA-Spuren des 74-Jährigen auf der Tatwaffe, einem Schrotgewehr, das auf der Leiche gefunden wurde. Den illegalen Besitz der Waffe habe der Ehemann eingeräumt. Wie Staatsanwalt Mackel in einer Pressekonferenz in Bielefeld mitteilte, ist zu möglichen Motiven aktuell noch nichts bekannt. Wesentliche Punkte, die den Verdacht des Totschlags erhärten, hätten sich außer durch die DNA-Spuren am Tatwerkzeug durch die Vernehmung des 74-Jährigen und des Sohnes der Familie ergeben. „Der Sohn hat zurückgenommen, dass er seinen Vater am betreffenden Morgen im Haus wahrgenommen hat“, so Kriminalhauptkommissar und Ermittlungsleiter Ralf Östermann zum Tattag im April. Ausschlaggebend seien auch weitere Hinweise: Zwei voneinander unabhängige Zeugen hätten ausgesagt, im Bereich, in dem Gabriele Obst als Zeitungsbotin unterwegs war, durch geschlossene Jalousien ein Streitgespräch gehört zu haben. „Ab diesem Zeitpunkt wurden keine weiteren Zeitungen mehr ausgetragen“, so Staatsanwalt Mackel.
Tatwaffe war nicht registriert
Im Lauf der Vernehmung am Dienstag habe der jetzt Inhaftierte, der vor seiner Rente als Maurer und LKW-Fahrer gearbeitet hat, zugegeben, dass die Schrotflinte ihm gehöre. Er habe sie Ende der 60er-Jahre gekauft und unter dem Bett im Schlafzimmer gelagert. Da sie
nicht registriert gewesen sei, habe er der Polizei im bisherigen Vermittlungsverlauf nichts davon erzählt, da er Konsequenzen befürchtetet habe. Dem 74-Jährigen, der ebenso wie sein Sohn im Besitz eines Jagdscheins ist, gehören nach Auskunft von Östermann weitere fünf Langwaffen sowie eine Kurzwaffe, die ordnungsgemäß gemeldet sind. Zudem habe der Ehemann am Dienstag erstmals auf Depressionen seiner Frau hingewiesen, so der Staatsanwalt. „Suizid ist aber überhaupt nicht nachvollziehbar“, betonte Mackel. Denn wenn Gabriele Obst selbst das Gewehr genommen und bei sich getragen hätte, müssten daran mehr Spuren zu finden sein, so die Ermittler. „Das Spurenbild spricht nicht für einen Selbstmord“.