Eine Gesellschaft, die nicht bereit ist, sich zu verändern, kann nicht bestehen.

Ebensowenig kann eine Gesellschaft, gerade dann, wenn ihre Mitglieder aus vielen, verschiedenen Kulturen kommen, bestehen bleiben, wenn sie sich nicht auf gemeinsame, unverrückbare Grundwerte einigen kann.

Gesellschaften, in denen eine der Seiten überhand nimmt, geraten in große Gefahr, zu zerbrechen.
Das aber dürfen wir nicht zulassen, denn unsere Stärke liegt nicht in der Abschottung, sondern der gemeinsamen Bewältigung sich der Gesellschaft stellender Aufgaben.

Was aber heisst dies nun für die Integration?
Integration ist zunächst einmal ein Spiel für mindestens zwei.
Spielen kann man ein Spiel nur dann, wenn die Regeln klar sind.

Man erlaube mir einen Vergleich:
Ich kann kein Fußball spielen, wenn mir nicht klar ist, dass ich als Feldspieler den Ball nur mit den Füßen oder dem Kopf spielen darf, wenn ich nicht weiss, was ein Foul ist oder welche Aufgabe ein ,,Stürmer" besitzt.
Da hilft es niemandem, wenn man aus falscher Freundlichkeit und Nachsicht etwa die Regeln immer weiter verwässert oder Sonderregeln noch und nöcher einfügt, um dem neuen Mitspieler, der die Regeln noch nicht kennt, das Spiel vermeintlich zu erleichtern.

Wie soll er denn die Regeln überhaupt kennenlernen und sich dran halten, wenn gar nicht mehr klar ist, was denn eigentlich die Regeln sind?

Was vielmehr sinnvoll ist, ist ein angemessenes Maß an Nachsicht und Hilfestellung für den Mitspieler.
Er muss etwas Zeit haben, die Regeln zu lernen und braucht, gerade um sie in der Praxis zu erproben und anzuwenden, die Hilfe der Kameraden.

Doch damit letztlich nicht der Spielspaß und die Fähigkeit der Mannschaft insgesamt leidet, ist auch eine Frist notwendig, an der klar gesagt wird:,,Du hast es trotz Nachsicht und Hilfe nicht gepackt, nun ist Schluss - du wirst nicht Teil der Mannschaft."

Auch macht es sicherlich keinen Sinn, wenn der neue Mitspieler erwartet, dass man alle Regeln ihm zum Gefallen abwandelt.
Wohl sollte jedoch eine intelligente Mannschaft die Vorschläge und besonderen Fähigkeiten des Mitspielers achten und aufnehmen, denn es kann sie entscheidend weiterbringen.
Und doch muss klar sein: die gemeinsamen Regeln des Spiels bleiben.


Nun noch einmal zu der Frage, was dies alles konkret für die Integration in Deutschland bedeutet.

Es bedeutet, dass alle Mitglieder unserer Gemeinschaft und solche, die es werden wollen, definitiv zum Grundgesetz stehen müssen und seine Inhalte verteidigen sollen.
Ohne Ausnahme, ohne Sonderregelungen, ohne kulturelle oder religiöse oder moralische Befindlichkeiten vorzuschieben.

Die Werte des Grundgesetzes in Deutschland dürfen nicht verhandelbar sein, denn sie sind eine absolute Basis für das Zusammenleben in diesem Land und sie sind es allemal wert, verteidigt zu werden.
Wer schon nicht einmal das Fundament annehmen kann und es einreissen möchte, der kann auch nicht im Haus wohnen, welches auf dem Fundament gebaut ist.

An diesem Punkt nun beginnen die spezifischen Aufgaben für die ethnischen Deutschen und die ethnischen Migranten, um gemeinsam ein Volk, eine Gesellschaft in Deutschland zu bilden.

Es ist an den Deutschen, einerseits zu begreifen, dass sie nicht mehr allein sind in diesem Land und die Bevölkerung nicht mehr nur aus hellhäutigen Christen besteht.
Vielmehr denke ich, dass ich nicht lüge, wenn ich sage, es leben mittlerweile aus wohl nahezu jedem Land der Erde, aus den unterschiedlichsten Kulturen und mit verschiedensten, religiösen Hintergründen in Deutschland.

Das ist eine Tatsache und nur feige oder ungebildete Menschen können sich dieser Erkenntnis verweigern.
Dementsprechend müssen die Ethnodeutschen einsehen, dass ihre Gesellschaft neue Verhaltensweisen und Werte kennenlernt, neue Herausforderungen und Ansichten auf sie zukommen.
Es liegt an ihnen, mit Gelassenheit und Offenheit zu reagieren und Bereitschaft zu zeigen, das eine oder andere anzunehmen, was sie früher nicht kannten.
Ebenso gehört dazu, vernünftige und wirklich hilfreiche Förderungen und Unterstützungen zu bieten.
Die aufnehmende und fördernde Bereitschafft ihrerseits darf nicht beim Dönermann oder dem italienischen Restaurant aufhören.

Andererseits lautet eine entscheidende Übung, die sie meistern müssen:
,,Einhaltung und Verteidigung der Werte unseres Grundgesetzes!"

Es darf beispielsweise keinesfalls sein, dass bei schweren Protesten (in anderen Ländern wohlgemerkt) wegen so genannter Mohammed-Karikaturen überhaupt die Diskussion aufkommt, ob man denn nicht lieber derartige Karikaturen oder gleich ganz Kritik am Islam, welcher Art die Kritik auch immer sei, verbieten solle.
Aus Rücksicht, Vorsicht, Angst vor Anschlägen oder welchem Grund auch immer.

Nein! Bloße nicht!

Die Meinungsfreiheit und das Recht, seine Meinung zu äußern und zu verbreiten ist eines der höchsten Güter unserer Gesellschaft überhaupt.
Man kann sich drüber unterhalten, ob solche Provokationen sein müssen. ja man sollte sich sogar fragen, inwieweit man andere Menschen mit seinem Handeln verletzt.

Als Christ beispielsweise würde es mich auch sehr treffen, würde man Jesus als Kinderschänder verunglimpfen.

Und doch: Bitte auf keinen Fall einfache Verbote, um Konflikten aus dem Weg zu gehen.
Wir dürfen nicht leichtfertig und auf Basis von ,,tagespolitischem" Geschehen die Grundwerte unserer Gesellschaft über den Haufen werfen.

Schon garnicht unter dem Eindruck von Gewaltausbrüchen einer zahlenmäßig geringen Abteilung von Fanatikern.

Also, verehrte Ethnodeutsche: steht zu den Werten des Grundgesetzes, klar und deutlich.
Und ebenso: steht zu vernünftigen Anforderungen wie dem Lernen der deutschen Sprache an Migranten. Dafür müsst ihr euch nicht schämen und einknicken, wenn euch Wind ins Gesicht bläst.


Nun richte ich das Wort an die ethnischen Migranten:

Ich denke, ihr oder eure Vorfahren sind nach Deutschland gekommen, weil sie sich ein neues Leben versprochen haben. Ein Leben in sozialer Unterstützung, wenn nötig. Ein Leben in Sicherheit vor autoritären Staatsregimen, vor korrupten Paramilitärs oder Verfolgungen jeglicher Art. Ein Leben in Freiheit. Ein Leben in relativem Wohlstand, in Achtung für eure Person und Bildung für eure Kinder.
Oder kurz und bündig: ein neues, meist besseres Leben.

Dies alles kann es in der deutschen Gesellschaft, einer gemeinsamen Gesellschaft geben oder gibt es bereits auf Grundlage unserer hier geltenden Grundwerte.

Doch muss auch klar sein: diese und auch die anderen Grundwerte gibt es nicht für umsonst.
Sie existieren nicht aus sich selbst heraus.

Sondern sie sind das Ergebnis des Engagements und der Akzeptanz durch die Menschen in diesem Lande. Und es ist nicht möglich, sich nur die gewünschten Rosinen heraus zu picken und unangenehme Werte abzulehnen und zu missachten, weil sie den religiösen oder kulturellen Besonderheiten widersprechen. Ihr befindet euch nicht mehr in eurem Herkunftsland und euren früheren Gesellschaften, sondern in Deutschland, einer neuen Gesellschaft.

Einer Gesellschaft, die es aufgrund ihrer Vielfältigkeit zwingend notwendig macht, sich auf gemeinsame Regeln und Werte zu einigen, während man andere Eigenheiten zurückstellt.

Es macht nur dann Sinn, euch eine ehrliche, fördernde, aufnehmende, helfende Hand entgegen zu strecken, wenn ihr sie auch mit ehrlicher Bereitschaft zum Zusammenleben mit und in der Gemeinschaft ergreift.
Wie diese Bereitschaft im Einzelnen aussieht, möchte ich hier nicht weiter ausführen, doch sei euch gesagt, dass ich damit keinesfalls meine, ihr müsst eure Identität völlig aufgeben!


Aber auch eine Bitte muss man richten an alle anständigen Menschen in diesem Land mit ausländischem Hintergrund, eine Bitte um Hilfe für die Deutschen.

Wir brauchen euch und ihr gehört dazu.
Nicht nur materiell brauchen wir euch, sondern noch vielmehr geistig.

Denn die ethnische Deutschen haben ein gravierendes Problem, welches unsere gemeinsame Aufgabe Integration und Zusammenleben stört.
Und zwar ganz empfindlich, leider auch dazu führend, dass wir uns euch gegenüber immer wieder ziemlich dämlich verhalten.

Sicher habt ihr es schon mal bemerkt, mal sind die Ethnodeutschen erstaunlich weltoffen, mal sind sie unverständlich unterwürfig, mal knallhart fordernd und gleichzeitig Steine in den Weg legend, mal sehr förderbereit.

Auf jeden Fall habt ihr euch sicher häufig schon an den Kopf gefasst und euch gefragt, wie ,,die Deutschen" sich nur so verhalten können.
Der Grund für dieses Verhalten liegt in einem Verlust.

Einem Verlust durch die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg und die Geschehnisse, den Umgang mit dem Thema danach.
Wir haben als Volk, als Gesellschaft etwas verloren, was ich ,,gesundes Selbstbewusstsein" nennen möchte. Befasst haben wir uns fast ausschließlich mit der Schuld und der Sühne und der Verhinderung einer Wiederholung.

Aber es ist uns als Gesellschaft nie wirklich gelungen, damit abzuschließen (wobei Abschließen keineswegs Vergessen heissen kann) und ein gesundes Selbstbewusstsein zu entwickeln.
Aus diesem Grund fällt es uns ethnischen Deutschen oft so schwer, euch ethnischen Migranten vernünftig gegenüber zu treten und euch als gleichwertige Partner zu akzeptieren.
Von euch zu lernen, euch vernünftig zu fördern, von euch vernünftig zu fordern, mit euch eine wirklich feste Gemeinschaft zu bilden.
Denn wir stehen ständig unter der Last, bloß keine ,,Nazis" zu sein.

Ihr aber steht nicht unter dieser Last. Ihr könnt viel selbstbewusster und entspannter vorgehen.
Deshalb brauchen wir euch für das Gelingen unserer gemeinsamen Gesellschaft, wir brauchen euch, um wieder zu lernen, was ,,gesundes Selbstbewusstsein" auf gesellschaftlicher Ebene bedeutet.

Nur gemeinsam können wir Menschen in Deutschland eine starke, große Gesellschaft bilden, die auch in fernerer Zukunft noch Bestand haben wird.


Auch, wenn es sicher noch viel zu jenem Thema zu sagen gäbe, vor allem in Hinsicht auf Details, beschließe ich an dieser Stelle meine Ausführungen zur Integrationn in Deutschland und übergebe sie den interessierten Menschen als Anstoß zum Denken und als Aufforderung zum Handeln.
Denn eines ist sicher: Integration, das Spiel für mindestens zwei, kann nur durch die aktiven und engagierten Handlungen der Menschen Erfolg haben.

Integration kann nicht befohlen werden, sondern muss gelebt werden.