Arnold Eisensee

„Funkstudio Stalinallee"
Für den Leser braucht es eigentlich nicht der Versicherung, daß in dem von Arnold Eisensee hinterlassenen literarischen Report über die Junitage 1953 im Umkreis der Berliner Stalinallee weder auf Kunstfiguren noch konstruierte Vorgänge zurückgegriffen wird. Er ist ein überaus wertvolles Zeitdokument und dürfte selbst in seinem Genre kaum auf Vergleichbares treffen. Darüber hinaus lassen die literarischen Portraits von Erbauern und Anwohnern der Stalinallee Umrisse erkennen, die weit über jene Tage und diesen einen Ostberliner Straßenzug hinausreichen. Denn sie sind typisch für die damalige DDR und ihre Menschen. Allerdings ergeben sie ein Bild, das in keines der heutigen Klischees paßt.

Nach seinem Bekenntnis hat der Autor für das vorliegende Manuskript trotz eigenen hautnahen Erlebens vier Jahrzehnte lang recherchiert. Er muß Hunderte von Gesprächen und Befragungen durchgeführt, Abertausende Buch- und Aktenblätter gewälzt haben. Es ist kein Zufall, daß seine Aussagen denen der übrigen Autoren dieses Buches gleichen bzw. sie ergänzen, denn beide beruhen auf erlebten Fakten. Im Verlaufe seiner Recherchen hat sich Arnold Eisensee als gewissenhafter Chronist jedoch darüber hinaus einer beachtlichen Anzahl weiterer Zeitzeugen namentlich versichert, denen er in seiner Arbeit ein literarisches Denkmal setzte. Dieses dürfte wegen seiner überzeugenden Wahrhaftigkeit mehr Existenzberechtigung und Bestand haben als ein wie auch immer geartetes Monument im Umkreis des ehemaligen Hauses der Ministerien der DDR, das die historischen Tatsachen verzerrt widerspiegelt.
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Orientierungshilfe
Hauptschauplätze und -beteiligte -
Straßenübersicht der östlichen Berliner Innenstadt (Stand 1952)
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