Harraden-Bird

Diese Kurzgeschichte der britischen Autorin und Frauenrechtlerin Beatrice Harraden stellt eine junge Frau ("young girl") vor, die alleine in der Schweiz unterwegs ist. In einem mondänen Hotel stimmt sie das Piano mit ihrem Werkzeug und ist der Verspottung des kunstinteressierten noblen Publikums ausgesetzt, das diese Tätigkeit als lästige Pflicht abtut. Ein älterer Herr erzählt, dass er Klavierstimmer so sehr verabscheut, dass er sogar eine Verlobung aufgelöst habe, als während seiner Heiratswerbung ein Klavierstimmer in die Bibliothek des Brautvaters gekommen sei. Als Gegenspielerin wird die beste zeitgenössische Pianistin Thyra Flowerdew von den Hotelgästen in den Himmel gelobt.

Als das Mädchen an ihrem letzten Abend Schumann in vollendeter Perfektion vor den erstaunten Hotelgästen vorgeführt hat, offenbart sie, dass sie selbst Thyra Flowerdew sei. Handwerk, hohe Kunst und der Status einer alleinreisenden Frau werden zusammengeführt, die Vorurteile der Hotelgäste zertrümmert.