Easterly Fisher-Decline

William Easterly ist Ökonom an der Weltbank, Stanley Fisher ist Ökonom am MIT. In diesem auf der Weltbank immer noch online zugänglichen Papier versuchen die beiden, die sinkenden Wachstumsraten der Sowjetunion zu ermitteln. Dabei geben sie exakt ihre Quellen und Berechnungsformeln an. Als Schlussfolgerungen können gezogen werden:

Bezüglich Rüstungsausgaben wird ermittelt dass Werte über 9 Prozent des BIPs für die Wirtschaftskraft nachteilig ist. Die sowjetischen Rüstungsausgaben lagen im Schnitt darüber und waren am höchsten in den 1980er Jahren (etwa 15 Prozent).

Nach Wirtschaftssektoren wird festgestellt, dass es im industriellen Zweig bis in die 1980er Jahre einen Produktivitätszuwachs gab, während der Zuwachs in den anderen Sektoren (Dienstleistungen, Transport, Kommunikation und Handel) schwach war, am schlechtesten in der Landwirtschaft (Produktivitätsverlust von 4 Prozent von 1970 bis 1989).

Auch war das Wirtschaftswachstum in den Republiken unterschiedlich. Am schwächsten waren die zentralasiatischen Republiken, während Belarus und Georgien die höchsten Wachstumsraten aufwiesen, gefolgt von Lettland und Estland. Stark im industriellen Sektor war Litauen.

Es wird als These ein Zusammenhang hergestellt zwischen Bildungsniveau und Produktivitätszuwachs. Die schwächsten Republiken hatten die wenigsten Hochschulabgänger:innen, die stärksten die meisten. Die Ausnahme der These scheint Belarus zu sein.

Im Anhang findet sich eine Menge an Diagrammen und Tabellen, welche die statistische Grundlage der Ermittlungen und Thesen bilden. Eine etwas trockene Lektüre, aber durchaus lohnend.