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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

54 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kriminologie, Banden, Kiez ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 17:47
Ich habe mich mit der Geschichte des Rotlichtmilieus auf St. Pauli beschäftigt.

Der Stoff ist sehr interessant: Nach dem Krieg kämpfte sich Wilfried Schulz an die Spitze der kriminellen Hierarchie. Dann bildeten sich Banden wie die GMBH, Nutella und Chikago. Es gab auch einige kleinere Gruppen und Assoziierte der grossen Banden. Dazu gehörten auch Stefan Hentschel und seine Verbündeten.
Immer wieder kam es zu Kiezkriegen gegen Eindringlinge von aussen und untereinander. In den 60er-Jahren kämpften Schulz und seine Mannen gegen Italiener und Österreicher, in den 80er-Jahren kämpften Banden wie die GMBH, die Nutella und die Chikago-Bande vom Hans-Albers-Platz gegeneinander. Daneben mischten Rocker und Jugendbanden mit.
Es ging um den immer umkämpfteren Sexmarkt, aber auch um den neu entstandenen Kokainmarkt (vorher hat man mit Aufputschmitteln wie Pervitin und Captagon gehandelt). Die Bewaffnung wurde verstärkt und Killer angeheuert. Einer der "Aufräumer" war der sog. St-Pauli-Killer Werner Pinzner.
Nach der Zerschlagung oder Selbstauflösung der genannten Banden kamen andere Akteure auf den Markt. Die Öffnung Osteuropas verschärfte die Konkurrenz auf dem Kiez. Ausländische Banden griffen verstärkt in das Geschehen ein. Einige der Aktiven investierten auch in die legale Wirtschaft.

Über diese Strukturen gibt es gute Videodokus und einige gute Bücher, z. B. die von Ariane Barth oder die St-Pauli-Fälle aus der Reihe "Die grossen Kriminalfälle".


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 17:50
Die großen Kriminalfälle -E07- Der Frauenmörder von St.Pauli – Fritz Honka

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=rG-I5TNfG2Q


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 17:53
Der Mann war klein, aber seine Hände gross! ;-)


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 17:53
Als die Killer auf den Kiez kamen


http://vimeo.com/27212775


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 18:02
Dieter Bockhorn war eine Hamburger Kiezgröße und in den 1970er Jahren als Lebensgefährte von Uschi Obermaier bekannt.

1973 hatte Obermaier die Hamburger Kiez-Größe Dieter Bockhorn kennengelernt. Als Aussteiger reisten sie in einem umgebauten Wohnmobil jahrelang durch die Welt. Die Liebe nahm ein jähes Ende, als Bockhorn Silvester 1983 in Mexiko mit seinem Motorrad tödlich verunglückte.


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 18:10
Werner Pinzner

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Eher klein war er, ja schmächtig und er hatte dünne Arme – Werner „Mucki“ Pinzner, der als „St. Pauli-Killer“ in die Hamburger Kriminalgeschichte einging, war keine beeindruckende Erscheinung. Auf dem Kiez hätte ihn niemand ernst genommen, hätte es da nicht etwas gegeben, das ihn Mitte der 80er Jahre zum gefürchtetsten Mann St. Paulis machte: einen „Arminius“-Revolver. Der Killer hatte eine beinahe erotische Beziehung zu dem Stück Stahl, das ihm Macht und Ansehen garantierte. In neun Monaten ermordete er damit fünf Zuhälter.

1947 in Bramfeld als Sohn eines Mechanikers und einer Verkäuferin geboren, merkt Pinzner schnell, dass er für ehrliche Arbeit nicht geboren ist. Er bricht die Schule ab und versucht sich erfolglos als Seemann, Soldat, Schlachter und Gerüstbauer. Immer wieder fällt er durch Schlägereien auf.

1975 überschreitet Pinzner die Grenze vom Kleinkriminellen zum Schwerverbrecher. Zusammen mit zwei Komplizen überfällt er in Billstedt einen Supermarkt. Dabei wird der Chef (50) erschossen. Pinzner bekommt zehn Jahre. Während der Haft in Santa Fu prägt sich eine Wesenseigenschaft Pinzners besonders aus: der Größenwahn. Befeuert von diversen Drogen, schwört sich „Mucki“: „Wenn ich rauskomm’, geb’ ich mich mit Kleinkram wie Supermarktüberfällen nicht mehr ab.“

Da kommt ihm die Begegnung mit dem „Wiener Peter“, einer aufstrebenden Kiez-Größe, nur recht. Nach der Haftentlassung wird er dessen „Lohnkiller“. Wer auch immer im Rotlicht-Milieu Probleme mit „Wiener Peter“ hat, bekommt Besuch von Pinzner. Nach seiner Verhaftung sagt der zu den Auftragsmorden: „Das ist für mich so, als wenn ich einen Furz lasse.“


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 18:10
Mucki Pinzner-Der St. Pauli Killer


http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=_jStnYb1JiU


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 18:27
Galerie > Bilder eines Lebens > St. Pauli


http://www.joannis-janny-gakomiros.de/gallerie/index.php?cat=6 (Archiv-Version vom 16.10.2013)


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 18:43
Ja.

Pinzner war mittelgross, aber nicht dünnärmig. Dazu muss man sagen, dass damals die Mode des Bodybuildings gerade erst begann. Man lief nicht mit so aufgepumpten Armen wie heute herum, achtete aber auf seine Schlagkraft.

Pinzner war der Killer von Peter "Wiener Peter" Nusser und evtl. auch der Chikago-Bande.

Er hat auch nicht nur 5 Menschen niedergemacht, sondern bis zu 13.

Am Ende drohte ihm aber das typische Killer-Schicksal: Er sollte selber beseitigt werden.
Aber bevor man ihn wie geplant durch den Fleischwolf drehen und ausgehungerten Kampfhunden zum Frass vorwerfen konnte - wie es auch mit Hentschel vorgesehen war - wurde er verhaftet.


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 19:07
Berühmte Kiez-Tankstelle vor dem Abriss
Deutschlands bekannteste Zapfstation soll neuen Wohnungen weichen / "Das wird alles Schickimicki"

Hamburg (dpa). Seit fast 50 Jahren ist sie Anlaufstelle für Zuhälter, Prostituierte, Kiez-Größen, Nachtschwärmer und Nachbarn auf St. Pauli. Nun droht der legendären "Tanke" am Rande der Hamburger Reeperbahn das Aus.

Zuhälter lassen in der Waschstraße ihre Karossen auf Hochglanz polieren, Nachtschwärmer decken sich im Shop mit Alkohol ein und die "leichten Mädchen" kaufen frühmorgens nach getaner Arbeit noch ein paar Brötchen fürs Frühstück. In der wohl bekanntesten Tankstelle Deutschlands mitten auf dem Kiez treffen rund um die Uhr Promis, Theaterbesucher, feierwütige Jugendliche und die normale Nachbarschaft aufeinander. "Wir sind quasi der Dorfplatz von St. Pauli", sagt der Junior-Chef der Esso-Tankstelle, Lars Schütze. Nach fast 50 Jahren wird die berühmte Zapfstation nun womöglich einem Neubauprojekt weichen. Ein Gutachten legt dies zumindest nahe.

"Das wird alles Schickimicki", sagt Thomas, der seit 15 Jahren in der Tanke arbeitet. Bei Nieselregen hat er sich mit ein paar Kollegen zur Zigarettenpause zurückgezogen. Überrascht habe die Nachricht niemanden mehr. "Die Wehmut ist lange vorbei." St. Pauli sei nicht mehr das Viertel, das es einmal war. Alteingesessene Geschäfte müssten dichtmachen, damit Luxuswohnungen gebaut werden könnten.

Medien-Hype schadet – Stimmung aggressiver

Ein bisschen Wehmut macht sich dann aber doch breit, als die Jungs ins Erzählen kommen. Das sei der alltägliche Wahnsinn hier, sagt Tankwart Okan (24). "Wir haben alles schon gehabt: Nackte, Bewaffnete, Bekloppte." Menschlich und familiär gehe es aber meist zu. Das Klientel sei bunt und vielfältig – bekannte Kiez-Größen, die niemand beim Namen nennen will, schauten immer wieder vorbei. Aber auch Promis wie Freddy Quinn, Udo Lindenberg oder Tim Mälzer.

Dank diverser TV-Dokumentationen und eines Theaterstücks erlangte die Tanke inzwischen selbst Berühmtheit. Touristen erhoffen sich hier Einblick ins wahre Kiezleben. Der Medien-Hype habe eher geschadet, meint Okan, der in St. Pauli aufgewachsen ist. "Die Stimmung ist aggressiver geworden." Um den Andrang des Party-Publikums in den Griff zu bekommen, wird an den Wochenenden zusätzlich ein Sicherheitsdienst eingesetzt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg eröffnete Schützes Großvater eine Tankstelle. 1962 zog der Betrieb an den jetzigen Standort am Spielbudenplatz. Der Vater verkaufte das Grundstück 2009 an die Bayerische Hausbau (BHG). Seitdem wird über einen Abriss der Tankstelle und der beiden benachbarten Wohnblöcke spekuliert. Eine endgültige Entscheidung sei noch nicht gefallen, betont BHG-Sprecherin Sabine Hagn. Doch ein aktuelles Gutachten habe ergeben, dass eine Sanierung der Häuser aus technischen Gründen mit einen Auszug der Mieter verbunden sei. Deshalb "erachten wir einen Abbruch der Gebäude und die Schaffung von zusätzlichem Wohnraum als sinnvoll".

http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=7uJNZdG1o3s


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 19:09
Es ist in der Tat so, dass dort viele sozial Schwache verdrängt werden (Gentryfizierung).


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 20:15
Die tanke war zu bundeswehrzeiten unsere Anlaufstelle. Die gehört zum kietz und MUSS bleiben.
Da sollten die paulianer mal was machen und gegen die wohnspekulanten angehen.
Ist doch genauso als wenn die ritze oder die große Freiheit abgerissen wird.


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 20:19
Aha.

Habt ihr da dienstliche Umtrunke gehabt?


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 20:23
Sicher, mehr als einmal. Aber da gab es das salambo noch.
Und ich hätte da mein sportprogramm, sagte mal zu einem Mädel so wie sie aussieht muß sie für mich bezahlen...... Danach lief ich die 1000m unter 30 sek. Dachte nie das Frauen auf High heels so schnell sind.


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 20:33
Dann kanntest du noch die Zeit von Stefan Hentschel...


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

23.06.2013 um 21:17
Ich kenne die Namen weniger. Nur die Veränderungen auf dem kietz finde ich schade.
Meine Eltern haben sich im starclub kennengelernt als sie mit verschiedenen Butterfahrten in Hamburg dort getroffen haben. Durch erzählen weiß ich wie es in den 60ern dort in etwa war.
Dann kenne ich die Gegend in den 80ern von der Bundeswehr und Beruf und von besuchen ab und zu heute. Aber die Veränderungen durch die osteuropäischen banden haben den Charme der alten reeperbahn ruiniert. Auch wenn es damals kriminell war, hatten die zuhalter damals Ehre, sie hatten einen Kodex an den sie glaubten. Heute ist Gewalt gegen Besucher normal und nachts ist es einfach gefährlich.


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

24.06.2013 um 18:37
Der berühmt berüchtigte Penny Markt auf der Reeperbahn:

http://www.spiegel.tv/filme/penny-markt-teil-1/

http://www.spiegel.tv/filme/penny-markt-teil-2/


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

07.12.2013 um 20:29
Beim Fall Werner Pinzner sind auch ca. die Hälfte der Morde noch nicht aufgedeckt.


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

07.12.2013 um 20:42
@Momjul
stimmt.

ein interessanter link dazu:

http://www.hinzundkunzt.de/die-geschichte-meines-lebens-5/


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Rotlichtmilieu und kriminelle Strukturen auf St. Pauli

07.12.2013 um 21:03
Peggy Parnass ist doch die konkret-Reporterin!? *g*

Pinzner hat intern von 8 oder 13 Morden gesprochen. Gestanden hat er aber deutlich weniger.

Pinzner hat besonders in eine Richtung gestanden, nämlich gegen den "Wiener Peter" (Nusser), der ihn vorher bei der Bezahlung für die Hits betrogen hatte. Gegen andere Komplizen packte er nur zögerlich aus und wollte sie möglicherweise noch aus dem Gefängnis heraus erpressen.
Diese haben dann umgekehrt Gegendruck auf ihn ausgeübt und seine Tochter bedroht. Das lief alles über seine Anwältin.

Die Polizei konnte aber nie sicher beweisen, ob der vermeintliche Amoklauf Pinzners 1986 im Polizeipräsidium nicht vielmehr ein von aussen gesteuerter Auftragsmord war.


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