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Welche Ausbildung mit Ü40?

69 Beiträge, Schlüsselwörter: Berufliche Neuorientierung

Welche Ausbildung mit Ü40?

26.06.2018 um 11:08
Ich bin jetzt Mitte 40 und seit 28 Jahren Krankenschwester. Ich habe in Pflegeheimen, der ambulanten Pflege und Krankenhäusern gearbeitet. Aktuell arbeite ich seit einigen Jahren in einer großen Uniklinik.
Mir ist schon länger klar, dass ich diesen Beruf nicht bis zur Rente machen möchte bzw. kann.
Die Arbeitsumstände werden immer übler, eine vernünftige Versorgung der Patienten ist kaum noch möglich, das mache ich einfach nicht mehr mit, ich halte es nicht mehr aus. Auch die Schichtarbeit packe ich nicht mehr.
Bisher gab es immer eine ganze Reihe von Gründen, warum es für mich noch nicht möglich war, den Beruf zu wechseln. Diese Gründe sind jetzt nach und nach alle weg gefallen.
Außerdem gab es in meiner Klinik Anfang des Jahres eine große Umstrukturierung die als Ergebnis das Arbeiten dort fast unerträglich macht; das empfinde nicht nur ich so. Viele Kollegen sind dabei, sich nach etwas anderem umzusehen oder sind schon weg.
Letzte Woche auf dem Weg zum Dienst, als ich wieder einmal Bauchschmerzen und Herzklopfen hatte, wurde mir klar, dass es für mich JETZT der Zeitpunkt gekommen ist, zu gehen.
Ich habe noch am gleichen Tag meine Kündigung eingereicht.
Da ich noch nie eine Stelle gekündigt habe ohne vorher einen neuen Job in der Tasche zu haben, sind meine Gefühle natürlich gemischt. Überwiegen tut aber die Erleichterung dass es bald vorbei ist.
Die Konsequenzen, die meine Kündigung seitens des Arbeitsamtes nach sich ziehen, sind mir bekannt und herzlich egal. Ich habe die Möglichkeit, in unserer Klinik erst einmal etwas anderes zu machen, entweder putzen oder im Service. Das wird natürlich wesentlich geringer bezahlt, dafür habe ich aber meinen Seelenfrieden. Und ich bin mir für keine Arbeit zu schade.
Grundsätzlich soll das aber nur eine Zwischenlösung sein. Ich habe große Lust, noch einmal eine Ausbildung zu machen. Es gibt auch Berufe, die mich Interessieren und ich werde mich darum bemühen, in den entsprechenden Bereichen Praktika zu machen. Wobei das dann natürlich auch eine Zeitfrage ist, wenn ich Vollzeit tätig bin, aber da werde ich schon eine Lösung finden.
Da ich aber für vieles offen bin jetzt meine Frage an Euch:
Habt Ihr Ideen zu Berufen, in denen auch Azubis Ü40 genommen werden? Ist jemand von Euch schon diesen Weg gegangen und kennt eine Branche, die auch Älteren eine Chance gibt?


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Welche Ausbildung mit Ü40?

26.06.2018 um 11:16
@grätchen
Hallo, in meiner Ausbildung saß mit mir eine in der Klasse. Die war schon 45 und hat noch was kaufmännisches gelernt. Und ein alter Kollege war 38 als er mit mir gleichzeitig die Ausbildung angefangen hat. Er hat eine Ausbildung im IT Bereich gemacht.
Ich denke schon das es möglich ist, was schwebt dir denn vor?


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Welche Ausbildung mit Ü40?

26.06.2018 um 11:16
@grätchen
Hast Du Dich mal beim Arbeitsamt erkundigt? Eventuell wird Dir dort auch eine Umschulung finanziert. Aber Vorsicht, die versuchen jeden in die Altenpflege zu packen!


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26.06.2018 um 11:26
@grätchen
Erstmal hast du das Richtige getan. Seelenfrieden, also emotionale und körperliche Ruhe, ist unbezahlbar und kein Job der Welt hat das Recht, die eigene Substanz zu zerstören.

Bezüglich des neuen Ausbildungsberufs würde ich dich aufgrund deiner Erfahrung gut im Gesundheitsbereich sehen und zwar in der Verwaltung/im Gesundheitsmanagement. Vllt findest du eine Fachhochschule, die so einen Studiengang anbietet. Ideal wäre ein duales Studium, aber ich weiß nicht, ob das für deine Situation in Frage kommt.

Sonst kannst du auch in die Altenpflege einsteigen. Ist zwar auch mühselig, aber bestimmt ist es in einer Seniorenresidenz um einiges ruhiger als in einer großen Uniklinik. Eventuell kannst du auch 24/7-Betreuung einer pflegebedürftigen Person übernehmen. Die Kinder der alten Person sind meist heilfroh, wenn sie eine erfahrene, zuverlässige Betreuerin für ihren kränkelnden Vater/Mutter gefunden haben. Sie sind auch bereit, einiges dafür zu zahlen, besonders, wenn du eine reiche Familie findest.


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26.06.2018 um 11:31
Beim Arbeitsamt habe ich mich jetzt erst einmal online als arbeitssuchend gemeldet, ein persönlicher Termin ist wohl erst drei Monate vor Eintritt der Arbeitslosigkeit möglich. Das wäre dann nächste Woche. Ich werde also kommenden Montag hinfahren und schauen, ob und wie mir dort geholfen werden kann. Ich befürchte halt ein wenig dass mir dort außer Jobangeboten in der Pflege ( aus der ich ja jetzt "flüchte") nicht viel geboten werden kann. Aber abwarten, vllt sehe ich diesen Punkt zu pessimistisch.
Ja, was schwebt mir vor? Gute Frage... also, ein reiner Büro- Job wäre wohl eher nichts und ich muss auch gestehen dass ich, was Computer angeht, eine Vollkatastrophe bin. Ich kann mir die Funktionen und die Bedienung von Programmen zwar einprägen, habe aber keinen natürlichen Bezug zu den Höllenkisten.
Wirklich interessant finde ich Kreislauf- und Abfallwirtschaft. Da möchte ich auf jeden Fall mal "reinschnuppern". Und Tiermedizinische Fachangestellte wäre vermutlich auch was.
Oder Schädlingsbekämpfung, ich habe aber leider Höhenangst, also geht das nicht.


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26.06.2018 um 11:43
@Funkystreet
Ja, es wäre auf jeden Fall eine Überlegung wert, ob ich eine kaufmännische Ausbildung in der Pflege mache, diese Option werde ich auf jeden Fall mal checken. Nur, wie gesagt, am Computer gerate ich schnell an meine Grenzen.
Und mit Pflege an sich möchte ich nichts mehr zu tun haben. Ich ertrage das Versorgen von Alten und Kranken nicht mehr. Da spielen auch Zukunftsängste von mir mit rein, ganz klar. Ich kann mich gegenüber dem Leid der Betroffenen nicht mehr abgrenzen, denn alt und krank werde ich vermutlich irgendwann selber sein. Und wenn ich erlebe, wer alles weiterleben MUSS, ganz einfach weil wir sie retten, bekomme ich ehrlich gesagt Angst.


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26.06.2018 um 11:47
Na dann geht in den Supermarkt...

Mal Ehrlich, es biete sich schon an das Hintergrundwissen zu nutzen. Pflegeleitung, Mangament, die Pflegemittelfirmen etc.


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26.06.2018 um 11:51
@Eleonore was hast Du denn für eine Ausbildung gemacht?

@Alarmi ja, dass das Arbeitsamt inzwischen jeden in die (Alten-) Pflege stecken will, habe ich auch schon beobachtet 😂 unfassbar, was uns da zum Teil für Praktikanten geschickt werden. Aber in der Pflege werden auch einfach händeringend Leute gesucht.
Unsere Klinik holt inzwischen Personal aus dem Ausland. Rein fachlich sind die Top, da Krankenpflege in den meisten anderen Ländern ein Studium ist. Nur leider haben viele wenig Berufserfahrung im Krankenhaus und dann ist da natürlich das Problem mit der Sprache. Vorausgesetzt wird nur B1, denn Rest lernen sie dann hier.


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26.06.2018 um 11:51
@grätchen

Ich arbeite in einer Wohnstätte für Menschen mit Behinderung. Wäre so etwas vielleicht was für dich? Bei mir sind einige Krankenpfleger*innen im Haus angestellt.

Die Arbeit ist nicht mit der in einer Klinik zu vergleichen. Bei acht Bewohnern je Gruppe ist man meist zu dritt im Dienst. Klar gibt es einige pflegerische Tätigkeiten aber auch die Freizeit mit den Bewohnern wird aktiv gestaltet. Es wird der Alltag gemeinsam mit den Menschen gelebt - kochen, Essen, Fernsehen, Ausflüge etc.


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26.06.2018 um 11:53
@grätchen
Ich habe Bürokauffrau gelernt, aber du schriebst ja das Büroarbeit nichts für dich wäre.


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26.06.2018 um 11:54
@grätchen

Respekt. Absolut richtige Entscheidung. Hab selbst der Pflegebranche den Rücken gekehrt weil das gesamte System für Pfleger und Patienten eine Zumutung ist.

Wollte ich nur mal gesagt haben.


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26.06.2018 um 11:58
@mistaz und was machst Du jetzt beruflich?


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26.06.2018 um 12:01
@Eleonore ich befürchte das wäre tatsächlich nichts, wo ich eine vernünftige Leistung bringen würde. So ehrlich muss ich dann schon sein...


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26.06.2018 um 12:04
@ponni drei Betreuer bei acht Patienten? Das sind ja schier paradiesische Zustände 😂 aber nein, ich möchte ganz raus aus der Pflege.


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26.06.2018 um 12:05
@grätchen
Bringt ja auch nichts, wenn es einem nicht liegt. Da würden sich nur deine zukünftigen Kollegen ärgern, wenn sie dir die Basics immer wieder zeigen müssten.

Die eine Klassenkameradin konnte übrigens kaum deutsch und ihre PC-Kenntnisse waren miserabel. Aber sie glänzte in Mathe und in Buchhaltung. Und so hat sie nur für die Ausbildung 2 Jahre gebraucht. (Geht aber nur bei Abi)


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Welche Ausbildung mit Ü40?

26.06.2018 um 12:08
@grätchen
Nein, ich würde bei dir wirklich die Weiterbildung auf eine kaufmännische Ausrichtung im Gesundheitssektor sehen. Manche Fachhochschulen nehmen dich auch, wenn du kein Abi hast.

Dir muss halt klar sein, dass ein Studium ein harter Brocken ist, wenn man seit 30 Jahren nicht mehr in der Schule war.
Dir muss auch klar sein, dass man auch mit Studium lange Zeiten der Arbeitslosigkeit fristen kann.

So ein kaufmännisches Studium ist kein Zuckerschlecken und erfordert volle Aufopferung, weil es ein echtes 180 ECTS-Bachelorstudium mit akademischem Abschluss ist. Die Scheu vor dem Computer musst du natürlich so schnell wie möglich ablegen, das ist indiskutabel.

Hier ein informativer Link zum Bachelorstudium Gesundheitsmanagement:

https://www.studycheck.de/studium/gesundheitsmanagement


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Serpens
ehemaliges Mitglied

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Welche Ausbildung mit Ü40?

26.06.2018 um 12:16
@grätchen

Hallo Grätchen,
zuersteinmal kann ich deine Gründe nachvollziehen und verstehen.
Ich möchte dir dennoch einen kleinen Rat geben.
Wenn du wirklich eine Zeit als Reinigungskraft arbeiten möchtest, pass bitte auf das du da wieder rechtzeitig heraus kommst.
Die Bezahlung ist Mies und es wird immer mehr Arbeit in immer weniger Zeit.
Also im Prinzip das selbe Problem.

Kannst du denn nicht auf deinem erarbeiteten Bereich eine Weiterbildung oder Umschulung anstreben?


Irgendetwas im sozialen Bereich? Es gibt da doch soviele Tätigkeitsfelder.

Alles Gute.


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Welche Ausbildung mit Ü40?

26.06.2018 um 12:22
@Funkystreet nein, ein Studium im Bereich Pflege, Gesundheitsmanagement, Ökonomie o.ä. schwebt mir nicht vor, da mich diese Bereiche einfach Null interessieren. Das habe ich gedanklich ja schon lange durch und für mich persönlich abgehakt. Und die kaufmännische Ausbildung wäre kein Studium, zumindest wird es oft genug als normale dreijährige Ausbildung angeboten. Aber, wie gesagt, ich glaube nicht, dass ich in einem Bürojob richtig wäre.
Natürlich wäre es vermutlich der leichtere Weg, auf meinen bisherigen Werdegang aufzubauen. Die Möglichkeiten, die sich mir dann bieten, sind aber nicht das, was ich möchte.


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26.06.2018 um 12:23
@grätchen
Achso, okay.

Dann wünsche ich dir alles Gute, und, dass du das Richtige findest.


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26.06.2018 um 12:23
@grätchen
In welche Richtung tendierst du denn grundsätzlich überhaupt?


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