Andante schrieb:halte ich Laienrichter für wertvoll.
Warum genau? Welchen Mehrwert bringen sie und welche Probleme verursachen sie?
Andante schrieb:Die erste Instanz soll die Fälle weghauen, je mehr, desto besser.
Das stimmt leider. Nur ist das eine Frage des Budgets.
Andante schrieb:So ein erstinstanzliches Gericht ist dann oft mehr Moderator und Mediator. Da ist oft kein rechtswissenschaftlich einwandfreies Urteil gewünscht, sondern eine für beide Seiten akzeptable Lösung, die den Prozess (möglichst ohne weitere Gerichtskosten) zu Ende bringt. Dabei können Laienrichter eine wertvolle Hilfe sein.
Na ja, im Arbeitsrecht vielleicht. Aber gerade im Strafrecht fällt es Laien extrem schwer, hinreichend zu abstrahieren.
Da geht es gar nicht mal darum, dass Laien natürlich keine belastbare rechtliche Bewertung vollziehen können, sondern viel mehr darum, dass sie viel mehr dem "Rechtsempfinden aus dem Bauch heraus" unterworfen sind.
Andante schrieb:Und wenn dazu der Laienrichter sein Wissen aus der Praxis beiträgt: Besser geht es nicht.
Wenn es dabei bleibt, ja. Aber in der Regel ist das nicht der Fall.
Gerade bei juristischen Fragestellungen überschätzen sich Laien maßlos. Und das wiegt meines Erachtens den inhaltlichen Beitrag aus ihren Fachgebieten gerne auf.
Oder sie sind von der Situation eingeschüchtert und unterstützen die Richtung der Berufsrichter blind.
Rick_Blaine schrieb:z.B. das Laienrichter am Ende der Meinung sind, der Berufsrichter wird's eh schon besser wissen. Dann ist der Laienrichter eigentlich überflüssig.
Genau, auch das passiert. Das andere Extrem sind steitlustige und uneinsichtige Schöffen mit einer unfundierten Meinung.
Natürlich gibt es auch solche, die vernünftig und rational sind und damit wirklich zu einer besseren Qualität der Entscheidung bei tragen.

Aber unterm Strich und in Summe ist diese Maßnahme in meinen Augen wenig geeignet, bessere Urteile zu finden.