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Artenvielfalt - Produkt der Schöpfung oder Evolution?

45.880 Beiträge, Schlüsselwörter: Evolution, Schöpfung, Biologie, Entstehung, Lebewesen, Darwin, Arten

Artenvielfalt - Produkt der Schöpfung oder Evolution?

08.10.2016 um 23:17
@saro30
@Commonsense

Hab mir die Doku angesehen.

Es geht um freie christliche Schulen, es gibt wohl 170 solcher Schulen in Deutschland, sie werden von diesen Gemeinden gegründet.
Erinnert mich an die Baptistenschule in meiner Heimatstadt - die haben sich vollkommen abgeschottet in ihrem Viertel und ziehen ihr Ding durch.

Der Lehrer im Video behauptet weltoffen zu sein und alles zu lehren, was auch normale Schulen lehren - auch die Evolution.
Er sagt auch, dass sie kein Ghetto bilden wollen und sich abschotten.

Untersuchungen ergaben aber, dass viele dieser freien christlichen Schulen sich eben nicht an den Lehrplan halten: Es gibt keinen Sexualunterricht und in Biologie die Schöpfung.

"Wort und Wissen" wird auch erwähnt - der Verlag tritt gezielt an angehende Lehrer ran und wollen sie auf ihre Seite ziehen.

An der Uni Dortmund hat eine Studie ergeben, das 15% der Studenten nicht an die Evolution glauben.
Zitat: "Bedingt durch Unkenntnis oder Religion."

Deswegen kämpft Professor Dittmar Graf für die stärkere Kontrolle von Biologielehrern.
Es gibt keine unangemeldeten Kontrollen vom Unterricht in nichtstaatlichen Privatschulen.
Vermutlich auch, weil Politiker um ihre Stimmen fürchten, meint Graf.

Hier die Doku:

Youtube: Christliche Parallelwelten in Deutschland - "Um Gottes willen" - WDR tag7


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Artenvielfalt - Produkt der Schöpfung oder Evolution?

09.10.2016 um 00:35
@Lepus
@Commonsense
Zumindest in Bayern wird Kreationismus, wenn auch nur kurz, als Alternative zur Evolution angesprochen, und das sehr neutral.


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Artenvielfalt - Produkt der Schöpfung oder Evolution?

09.10.2016 um 01:02
@Assassine
An staatlichen Schulen?

Ich ahnte es: Bayern ist der Bible Belt Deutschlands...


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Artenvielfalt - Produkt der Schöpfung oder Evolution?

09.10.2016 um 08:25
@Lepus
@Assassine
@saro30

Das ist eigentlich nicht hinnehmbar! Aber es bestätigt den Eindruck, den ich schon länger gewonnen habe.

Zwar nimmt die Zahl der organisierten Gläubigen ab, daneben die Zahl erklärter Atheisten zu, aber dafür steigt die Zahl der fundamentalistischen Gläubigen an.

Hier aber müsste sofort und nachhaltig durchgegriffen werden. Glaube hat in naturwissenschaftlichem Unterricht nichts verloren. Und was bedeutet in diesem Zusammenhang "neutral", @Assassine?

Im Bereich Naturkunde, hier Biologie, erwarte ich eben nicht, dass eine "Schöpfungstheorie", wenn sie denn überhaupt Erwähnung findet, neutral besprochen wird.
Die Evolution ist eine Tatsache! Es gibt keine Alternative dazu. Daher kann Schöpfung im Schulfach Biologie nicht neutral behandelt werden, sie ist aus wissenschaftlicher Sicht falsch, basta!

In den USA häufen sich inzwischen Prozesse von Eltern, die derartige Themen aus Naturwissenschaften heraushalten wollen. Offenbar muss auch hierzulande langsam aber sicher rechtlich gegen solche Auswüchse vorgegangen werden.

Ich habe nur einen schulpflichtigen Enkel, sollte ich aber mitbekommen, dass auch an seiner Schule die Schöpfungslehre Teil des naturwissenschaftlichen Unterrichts ist, werde ich entsprechende Maßnahmen ergreifen.


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09.10.2016 um 08:52
@Commonsense
Ich habe Dir ja mal eine Seite aus einem Schulbuch für NRW dazu geschickt.


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09.10.2016 um 09:19
@Pan_narrans

Das war, wenn ich mich recht erinnere, aus einem Buch des Verlags, der ohnehin schon in der Kritik steht.

Das Problem ist, dass nur die Betroffenen auch rechtliche Schritte einleiten können. Wenn Du mit der Sache nichts zu tun hast, wirst Du kaum eine Verhandlung erringen können.

So müssten die Eltern der betroffenen Kinder in NRW die Schule bzw. das Schulamt verklagen, weil es diese Literatur als Schulbuch verwendet. Eltern betroffener Kinder in Bayern müssten gegen den Lehrer klagen, der die Schöpfung im Biologieunterricht als Alternative zur Evolution darstellt usw.

Wenn es einfach hingenommen wird, können wir alle davon ausgehen, dass in ein paar Jahren die Evolution sang- und klanglos aus den Klassenzimmern verschwindet.
Reaktionäre Christengemeinden haben teilweise großen Einfluss und Lehrer sind dagegen keineswegs besser gerüstet als Otto Normalverbraucher. Entgegen der Ansicht vieler Eltern sind Lehrer keine Wissenschaftler, keine Psychologen und keine Instanz, was die Auswahl der Themen einer wissenschaftlichen Ausbildung betrifft.
Lehrer sind keine Professoren, bei denen dies schon ganz anders aussieht.
In der Realität unterrichten viele Lehrer abseits ihres eigentlichen Fachgebiets, sind also Autodidakten für diese Bereiche. Wenn dann offensichtlich falsches Wissen verbreitet wird, sind die Eltern in der Pflicht, dies zu unterbinden.


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09.10.2016 um 09:40
@Commonsense
Ne, das war aus "Biologie heute" vom Schroedel Verlag. Ein sehr verbreitetes Lehrbuch in den Realschulen.


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09.10.2016 um 10:23
@Pan_narrans

Schlimm genug....


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09.10.2016 um 11:04
Commonsense schrieb:Und was bedeutet in diesem Zusammenhang "neutral"
Es wird nicht gesagt, dass die Schöpfung natürlich Schwachsinn ist.
Immerhin wird sie nur erwähnt, genauer behandelt wird nur die Evolution.


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Artenvielfalt - Produkt der Schöpfung oder Evolution?

09.10.2016 um 11:12
@Assassine

Jo, immerhin...

M.E. hat die Schöpfung da gar nix verloren - wenn sie aber dennoch erwähnt wird, muss sie in einem naturwissenschaftlichen Unterricht selbstverständlich als falsch benannt werden.

Ich könnte aus der Haut fahren, wenn ich so etwas mitkriege...


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09.10.2016 um 11:14
@Commonsense
Ich dachte auch, ich bin im falschen Film.


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09.10.2016 um 11:41
@Assassine
Assassine schrieb:Zumindest in Bayern wird Kreationismus, wenn auch nur kurz, als Alternative zur Evolution angesprochen, und das sehr neutral.
Hast du da einen Auszug aus dem Lehrplan parat, oder war es bei euch lediglich so?
Ich - als Bayer - kann mich jedenfalls an nichts derartiges erinnern.

Ich glaube unser Bio-Lehrer wurde damals kurz von den Schuelern darauf angesprochen und meinte nur leicht abwertend "na um das zu klaeren habt ihr ja genug Religions-Stunden, wir machen hier Bio".

Kann aber auch sein, dass meine Erinnerung nach den ganzen Jahren verblasst.


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09.10.2016 um 11:44
@VirtualOutrage
Entwicklung des Evolutionsgedankens: vergleichende Betrachtung der Erklärungsansätze von Cuvier, Lamarck und Darwin; Auswirkungen auf Ordnungssysteme; morphologischer und biologischer Artbegriff
http://www.isb-gym8-lehrplan.de/contentserv/3.1.neu/g8.de/index.php?StoryID=26196


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09.10.2016 um 11:54
@Assassine
Hast du versehentlich was falsches zitiert? Weil die Thesen von Lamarck und insbesondere Cuvier moegen heute bizarr erscheinen, aber es ging beiden nicht um Hokuspokus-Kreationismus.
Ob sie selbst Kreationisten waren, weiss ich nicht, aber deren Thesen haben zumindest nichts mit Kreationismus zutun.


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09.10.2016 um 12:32
@VirtualOutrage
Im Unterricht kam auch Voll-Kreationismus vor, der steht aber nicht im Lehrplan.


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09.10.2016 um 12:48
Commonsense schrieb:Die Evolution ist eine Tatsache! Es gibt keine Alternative dazu. Daher kann Schöpfung im Schulfach Biologie nicht neutral behandelt werden, sie ist aus wissenschaftlicher Sicht falsch, basta!
Die Evolution ist keine empirische Tatsache. Eine solche ist z.B. Artbildung. Und die Evolutionstheorie ist die einzige, die Artbildung vorausgesagt und dazu auftretende in sich stimmige Mechanismen bereitgestellt hat. Damit ist sie in der Tat ohne Alternative, und andere Hypothesen können im schulischen Unterricht nur im Sinne einer historischen Entwicklung hin zur ET behandelt werden, nicht jedoch als denkbare Möglichkeit neben ihr.

Schöpfung ist aus wissenschaftlicher Sicht nicht falsch, sondern irrelevant. Falsch sind Kreationismus und ID, weil sie außer der Grundthese eines Kreators / Designers null Mechanismen benennen, die die Existenz der heutigen Lebensvielfalt und ihrer Bezüge untereinander erklären. Mit ihnen läßt sich nichts voraussagen, an ihnen läßt sich nichts gegenprüfen. Das ist Unwissenschaftlichkeit pur. Aber Schöpfung wissenschaftlich falsch zu nennen, das geht denn doch nicht.
Commonsense schrieb:Wenn es einfach hingenommen wird, können wir alle davon ausgehen, dass in ein paar Jahren die Evolution sang- und klanglos aus den Klassenzimmern verschwindet.
Das nenn ich mal Schwarzmalerei. In den USA, Hochburg evangelikaler ET-Bekämpfer, hält sich die ET weiterhin an den Schulen.

Nicht falsch verstehen, ich nehm das nicht auf die leichte Schulter und lehne Kreationismus bzw. ID als ET.Alternativen an Schulen rigoros ab.


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09.10.2016 um 13:47
perttivalkonen schrieb:Das nenn ich mal Schwarzmalerei. In den USA, Hochburg evangelikaler ET-Bekämpfer, hält sich die ET weiterhin an den Schulen.
Das liegt aber daran, dass es nicht hingenommen wird und die Atheisten, Realisten usw. die Schulen und Behörden mit Klagen überhäufen. Wie es sonst in Staaten wie Colorado aussehen würde, möchte ich nicht wissen...

Deswegen schrieb ich:
Commonsense schrieb:Wenn es einfach hingenommen wird,
Ich will mich nicht auf ein kleinliches Gefecht über Formulierungen mit Dir einlassen, das ich ohnehin nicht gewinnen kann, da mache ich keinen Hehl draus...
Du weißt, was ich mit meiner Aussage meine und ich finde, dass man durchaus sagen kann, dass die Schöpfung aus wissenschaftlicher Sicht falsch ist - was unterscheidet den Begriff Schöpfung von Kreationismus? Wenn die Schöpfung in der Schule behandelt wird, dann als "Schöpfungstheorie" - und die ist dann eben falsch (Theorie wäre auch schon stark übertrieben)...

Ich weiß, dass Du trotz Deiner wissenschaftlichen Bildung ein gläubiger Mensch bist und nehme an, dass Dir diese Aussage deswegen missfällt - aber es geht eben um den Rahmen, in dem die Schöpfung besprochen wird. Wenn dies in einem naturwissenschaftlichen Unterricht geschieht, ist meine Meinung, dass sie falsch ist, ganz besonders dann, wenn sie nach der Bibel wortgetreu vorgebracht wird - dann ist sie sogar völlig falsch :D


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09.10.2016 um 14:56
Commonsense schrieb:Das liegt aber daran, dass es nicht hingenommen wird und die Atheisten, Realisten usw. die Schulen und Behörden mit Klagen überhäufen. Wie es sonst in Staaten wie Colorado aussehen würde, möchte ich nicht wissen...
Mit anderen Worten, Deine Behauptung vom schnellen Abgang der ET aus Schullehrplänen ist bar jeglicher Wahrnehmbarkeit und einfach nur Dein Ichsehdasso statt einer faktischen Gegebenheit.
Commonsense schrieb:Ich weiß, dass Du trotz Deiner wissenschaftlichen Bildung ein gläubiger Mensch bist
Allein schon das "trotz" zeigt, wes Geistes Kind hier spricht. Und wie ernst das mit dem "falsch" zu nehmen ist bei Dir. Das ist Dein Glauben, keine Frage, doch es ist eben nicht Tatsache, Fakt, Wahr, Realität etc. Stell es auch nicht so dar, und gut is.


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09.10.2016 um 17:19
perttivalkonen schrieb:wes Geistes Kind hier spricht.
Gebe ich Dir gerne postwendend zurück! Nicht mein Problem, dass Du der Meinung bist, alles besser zu wissen und die Instanz wissenschaftlicher Genauigkeit zu sein, andererseits aber an ein nebulöses Wesen glaubst, für das es weder Hinweise noch eine Notwendigkeit gibt.

Schöpfung ist Quatsch und das wird auch von den meisten Wissenschaftlern nicht anders ausgedrückt. Nur wer unbedingt Rücksicht auf religiöse Menschen nehmen will, feilt da an Formulierungen.
Ich sehe eigentlich keinen Grund, auf Deine Gefühle Rücksicht zu nehmen, wo Du doch dafür bekannt bist, hier jeden anzurotzen, wie es Dir gerade beliebt.

Meine Rücksicht gegenüber Gläubigen hält sich in Grenzen, wenn es umgekehrt auch keine gibt.

Aber eines noch: Glauben überlasse ich Dir, damit habe ich nichts am Hut - ich mag Überzeugungen und Annahmen haben, sicher auch falsche Annahmen, aber keinen Glauben! Dass Du nun auch noch der Meinung bist, Du könntest Atheisen Glauben unterstellen, ist dann doch auch für mich noch eine Überraschung. Aber wahrscheinlich muss man bei religiösen Menschen einfach damit rechnen, dass sie ab einem gewissen Punkt jegliche Ratio aufgeben.


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09.10.2016 um 18:34
@Commonsense
Commonsense schrieb:Schöpfung ist Quatsch
So formuliert isses aber auch falsch. Es gibt (zumindest soweit mir bekannt) keinerlei Belege für eine Schöpfung, aber daraus kann man ja nun schlecht ableiten, dass es keine hätte geben können.

Die Schöpfungsgeschichte der Bibel hat in der Naturwissenschaft nichts zu suchen und darüber seit ihr euch ja auch einig. Dabei würd ich es belassen.

mfg
kuno


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