Das Schicksal ist ein mieser Verräter

Das Schicksal ist ein mieser Verr ter 20Original anzeigen (0,2 MB)


Kinostart:Juni 2014
Regie: Josh Boone
Darsteller: Shailene Woodley, Ansel Elgort, Willem Dafoe


In "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" geht es um zwei junge Leute die schon früh an Krebs erkranken und mit den Folgen umgehen müssen. Hazel Grace Lancaster liest gerne und ist fasziniert von dem Buch "Herrschaftliches Leiden" des Schriftstellers Peter van Houten. In dem Buch, dass plötzlich mitten im Satz endet, geht es um ein an Krebs erkranktes Mädchen. Bei einer Krebsselbsthilfegruppe, zu der sie ihre Eltern überreden lernt sie den ebenfalls jungen Augustus Waters kennen. Die beiden nähern sich einander an, und Gus löst seinen "Herzenswunsch" bei einer Krebshilfestiftung ein - er will es Hazel ermöglichen nach Amsterdam zu fliegen und ihren Lieblingsschriftsteller zu treffen damit sie endlich erfährt, wie der Roman endet..

Der Film überzeugt durch seine jungen Darsteller und sicher durch das gute Buch, dass dem Film zu Grunde liegt. Selten wirkt etwas aufgesetzt und oberflächlich, höchstens so oberflächlich wie das Leben selbst manchmal ist. Doch sehr gut und ausgewogen sind die gezeigten Gefühle, bedacht und nachvollziehbar und nicht etwa sentimental oder überflüssig. Es ist sicher nicht leicht ein Krebsthema zu entwickeln und dabei dem Zuschauer den traurigen Teil vorzuenthalten.

"Das Schicksal ist ein mieser Verräter" ( The Fault In Our Stars ) ist unheimlich bewegend und ehrlich, geht aber nicht so weit wie die fatalistischen Dramen "Der Geschmack von Rost und Knochen" oder "Requiem for a Dream". Während sich letztere resignierend gegen die Welt richten und höchstens in der Auflösung einen letzten winzigen Keim der Hoffnung sprießen lassen, ist Regisseur Josh Boones Film aus der Perspektive von jungen Leuten, die weder überzogene Forderungen ans Leben stellen, noch ganz abgeschlossen haben. Im Gegenteil - wie alle Jugendlichen gehen sie in eine ungewisse Zukunft und versuchen mit den Konsequenzen zu leben. Boone zelebriert den Tod nicht, er feiert auch das Leben nicht wie ein Fest. Er gibt allem seinen angemessen Raum. Vorwerfen kann man Boone nicht viel, höchstens das "Geschmäckle", wenn man keine Teenager in Filmen sehen mag, und amerikanische Vorstadtidylle wie ein rotes Tuch wirkt sollte man um diesen Film einen großen Bogen machen. Denn so ehrlich wie der Film auch ist, es ist die Alltagsrealität schlecht angezogener amerikanischer Kleinbürger mitten in Suburbia, das Grauen eigentlich fast aller Nicht-Amerikaner. Das aber ist Hazel und Gus´ Problem wahrlich nicht.. Der Fokus liegt niemals auf dieser geschmacklichen Frage, und dass die Eltern ihre Kinder hofieren und mit ihrer berechnenden Fürsorge beinahe erdrücken ist auch nicht das Thema. Es ist der Spruch in dem Haus von Gus´ Eltern, die nicht alles begreifen, aber das: "If you want rainbow, you have to deal with the rain."

8,5/10