Dummie

Tosca Menten ist Kunstlehrerin und niederländische Kinderbuchautorin. Es gibt auch eine deutsche Übersetzung (Dummie die Mumie außer Rand und Band), aber ich habe mir die englische Übersetzung reingezogen. Eine Klamaukstory, die das Thema Mobbing aufgreift (aufgreifen will).

Darwishi Ur-Atum Msamaki Minkabh Ishaq Eboni (Akronym Dummie - blöder geht's schwer), Sohn des fiktiven Pharao Achnetut I., stirbt mit etwa zehn Jahren an einer Krankheit. Er wird einbalsamiert und mumifiziert, als Talisman bekommt er einen goldenen Skarabäus als Anhänger und ein Zauberbuch zum Schutz mit ins Grab. Viertausend Jahre später wird seine Mumie ausgegraben, auf einem Transport zu einer Ausstellung verunglückt bei einem Gewitter der LKW in der Nähe des ebenso fiktiven Dorfs Polderdam, der Sarkophag bricht auf, ein Blitz trifft den Skarabäus und die Kindermumie wird zum "Leben" erweckt. Sie flieht in ein Haus, in dem der zehnjährige Angus Gust mit seinem alleinerziehenden Vater Nick (ein erfolgloser Maler, der von einer Erbschaft lebt) wohnt.

Die lebende Mumie stinkt fürchterlich nach Verwesung (laut Buch eine Mischung aus fauelen Eiern, toten Mäusen und vergammelnden Fischen), die Familie behält sie jedoch im Haus, damit mit ihr keine schrecklichen Experimente durchgeführt werden können. Sie beginnen mit ihr zu kommunizieren, sie erhält den Namen Dummie, lernt schnell Holländisch und ist ein sportliches Supertalent. Essen kann Dummie nichts, er hat ja keine Innereien mehr, die Energie erhält er vom Skarabäus.

Es wird entschieden, Dummie in Angus' Schulklasse einschreiben zu lassen, damit ihm nicht so langweilig ist und weil die Klasse an einem landesweiten Schulwettbewerb über das altägyptische Reich teilnimmt. Coverstory: er ist der Sohn eines weitschichtigen Verwandten aus Ägypten, der bei einem Unfall schrecklich verbrannt ist. Die Einschreibung gelingt (warum auch immer, er hat ja nur einen doofen Spitznamen), er wird in neue Mullbinde eingewickelt und mit WC-Duft besprüht, um den Verwesungsgeruch zu übertünchen ...

In der Schule geht alles super, es gibt ein paar lustige Streiche, aber auch zwei Mädchen, die ihn aus der Klasse ekeln wollen, weil er stinkt. Dummie verliert beim Turnen den Skarabäus, eines der Mädchen stiehlt ihn, gibt ihn ins Zimmer der sehr hantigen Direktorin (in eine Fischschüssel), die wiederum ihn mit nach Hause nimmt und aufgrund des Fluchs (Buch von oben) selbst in eine Mumie verwandelt wird. Sie schmeißt den Skarabäus in den Müll und er wird aufgrund des eisernen Anhängers bei der Mülltrennung gefunden und dem Museum übergeben. Einstweilen ist Dummie am Sterben, weil er ohne Skarabäus die Lebenskraft verliert.

Angus weiht seinen superintellligenten alten Klassenlehrer ein, dieser entziffert innerhalb von einer Nacht das Hieroglyphenbuch, und gemeinsam mit Angus tauscht dieser Lehrer den goldenen Skarabäus in einer James-Bond-Aktion im Museum gegen eine von Angus' Vater hergestellte Kopie. Dummie hat wieder seinen Skarabäus, blüht wieder auf, auch die Direktorin ist wieder gesund und kann sich an nichts erinnern. Der Wettbewerb wird mit Maximalpunktezahl gewonnen, Dummie ist der Held.

Für eine Fortsetzung ist der Grundstein gelegt, die ich mir jedoch nicht reinziehen werde. Das ist mir dann doch zu viel Blödsinn.

Erwähnenswert vielleicht: Alle Bösartigen sind weiblichen Geschlechts. Die beiden Klassenkameradinnen und die Direktorin.