Gestern traf ich eine ältere Bekannte, die trotz all ihren schönen Erlebnissen & Erinnerungen dazu neigt, sich unentwegt über alles Negative aufzuregen, immer wieder über dasselbe grübelnd, was ihrem angeschlagenen Herzen keinesfalls guttue.
Ich meinte dann nach einer Weile des zuerst verständnisvollen Zuhörens derselben x-mal repetierten Litanei, die sie voll einnahm und niederdrückte, zugegebenermaßen auch aus meinem eigenen aufkommenden Bedürfnis nach mentaler Entlastung, es wäre doch eigentlich einfacher für das Gehirn, sich über das ihr verbliebene Schöne zu freuen und das unabänderlich Negative, das ohnehin größtenteils in der Vergangenheit liegt, ad acta zu legen, wie es der minimalistische Stoizismus aufzeigt.
Also mir hilft das, gerade wenn mich solche Geschichten zu sehr runterziehen und mir dieser zwanghaft verbissene Negativismus wie die schwarze Rauchwolke eines Repetiergewehrs den Atem nimmt. Dabei höre ich anfangs durchaus interessiert und emphatisch zu, doch wenn das extreme Schwarzsehen zum Selbstläufer wird, ist es besser, es zu unterbrechen, denn dieses zwanghafte Grübeln entwickelt bald Suchtcharakter. Man darf den düsteren Wolf in sich nicht noch nähren! Also hole ich den hellen Wolf und versuche, mehr Licht in ihr Leben zu bringen.
Original anzeigen (1,7 MB)