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Ist es zu spät, wenn das Leben erst später beginnt?

4 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Leben, Hoffnung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Ist es zu spät, wenn das Leben erst später beginnt?

gestern um 19:11
Teil 1
Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Text schreiben soll. Denn ich weiß, dass jeder sein eigenes Leben hat und niemand verpflichtet ist, sich für die Geschichte eines fremden Menschen zu interessieren.
Die Sommerferien beginnen bald. Ich möchte diese Zeit nutzen, um mein Leben neu zu ordnen – die Probleme, vor denen ich viele Jahre weggelaufen bin, meine Schulden und auch meine Zukunft. Ich glaube, dass der erste Schritt dafür darin besteht, ehrlich über mich selbst zu sprechen.
Ich bin über vierzig Jahre alt, komme aus Asien und studiere zurzeit Public Management in Deutschland.
Aus Gründen des Datenschutzes und meiner persönlichen Sicherheit möchte ich meinen Namen, meine Hochschule und mein Herkunftsland im Moment nicht öffentlich nennen. Falls jemand mich näher kennenlernen oder mir helfen möchte, kann ich privat Unterlagen vorlegen, die meine Identität und meinen bisherigen Weg belegen, zum Beispiel meine Immatrikulationsbescheinigung, meine Prüfungsergebnisse des Studiums oder mein Arbeitszeugnis.
Wenn ich mein Leben der vergangenen Jahrzehnte mit nur einem Satz beschreiben müsste, würde ich sagen:
Ich habe nie wirklich meinen Weg gefunden.
Ich wurde als Kind misshandelt. Obwohl diese Zeit schon viele Jahre zurückliegt, haben mich ihre Folgen nie wirklich verlassen. Die Folgen dieser Erfahrungen haben mich über viele Jahre begleitet und mein Leben stark beeinflusst.
Viele Jahre lang hatte ich kein echtes Selbstvertrauen.
Nicht die Arbeit an sich machte mir Angst.
Ich hatte Angst zu scheitern.
Ich hatte Angst, Fehler zu machen, von anderen abgelehnt zu werden und nicht ernst genommen oder geringgeschätzt zu werden.
Oft wusste ich genau, dass ich nach vorne gehen sollte. Aber meine Angst war immer stärker als mein Mut.
Wenn ich heute zurückblicke, habe ich viele wertvolle Jahre meines Lebens verloren. Bis heute ist das mein größtes Bedauern.
Ich bin auch heute noch oft orientierungslos. Ich zweifle immer noch an mir selbst. Ich weiß immer noch nicht, wie meine Zukunft aussehen wird.
Ich kann nicht sagen, dass ich diese schwierige Zeit bereits überwunden habe.
Ich wünsche mir einfach von Herzen, dass ich eines Tages Schritt für Schritt aus meiner jetzigen Situation herausfinden kann.

Teil 2
Bevor ich mein Studium im Fach Public Management begann, arbeitete ich drei Jahre lang als Management Assistant. Auch diese Berufserfahrung kann ich durch ein Arbeitszeugnis nachweisen.
Für viele Menschen waren diese drei Jahre vielleicht einfach nur eine normale Zeit im Berufsleben. Für mich hatten sie jedoch eine ganz besondere Bedeutung.
Denn dort wurde mir zum ersten Mal wirklich bewusst:
Das Leben besteht nicht nur aus Schmerz.
Zum ersten Mal habe ich erlebt, dass es auch im ganz normalen Alltag Momente geben kann, auf die man sich freut. Momente, die einfach schön sind.
Es waren keine außergewöhnlichen Erlebnisse. Eigentlich waren sie ganz gewöhnlich. Aber sie waren echt.
Genau deshalb begann ich zum ersten Mal zu glauben, dass mein Leben vielleicht doch noch eine andere Richtung nehmen könnte.
Diese drei Jahre waren auch der Grund, warum ich mich später entschied, noch einmal zu studieren. Ich wünsche mir, später wieder einen qualifizierten Beruf ausüben zu können. Und ich wünsche mir, mein eigenes Leben wirklich zu beginnen.
Ich weiß nicht, wohin diese entscheidung mich am Ende führen wird. Aber ich wollte es versuchen.

Teil 3
Gleichzeitig muss ich mich auch einer anderen Realität stellen.
In den vergangenen Jahren hatte ich lange Zeit kein stabiles Leben. Deshalb habe ich meine Miete und meine grundlegenden Lebenshaltungskosten mit Kreditkarten bezahlt. Am Ende haben sich Kreditkartenschulden in Höhe von etwa 15.000 Euro angesammelt.
Diese Schulden sind nicht durch Glücksspiel entstanden. Auch nicht durch Luxus oder verschwenderischen Konsum. Der größte Teil dieser Schulden besteht aus Miete und den ganz normalen Ausgaben des täglichen Lebens.
Diese Schulden gehören zu mir. Ich werde sie weder leugnen noch vor ihnen weglaufen. Ich möchte sie durch meine eigene Arbeit Schritt für Schritt vollständig zurückzahlen.
Mein nächstes Ziel ist klar.
Ich möchte neben meinem Studium so schnell wie möglich eine Arbeit finden.
Ich möchte mein Studium erfolgreich abschließen und gleichzeitig Schritt für Schritt meine Schulden zurückzahlen.

Ich weiß, dass ich diese Probleme am Ende selbst lösen muss. Aber wenn ich dabei etwas Unterstützung bekommen könnte, würde ich vielleicht etwas schneller vorankommen.
Ich weiß, dass niemand verpflichtet ist, einem fremden Menschen zu helfen. Deshalb wünsche ich mir nicht, dass andere die Verantwortung für mein Leben übernehmen.
Ich wünsche mir keine einfachen Lösungen.
Ich wünsche mir eine Chance.
Eine Chance, wieder zu arbeiten, Verantwortung zu übernehmen und meine Schulden Schritt für Schritt selbst zurückzuzahlen.
Wenn mich jemand auf diesem Weg unterstützen möchte – in welcher Form auch immer –, würde mir das sehr viel bedeuten.
Falls jemand mich näher kennenlernen möchte, wünsche ich mir einen ehrlichen und offenen Austausch.
Zum Schutz meiner Privatsphäre habe ich für diesen Beitrag eine neue E-Mail-Adresse eingerichtet.
Falls Sie mir schreiben möchten, würde ich mich sehr freuen. Ich werde jede ehrliche Nachricht aufmerksam lesen.
Ich möchte auch noch etwas offen sagen.
Ich weiß nicht, ob ich mich beim Schreiben dieses Textes bewusst oder unbewusst an manchen Stellen besser dargestellt habe oder ob ich etwas ausgelassen habe, wofür ich selbst Verantwortung tragen sollte.
Falls das so ist, hoffe ich, dass ein persönlicher Austausch ein vollständigeres und ehrlicheres Bild von mir zeigen kann als dieser Text allein.
Vielen Dank fürs Lesen.


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Ist es zu spät, wenn das Leben erst später beginnt?

gestern um 21:57
Tolle gewählte Worte von dir, aber vielleicht ist es eher was für deinen Blog als für ein Thread , da ein wenig die Diskussionsgrundlage fehlt.


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Ist es zu spät, wenn das Leben erst später beginnt?

gestern um 23:02
Zitat von NewChapter2026NewChapter2026 schrieb:Falls jemand mich näher kennenlernen oder mir helfen möchte, kann ich privat Unterlagen vorlegen, die meine Identität und meinen bisherigen Weg belegen, zum Beispiel meine Immatrikulationsbescheinigung, meine Prüfungsergebnisse des Studiums oder mein Arbeitszeugnis.
Mach das nicht
Du kannst dich hier im Forum anonym austauschen. Wir wind hier alle anonym
Es gibt keinen Grund deine Papiere oder Bescheinigungen random irgendwelchen anonymen Usern zu schicken.
Zitat von NewChapter2026NewChapter2026 schrieb:Wenn mich jemand auf diesem Weg unterstützen möchte – in welcher Form auch immer –, würde mir das sehr viel bedeuten.
Wende dich wegen der Schulden an eine Schuldnerberatung, die es in jeder größeren Stadt gibt. Eventuell kommt für dich eine Privat Insolvenz in Frage.
Ansonsten bist du ja auf einem guten Weg.
Du bist auch bei weitem nicht der/ die einzige der seinen Weg erst später im Leben findet.


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Ist es zu spät, wenn das Leben erst später beginnt?

um 01:08
Zitat von NewChapter2026NewChapter2026 schrieb:Ich wünsche mir eine Chance.
Die hast du dir, deinem Text nach zu urteilen, längst verdient und erarbeitet. Du stehst mitten drin, oder anders, schon längst auf deinem Weg und gehst in die richtige Richtung. Genauer: in deine selbst gewählte Richtung.

Neben deinen leider negativen Erfahrungen, baust du dir doch seit einiger Zeit schon ein positives Selbstbild auf.
Kurze Zweifel, oder Erinnerungen aus der Vergangenheit, der Ruf nach Hilfe, den du garnicht brauchst, ist normal, genauso wie das Schwanken während einer persönlichen Veränderung.

Selbstzweifel ist aber eine gute Sache.
Wer nie an sich zweifelt, bleibt dumm.

15 tausend Euro kannst du eigentlich schneller abbezahlen, als eine Privatinsolvenz dauert.
Zudem könnte es doch durchaus für dich in Frage kommen, mal in Zukunft eine Selbstständigkeit zu probieren.
Eine Privatinsolvenz ist da sehr hinderlich, was deine finanzielle Zuverlässigkeit angeht. Diese musst du manchmal nachweisen, und das Amt stellt dir keine 'Unbedenklichkeit' aus, wenn du in einer Insolvenz steckst.

Las dich von gelegentlichen Momenten der Perspektivlosigkeit oder Schwäche nicht täuschen. Sehe sie lieber als Herausforderung und versuche aus so Momenten etwas zu lernen.
Gefühle, Gedanken, Erinnerungen, sind manchmal einfach da.
Mit etwas Übung kannst du sie vielleicht in einen neuen Bilderrahmen setzen, und lernen sie anders, zum Beispiel als Werkzeug zu benutzen.

Manchmal holen mich auch Erinnerungen ein.
Dann denk ich mir immer: ok, dann läuft da nun mal ein Film im Kopf ab, aber ich distanziere mich davon und identifiziere mich nicht damit.
Zuviel Stress macht das differenzierte Denken sehr schwer. Ruhe und viel Geduld helfen dann am meisten. Manche Länder in Asien, handeln
geduldig und planen sehr weit. Eigenschaften die sich westliche Länder auch aneignen sollten.

Versuche das Geld gerecht und ehrlich abzubezahlen.
Dadurch wirst du wachsen, und weiter Selbstbewusstsein finden; mehr noch, auch bei jedem Schritt positive Erfahrungen, ähnlich oder gar bessere als du bis jetzt hattest.

Sei in Zukunft auch wählerisch bei deinen Beratern und Freunden, was deine Meinung angeht.
Selbstbewusste Menschen werden von Feiglingen beneidet und wenn du ihnen die Möglichkeit gibst dich zu beraten, werden sie dich schwach machen und schädigen.
Wenn schwache Menschen starke Menschen schädigen, fühlen sie sich selbst dadurch stärker. Eine dumme Eigenschaft.

Schau bei Fragen in dich selbst. Dort hast du bis jetzt einiges gefunden; so ist es wohl ratsam, es auch so weiter zu machen.


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