In den letzten Wochen blickte die Welt verwundert auf Deutsch, nein das Wal-Land ...
Viel Wal-Drama in Deutschland - anderswo nicht
Quelle: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/panorama/gestrandeter-buckelwal-viel-wal-drama-in-deutschland-anderswo-nicht-15521721.html

Ist Timmy ein teutonisches Tier, fragt der Spiegel?
»Timmy« ist ein echt teutonisches Tier

In Dänemark soll im Fall gestrandeter Wale die Natur ihren Lauf nehmen, in Japan steht die Frage der Kadaverbeseitigung im Mittelpunkt. Auf den deutschen Wal-Wahnsinn blickt das Ausland mit Befremden.
Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/ostsee-wal-timmy-so-irritiert-blicken-internationale-medien-auf-deutschlands-wal-drama-a-185c2e65-3558-4f75-8969-1276bd54ba9d

In der FR wunderte sich Claus Leggewie über so manche Absurdität ...
Passend zum Osterfest spekulierte der Leiter eines „Instituts für Theologische Zoologie“ in Münster in der „taz“ darüber, ob er wie Jesus, der Menschensohn, auferstehen könne. Er bejahte das.
erinnerte daran ...
Der Hintergrund war die im Streben des „Dritten Reichs“ nach Autarkie konstatierte „Fettlücke“. Die deutsche Landwirtschaft lieferte nicht genug Speisefette aus pflanzlicher Produktion, also rüstete Hermann Görings Vierjahresplan zum Krieg gegen die Wale in der Südantarktis. Mehr als die Hälfte der damaligen globalen Produktion ging ins Deutsche Reich, die Zahl der damals erlegten Tiere übersteigt die der heute noch insgesamt vorhandenen Wale.
... und schreibt von Kopfschütteln.
Auferstehung offen

In Deutschland ist die Sensibilität für Wale von Kinderbüchern bis zur cetologischen Forschung besonders hoch, weshalb man über die Aufregung um „Timmy“ nur den Kopf schütteln kann.
Quelle: https://www.fr.de/kultur/gesellschaft/walfang-nazis-und-abenteuersehnsucht-moby-dick-in-deutschland-94272466.html

Nun hat auch die ZEIT den Wal entdeckt, nämlich als Symbol für deutsche Politik?
Über Seltene Erden reden wir lieber gar nicht erst

Die Antwort auf all die Warums liegt in Timmy, dem Wal. Genauer gesagt in dem psychologischen Bedürfnis, für das die Bemühungen um seine Fortbewegung stehen. Gerettet wird mit der neuesten geplanten Hebeaktion ja höchstwahrscheinlich und tragischerweise nicht der Wal (dem damit laut Gutachtern mehr Qual als Hilfe angetan wird), sondern vor allem das Gewissen der vermeintlichen Retter.

Das Timmy-Lifting ist deshalb ein Realsymbol für das Nimby-Prinzip: Wenn schon schlimme Dinge passieren müssen, dann bitte not in my backyard, sondern außerhalb der eigenen Wahrnehmungszone. Ein sterbender Wal, die Förderung von Gestern-Energien – wir begehren, nicht örtlich schuldig zu sein. Das ist beim Fracking-Gas so, das der Deutsche lieber per LNG-Tanker aus den USA bezieht, obwohl es hierzulande mit weniger Umweltschäden gefördert werden könnte. Das ist beim Stahl so, den wir lieber aus dreckiger chinesischer oder indischer Produktion beziehen statt aus heimischer. Und von den Seltenen Erden, die im Computer oder im Handy stecken, auf dem Sie das hier lesen, reden wir lieber gar nicht erst.

Aber klar, wenn die SPD den Wal, pardon, die Wahl hat zwischen einer Politik, die der Umwelt vergleichsweise ebenso nutzen würde wie dem Industriestandort Deutschland und, Obacht, wütenden Social-Media-Clips von Luisa Neubauer, dann wird die Wahl halt eng. Tragisch, in der Tat.
Quelle: https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-04/deutsche-gasfoerderung-fossile-energie-umweltschutz-nimby-prinzip-buckelwal-gxe

Mal abgesehen vom boomerigen Wortspiel am Schluss, hat der Autor da einen Nerv getroffen?

Deutschand, einig NIMBY-Land?
Das Sankt-Florian-Prinzip (österreichisch: Floriani-Prinzip) oder die Sankt-Florian-Politik bezeichnet Verhaltensweisen, potentielle Bedrohungen oder Gefahrenlagen nicht zu lösen, sondern auf andere zu verschieben. Die englischsprachige Entsprechung ist NIMBY, ein Akronym für not in my backyard („nicht in meinem Hinterhof“).[1]
Quelle: Wikipedia: Sankt-Florian-Prinzip

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