Hast du auch die Nase voll von ostdeutschen Ressentiments? Eine florierende Branche, die von eigenen Medien (Berliner und Ostdeutsche Zeitung ) und gar von drei politischen Parteien besonders stark bewirtschaftet wird (Linke, AfD, BSW)?

In einem kurzen Kommentar fasst es Reinhard Bingener kurz zusammen.
Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werden wieder kräftig ostdeutsche Befindlichkeiten bewirtschaftet. Die Linkspartei listet auf ihren Veranstaltungen sämtliche echte und eingebildete Gravamina des Ostens auf. Die AfD wendet die Angelegenheit vom Materiellen ins Identitäre ... Das BSW kombiniert beide Ansätze auf Sahra Wagenknechts eigene, ruchlose Weise mit antiamerikanischen und antisemitischen Stereotypen.

Kaschiert wird das gerne mit der treuherzigen Beteuerung, 36 Jahre nach der Wiedervereinigung müsse mit der Einteilung in Ossis und Wessis endlich Schluss sein. Man bejammert und beklagt die angebliche Spaltung in Ost und West – und verfestigt und vertieft sie zugleich.
Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/ost-west-debatte-wehe-wenn-die-langmut-im-westen-endet/ar-AA2a0GxL

Die Nase voll von diesem komischen ostdeutschen Sonderbewusstsein, den falschen Narrativen, der Geschichtsklitterung, die Nase voll auch von der ostdeutschen Verklärung Russlands, die so in Polen oder im Baltikum undenkbar und unmöglich wäre?

Könnte die Langmut im Westen bald enden, fragt Reinhard Bingener dazu:
Denn der natürliche Verlauf von Transferdebatten sieht so aus, dass – siehe Italien, siehe Belgien – irgendwann die Geduld der Geber endet und sich in ihren Reihen Widerstand formiert. Dass in Deutschland fortwährend die Nehmer herumnörgeln und die Geber sich das klaglos gefallen lassen, bildet hingegen ein Kuriosum.

Angesichts des zunehmenden Problemdrucks auch im Westen dürfte die therapeutische Langmut ein Ende finden. Die Einwohner Bayerns, deren Zahl inzwischen die aller fünf ostdeutschen Länder zusammengenommen übertrifft, könnten der Dauerbeschäftigung mit ostdeutscher Selbstfindung überdrüssig werden. Und die Einwohner von Nordrhein-Westfalen, dessen Wirtschaftsleistung annähernd doppelt so groß ist wie diejenige Ostdeutschlands, könnten fragen, warum andernorts neue Autobahnbrücken in entlegenen Gebieten errichtet werden, während ihnen wichtige Rheinquerungen zerbröseln.

Das Thema liegt auf der Straße. Es fehlt eigentlich nur noch jemand, der es aufhebt. Auch deshalb ist das Spiel der genannten Wahlkämpfer so gefährlich – vor allem für Ostdeutschland selbst.
Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/ost-west-debatte-wehe-wenn-die-langmut-im-westen-endet/ar-AA2a0GxL

Das soll kein (weiterer) Thread für die (Selbst)Bespiegelung ostdeutscher Befindlichkeiten sein (dafür gibts Andere, hier), sondern einfach nur die Frage: Nase voll?

Oder ist es an der Zeit für mehr Nase voll?