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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

14 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: AFD, Linke, BSW ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

15.08.2026 um 19:05
Hast du auch die Nase voll von ostdeutschen Ressentiments? Eine florierende Branche, die von eigenen Medien (Berliner und Ostdeutsche Zeitung ) und gar von drei politischen Parteien besonders stark bewirtschaftet wird (Linke, AfD, BSW)?

In einem kurzen Kommentar fasst es Reinhard Bingener kurz zusammen.
Vor den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern werden wieder kräftig ostdeutsche Befindlichkeiten bewirtschaftet. Die Linkspartei listet auf ihren Veranstaltungen sämtliche echte und eingebildete Gravamina des Ostens auf. Die AfD wendet die Angelegenheit vom Materiellen ins Identitäre ... Das BSW kombiniert beide Ansätze auf Sahra Wagenknechts eigene, ruchlose Weise mit antiamerikanischen und antisemitischen Stereotypen.

Kaschiert wird das gerne mit der treuherzigen Beteuerung, 36 Jahre nach der Wiedervereinigung müsse mit der Einteilung in Ossis und Wessis endlich Schluss sein. Man bejammert und beklagt die angebliche Spaltung in Ost und West – und verfestigt und vertieft sie zugleich.
Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/ost-west-debatte-wehe-wenn-die-langmut-im-westen-endet/ar-AA2a0GxL

Die Nase voll von diesem komischen ostdeutschen Sonderbewusstsein, den falschen Narrativen, der Geschichtsklitterung, die Nase voll auch von der ostdeutschen Verklärung Russlands, die so in Polen oder im Baltikum undenkbar und unmöglich wäre?

Könnte die Langmut im Westen bald enden, fragt Reinhard Bingener dazu:
Denn der natürliche Verlauf von Transferdebatten sieht so aus, dass – siehe Italien, siehe Belgien – irgendwann die Geduld der Geber endet und sich in ihren Reihen Widerstand formiert. Dass in Deutschland fortwährend die Nehmer herumnörgeln und die Geber sich das klaglos gefallen lassen, bildet hingegen ein Kuriosum.

Angesichts des zunehmenden Problemdrucks auch im Westen dürfte die therapeutische Langmut ein Ende finden. Die Einwohner Bayerns, deren Zahl inzwischen die aller fünf ostdeutschen Länder zusammengenommen übertrifft, könnten der Dauerbeschäftigung mit ostdeutscher Selbstfindung überdrüssig werden. Und die Einwohner von Nordrhein-Westfalen, dessen Wirtschaftsleistung annähernd doppelt so groß ist wie diejenige Ostdeutschlands, könnten fragen, warum andernorts neue Autobahnbrücken in entlegenen Gebieten errichtet werden, während ihnen wichtige Rheinquerungen zerbröseln.

Das Thema liegt auf der Straße. Es fehlt eigentlich nur noch jemand, der es aufhebt. Auch deshalb ist das Spiel der genannten Wahlkämpfer so gefährlich – vor allem für Ostdeutschland selbst.
Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/ost-west-debatte-wehe-wenn-die-langmut-im-westen-endet/ar-AA2a0GxL

Das soll kein (weiterer) Thread für die (Selbst)Bespiegelung ostdeutscher Befindlichkeiten sein (dafür gibts Andere, hier), sondern einfach nur die Frage: Nase voll?

Oder ist es an der Zeit für mehr Nase voll?


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

23.08.2026 um 22:29
Ob der stellvertretende Direktor des Instituts für Zeitgeschichte mitliest?

Jedenfalls redet er jetzt auch von Nase voll.

In einem langen und lesenswerten Interview von gestern. (Lesezeit 10 Minuten.)
Magnus Brechtken: „Viele Westdeutsche haben mittlerweile die Nase voll“
Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/magnus-brechtken-viele-westdeutsche-haben-mittlerweile-die-nase-voll/ar-AA2aHYN0

Und, jedenfalls auch, das ist ein Top Interview.

Er sagt da viele richtige Sachen. Im Osten fehle es an rationaler Selbstanalyse, meint er, politisch, wirtschaftlich und auch historisch.

Auch etwa über das "Wessi"-Brandmarken, oder den Stuss, dass nur Ostdeutsche über den Osten reden dürften.
Warum sollten wir das akzeptieren? Das ist das Problem an vielen Festreden: Wenn Bundespräsident Steinmeier zum 3. Oktober spricht, dann hören wir weiterhin Wohlfühlrhetorik. Es wäre genauso notwendig, die Menschen, die sich missverstanden fühlen oder nach ihrer Identität suchen, an einige historische Fakten zu erinnern.

An welche denn?

An jene, die viele nicht hören mögen, etwa: Die DDR wurde nicht durch die friedliche Revolution der Ostdeutschen beendet, sondern weil Michail Gorbatschow und Eduard Schewardnadse sie freigegeben haben. Das ist die militärisch-außenpolitische Seite. Die wirtschaftliche ist: Wenn Ostdeutsche heute klagen, in den Ländern der ehemaligen DDR gebe es ja nichts zu vererben und die Leute seien ärmer als im Westen, dann liegt das nicht daran, dass die Westdeutschen ihnen etwas weggenommen haben, sondern dass die DDR 40 Jahre lang von der Substanz gelebt hat und nicht in der Lage war, ein dem Westen vergleichbares Wirtschaftsvermögen aufzubauen. Die DDR war 1989 bankrott; ein ökonomisch aufgezehrtes, von innen zerstörtes Land. In den 37 Jahren, die Ostdeutschland seither Transferinvestitionen erhält, hat man gesehen, wie viel Entwicklung möglich ist – aber eben auch, dass man in 37 Jahren nicht vorher verlorene Jahrzehnte des Wohlstandsaufbaus nachholen kann. Das liegt aber nicht am Verhalten der paternalistischen Westdeutschen, sondern an der Geschichte der DDR.
Quelle: ebd.

Die Debatte (nicht nur über Demokratie und Marktwirtschaft) wurde auch zu selten ehrlich geführt. Demokratie bedeute auch nicht, dass "der Staat" für einen alle Probleme löst, eine Haltung, die viele in Ostdeutschland haben.

Auch über das völlig verquere Russland- und Geschichtsbild so vieler Ostdeutscher.
Das gilt auch für das Russland-Bild. Man hat in der DDR Jahrzehnte unter dem großen Bruder gelitten, und trotzdem nehmen viele Russland selbst jetzt, da es die Ukraine überfallen hat und Europa bedroht, noch in Schutz.

Wenn ich in den neuen Bundesländern diskutiere, bin ich nicht selten erschüttert, wie dort über internationale Beziehungen und über die Geschichte von Außen- und Militärpolitik vor 1990 gesprochen wird – und wie geschichtsvergessen die deutsch-sowjetischen Realitäten verklärt werden. Putins Politik versucht seit Jahren mit aller Gewalt wiederherzustellen, was mit dem Zusammenbruch der UdSSR – in seinen Augen fatal und ohne Not – verloren ging. Schauen wir an, was er zur sowjetisch-russischen Geschichte sagt. Deklinieren wir durch, was es für die frühere DDR bedeutet! Wäre Putin 1989 Befehlshaber der sowjetischen Streitkräfte gewesen, hätte er in der DDR die Panzer rollen lassen, um die etablierte Hegemonie des Imperiums zu sichern. Noch heute ständen mehr als dreihunderttausend russische Soldaten unter Putins Befehl in den neuen Bundesländern. Das wollen in Ostdeutschland aber viele nicht hören.
Quelle: ebd.

Im langen Interview auch kurz über Höcke, nach dem die richtigen Deutschen ja nur in den neuen Bundesländern zu finden seien (Ideologische Fabelwelten, Geschichtsignoranz und Lernverweigerung, so selbstdestruktiv, wie der Nationalsozialismus und die SED-Herrschaft es waren).

Wir stünden erst am Anfang einer Debatte, sagt er dann noch am Schluss.
Wir sind an einem Punkt, an dem es für die Menschen im Westen vorrangig erscheint, sich um die eigenen Belange zu kümmern. Wir sprechen hier von mehr als sechzig Millionen Menschen im Westen gegenüber zwölf Millionen im Osten. Plakativ bewegt sich die Botschaft an den Osten dahin: Wenn ihr unzufrieden seid, dann bleibt es halt, aber bitte nicht mehr auf unsere Kosten! Wenn dann empörte Reaktionen kommen, wird man im Westen mit denen leben.

Da werden manche Ostdeutsche sagen: Da macht ihr „Besser-Wessis“ doch gleich weiter mit eurem Paternalismus! Und wenn ihr von uns Eigenverantwortung fordert, dann lasst uns doch einfach die AfD wählen, und hört auf mit der Brandmauer!

Sie wählen doch schon die AfD! Wenn man das als Eigenverantwortung verstehen will, nun ja, ich würde die rationale Analyse wirtschaftlicher und politischer Herausforderungen bevorzugen. Im Westen kann und wird man das nicht einfach hinnehmen. Wenn die AfD in einem Bundesland regieren sollte und Personen, die an völkischen Rassismus und Verschwörungserzählungen glauben oder Putin für einen harmlosen Menschen halten, für die Geheimdienste zuständig sind, dann muss der Rechtsstaat Vorkehrungen treffen und die Gesellschaft sich verteidigen. Auf sicherheitspolitische Gefahren, ökonomische Selbstgefährdung und eine noch größere Spaltung der Gesellschaft unter einer völkisch-identitären politischen Führung hinzuweisen, ist keine Bevormundung, sondern ein notwendiger Beitrag zur öffentlichen Debatte.
Quelle: ebd.

Ja, das Thema liegt wirklich auf der Straße. Zeit, es aufzuheben.


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

23.08.2026 um 22:40
Hallo @ApexOne

Ich habe einen neuen Helden. Und - du wirst es kaum glauben - er kommt von den Grünen.

(Bei ihm wird mitunter auch schon mal gefragt, ob er in der richtigen Partei ist, aber das ist eine andere Geschichte.)
Osten mit Geldentzug gedroht
Bayaz reißt mit dem Hintern ein, was andere mühsam zu retten versuchen
19.08.2026,

Baden-Württembergs Finanzminister Danyal Bayaz stellt lautstark den Länderfinanzausgleich infrage, sollte die AfD etwa Sachsen-Anhalt regieren. Das ist so kurz vor den Ostwahlen wirklich zu blöd - nicht zuletzt für seine an der Fünf-Prozent-Hürde kratzenden Grünen.

Ein kluger Politiker spricht nicht immer alles aus, was er denkt und vorhat ...
Quelle: https://www.n-tv.de/politik/politik_kommentare/Bayaz-reisst-mit-dem-Hintern-ein-was-andere-muehsam-zu-retten-versuchen-id31210135.html

Ja, der Sebastian Huld kritisiert ihn da stark, aber das geht mir am Allerwertesten vorbei. Die Berliner Zeitung griff das auch auf, noch schneidiger, aber die macht ja eh nichts anderes als ostdeutsche Ressentiments zu bedienen, auch fürn Arsch.

Und ums mit Brechtken zu sagen, die wählen doch eh schon AfD ...

Das, zumindest, könnte man einem Wahlsieg positiv abgewinnen. Es käme dann womöglich (endlich) Bewegung in die Chose.

Die Ausmaße des Finanzausgleichs sind doch mittlerweile unverantwortlich, klar man wird ihn nicht abschaffen können, aber eine deutliche Deckelung, das wäre möglich. Bayern und Hessen sind so und so dafür, und nu auch noch BaWü ... und dann läuft die Sache :D


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

24.08.2026 um 06:11
Was der Herr Brechtken da sagt, stimmt natürlich auch geschichtlich.

Vielleicht war es ja auch ein Fehler, dass auf so vielen Gedenktagen und Festreden von der "friedlichen Revolution" gefaselt wurde und wird? Das ist idT nicht mehr als Wohlfühlrhetorik, wie er sagt.

Die sog. "friedliche Revolution" war nur möglich: Weil Ronald Reagan (der dabei auch die US Staatsschulden in neue Höhen trieb), weil Reagan, durchaus auch assistiert von Schmidt und dann Kohl, der Aufrüstung des Warschauer Pakts die Aufrüstung der NATO entgegensetzte.

Weil Afghanistan, weil islamische Mudschahedin in Afghanistan der Sowjetunion eine Niederlage bereiteten.

Weil Solidarność, weil katholische Arbeiter in Danzig generalstreikten.

Weil Ölschwemme, weil arabische Scheichs Öl pumpten und so den Preis für russische Ölexporte drückten.

Und weil der gesamte Ostblock wirtschaftlich am Ende war.

Die DDR Montagsdemonstrationen? Waren für die Herrscher im Kreml irrelevant, das ist mittlerweile aus den Akten bekannt.


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

24.08.2026 um 06:28
Erinnert sei in dem Zusammenhang auch an die Rede von Marko Martin. Gehalten im Schloss Bellevue auf dem Festakt "35 Jahre Friedliche Revolution".

Martin spricht in der Rede über die verfehlte Ostpolitik, erinnert daran, dass es ohne den Mut der Polen auch nicht zum Aufstand in der DDR gekommen wäre und dass es auch nur eine Minderheit war, die sich offen gegen die DDR Diktatur gestellt hatte.

Anhören kann man sie hier.

Youtube: 35 Jahre Friedliche Revolution
35 Jahre Friedliche Revolution
Externer Inhalt
Durch das Abspielen werden Daten an Youtube übermittelt und ggf. Cookies gesetzt.


Welt hat sie im Wortlaut dokumentiert, hier:
Sehr geehrter Herr Bundespräsident, meine Damen und Herren – vor allem aber hochverehrte polnische Gäste, darunter auch Protagonisten der Solidarność-Revolution und der Mit-Initiator des Streiks auf der Danziger Werft: Ohne Ihren Mut hätte es überhaupt kein „1989“ gegeben. Da Sie bei dem heute anschließenden, ausschließlich deutschen Panel anscheinend nicht dazu geladen sind, deshalb von hier aus ein ganz herzliches Danke, Dziekuje bardzo!

35 Jahre Friedliche Revolution und – eine der Erinnerungs-Assoziationen – jener treffende Satz von Wolf Biermann bei seiner Rückkehr nach der Ausbürgerung auf dem Leipziger Konzert im Dezember 1989: „Ach, wenige nur waren wir – und viele sind übrig geblieben.“

Millionen von DDR-Bürgern waren jedenfalls damals nicht auf der Straße gewesen, sondern hatten quasi hinter den Wohnzimmergardinen abgewartet – was im Übrigen kein Werturteil ist, sondern lediglich ein quasi nachgetragener Fakten-Check, der so manch fortwirkende Mentalitäten erklärt
Quelle: https://www.welt.de/kultur/article254426424/Marko-Martin-zum-Mauerfall-Sehr-geehrter-Herr-Bundespraesident-bei-allem-Respekt.html

Zum Thema relevant sind besonders diese beiden Stellen aus der Rede.
Vielleicht werden sich jetzt manche fragen, ob ausgerechnet zum 35. Jahrestag einer friedlichen und erfolgreichen Revolution ein solcher Tenor angemessen sei. Gegenfrage: Wäre es etwa „angemessen“, die Tatsache zu beschweigen, dass bei den letzten Landtagswahlen in ostdeutschen Ländern zwei illiberale Parteien Erdrutschsiege einfahren konnten, die eine rechtsextrem und beide offen Putin-affin und infamste Kreml-Propaganda verbreitend, was jedoch zumindest im Fall der autoritären Wagenknecht-Sekte die beiden großen demokratischen Parteien bei ihren diversen Verhandlungen nicht sonderlich zu stören scheint? „Angemessen“, sich einem Nachdenken über die Wurzeln von all dem zu verweigern, obwohl „1989“ doch ganz offensichtlich nicht in jedem Fall jene befreiende Zäsur war, wie es gesundbeterisch so lange behauptet wurde?
Quelle: ebd.

Und
Weshalb ist wohl, sowohl nach repräsentativen Umfragen wie auch nach der Stimmung auf der Straße, in den Büros und Betrieben und an den abendlichen Küchentischen, die überlebensnotwendige Unterstützung der mörderisch angegriffenen Ukraine im Osten signifikant weit weniger populär als im Westteil des Landes?

Was dort immer wieder zu hören ist, jenseits einer abstrakten und oft nur vorgeschobenen Sorge um den „Frieden“: „Der Putin, der Putin, immer nur der Putin – und was ist mit uns?“ Aus dieser absurd verengten Perspektive heraus scheint selbst der Angriffskrieg auf die Ukraine zuvörderst ein erneuter westlicher Vorwand, um sich nicht um die Belange Ostdeutscher zu kümmern. Wie schon bereits zuvor auch die Debatte um den Klimawandel, die Flüchtlingskrise von 2015, der alte und der neue Antisemitismus oder Anfang der Neunzigerjahre die Kriege im ehemaligen Jugoslawien von vielen lediglich als Zumutung erfahren wurden – wohlgemerkt vor allem für sie selbst – und als narzisstische Kränkung, die sich dann quengelnd zu artikulieren versuchte: „Und wir, wer kümmert sich denn um uns?“

„So reden Kinder von ihren Eltern“

Bereits im Jahr 1970 hatte der Schriftsteller Uwe Johnson, der 1959 aus der DDR geflohen war, diese Mentalität beschrieben: „So reden Kinder von ihren Eltern. So reden Erwachsene von jemand, der einst an ihnen Vaterstelle vertrat.“ ...
Quelle: ebd.

Danach kommt er noch zu sprechen u. a. über die "Polacken" (für AfD Aktivisten neuerdings die "Afro-Amerikaner Europas"), Gerhard Schröder und, ja, auch Frank-Walter Steinmeier.

Steinmeier folgte der Rede mit starrem Blick und warf Marko Martin später vor, ihn diffamiert zu haben.

Die Rede ist grandios.


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

25.08.2026 um 12:09
Das ist auch ein lesenswerter Blog-Essay, über die irrsinnigen Geschichtsmythen der AfD Sachsen-Anhalt.
Die AfD vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Völkische Ideologie, Geschichts-Revisionismus und Ostidentität
Quelle: https://www.geschichte-statt-mythen.de/Blog/aktuelles/AfD-Landtagswahl-Sachsen-Anhalt-Voelkische-Ideologie-Geschichtsrevisionismus-Ostidentitaet

"Geschichte statt Mythen" ist ein wissenschaftlich-fundiertes Projekt an der Friedrich-Schiller Universität Jena, gefördert von der Stiftung EVZ.

Im Mittelpunkt stehen Dokumentation, Analyse und Einordnung von Geschichtsmythen.

Geschichts-Revisionismus gehört zum ideologischen Kern der AfD in Sachsen-Anhalt, Teil einer aggressiven "Metapolitik".

So Einiges davon (in dem Blog-Essay) war mir so noch nicht bekannt.

Lesenswert und zum Thema, kurz 2 Sachen zur sog. Ost-Identität.
Während Steimles Mordfantasien von vielen Kritiker:innen scharf verurteilt wurden, sorgte das Singen der DDR-Hymne vielerorts für Irritation und Unsicherheit. Dabei instrumentalisiert die AfD schon mindestens seit 2019 die DDR-Vergangenheit, um gezielt Wähler:innen anzusprechen. Als Vorreiter kann dabei der thüringische Landesverband gesehen werden, der 2019 mit dem Slogan „Vollende die Wende“ warb. Die Thüringer AfD bot insbesondere in den Wahlkämpfen 2024 eine Mischung aus nostalgischer Verklärung, ostdeutscher Identitätspolitik und Versuchen der Umschreibung der DDR in eine Art ethnisch homogenen, völkischen Sozialismus an.
Quelle: ebd.

Und
So veranstaltete die sachsen-anhaltinische AfD im Wahlkampf insgesamt vier Ausfahrten mit ihren Spitzenkandidaten von und mit Fans der Kultmarke. Siegmund lud u.a. zu einer Ausfahrt in seinen Heimatort Tangermünde ein, an dem mehrere hundert Fans teilnahmen. Dass die Kleinkrafträder unter den Bedingungen sozialistischer Planwirtschaft hergestellt wurden, ignoriert die Partei dabei geflissentlich, die sonst bei jeder Gelegenheit die „Stasi 2.0“ oder einen neuen Sozialismus am Werk sieht. Darüber hinaus blendet die AfD systematisch die jüdische Familiengeschichte des Unternehmens aus: Die Firma „Simson und Co.“ wurde 1856 vom Brüderpaar Moses und Löb im thüringischen Suhl gegründet. Das Familienunternehmen produzierte erst Stahl, später Gewehre und Bajonette, Fahrräder und auch erste PKW. Die Unternehmerfamilie war schon zu Zeiten der Weimarer Republik antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt – vor allem durch die NSDAP. Nach der Machtübernahme enteigneten und vertrieben die Nationalsozialisten die Familie und übernahmen die Produktion. Nach 1945 wurde das Unternehmen in einen Volkseigenen Betrieb (VEB) überführt und später in das Kombinat Industrieverband Fahrzeugbau (IFA) integriert. Die Nachkommen der Familie wehren sich seit 2026 gegen die politische Vereinnahmung: Einer der Nachfahren, Dennis Baum, reiste anlässlich des AfD-Parteitags am 4. und 5. Juli in Erfurt eigens aus den USA an, um im Namen der Familie Stellung gegen die Vereinnahmung zu beziehen.19 Ein Anliegen, das die AfD bisher freilich völlig ignoriert
Quelle: ebd.


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

25.08.2026 um 14:22
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Nase voll von Ostdeutschen Ressentiments?
Mutige Frage, aber soweit würd ich jetzt nicht gehen ;P


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

02.09.2026 um 00:33
Also, halten wir fest.

Redaktionsleiter Markus Wölk der Altmark Zeitung (welche noch Leute erreicht) meint im Interview mit der FR was?

Die Leute, all die AfD-Wähler, wollen gar nicht über Politik reden - nur sich in ihren Ressentiments und Emotionen suhlen.
Über Politik wollen die Leute bei der AfD nicht reden, das interessiert sie nicht. Es gibt keine klassische Wahlkampfrede mit anschließender Diskussion, sondern einen Grill, Becher und Zollstöcke mit AfD-Logo zum Mitnehmen und für ein paar Euro sogar ein T-Shirt „Heimattreue Altmark“ in Frakturschrift. Wer redet, lädt vor allem Frust ab – und die AfD muss nur dastehen und sagen: „Ihr habt recht.“ Niemand will Lösungen, alle wollen Emotionen loswerden, und genau das saugt die AfD auf und verstärkt es. Andere Parteien versuchen, zu erklären und Lösungen anzubieten – kognitiv der falscheste Ansatz in einer rein emotionalen Situation. Das hat die AfD perfektioniert.
Quelle: https://www.fr.de/politik/ueber-aggressive-stimmung-vor-sachsen-anhalt-wahl-fast-koerperlich-bedroht-journalist-zr-94467347.html

Sie sind ... nicht mehr erreichbar.
Und können Sie noch Menschen erreichen, die AfD wählen?

Nein, die bewegen sich so sehr in ihrer eigenen Bubble, dass sie für anderes gar nicht mehr offen sind. Das ist eine komplett faktenlose Parallelwelt. Bei der Trunkenheitsfahrt von einem AfD-Politiker heißt es dann: „Das machen doch auch 50 CDU-Politiker.“ Was nicht die eigene Meinung bestätigt, wird relativiert oder umgedreht. Egal aus welcher Richtung man sich nähert: Man erreicht diese Menschen nicht mehr mit Argumenten.
Quelle: https://www.fr.de/politik/ueber-aggressive-stimmung-vor-sachsen-anhalt-wahl-fast-koerperlich-bedroht-journalist-zr-94467347.html

Ok dann - um so mehr Zeit für mehr ... Nase voll.


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

02.09.2026 um 02:34
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Redaktionsleiter Markus Wölk
Man könnte einen gebildeten Sozialwissenschaftler fragen aber wen fragt man wie immer lieber? Einen 0815 Journalisten ohne tiefe Kenntnisse.

Ganz mein Humor :D
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Die Leute, all die AfD-Wähler, wollen gar nicht über Politik reden - nur sich in ihren Ressentiments und Emotionen suhlen.
Natürlich, dass gleiche trifft auf wahrscheinlich jede politische / religiöse Gruppierung der Menschheit zu, NICHT nur der Afd! Mit solchen Binsenweißheiten noch anzugeben und sie als geradewegs Durchbruch darzustellen ist schon sehr fragwürdig und zeigt nur die eigentliche Agenda:
Verunglimpfung der Afd-Wähler.
Genau wie nicht jeder Afd Wähler Nazi so auch nicht jeder Linkenwähler Linksextremist ist. Binsenweißheiten halt.
Zitat von FellatixFellatix schrieb:Sie sind ... nicht mehr erreichbar.
Ich stelle mir das gerade bildlich vor:

Jeder Afdwähler ist absolut unzugäglich , geradezu borniert in seiner politischen Meinungsbildung.

Ne nicht wirklich. Einige sicher schon, aber wie gesagt, die gibts überall, die sg. "Unbelehrbaren".

Ich frage mich immer, was diese Artikel bewirken sollen, warum werden die immer so veröffentlicht?
Über CDU , SPD oder LINKEN Wähler ließt man niemals sowas.Warum auch?
AFD = Unbequem = geächtet

Ich muss sagen, dass es eigentlich eine Frechheit ist, dass sg. "Wessis" so schlecht von Ossis bzw dass so schlecht von AFD Wälern gesprochen wird.
Diese Zeitung müsste boykotiert werden, solch eine Hetze zu drucken, einfach unverschämt.

Das schlimme? Das einige Leser das wirklich denken und danach handeln und schlußendlich wieder in Diskriminierung und Hass endet.


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

02.09.2026 um 11:45
Zitat von rainloverainlove schrieb:Das schlimme?
das wird in den kommenden jahren noch viel lustiger!

:D


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

02.09.2026 um 12:23
Zitat von rainloverainlove schrieb:Ich muss sagen, dass es eigentlich eine Frechheit ist, dass sg. "Wessis" so schlecht von Ossis bzw dass so schlecht von AFD Wälern gesprochen wird.
Es verwundert aber leider nicht. Die ostdeutschen Regionalzeitungen wurden zum grossen Teil aufgekauft und man wollte gezielt Wessi Sichtweisen verbreiten.
Die AfD Wähler mal ausgeklammert, die gibt es überall in Ost und West und da kann man durchaus einiges kritisieren. Nur auch hier gilt: der Ton macht die Musik. Jemanden pauschal negativ hinzustellen, mag zwar bei so manchem Menschen passen, führt aber nur zu "jetzt erst recht" Denke und tötet jede normale Diskussion mit jemandem. Egal welcher Ansicht.
Ziel war es, die ostdeutsche Medienlandschaft nach westdeutschem Vorbild umzugestalten. Auf diese Weise seien ein „westdeutsches Meinungsmonopol“ und eine mediale Spaltung entstanden, die bis heute anhalte, so der Medienwissenschaftler Lutz Mücke.
Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/ostdeutsche-ossi-stereotyp-klischee-berichterstattung-medien-100.html
Das Bild der Ostdeutschen wird in westdeutschen Medien gemacht
Die überregionalen Leitmedien wie „Spiegel“ oder „Frankfurter Allgemeine“ werden in Hamburg, München und Frankfurt am Main für eine hauptsächlich westdeutsche Leserschaft geschrieben – und abgesehen von der Bild-Zeitung auch fast nur dort gelesen.
Zwischen zwei und vier Prozent ihrer Auflagen setzten „Spiegel“, „SZ“ und andere westdeutsche Printmedien im Osten ab. Die Regionalausgabe der „Zeit“ – die „Zeit im Osten“ – bringt es auf etwa sechs Prozent.
Quelle:
https://www.deutschlandfunk.de/ostdeutsche-ossi-stereotyp-klischee-berichterstattung-medien-100.html

Man stelle sich das Geflenne im Westen vor, wenn es andersrum wäre
Sag ich als Wessi.
Zitat von Alienpn_Alienpn_ schrieb:das wird in den kommenden jahren noch viel lustiger!
Das könnte passieren. Oder es gleicht sich näher an und im Westen werden die Ränder stärker, das dürfte ebenfalls nicht unwahrscheinlich sein, wenn die Regierung so weitermacht wie bisher


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

03.09.2026 um 16:30
Nase voll - auch von der Kultivierung des ostdeutschen Opferstatus.

Meint auch Professor Peter Pollack.
Die ostdeutschen AfD-Wähler geben im Übrigen selbst zu, dass man in Deutschland „sehr gut leben“ kann. 73 Prozent von ihnen stimmten im letzten Allbus (Allgemeine Bevölkerungsumfrage der Sozialwissenschaften) dieser Aussage zu. Und sie haben guten Grund dazu, denn seit der Wiedervereinigung ist das Bruttoinlandsprodukt im Osten Deutschlands auf das Vierfache gestiegen.

Doch gibt es unter den ostdeutschen AfD-Wähler ein starkes Interesse daran, den eigenen Opferstatus zu kultivieren, denn das erlaubt es ihnen, die Politik der demokratischen Parteien als ein Übel darzustellen, das beseitigt werden muss. Sie sehen sich als gekränkte Verlierer und wollen denjenigen Schaden zufügen, die sie angeblich gedemütigt und deklassiert haben.

Es ist die Frage, ob wir ihnen etwas Gutes tun, wenn wir für ihr Gefühl der Unterprivilegierung und des Beleidigtseins immer wieder Verständnis aufbringen und ihr Sonderbewusstsein verteidigen. Führt es wirklich weiter, die Leistungen der Ostdeutschen bei der Wiedervereinigung gegen die der Westdeutschen aufzurechnen oder wie kürzlich der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt Reiner Haseloff die westdeutsche Perspektivdominanz zu problematisieren und die AfD sogar noch als „Westpartei“ zu bezeichnen?

Man kann den Versuch würdigen, die Ostdeutschen umstimmen zu wollen und ihre gekränkte Seele zu streicheln, indem man ihre populistischen Neigungen als Reaktion auf objektive Benachteiligung und westliche Bevormundung behandelt und auch noch das bevorzugte Objekt ihrer Wahlentscheidung als ein Westphänomen definiert. Aber vielleicht ist das der falsche Weg, und wir sollten uns mehr der Strategie anschließen, die in zugespitzter Form die Ossis dazu auffordert, es mal nicht zu übertreiben.
Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/ost-west-debatte-der-gef%C3%A4hrliche-opfermythos-der-ostdeutschen/ar-AA2blq3W


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

03.09.2026 um 23:34
Sie sehen sich als gekränkte Verlierer und wollen denjenigen Schaden zufügen, die sie angeblich gedemütigt und deklassiert haben.
Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/ost-west-debatte-der-gef%C3%A4hrliche-opfermythos-der-ostdeutschen/ar-AA2blq3W

Selbst angesehene Wissenschaftler sagen, dass damals in den 1990er extreme Profite gemacht wurden, Stichwort Treuhand unter dem Mantel der "Bereitmachung zum Kapitalismus" sag ich mal. Was da an Firmen geschlossen wurde geht auf keine Kuhhaut, Millionen wurden arbeitslos
die Ossis dazu auffordert, es mal nicht zu übertreiben
Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/ost-west-debatte-der-gef%C3%A4hrliche-opfermythos-der-ostdeutschen/ar-AA2blq3W

Er spaltet noch heute, es gibt keine "Ossis" mehr, das sollte er sich klar machen, wir alle sind Bundesrepublik Deutschland!

Was für ein dummer Mensch.


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Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?

04.09.2026 um 08:24
Zitat von rainloverainlove schrieb:geht auf keine Kuhhaut
und das soll jetzt der Grund sein dafür, dass man eine Partei wählt die bei ihren Angestellten nich so genau hinschaut oder gerade extra deswegen - rechtsextreme Mitarbeiter beschäftigt?
Demnach beschäftigen die AfD-Fraktion und ihre Abgeordneten mehr als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Organisationen aktiv sind, die von deutschen Verfassungsschutzämtern als rechtsextrem eingestuft werden. Unter ihnen befinden sich Aktivisten aus dem Umfeld der "Identitären Bewegung", ideologische Vordenker aus der "Neuen Rechten" und mehrere Neonazis.
Genaue Mitarbeiterzahl unklar

Wie viele Mitarbeiter die 78 Abgeordneten der AfD genau beschäftigen, ist unklar: Nur wenige nennen ihr Team auf ihrer Webseite. Bundestagsverwaltung und AfD-Fraktion machen hierzu keine Angaben. Die Fraktion selbst hat nach eigener Auskunft 182 Mitarbeiter (Stand: 16. Februar).

Dem BR liegen mehrere interne Namenslisten aus dem Bundestag vor. Zudem konnte das Reporterteam aktuelle Mitarbeiterverzeichnisse aus der AfD-Fraktion einsehen. Auf diesem Wege hat BR Recherche mehr als 500 Personen identifiziert, die nach den vorliegenden Informationen für die AfD-Bundestagsfraktion oder ihre Abgeordneten arbeiten und die Hintergründe recherchiert.

Unter den Fraktions- und Abgeordnetenmitarbeitern sind Personen, die namentlich in Verfassungsschutzberichten erwähnt werden und solche, die Führungspositionen in beobachteten Organisationen bekleiden. Der BR ist in der Mitarbeiterschaft auf Teilnehmer an Neonazi-Aufmärschen in Chemnitz, Dortmund, Dresden, Magdeburg und Zwickau gestoßen.
Quelle: https://www.tagesschau.de/investigativ/br-recherche/afd-bundestag-rechtsextreme-mitarbeiter-100.html

Wie wär es mit Volt für einen Machtwechsel wenn man nur die alten nich mehr will?

aber das ist ja nicht nationalistisch genug und zu sehr Europa-liebend?


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