Nase voll von ostdeutschen Ressentiments?
09.09.2026 um 21:04Warum machst du dann immer Werbung für rechtsextrem?rainlove schrieb:Die meisten wollten einfach eine grundlegende Richtungsänderung in der Politik erreichen von links nach mitte Rechts
Warum machst du dann immer Werbung für rechtsextrem?rainlove schrieb:Die meisten wollten einfach eine grundlegende Richtungsänderung in der Politik erreichen von links nach mitte Rechts
Hör auf zu lügen und trage mal was sinnvolles zum thema bei, wenn du kannst. Danke.Stirnsänger schrieb:Warum machst du dann immer Werbung für rechtsextrem?
Stop Userbezug und starte endlich mal mit dem Thema okay?Stirnsänger schrieb:Gut, dass hier jeder deine Ergüsse lesen kann.
Es ist wirklich nicht meine Schuld, dass du dir ständig selbst widersprichst.rainlove schrieb:Stop Userbezug
Fuests Warnung nach der AfD-Wahl: Wer für Sachsen-Anhalts Risiken zahltQuelle: https://www.marktundmittelstand.de/politik/fuests-warnung
08. September 2026 | Oliver Stock | Lesezeit: 5 Min.
Sachsen-Anhalt erhält jährlich gut 3,2 Milliarden Euro aus dem Finanzausgleich. Clemens Fuest sieht darin einen gefährlichen Fehlanreiz.
Clemens Fuest stellt eine heikle Frage: Wer bezahlt eigentlich, wenn die Wähler eines Bundeslandes eine Politik wählen, die Investoren vertreibt und damit die eigene Wirtschaftskraft schwächt? Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts hat nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine Reform des Länderfinanzausgleichs gefordert.Quelle: ebd.
„Wenn ein Bundesland sich durch schlechte Politik in wirtschaftliche Schwierigkeiten bringt, werden die Kosten zu einem erheblichen Teil auf die bundesstaatliche Gemeinschaft, also auf ganz Deutschland abgewälzt“, sagte Fuest dem Magazin „Capital“. Fuests Argument zielt auf einen Grundkonflikt des deutschen Föderalismus: Die Länder entscheiden über wichtige Teile ihrer Wirtschafts-, Bildungs- und Standortpolitik selbst. Die finanziellen Folgen dieser Entscheidungen tragen sie aber nicht vollständig selbst.
In Sachsen-Anhalt bekommt diese alte Debatte nach der Wahl neue Brisanz ...
Sollte eine künftige Landesregierung durch ihre Politik tatsächlich Investoren oder Fachkräfte abschrecken und damit die Steuerbasis weiter schwächen, entsteht deshalb ein paradoxes Ergebnis: Sachsen-Anhalt hätte weniger eigene Einnahmen. Gleichzeitig würde das Ausgleichssystem einen erheblichen Teil dieses Verlustes auffangen.Quelle: ebd.
Das ist der Punkt, den Fuest meint.
Warum ein finanzieller Denkzettel keine Lösung wäre
Einfach den Geldhahn zuzudrehen, weil einem die politische Richtung einer Landesregierung nicht gefällt, kann allerdings nicht die Lösung sein. Der Finanzausgleich folgt Regeln des Grundgesetzes und des Finanzausgleichsgesetzes. Er ist kein Instrument, mit dem Wahlergebnisse finanziell bestraft werden dürfen.
Eine Reform müsste deshalb an den Anreizen ansetzen: Länder könnten einen größeren Teil zusätzlicher eigener Einnahmen behalten. Umgekehrt könnten sie einen größeren Teil der finanziellen Folgen selbst tragen, wenn ihre Wirtschaftskraft sinkt. Das wäre ein härterer Föderalismus. Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt hat diese alte ökonomische Debatte plötzlich einen ziemlich aktuellen Dreh.
Sie sehen sich als gekränkte Verlierer und wollen denjenigen Schaden zufügen, die sie angeblich gedemütigt und deklassiert haben.Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/ost-west-debatte-der-gef%C3%A4hrliche-opfermythos-der-ostdeutschen/ar-AA2blq3W
Im Rahmen des Aufbau-Ost wurden auch die Städte aus dem Ruhrgebiet und Nordrhein-Westfalen zur Kasse gebeten. Während im Westen eisern gespart werden musste, flossen Milliarden nach Ostdeutschland.Quelle: https://www.ruhrbarone.de/so-haben-die-staedte-aus-dem-ruhrgebiet-und-nrw-den-aufbau-ostdeutschlands-finanziert/236540/
Die Bundesrepublik ist dabei, den Osten an Parteien zu verlieren, die den Westen und die Westbindung, für die die Mitgliedschaft in der NATO, der Europäischen Union und die Unterstützung für die Ukraine und Israel stehen, ablehnen. In diesen Fragen sind die Unterschiede zwischen der rechtsextremistischen AfD und dem Bündnis Sahra Wagenknecht ebenso gering wie zu der Linkspartei, die in den vergangenen Jahrzehnten auch eine große Rolle dabei spielte, den Osten gegen den Westen aufzuhetzen.
Die Ruhrbarone haben bei einigen Städten aus dem Ruhrgebiet nachgefragt, wie hoch die Summen waren, die sie in den Osten schicken mussten.Quelle: https://www.ruhrbarone.de/so-haben-die-staedte-aus-dem-ruhrgebiet-und-nrw-den-aufbau-ostdeutschlands-finanziert/236540/
So musste sich die Stadt Duisburg zwischen 1991 und 2021 mit 559 Millionen Euro am Aufbau Ost beteiligen. Da die Stadt das Geld nicht hatte, musste sie teilweise Kredite aufnehmen. Inklusive der Verzinsung wurde der Haushalt Duisburgs so mit rund 757 Millionen Euro belastet. Die Jahre 1993 bis 2014 waren für Duisburg hart. Sie schrieb rote Zahlen, musste ihr Eigenkapital vollständig verbrauchen und war durchgängig zur Aufstellung von Haushaltssicherungskonzepten und Haushaltssanierungsplänen verpflichtet. Während Duisburg die Abgaben und Gebühren für seine Bürger erhöhen musste und viel zu wenig Geld für Investitionen oder Sanierung von zum Beispiel Schulgebäuden hatte, finanzierte es mit seinem Geld die Luxussanierung ostdeutscher Städte.
Dass in Jena die Parks schöner als in Essen sind, die Schulen in Dresden besser aussehen als in Dortmund und in Potsdam die Altbauten besser saniert sind als in Duisburg, liegt auch an den Milliarden, die aus den Weststädten in den Osten flossen.Quelle: https://www.ruhrbarone.de/so-haben-die-staedte-aus-dem-ruhrgebiet-und-nrw-den-aufbau-ostdeutschlands-finanziert/236540/
Der Anteil der ostdeutschen AfD-Wähler, die sich als Bürger zweiter Klasse sehen, beläuft sich auf 70 Prozent und liegt damit ebenfalls deutlich über dem der Wähler anderer Parteien. Viele der ostdeutschen Anhänger der AfD verstehen sich als Opfer der deutschen Einheit und geben dem kolonialistischen Westen die Schuld an ihrem beklagenswerten Zustand. Sie inszenieren sich als Underdogs, rasen mit Simson-Mopeds durch die Gegend und pflegen ihre Ost-Identität. Am Wahlabend erklärte Tino Chrupalla, mit ihrem Wahlerfolg habe die AfD die zweite Wende nach 1990 eingeläutet.Und?
Das Triumphgeheul der AfD verweist auf ein weiteres bedeutsames Motiv: Der lang gehegte Groll gegen den Westen, dieses tief sitzende Gefühl der Benachteiligung und der Kränkung kann mit der Wahl der AfD umgewandelt werden in eine vorgestellte Überlegenheit. Wir wählen die Partei, die dem demokratischen, antifaschistischen und antitotalitären Konsens der alten Bundesrepublik am schärfsten widerspricht und versetzen eurem Überlegenheitsgestus einen herben Schlag – das ist die Botschaft der ostdeutschen AfD-Wähler an die bundesrepublikanische Öffentlichkeit. Ihr wolltet uns halbieren, wir haben euch halbiert. Im Siegestaumel des Wahlerfolgs erklärte Alice Weidel, die CDU werde nie mehr eine Wahl gewinnen.
Hinzu kam die in den Neunzigerjahren zuweilen offen betriebene Herabsetzung der Ossis in der Kommunikation zwischen Ost und West. Der gegenwärtig zu beobachtende Osttrotz hat einen realen erfahrungsgeschichtlichen Kern, der in den Neunzigerjahren liegt.Quelle: https://www.msn.com/de-de/nachrichten/other/die-gr%C3%BCnde-der-afd-w%C3%A4hler-das-blaue-vom-himmel/ar-AA2ck65B
Heute aber ist er kaum noch berechtigt, denn nicht nur hat sich die reale sozioökonomische Lage in den östlichen Bundesländern stark verbessert. Vielmehr ist auch die abschätzige Behandlung der Ostdeutschen durch ihre westlichen Landsleute kaum noch anzutreffen. Die ostdeutschen AfD-Wähler und weite Teile der Wähler von BSW und Linke pflegen aber noch immer den ostdeutschen Opferkult und benehmen sich noch immer so, als wären sie die Ausgestoßenen der Nation, denen nun einmal endlich Gerechtigkeit widerfahren müsse. Noch immer erwarten sie die Wohltaten von einem imaginierten Staat, den sie doch eigentlich verachten. Möglicherweise liegt hier tatsächlich das oft verleugnete Erbe der untergegangenen DDR, deren Führung sie ebenfalls misstrauten und von der sie zugleich Versorgung erwarteten.
Und was den Umgang mit den verletzlichen Ossis angeht, so ist Sensibilität gefragt. Man sollte darauf verzichten, sie zu belehren, aber ihre Klagegesänge bestärken sollte man vielleicht auch wieder nicht. Allen, die aus dem Westen kommen, sind hier – mehr oder weniger – die Hände gebunden. Erforderlich wäre hier eine starke und zugleich selbstkritische Stimme aus dem Osten.Quelle: ebd.
Der Artikel beleidigt mich auch als Wessi, denn er stellt Menschen arrogant und überheblich, gleichzeitig als mimosenhafte Memmen dar, die von Neid und Hass zerfressen sind. Da kann man sich als Wessi nur distanzieren und "Schwachsinn" sagen. Solche Artikel sollen spalten, populistisch Hass erzeugen. "Wie gegen die" Gefühle in beide Richtungen erzeugen und extremen Parteien heimlich Wasser auf die Mühlen geben, ohne es zu nennen. Das ist schon ganz clever gemacht. Der Autor ist übrigens Ossi. Also "Gesundheit...kann ja mal passieren.rainlove schrieb:Er strotzt von westdeutschen Vorurteilen und Fehlschlüssen über uns "Ossis".
ist auch so ein Mythos.rainlove schrieb:daher heute um ein vielfaches niedrigere Rentenniveau als Westdeutsche Rentner.
Ost-West-Vergleich :Quelle: https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/mehr-wirtschaft/rente-im-ost-west-vergleich-was-zeigen-die-neuen-zahlen-201178170.html
Welcher Renten-Unterschied?
Von Dietrich Creutzburg
01.09.2026
Ruheständler im Osten haben kaum weniger Einkommen als Ruheständler im Westen. Das zeigen neue Zahlen. Ihr statistisches Armutsrisiko ist sogar kleiner. Höhere gesetzliche Renten gleichen manches aus.
Und diese ostdeutsche Identität, die da so viel beschworen wird, die geht mir im Kern so ein bisschen auf den Geist.Quelle: https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/innenpolitik/id_100874886/ostdeutschland-historiker-warnt-vor-bedrohlichem-hass-im-osten.html
Sie nennen das Ostdeutschtümelei.
Genau. Viele Ostdeutsche sind der Meinung, dass ihre Biografien und ihre Entwicklungsweisen so einzigartig in der Welt wären. Und das finde ich natürlich so als Zeitgenosse, aber auch als Historiker, einigermaßen kurios und lustig, weil es natürlich totaler Quatsch ist. Das hängt damit zusammen, dass viele Ostdeutsche ganz bewusst so eine Provinzialität üben. In der DDR wurde ja immer alles als Weltspitze betitelt, ohne dass jemand wusste, wie die Weltspitze aussieht. Und da kam ja dann das lustige Wort auf, was ich heute noch urkomisch finde: "die größte DDR der Welt". Und so kommen mir viele Ostdeutsche auch vor, dass sie ihre Erfahrungen und Erlebnisse zur Einzigartigkeit erklären, ohne genau wissen zu können oder sich auch nur dafür zu interessieren, wie das in Andalusien ist, wie das in Lappland ist, wie das auf Madagaskar ist. Die Selbststilisierung zu etwas Besonderem funktioniert nur, wenn man alles andere konsequent ignoriert.
Eine gewisse Ignoranz also?
Ja, denn wenn man das Fenster aufmacht, die stickige Luft aus seiner Bude lässt und mal schaut, wie die Welt sonst so aussieht, dann löst sich vieles im Vergleich doch auf. Für Ostdeutschland würde dann auch gelten, was die ganze Welt weiß. Nur die meisten Ostdeutschen ignorieren, dass Ostdeutschland heute eine der reichsten und sichersten und wohlhabendsten Regionen dieser Welt ist. Nur die Ostdeutschen tun so, als wenn sie irgendwie in einem quasi diktatorischen Armenhaus leben müssten.
Heißt das, die Ostdeutschen versuchen, ihre Biografie zu nutzen, um sich zum Opfer zu stilisieren?
Ja, für viele gilt das. Das Leben in jeder Gesellschaft ist nicht immer einfach, birgt viele Widersprüche, es gibt viele Brüche. Aber das ist eben typisch für menschliches Leben. Wenn man so tut, als sei man der Einzige auf der Welt, in dessen Biografien es Brüche gibt, dann kommt man irgendwie zu dieser Opfer-Mentalität. Und vom Opfer-Dasein ist es leider häufig ein ganz kurzer Weg zum Hass. Das ist ja etwas, was unsere Zeit sehr prägt, dieser ausgeprägte Hass. Und so stark, wie ich den Hass in Ostdeutschland erlebe, das ist schon sehr bedrohlich.
Im Kern interessieren sich die meisten Ostdeutschen nicht für Russland und nicht für die Ukraine. Die meisten haben auch null Ahnung davon. Diese oft beschworene Expertise in Ostdeutschland für die post-sowjetischen Räume, das ist total lächerlich. Mein ganzes Leben lang habe ich mich damit beschäftigt und erlebt, wie man mir im Osten zu DDR-Zeiten begegnete, nur aufgrund meines Namens. Insofern habe ich da durchaus auch eine gewisse biografische Prägung. Es gab nichts, was so verhasst war wie der Russischunterricht über Jahrzehnte hinweg. Kaum jemand ist nach vielen Jahren Russischunterricht aus dem Unterricht herausgekommen und konnte irgendwie mehr als "Guten Tag", "Danke" und "Auf Wiedersehen".Quelle: ebd.
Also hat diese nicht vorhandene Solidarität mit der Ukraine wenig mit Verbundenheit zu Russland zu tun?
Der entscheidende Punkt ist: In Ostdeutschland herrscht eine massive Ablehnung des westlichen liberalen Verfassungsstaats und des Verfassungssystems. Und Putin ist gewissermaßen der globale Repräsentant für die Feindschaft gegenüber diesem globalen westlichen Verfassungssystem, gegenüber dem westlichen Lebensstil, gegenüber der offenen Gesellschaft. Und viele Ostdeutsche, aber nicht nur Ostdeutsche, machen sich halt gemein mit dem Feind des eigenen Feindes. Das hört sich vielleicht ein bisschen banal an, aber manchmal muss man die Dinge auch ein bisschen einfacher erklären. Das ist einfach eine ganz wichtige Erklärung: Hass, Hass, Hass.
Original anzeigen (4,2 MB)
Ich habe mir vor 2 Tagen Hitlers Sportpalastrede von 1940 gehört, der hat auch viel gemeckert.Betonschwein schrieb:weil man ihnen wiedermal das Blaue vom Himmel versprich
Entmündigt:ask: :ask: :ask:Betonschwein schrieb:nachdem Ostdeutschland nach 40 Jahren ein zweites mal ohne direkte Beteiligung dreist von der Treuhandanstalt faktisch entmündigt & enteignet wurde.

Ein sehr richtiger Punkt, da sind viele Menschen ins Unglück gestürzt worden. Herr Rohwedder hat erkannt, dass der geplante Weg falsch war, aber der wurde ja dann ermordet (von wem und in wessen Auftrag auch immer) und die Haifische hatten später freie Bahn.Betonschwein schrieb:verstehe aber ihren Schmerz/Unmut, nachdem Ostdeutschland nach 40 Jahren ein zweites mal ohne direkte Beteiligung dreist von der Treuhandanstalt faktisch entmündigt & enteignet wurde.
BRD durfte ich in der Schule nicht schreiben, war ein "Fehler". Deutschland und DDR, das war ok. Weiss der Kuckuck warum. Aber nee, unser Wessiland war anders, durchaus halbwegs erträglich damals, trotz CDU, Bayerischem Rundfunk, viel Spiessigkeit und Co - aber dafür mit besseren Plattenläden und mehr Thrash Metal Konzerten als bei Euch 🙃🙃🙂.rainlove schrieb:Die BRD ist nicht das feine, saubere Land, als was es sich darstellt.
Laut Umfragen können sich sogar zwei Drittel der Bürger in Ostdeutschland vorstellen, Extremisten mit autoritären Staatsvorstellungen zu wählen. Der Historiker Iko-Sascha Kowalczuk beschreibt eine der Ursachen für die ungebrochene Sehnsucht im Osten nach dem starken Staat: "Ostdeutschtümelei". Ein Kommentar zur Zeit.Quelle: https://www.bpb.de/themen/deutschlandarchiv/551672/wie-die-mitte-der-gesellschaft-verloren-ging/
Schaut man sich heute in Foren und den sozialen Medien dort um, wo sich einstige DDR-Insassen über ihre DDR-Zeit, ihre dortigen Erfahrungen und Erlebnisse austauschen, so fallen einem Sätze von Uwe Johnson ein. Der Schriftsteller war 1959 in den Westen gegangen, wurde weltberühmt und hatte die DDR nie aus den Augen verloren. 1970 publizierte er einen Essay, der als Nachwort zu dem Buch »Ich bin Bürger der DDR und lebe in der Bundesrepublik« herauskam. Johnsons Text begann mit den denkwürdigen Worten:Quelle: ebd.
»So reden Kindern von ihren Eltern. So reden Erwachsene von jemand, der einst an ihnen Vaterstelle vertrat. Sie reden von der DDR mit einem Abstand, der auch Achtung zu verstehen gibt, mit einer Vertrautheit, die eher aus intimer Kenntnis denn aus ungemischter Zuneigung gewachsen ist. Sie fordern den ehemaligen Vormund in die Rolle des Partners, noch im Zorn verlangen sie das Gespräch mit ihm.«
Auf wenigen Seiten skizziert Johnson die konkrete Verführungskraft dieser DDR, der bis heute so viele nachhängen: Ihr Pathos, gerecht, antifaschistisch und sozial vielversprechend zu sein, einen Schlussstrich zu ziehen, etwas Neues zu beginnen im Namen aller. Wer sich gegen den Gruppenzwang stellte, wurde nicht nur vom SED-Staat, sondern auch von der Gruppe, zu der er angeblich gehörte, mindestens missbilligt, zuweilen ausgeschlossen. Es sollte Ruhe herrschen. Und Sauberkeit. Da kannten sich die Kommunisten aus, sie säuberten gern und unentwegt. Zur Säuberung gehörte auch die Mauer, denn sie hielt den eigenen Laden sauber und zeigte ganz genau an, dass es für alle Unzulänglichkeiten einen Verursacher, einen Feind gab, und der saß hinter der Mauer.
Wie Uwe Johnson beobachtete, war DDR »mehr als ein Land, mehr als Heimat und biographische Gegend. … In vielen Aussagen erscheint die DDR als fest umrissene personenähnliche Größe …«. Was für eine grandiose, was für eine für Millionen gültige Beschreibung! »DDR« ist ein Versprechen, ein Kumpel, ist omnipräsent, mit dem Ding wird geredet und geschimpft wie mit einem Elternteil, von dem man nicht ablassen kann, dem man doch so viel zu verdanken habe (Ostdeutschtümelei), daher auch die Nachsicht.
Es blieb immer ein starker Rest an Zuneigung, Vertrautheit, die Enttäuschung speiste sich daraus und ein radikaler Bruch war fast unmöglich, weil die Eigenschuld im Raum stand. Die Lügen der DDR erschienen vielen peinlich, wie es peinlich ist, eine geachtete oder gar geliebte Person beim Lügen zu ertappen.
Die folgenden Sätze erscheinen, als beschriebe der 1984 verstorbene Dichter, was sich ab 1990 zutragen sollte: »Übrigens waren sie nicht gekommen, um in der Bundesrepublik Deutschland zu sein, sondern um aus der DDR wegzugehen.«
Ja, das ist 1970 geschrieben worden. Auch, dass viele wie Kinder es sich nicht endgültig mit der DDR verderben wollen, sich aussöhnen möchten. Übrigens schreibt Johnson, auch er habe neun oder zehn oder zwölf Jahre gebraucht: »Nun ist es vorbei.« Anders als für Johnson ist es für Millionen Ostdeutschen nicht vorbei. Sie gingen weg, aber kamen nie an.Quelle: ebd.
Zitat
Viele sehnen sich nach einer DDR, wie sie erinnert wird, wie sie aber nie existierte. Die Mehrheit strebt einen Staat an, der stark und autoritär die Angelegenheiten im Sinne des »gesunden Menschenverstands« regelt.
Was gibt mehr Sicherheit als die Vergangenheit? Im Rückblick weiß man nämlich genau, wie es »lief«, wie man sich zu bewegen hatte? Darauf bauen Populisten auf, die eine Zukunft versprechen, die an die »goldene« Vergangenheit erinnert. In Ostdeutschland wird so die DDR, die SED-Diktatur von vielen Menschen immer schöner, immer harmonischer gemalt und gezeichnet. Die Sehnsucht nach der DDR ist bei vielen unübersehbar, allerdings will fast niemand die DDR zurück, wie sie wirklich war, sondern wie sie rosarot weichgezeichnet wird als Erinnerungsausruhesaal. Ich nenne auch das Ostdeutschtümelei.Quelle: ebd.
Auch die Annahme, die eigenen Erfahrungen wären einzigartig und würden zu besonderen Fähigkeiten führen, gehört dazu.
Seit Jahren erleben wir einen sich zuspitzenden Kampf zwischen Verteidigern der bundesdeutschen Grundordnung und scharfen Kritikern von links wie rechts, die eben diese Grundordnung überwinden wollen. Ostdeutschland spielt hierbei seit rund 25 Jahren eine Vorreiterrolle. Erst die SED-PDS-Linkspartei, dann die AfD und nun noch das BSW – antiwestliche, antifreiheitliche Parteien hatten hier immer einen besonders hohen Zulauf. Zwei Drittel der in Ostdeutschland Lebenden können sich vorstellen, Extremisten mit autoritären Staatsvorstellungen zu wählen Zur Auflösung der Fußnote[3].
Für diese Linke sollten andere nicht zahlen müssenQuelle: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/laenderfinanzausgleich-fuer-diese-linke-sollten-andere-nicht-zahlen-muessen-a-0ff266b5-3748-4d05-b78a-b89e6e054772
Eine Kolumne von Nikolaus Blome
Bislang fließt viel Geld von reichen an arme Bundesländer. Aber soll das so weitergehen, wenn die Linke in Berlin regiert?
28.09.2026
Ich kam darauf, als ich in der »Zeit« einen Artikel über den Länderfinanzausgleich las, der seit 2020 Finanzkraftausgleich heißt. Auf fast schon wieder rührende Art und Weise wird in dem Text versucht, den Umstand irgendwie kleiner zu rechnen, dass Bayern von diesem Ausgleich stetig mehr und inzwischen über die Hälfte allein aufbringt. Am Ende sagt ein Experte: »Bayern ist nicht der Zahlmeister, Bayern ist nur das Land, das gerade am stärksten wächst.« Das fand ich süß.Quelle: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/die-bayern-haben-recht-denn-sie-zahlen-kolumne-von-nikolaus-blome-a-c4e09230-0181-4dfd-9d6d-fc9729fc0371
Wir reden von mehr als elf Milliarden Euro nur im ersten Halbjahr 2025, ein neuer Rekord, im ganzen Jahr dürften erstmals mehr als 20 Milliarden umverteilt werden. Ohne die bayerischen Abführungen würden die zwölf Nehmer-Bundesländer rechnerisch nur noch weniger als die Hälfte dessen bekommen, was sie derzeit einstreichen. Die meisten von ihnen wären mutmaßlich sofort pleite.
An die 750 Euro pro Kopf und Jahr kostet das jeden bayerischen Bürger (rechnerisch), und ich verstehe deren Ärger: In Berlin (immer schon Nehmer) wird für viel Geld eine Stadtautobahn ins Nichts gebaut, während das meistbefahrene Teilstück eingestürzt daniederliegt. In Bremen (Nehmer seit mehr als einem halben Jahrhundert) wird das schlechteste Schulsystem der ganzen Republik alimentiert, und in den fünf ostdeutschen Bundesländern sitzt demnächst womöglich ein AfD-Ministerpräsident, den sein Parteiprogramm zur Einführung einer Gold-Mark statt des Euro anhält sowie zum Kampf gegen »das System«. Das sollten die Burschen überdenken. Dann wäre es nämlich Essig mit dem Länderfinanzausgleich: Der ist das »System«.Quelle: ebd.
Im Sinne der oben erwähnten Selbstübung wäre darum nun festzustellen: Die Bayern haben aus ihrer Nehmer-Position halt eine Menge gemacht. Sie haben das Geld, das sie von anderen bis 1986 bekamen, offenkundig nicht verjuxt sondern genutzt.Quelle: ebd.
:D Niemals! Falscher Praktikant oder KI Halluzination!Fellatix schrieb:Ist jetzt schon auch der Spiegel auf Söder Linie?
Hatte ich in Linke vorausgesagt, ich wünsche mir die Vergesellschaftung so bad...!Fellatix schrieb:Titel reicht ja als Beleg, dass die Diskussion um den Länderfinanzausgleich an Fahrt aufnimmt.
An sich ist die Hilfe nicht schlecht, ich wäre aber für die Gestaltung:Fellatix schrieb:kratzt man sich wirklich auch (manche wohl mehr, manche weniger) am Kopf.