__gans.ehrlich schrieb:In wie weit das fruchtet wird man sehen und kann hier eh keiner beurteilen.
Man kann aber aus den bisherigen Berichten über Holt schon ein wenig herauslesen. Wie seriöse Unternehmer auch, suchte er den Anschluss an einflussreiche Leute, die Nähe von Politikern und Leuten, die seiner Person und seinen Unternehmungen Renommee und Ansehen verschaffen sollten.
Man kann nach meinem persönlichen Eindruck aber weniger umgekehrt davon ausgehen, dass politische und wirtschaftliche Macht sich von Herrn H. in dem Sinne abhängig gemacht hat, dass sie ihm nun, auch nach seinem tiefen Fall, ihm etwas schuldete oder es etwas richtigzustellen, oder zu retten gäbe.
Das mag in anderen Fällen der Wirtschaftskriminalität anders sein, aber ich habe den Eindruck, dass zwar eine "Symbiose der Blendung" bestand, weil Holt den Wirtschaftsunternehmen das zu bieten schien, was diese für ihren Eintritt in den Energiemarkt benötigten, Holt wiederum Macht und Reputation seiner Partner für die Festigung seiner Betrugsmasche ausnutzte.
Ich sehe aber nicht, dass daraus Bindungen entstanden, die man nach Holts Auffliegen aufrecht erhalten müsste, oder dass man diesem zur eigenen Rettung etwas angedeihen lassen müsste. So tief und innig waren die Verbindungen wohl nicht, sie basierten auf gegenseitigen äußerlichen Erwartungen, nicht auf einer tiefer liegenden Allianz.