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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

44 Beiträge, Schlüsselwörter: Zitate, Weltliteratur, Textpassagen, Denkwürdiges

Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

04.06.2012 um 10:02
Es gibt ja schon genügend Threads, in denen (alleinstehende) Zitate und Aphorismen gesammelt werden.

Hier würde ich gerne denkwürdige Textstellen sammeln.

Das kann ein knapper Dialog sein, eine außergewöhnlich eingängliche Beschreibung und so weiter und so fort.

Ich mache mal den Anfang:

„Der Kerzenstumpf in dem verbogenen Leuchter war schon seit langem heruntergebrannt, und sein letztes trübes Flackern beleuchtete den Mörder und die Hure, die sich in diesem armseligen Zimmer so seltsam über dem Ewigen Buch zusammengefunden hatten.“ (aus „Verbrechen und Strafe“ aka „Schuld und Sühne“ - Fjodor Dostojewskij)


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

04.06.2012 um 10:23
Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

au "Der kleine Prinz", Antoine de Saint-Exupery


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

04.06.2012 um 11:16
Bevor der Thread im Orkus der hinteren Ränge verschwindet, schiebe ich noch mal einen Klassiker nach:

„Ich bin der Geist der stets verneint! / Und das mit Recht; denn alles was entsteht / Ist werth daß es zu Grunde geht; / Drum besser wär’s daß nichts entstünde. / So ist denn alles was ihr Sünde, / Zerstörung, kurz das Böse nennt, / Mein eigentliches Element.“ (Mephistopheles in Goethes Faust (Teil 1))


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Birkenschrei
ehemaliges Mitglied

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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

04.06.2012 um 12:32
Oh gute Idee Zitate aus der Weltliteratur!@JohannJunker

Gehen denn auch Opern? Jaa?

"Auf in den Kampf, Torrero!" :D

Bizet, Carmen


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

04.06.2012 um 12:41
Um dem Bildungsauftrag gerecht zu werden und um aufzuzeigen wie das kurzeinige, breithüftige Geschlecht die Männer zu manipulieren versucht ein Zitat aus Romeo und Julia, Shakespeare
"Es war die Nachtigall und nicht die Lerche..."
Der Sinn erschliesst sich bei Kenntnis der Szene oder halt der Lektüre. :D


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

04.06.2012 um 21:07
Ich bitte Euch, Ihr Freunde der großen (oder auch kleineren) Literatur.

Hier gilt es Schätze ans Tageslicht zu fördern, die in keiner Zitatensammlung vorhanden sind!


Wärs möglich? Könnt ich nicht mehr, wie ich wollte?
Nicht mehr zurück, wie mirs beliebt? Ich müßte
Die Tat vollbringen, weil ich sie gedacht,
Nicht die Versuchung von mir wies – das Herz
Genährt mit diesem Traum, auf ungewisse
Erfüllung hin die Mittel mir gespart,
Die Wege bloß mir offen hab gehalten? –
Beim großen Gott des Himmels! Es war nicht
Mein Ernst, beschloßne Sache war es nie.
In dem Gedanken bloß gefiel ich mir;
Die Freiheit reizte mich und das Vermögen.
Wars unrecht, an dem Gaukelbilde mich
Der königlichen Hoffnung zu ergötzen?
Blieb in der Brust mir nicht der Wille frei,
Und sah ich nicht den guten Weg zur Seite,
Der mir die Rückkehr offen stets bewahrte?
Wohin denn seh ich plötzlich mich geführt?
Bahnlos liegts hinter mir, und eine Mauer
Aus meinen eignen Werten baut sich auf,
Die mir die Umkehr türmend hemmt!

(aus "Wallenstein", Schiller)


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

05.06.2012 um 01:07
"Ich liebe es, wenn man irrt! Der Irrtum ist das einzige, was die Menschheit vor allen anderen Lebewesen voraus hat. Wenn man irrt, gelangt man zur Wahrheit! Ich bin deshalb Mensch, weil ich irre. Zur reinen Wahrheit kann man nicht gelangen, ohne vierzig mal geirrt zu haben, oder auch hundertvierzig mal, und das ist ehrenvoll in seiner Art. - Irre nur, aber irre auf deine Weise! In der eigenen Weise zu irren ist fast besser als Wahrheit auf fremde Weise.
Im ersten Falle ist man Mensch, im zweiten ein plappernder Papagei. Die Wahrheit wird nicht davonlaufen, aber man wird nicht verstehen sie zu finden."

(„Schuld und Sühne“ - Fjodor Dostojewskij)


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Birkenschrei
ehemaliges Mitglied

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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

07.06.2012 um 11:04
"Etwas Vorhandenes zu beschreiben, ist viel einfacher, als etwas zu beschreiben, was noch nicht vorhanden ist, aber ohne Zweifel einmal vorhanden sein wird. Das, was wir heute mit bloßem Auge sehen, braucht nicht unbedingt die Wahrheit zu sein. Wahrheit ist das, was 'sein müsste', was morgen sein wird. Eben unser wundervolles 'Morgen' muss beschrieben werden!"..."Und was wird man morgen beschreiben"?..."Morgen?...Nun, morgen werden wir das Übermorgen beschreiben."

(aus: Solschenizyn - Krebsstation)

kann ich immer wieder lesen...


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

07.06.2012 um 13:12
Singe den Zorn, o Göttin, des Peleiaden Achilleus,
Ihn, der entbrannt den Achaiern unnennbaren Jammer erregte
Und viel tapfere Seelen der Heldensöhne zum Ais
Sendete, aber sie selbst zum Raub darstellte den Hunden
Und dem Gevögel umher. So ward Zeus' Wille vollendet:


Ilias (erste fünf Hexameter)


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

07.06.2012 um 13:26
Durch Wunderkraft erscheint allhier zur Schau,
Massiv genug, ein alter Tempelbau.
Dem Atlas gleich, der einst den Himmel trug,
Stehn reihenweis der Säulen hier genug;
Sie mögen wohl der Felsenlast genügen,
Da zweie schon ein groß Gebäude trügen.


Faust 2 Astrolog im "Rittersaal"


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

08.06.2012 um 03:53
As I write, highly civilized human beings are flying overhead, trying to kill me.
They do not feel any enmity against me as an individual, nor I against them. They are ‘only doing their duty’, as the saying goes. Most of them, I have no doubt, are kind-hearted law-abiding men who would never dream of committing murder in private life. On the other hand, if one of them succeeds in blowing me to pieces with a well-placed bomb, he will never sleep any the worse for it. He is serving his country, which has the power to absolve him from evil.


- George Orwell, The Lion and the Unicorn: Socialism and the English Genius, 1941


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

08.06.2012 um 09:26
Lolita, Licht meines Lebens, Feuer meiner Lenden. Meine Sünde, meine Seele. Lo-li-ta: die Zungenspitze macht drei Sprünge den Gaumen hinab und tippt bei Drei gegen die Zähne. Lo. Li. Ta.
Sie war Lo, einfach Lo am Morgen, wenn sie vier Fuß zehn groß in einem Söckchen dastand. Sie war Lola in Hosen. Sie war Dolly in der Schule. Sie war Dolores auf amtlichen Formularen. In meinen Armen aber war sie immer Lolita.


(Vladimir Nabokov, Lolita, 1955)


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

12.06.2012 um 20:49
„Sage mir geradeheraus, ich fordere dich dazu auf, antworte: stell dir vor, du selbst errichtetest das Gebäude des Menschenschicksals mit dem Endziel, die Menschen zu beglücken, ihnen endlich Frieden und Ruhe zu geben, aber du müsstest dazu unbedingt und unvermeidlich nur ein einziges winziges Geschöpf zu Tode quälen, beispielsweise jenes kleine Kind, das sich mit den Fäustchen an die Brust schlug, und auf seine ungerächten Tränen dieses Gebäude gründen- wärest du unter dieser Bedingung bereit, der Architekt zu sein?...Und könntest du es für möglich halten, dass die Menschen, für die du baust, bereit wären, ihr Glück um den Preis des ungerechtfertigten Blutes eines zu Tode gequälten Kindes zu empfangen und danach für ewig glücklich zu bleiben?“
(Dostojewski, Die Brüder Karamasow)


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

14.06.2012 um 12:55
Aus dem Schatten auf dem Estrich dumpf und schwer,
Hebt sich meine Seele - nimmermehr.

Letzte Zeile des GEdichts "Der Rabe" von Edgar Allan Poe


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

17.06.2012 um 18:21
„[…] und so sind ein paar Denker zu dem Schluß gelangt, der Babelfisch sei ein letzter und entscheidender Beweis dafür, daß Gott nicht existiert.

Die Argumentation verläuft ungefähr so: „Ich weigere mich zu beweisen, daß ich existiere“, sagt Gott, „denn ein Beweis ist gegen den Glauben, und ohne Glauben bin ich nichts.“

„Aber“, sagt der Mensch, „der Babelfisch ist doch eine unbewußte Offenbarung, nicht wahr? Er hätte sich nicht zufällig entwickeln können. Er beweist, daß es dich gibt, und darum gibt es dich, deiner eigenen Argumentation zufolge, nicht Quod erat demonstrandum.“

„Ach, du lieber Gott“, sagt Gott, „daran habe ich gar nicht gedacht“, und löst sich prompt in ein Logikwölkchen auf. […]“

(aus: Per Anhalter durch die Galaxis)


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

28.06.2012 um 16:15
Also irgendwie gehört das auch hier hin:


DER TRAUM VOM GROßEN ONKEL

tipp 1315 1 7

(aus der Geschichte: "Der Traum vom Großen Onkel" (frei nach George Orwells "1984"))


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

01.10.2012 um 20:18
Die Völkermühle-Metapher aus "Des Teufels General" von Carl Zuckmayer.
Wikipedia: Völkermühle_Europas

In Des Teufels General kommt diese Metapher bei einem Gespräch zwischen Luftwaffengeneral Harras und Fliegerleutnant Hartmann zum ersten Mal vor, als sich Hartmann über seinen Ariernachweis Gedanken macht, da seine Verlobte wegen einer Unklarheit in seinem Stammbaum die Verlobung gelöst hat, denn eine seiner Urgroßmütter scheint aus dem Ausland gekommen zu sein, während seine übrige Familie aus dem Rheinland stammt.

Harras entgegnet ihm wütend:

Na, und was wissen Sie denn über die Seitensprünge der Frau Ururgroßmutter? Die hat doch sicher keinen Ariernachweis verlangt.

Und er gibt ihm zu bedenken:

... was kann da nicht alles vorgekommen sein in einer alten Familie. Vom Rhein – noch dazu. Vom Rhein. Von der großen Völkermühle. Von der Kelter Europas!

Nach diesem Vergleich mit dem Weinbau fährt Harras ruhiger fort:

Und jetzt stellen Sie sich doch mal Ihre Ahnenreihe vor – seit Christi Geburt. Da war ein römischer Feldhauptmann, ein schwarzer Kerl, braun wie ne reife Olive, der hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Und dann kam ein jüdischer Gewürzhändler in die Familie, das war ein ernster Mensch, der ist noch vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haustradition begründet. – Und dann kam ein griechischer Arzt dazu, oder ein keltischer Legionär, ein Graubündner Landsknecht, ein schwedischer Reiter, ein Soldat Napoleons, ein desertierter Kosak, ein Schwarzwälder Flözer, ein wandernder Müllerbursch vom Elsaß, ein dicker Schiffer aus Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offizier aus Wien, ein französischer Schauspieler, ein böhmischer Musikant – das hat alles am Rhein gelebt, gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt – und – und der Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven und der Gutenberg, und der Matthias Grünewald, und – ach was, schau im Lexikon nach. Es waren die Besten, mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum? Weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt – wie die Wasser aus Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen, lebendigen Strom zusammenrinnen. Vom Rhein – das heißt: vom Abendland. Das ist natürlicher Adel. Das ist Rasse. Seien Sie stolz darauf, Hartmann – und hängen Sie die Papiere Ihrer Großmutter in den Abtritt. Prost.


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

01.10.2012 um 20:21
@JohannJunker
der anhalter!
danke für dieses schöne zitat :)


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

01.10.2012 um 20:36
Lessings Ringparabel aus Nathan der Weise darf hier natürlich nicht fehlen, ist aber leider zu lang zum zitieren. Ein Meilenstein der Toleranzidee und maßgeblich für die Aufklärung.
Wikipedia: Nathan_der_Weise#Ringparabel
http://gutenberg.spiegel.de/buch/1179/23 (ab "Nathan. Vor grauen Jahren lebt' ein Mann in Osten")


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Denkwürdige Zitate/Passagen der Weltliteratur

01.10.2012 um 22:09
"Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral"

"Was ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gründung einer Bank?"


aus der Dreigroschenoper von Brecht


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