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Der Coaching-Boom

62 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Coaching, Lifecoach, Mentoring ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Der Coaching-Boom

08.11.2025 um 23:08
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Oder "date night". Auch ganz schlimm
Ich hab irgendwas nicht mitbekommen aber was ist an einer "date night" schlimm? Abgesehen von dem Begriff vielleicht


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Der Coaching-Boom

09.11.2025 um 05:42
Nein, ich meine den Begriff. 😁


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Der Coaching-Boom

09.11.2025 um 09:23
Zitat von LuminitaLuminita schrieb:Wie seht ihr das Thema Coaching - gefährlicher Trend oder hilfreiche Zukunftsvision?
Habt ihr euch selbst schon einmal coachen lassen oder würdet ihr das in Betracht ziehen?
Man sollte da auch nicht alle über einen Kamm scheren - neben den in letzter Zeit aus dem Boden geschossenen "freiberuflichen" Anbietern auf den einschlägigen Social-Media-Plattformen (die tatsächlich in den meisten Fällen "ungelernt" und wenig sachkundig sind) gibt es ja eine ganze Reihe von Fachverbänden und Programmen die zumindest gewisse Grundvoraussetzungen für die Mitgliedschaft verlangen, Weiterbildungen vorschreiben, Qualitätsstandards einfordern usw.

Ob das für den einzelnen Kunden dann sinnvoll ist kommt stark auf die Ausgangslage an - im (seriösen) Business-Kontext kann das durchaus punktuell der Fall sein, wenn z.B. ein beruflicher Aufstieg neue Verantwortung und Verpflichtungen mit sich bringt, auf einmal Menschen geführt werden müssen, interkulturelle Kompetenzen gefordert werden oder sowas. Hier ist dann aber auch der Übergang zwischen Weiterbildung und Coaching fließend.

Ein seriöses Coaching oder eine Supervision sollte immer einen klaren Auftrag, ein Ziel und ein vereinbartes Ende haben - eine dauerhafte "Lebenshilfe" kann und soll es nicht sein, das geht dann auch zu sehr in Richtung Abhängigkeitsverhältnis und lässt auch beim Coach selbst irgendwann die notwendige professionelle Distanz bröckeln.

Von ganz unspezifischen "Life Coachings" halte ich daher auch nicht viel, das ist meistens Dilettantismus bis Abzocke, ziemlich sicher aber rausgeschmissenes Geld.


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Der Coaching-Boom

09.11.2025 um 14:28
Gehören denn Leute, die Kurse zur beruflichen Weiterbildung anbieten, auch zu diesen Coachs? Ich dachte eher an "persönliche Weiterbildung", also vorwiegend Esoterik, vielleicht aber auch noch gesunde Lebensführung wie Ernährung und Sport.


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10.11.2025 um 14:41
Meine Meinung zu Coaches (deren Dienste ich noch nie in Anspruch genommen habe) ist an jenem Tag in den Keller gerasselt, als eine meiner Bekannten, die nach Erfolglosigkeit im Job, gescheiterter Ehe und immensen Geldproblemen einen vierwöchigen Kurs zur "Lebensberaterin" gemacht hatte (ausgerechnet!), erzählte: "Weißte, ich geh immer vormittags auf nen Cappu zu meiner Freundin und dann coachen wir uns gegenseitig."


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Der Coaching-Boom

10.11.2025 um 15:21
Zitat von Cleo13Cleo13 schrieb:Erfolglosigkeit im Job, gescheiterter Ehe und immensen Geldproblemen einen vierwöchigen Kurs zur "Lebensberaterin" gemacht hatte (ausgerechnet!), erzählte: "Weißte, ich geh immer vormittags auf nen Cappu zu meiner Freundin und dann coachen wir uns gegenseitig."
Solange sie sich dann nur gegenseitig coachen und niemand anderen, der evtl. wirklich nach Hilfe sucht mit ihrer Kuchenpsychologie verkakckeiern, bitte gerne…

Ich hatte auch mal einen life Coach kennengelernt, auch weiblich. Zuerst wusste ich ja nicht, was sie beruflich macht und ich fand sie verklemmt, oder zumindest mal sehr Introvertiert. Sie war Mitte Ende vierzig und wir wollten uns eine Kabine auf einem segeltoern teilen. Wir waren die einzigen Frauen auf dem Boot.
Wir hatten vor der Reise in einer WhatsApps Gruppe unsere Nummern ausgetauscht.
Naja, ich dachte, könnte ganz cool werden. Und dann, einen Tag vor der Anreise schreibt sie mir, dass sie schon in Athen sei und dass ich meine Kabine für mich allein haben werde, da sie beim Skipper im Wohnbereich schlafen wird. Ich so… okay?!
Das seltsame war, dass die beiden während der gesamten Reise ihre Beziehung nicht offen gezeigt haben, sondern nur durch offensichtliches miteinander abhängen und verschwinden beim Landgang und, dass sie halt nicht in ihrer Kabine schlief. Aber kein einziger Kuss oder Händchen halten vor allen anderen. Zwei Wochen lang. Dazu sind mir ihre abgekauten Fingernägel aufgefallen und dann, nach einer Woche auf See, sagte soe mir im vorbeigehen, dass sie nicht schwimmen kann. Definitiv eine der komischsten Frauen, die ich in meinem ganzen Leben getroffen habe. Ich hoffe, ihr geht’s gut, mich würde echt mal interessieren, auf welcher Basis sie andere berät.


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Der Coaching-Boom

11.11.2025 um 12:40
Ich beobachte Coachings verschiedenster Art seit Jahren im betrieblichen Umfeld und komme da zu einem absolut vernichtenden Urteil:
Nichts davon hat jemals auch nur irgendetwas gebracht, vieles war sehr weitgehend am Thema vorbei, oder nicht umsetzbar, oder beides.
Das ist reine Zeit- und Geldverschwendung.

Was ich in Coachings erlebt habe, verpflichtend oder freiwillig, verorte ich zu großen Teilen im Bereich der Esoterik, ganz sicher aber in der Realitätsferne.

Gerade mal in einem einzigen Termin der letzten 20 Jahre wurden die Rechtsgrundlagen, um die es gehen sollte, tatsächlich erörtert und waren dem Coach bekannt (hier ging es um Thematiken wie Mobbing, sexuelle Belästigung und Gleichstellung); dreist fand ich jedoch, allen insgesamt ca. 320 Teilnehmern, Frauen wie Männern, verteilt über mehrere Termine immer wieder Schuld und Beteiligung einreden zu wollen, "es liegt an Dir selbst", "es ist in jedem Menschen begründet", "Du hast es doch auch getan", ...
Im echten Leben würde ich so jemanden einfach als Arsch bezeichnen.

Eine weitere Sternstunde war das abteilungsspezifische Coaching zur Prozessoptimierung - hier wollte die Esoterik-Tante überhaupt nichts von unseren Prozessen, deren gelegentlichen Problematiken und Lösungswegen wissen, worauf 11 von 11 anwesenden bestens vorbereitet waren, sondern unser "seelisches Miteinander" irgendwie fördern.
Ich habe den ganztägigen Termin nach einer Stunde verlassen und deutlich gemacht, was ich davon halte, aber hey - 10 meiner Kollegen kennen jetzt wenigstens ihre Aurafarben.
Verstört waren anschließend aber auch alle anderen.


Wie es zu sowas überhaupt kommt, frage ich mich auch schon seit Jahren.
Im beruflichen Umfeld habe ich immer wieder zwei wesentliche Beweggründe für Coachings beobachtet:

Seilschaften:
Eine Person in der Führungs- oder Entscheiderebene kennt privat jemanden, der Coachings anbietet.
Dabei geht es um nichts anderes, als gegenseitige Begünstigung/Geld; ein Nutzen für die Firma entsteht daraus bestenfalls mit Glück und Zufall.

Unwissenheit, Unsicherheit und Fachferne:
Personen in der Führungs- oder Entscheiderebene kennen sich nicht wirklich aus mit dem, was in ihrer Firma so getan werden soll oder tatsächlich getan wird, sind aber auch nicht in der Lage, abteilungsübergreifende Sachverhalte selbst erfolgreich zu recherchieren, zu analysieren und zu durchschauen.
Kommt dann noch irgendeine angeblich relevante Rechtslage mit angeblichem Termindruck hinzu, sitzen schnell mal 300 Leute verpflichtend in einer mehrteiligen, insgesamt 18-stündigen Online-Vorlesung eines ausgemachten Langweilers zum Thema Datenschutz, oder erfahren ganztägig die Theorie des Projektmanagements über ein nicht existentes "Board of Directors" von jemandem, der offenbar selbst noch nie ein Projekt gemanaged hat, oder "lernen" etwas über den ethisch-moralischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz.


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Der Coaching-Boom

11.11.2025 um 12:57
Ich habe ein Mal ein paar ganz brauchbare Ansätze bekommen, die ich dann aber lieber selbst weiterentwickelt habe. Ich hatte auch kein Vertrauen und es war mir viel zu teuer. Außerdem bin ich selbst so ein notorischer Klugscheißer, dass an einem gewissen Punkt ich angefangen habe, den Coach zu coachen, wo ich meinte, dass er erhebliche Defizite hatte :klugmaul: Kam nicht wirklich gut an. :lolcry:


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Der Coaching-Boom

11.11.2025 um 14:33
Zitat von gruselichgruselich schrieb:Solange sie sich dann nur gegenseitig coachen und niemand anderen, der evtl. wirklich nach Hilfe sucht mit ihrer Kuchenpsychologie verkakckeiern, bitte gerne…
Oh, sie hat sich damit durchaus auch selbstständig gemacht - viel verdient allerdings nicht. Vermutlich haben die "Klienten" doch recht schnell gemerkt, woran sie sind ...


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Der Coaching-Boom

11.11.2025 um 16:35
Zitat von gruselichgruselich schrieb:nach einer Woche auf See, sagte sie mir im vorbeigehen, dass sie nicht schwimmen kann.
:D
Das könnte fast schon als klassisches Beispiel meiner Sichtweise dienen:

In einer Schulung, gern innerbetrieblich durch die Bootsmannschaft und natürlich vor der Abreise, würde erörtert, ob Teilnehmer einer Seereise schwimmen können sollen oder gar müssen und welche Maßnahmen ggf. möglich, sinnvoll oder nötig sind, um daran etwas zu ändern.

In einer Weiterbildung könnten betroffene Nichtschwimmer dann tatsächlich Schwimmen lernen, gern mit abschließendem Zertifikat und von ausgewiesenen Bademeistern in echten Schwimmbädern, womöglich gar in einem Freibad oder Wellenbad.

In einem Coaching allerdings würde man erfahren, dass es völlig in Ordnung sei, nicht schwimmen zu können, solange man dabei nur sich selbst treu bleibt, auf der ewigen Reise im Fluss des Lebens zum See der Selbstbestimmung.


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Der Coaching-Boom

11.11.2025 um 17:01
... wobei ich mich jetzt gerade schon frage, was das Schwimmenkönnen mit der Fähigkeit, als Coach zu arbeiten, zu tun hat ...


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11.11.2025 um 17:25
Zitat von DobieDobie schrieb:In einem Coaching allerdings würde man erfahren, dass es völlig in Ordnung sei, nicht schwimmen zu können, solange man dabei nur sich selbst treu bleibt, auf der ewigen Reise im Fluss des Lebens zum See der Selbstbestimmung.
Ein sehr schönes Beispiel :D Passt grade zu einem anderen Coach, der mir mal wieder auf einer Social Media Plattform angeschwemmt wurde (es handelt sich leider um eine Plattform ohne Algo, da wird also alles ausgespielt, was es halt so gibt).

Ich gebe mal so grob die Inhalte wieder:
Es ist Singles Day, da kann man sich bewusst wahrnehmen.
Egal ob man sich für oder gegen eine Partnerschaft entscheidet, die Entscheidung sollte bewusst getroffen werden.
Echte Begegnungen zählen am meisten.
Nimm diesen Tag als Erinnerung, wie gut du dich selbst kennst und wie bewusst du dein Leben gestaltest.
Ich unterstütze dich als Coach genau dabei, innere Klarheit zu gewinnen.
Schreib mir gerne oder rufe mich an.
Auch hier, nein, ungern, danke.
Zitat von DobieDobie schrieb:Eine weitere Sternstunde war das abteilungsspezifische Coaching zur Prozessoptimierung - hier wollte die Esoterik-Tante überhaupt nichts von unseren Prozessen, deren gelegentlichen Problematiken und Lösungswegen wissen, worauf 11 von 11 anwesenden bestens vorbereitet waren, sondern unser "seelisches Miteinander" irgendwie fördern.
Im beruflichen Kontext ein absolutes No-Go. Private Coachings kosten schon Geld, aber professionelle berufliche Coachings kosten RICHTIG Geld. Vielleicht wollte HR da auch sparen und hat eine günstige Option genommen?
Grundsätzlich habe ich nichts gegen Coachings zur Prozessoptimierung etc., wobei ich auch hier oft das Problem habe, wenn ein pauschaler Ansatz vorgestellt wird. Da würde ich mir schon erwarten, dass das sinnvoll zugeschnitten wird auf nicht nur die Herausforderungen, sondern auch die Mitarbeiter. Halte ich für herausfordernd aufgrund der deutschen Zurückhaltung vor Veränderungen und der Individualität der beteiligten Personen.


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Der Coaching-Boom

11.11.2025 um 17:31
Zitat von LuminitaLuminita schrieb:Grundsätzlich habe ich nichts gegen Coachings zur Prozessoptimierung etc., wobei ich auch hier oft das Problem habe, wenn ein pauschaler Ansatz vorgestellt wird. Da würde ich mir schon erwarten, dass das sinnvoll zugeschnitten wird auf nicht nur die Herausforderungen, sondern auch die Mitarbeiter. Halte ich für herausfordernd aufgrund der deutschen Zurückhaltung vor Veränderungen und der Individualität der beteiligten Personen.
Coaching ist für Prozessoptimierung eher der grundsätzlich falsche Ansatz.

Ich kann entweder einen Prozessmanager in seiner Rolle coachen, dann geht es aber eher um Auftreten, zwischenmenschlichen Umgang, effektive Termingestaltung, Fragetechniken usw. - das macht dann nur im Einzeltraining, maximal noch in Kleinstgruppen Sinn.

Oder ich kann Menschen zur Prozessoptimierung helfen, Workshops etc. - das ist aber eine ganz andere Ausgangsbasis, denn hier gibt es z.B. überhaupt mal ein "richtig" oder "falsch" (korrekt in Notation/Prozessmodell oder Software), klar definierte Regeln und dergleichen mehr die man wirklich erlernen kann, d.h. der Arbeitsmodus "belehren/schulen" und "üben" ist geeignet und anwendbar. Das kann man auch in Großgruppen, bis hin zur Vorlesung, machen, oder aus einem Lehrbuch oder Videotutorial lernen, hier braucht es keine Interaktion mit einem Coach auf persönlich-zwischenmenschlicher Ebene.


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Der Coaching-Boom

11.11.2025 um 17:52
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Coaching ist für Prozessoptimierung eher der grundsätzlich falsche Ansatz.

Ich kann entweder einen Prozessmanager in seiner Rolle coachen, dann geht es aber eher um Auftreten, zwischenmenschlichen Umgang, effektive Termingestaltung, Fragetechniken usw. - das macht dann nur im Einzeltraining, maximal noch in Kleinstgruppen Sinn.

Oder ich kann Menschen zur Prozessoptimierung helfen, Workshops etc. - das ist aber eine ganz andere Ausgangsbasis, denn hier gibt es z.B. überhaupt mal ein "richtig" oder "falsch" (korrekt in Notation/Prozessmodell oder Software), klar definierte Regeln und dergleichen mehr die man wirklich erlernen kann, d.h. der Arbeitsmodus "belehren/schulen" und "üben" ist geeignet und anwendbar. Das kann man auch in Großgruppen, bis hin zur Vorlesung, machen, oder aus einem Lehrbuch oder Videotutorial lernen, hier braucht es keine Interaktion mit einem Coach auf persönlich-zwischenmenschlicher Ebene.
Ganz genau.
Deshalb wundere ich mich ja immer wieder mal, was ich in echt so erlebe, wenn ich der Beschreibung nach eher mit einer Schulung oder Gruppenarbeit rechne, "wie etwas ist oder wie es zu tun ist", dann aber von einem Power-Duzer rosarot erzählt bekomme, wie ich bin oder zu sein habe.

Wo in meiner Firma intern recherchiert, geschult und erarbeitet wird, funktioniert das häufig überraschend gut und bringt auch gute Ergebnisse, die dann allerdings im Alltag erstaunlich oft ignoriert werden (also ganz normal soweit).

Wo externe Kräfte für Weiterbildungen gebucht werden, läuft es "mal so, mal so", oft aber auch noch gut.
Die Abweichungen mögen daran liegen, dass unsere Ausgangslage vorher nicht ganz klar war, abweichend geschildert wurde oder das Angebot nicht ganz zur Aufgabe passt.

Dann gibt es aber auch noch die zwischenmenschlichen Sachen, eben Coachings, die leider auch dann, wenn man vorher recht gut weiß, was einen da erwartet, oft wenig zur Situation passen (also auch nicht zur persönlichen) und entsprechend wenig bewirken.
Ich bin mir sicher, dass es auch fähige Anbieter und Coaches gibt - wir buchen sie nur nicht. :D


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Der Coaching-Boom

13.11.2025 um 22:40
Zitat von DobieDobie schrieb:In einer Schulung, gern innerbetrieblich durch die Bootsmannschaft und natürlich vor der Abreise, würde erörtert, ob Teilnehmer einer Seereise schwimmen können sollen oder gar müssen und welche Maßnahmen ggf. möglich, sinnvoll oder nötig sind, um daran etwas zu ändern.

In einer Weiterbildung könnten betroffene Nichtschwimmer dann tatsächlich Schwimmen lernen, gern mit abschließendem Zertifikat und von ausgewiesenen Bademeistern in echten Schwimmbädern, womöglich gar in einem Freibad oder Wellenbad.

In einem Coaching allerdings würde man erfahren, dass es völlig in Ordnung sei, nicht schwimmen zu können, solange man dabei nur sich selbst treu bleibt, auf der ewigen Reise im Fluss des Lebens zum See der Selbstbestimmung.
Dem ist eigentlich gar nichts hinzuzufügen.

Ich bin nur mitunter fassungslos, was "normale Leute" für ein Coaching abrufen können - und offensichtlich auch Kunden haben, mit praktisch keiner Vorbildung. Meiner Meinung nach wäre das Geld so viel besser in Weiterbildung investiert.


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Der Coaching-Boom

08.12.2025 um 19:47
Zitat von Cleo13Cleo13 schrieb am 11.11.2025:... wobei ich mich jetzt gerade schon frage, was das Schwimmenkönnen mit der Fähigkeit, als Coach zu arbeiten, zu tun hat ...
Die Beherrschung oder Nichtbeherrschung des Schwimmens hat m.E. nichts mit der Fähigkeit als Coach zu arbeiten zu tun.
Der Umgang damit könnte hingegen...

Bei jemandem, der als Nichtschwimmer segeln geht, würde ich mich jedoch fragen ob sich dahinter wenig planvolles, spontanes Entscheiden steckt und inwieweit jemand mit dieser Eigenschaft gut andere Menschen bzgl. deren Lebensplanung beraten kann. Es wirkt mir einfach nicht sehr reif, mit eigenen Grenzen nicht realistisch und selbstbwusst umzugehen (Schwimmenlernen nicht geschafft -> kein Problem, Wassersport ist dann nur nicht das Richtige), oder nicht an ihnen zu arbeiten (Schwimmenlernen doch noch mal versuchen, damit gewünschtes Segeln möglich ist).


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Der Coaching-Boom

13.12.2025 um 13:56
Ich habe nun zwei negative Coachgeschichten.

Die erste ist eher -meiner Meinung nach- Etikettenschwindel. Bei mir im Lehramtstudium war eine Kommilitonin mit eher schwieriger Persönlichkeitsstruktur und es wurde ihr nach ersten Fehlversuchen beim Unterrichten nahegelegt, etwas Anderes zu studieren. Sie machte dann einen 0815 Bachelor, hatte viele Ideen, was sie arbeiten wollte - und wurde vom Arbeitsmarkt nicht absorbiert. Es gibt ja nun mitunter die Möglichkeit, mit einem Bacherlor zu promovieren - das hat sie dann gemacht, nebenher als Hiwi an der Uni und in einem Supermarkt gejobbt und für die Promotion hat sie acht Jahre gebraucht. Leider hat diese Promotion ihre Anstellungschancen nicht verbessert, der Prof hatte sie auch immer wieder ermutigt, am Netzwerk zu arbeiten und einschlägige Praktika zu machen. Sie arbeitet heute freiberuflich als Coach (und noch immer im Supermarkt) und verbessert Hausarbeiten und Dissertationen gegen (ziemlich hohe) Bezahlung. Sie bietet auch explizit Beratung für Wirtschaftsdissertationen und Technische Dissertationen an - ehrlich gesagt finde ich das sehr vermessen, da sie überhaupt keine Qualifikation auf dem Gebiet hat.

Das zweite ist ein Coach, mit dem wir uns beruflich herumschlagen. Es ist eine Frau, die zwar ein akademisches Studium abgeschlossen hat, aber wohl nicht so wirklich Fuss gefasst hat. So beschloss sie einen Quereinstieg ins Lehramt, der wohl ebenfalls scheiterte. Nun hat sie daraus einen Beruf gemacht und coacht nun Eltern und Familien, deren Kinder in der aktuellen Schulform überfordert sind und Schuld sind bei dem Coaching immer - die Lehrer. Sprich: Sie gießt immer Öl aufs Feuer, so dass man mit Eltern überhaupt kein konstruktives Gespräch hinbekommt. Sie treibt ihr Unwesen v.a. an einem hiesigen Gymnasium und zum (zahlungskräftigen) Klientel gehören Eltern, die selbst beruflich sehr erfolgreich sind und schwer verkraften können, dass sich deren Kinder schwertun. Das ist schon fast gruselig und die Position, in der sie Eltern und Kind bestärkt, überhaupt nicht zielführend.


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Der Coaching-Boom

14.12.2025 um 13:38
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:der wohl ebenfalls scheiterte. Nun hat sie daraus einen Beruf gemacht
Obwohl aus dem Zusammenhang gerissen, eignet sich das doch recht gut zur Veranschaulichung: "Aus dem Scheitern einen Beruf machen."
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:überhaupt nicht zielführend.
Doch, nämlich für ihren Kontostand!


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Der Coaching-Boom

15.12.2025 um 17:35
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Die erste ist eher -meiner Meinung nach- Etikettenschwindel. Bei mir im Lehramtstudium war eine Kommilitonin mit eher schwieriger Persönlichkeitsstruktur und es wurde ihr nach ersten Fehlversuchen beim Unterrichten nahegelegt, etwas Anderes zu studieren. Sie machte dann einen 0815 Bachelor, hatte viele Ideen, was sie arbeiten wollte - und wurde vom Arbeitsmarkt nicht absorbiert. Es gibt ja nun mitunter die Möglichkeit, mit einem Bacherlor zu promovieren - das hat sie dann gemacht, nebenher als Hiwi an der Uni und in einem Supermarkt gejobbt und für die Promotion hat sie acht Jahre gebraucht. Leider hat diese Promotion ihre Anstellungschancen nicht verbessert, der Prof hatte sie auch immer wieder ermutigt, am Netzwerk zu arbeiten und einschlägige Praktika zu machen. Sie arbeitet heute freiberuflich als Coach (und noch immer im Supermarkt) und verbessert Hausarbeiten und Dissertationen gegen (ziemlich hohe) Bezahlung. Sie bietet auch explizit Beratung für Wirtschaftsdissertationen und Technische Dissertationen an - ehrlich gesagt finde ich das sehr vermessen, da sie überhaupt keine Qualifikation auf dem Gebiet hat.
Das hat mit "Coaching" selbst in der eher weiten Auslegung wie man sie auf dem "freien Markt" findet aber auch nur noch am Rande zu tun, hier handelt es sich eher um ein sehr dünnes Deckmäntelchen für Ghostwriting, das sich zumindest im rechtlichen Graubereich bewegt und vermutlich darüber hinausgeht, auch wenn der weitergehende Teil aus naheliegenden Gründen vermutlich erst im "privaten" Coaching-Gespräch auf den Tisch kommt.
Zitat von MissMaryMissMary schrieb:Das zweite ist ein Coach, mit dem wir uns beruflich herumschlagen. Es ist eine Frau, die zwar ein akademisches Studium abgeschlossen hat, aber wohl nicht so wirklich Fuss gefasst hat. So beschloss sie einen Quereinstieg ins Lehramt, der wohl ebenfalls scheiterte. Nun hat sie daraus einen Beruf gemacht und coacht nun Eltern und Familien, deren Kinder in der aktuellen Schulform überfordert sind und Schuld sind bei dem Coaching immer - die Lehrer. Sprich: Sie gießt immer Öl aufs Feuer, so dass man mit Eltern überhaupt kein konstruktives Gespräch hinbekommt. Sie treibt ihr Unwesen v.a. an einem hiesigen Gymnasium und zum (zahlungskräftigen) Klientel gehören Eltern, die selbst beruflich sehr erfolgreich sind und schwer verkraften können, dass sich deren Kinder schwertun. Das ist schon fast gruselig und die Position, in der sie Eltern und Kind bestärkt, überhaupt nicht zielführend.
Auch das ist vermutlich insgesamt ziemlich heikel, dazu, solche Dienste anzubieten, sie aber gleichzeitig von den verschiedenen geschützten Berufen und Tätigkeiten (Rechtsberatung, Pädagogik usw.) abzugrenzen gehört schon einiges an Fachwissen. Aber wo kein Kläger, da kein Richter. Ob der Inhalt dieser "Coachings" irgendwem einen Nutzen bringt sei mal dahingestellt, vermutlich eher nicht.


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Der Coaching-Boom

15.12.2025 um 19:11
@MissMary
Deine erste Geschichte erinnert mich ein wenig an eine Bekannte, die heute auch als Coachin arbeitet. Auch sie hat eine ziemlich "schwierige Persönlichkeitsstruktur", um es mal so zu sagen. Konkret habe ich selten einen Menschen erlebt, der so dauergestresst und überfordert von seinem Leben und ständig wie auf 180 wirkte. Sie arbeitete wie ich damals an einer geisteswissenschaftlichen Dissertation und klar war das für uns eine sehr herausfordernde Zeit mit einigen Ups und Downs. In ihrem Leben war aber alles ein einziges Drama. Allein ihre Hochzeitsplanung war anscheinend ein einziger Nervenzusammenbruch und sie erzählte über Wochen mit hochrotem Kopf und dickem Hals von der Unmöglichkeit, eine DJ-Playlist für die Feier zu erstellen. Sie hat aus allem einen wahnsinnigen Stress gemacht, in meinen Augen in den meisten Fällen einfach nur selbstverschuldet und komplett überzogen. Mit ihrer Dissertation kam sie über Jahre kaum effektiv weiter, dafür wurde extrem viel Energie darauf verwendet, auf einer Meta-Ebene über ihre ToDo-Listen, Schreibblockaden und generell über das Thema Achtsamkeit zu philosophieren. Im Grunde war sie ein einziger wandelnder erhöhter Cortisolspiegel und hat eigentlich nichts richtig auf die Kette gekriegt. Wie haben mir da die Ohren geschlackert, als ausgerechnet sie verkündet hat, jetzt eine Ausbildung zur Coachin noch "nebenher" zu machen. Das war natürlich stressmäßig dann der Overkill.. Wie will so jemand denn andere Leute auf ihrem weg beraten? Ob sie ihre Promotion jemals abgeschlossen hat, weiß ich nicht, und wenn, dann kann es erst etliche Jahre nach mir gewesen sein.


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