Der Coaching-Boom
08.11.2025 um 23:08Ich hab irgendwas nicht mitbekommen aber was ist an einer "date night" schlimm? Abgesehen von dem Begriff vielleichtMissMary schrieb:Oder "date night". Auch ganz schlimm
Ich hab irgendwas nicht mitbekommen aber was ist an einer "date night" schlimm? Abgesehen von dem Begriff vielleichtMissMary schrieb:Oder "date night". Auch ganz schlimm
Man sollte da auch nicht alle über einen Kamm scheren - neben den in letzter Zeit aus dem Boden geschossenen "freiberuflichen" Anbietern auf den einschlägigen Social-Media-Plattformen (die tatsächlich in den meisten Fällen "ungelernt" und wenig sachkundig sind) gibt es ja eine ganze Reihe von Fachverbänden und Programmen die zumindest gewisse Grundvoraussetzungen für die Mitgliedschaft verlangen, Weiterbildungen vorschreiben, Qualitätsstandards einfordern usw.Luminita schrieb:Wie seht ihr das Thema Coaching - gefährlicher Trend oder hilfreiche Zukunftsvision?
Habt ihr euch selbst schon einmal coachen lassen oder würdet ihr das in Betracht ziehen?
Solange sie sich dann nur gegenseitig coachen und niemand anderen, der evtl. wirklich nach Hilfe sucht mit ihrer Kuchenpsychologie verkakckeiern, bitte gerne…Cleo13 schrieb:Erfolglosigkeit im Job, gescheiterter Ehe und immensen Geldproblemen einen vierwöchigen Kurs zur "Lebensberaterin" gemacht hatte (ausgerechnet!), erzählte: "Weißte, ich geh immer vormittags auf nen Cappu zu meiner Freundin und dann coachen wir uns gegenseitig."
Oh, sie hat sich damit durchaus auch selbstständig gemacht - viel verdient allerdings nicht. Vermutlich haben die "Klienten" doch recht schnell gemerkt, woran sie sind ...gruselich schrieb:Solange sie sich dann nur gegenseitig coachen und niemand anderen, der evtl. wirklich nach Hilfe sucht mit ihrer Kuchenpsychologie verkakckeiern, bitte gerne…
:Dgruselich schrieb:nach einer Woche auf See, sagte sie mir im vorbeigehen, dass sie nicht schwimmen kann.
Ein sehr schönes Beispiel :D Passt grade zu einem anderen Coach, der mir mal wieder auf einer Social Media Plattform angeschwemmt wurde (es handelt sich leider um eine Plattform ohne Algo, da wird also alles ausgespielt, was es halt so gibt).Dobie schrieb:In einem Coaching allerdings würde man erfahren, dass es völlig in Ordnung sei, nicht schwimmen zu können, solange man dabei nur sich selbst treu bleibt, auf der ewigen Reise im Fluss des Lebens zum See der Selbstbestimmung.
Es ist Singles Day, da kann man sich bewusst wahrnehmen.Auch hier, nein, ungern, danke.
Egal ob man sich für oder gegen eine Partnerschaft entscheidet, die Entscheidung sollte bewusst getroffen werden.
Echte Begegnungen zählen am meisten.
Nimm diesen Tag als Erinnerung, wie gut du dich selbst kennst und wie bewusst du dein Leben gestaltest.
Ich unterstütze dich als Coach genau dabei, innere Klarheit zu gewinnen.
Schreib mir gerne oder rufe mich an.
Im beruflichen Kontext ein absolutes No-Go. Private Coachings kosten schon Geld, aber professionelle berufliche Coachings kosten RICHTIG Geld. Vielleicht wollte HR da auch sparen und hat eine günstige Option genommen?Dobie schrieb:Eine weitere Sternstunde war das abteilungsspezifische Coaching zur Prozessoptimierung - hier wollte die Esoterik-Tante überhaupt nichts von unseren Prozessen, deren gelegentlichen Problematiken und Lösungswegen wissen, worauf 11 von 11 anwesenden bestens vorbereitet waren, sondern unser "seelisches Miteinander" irgendwie fördern.
Coaching ist für Prozessoptimierung eher der grundsätzlich falsche Ansatz.Luminita schrieb:Grundsätzlich habe ich nichts gegen Coachings zur Prozessoptimierung etc., wobei ich auch hier oft das Problem habe, wenn ein pauschaler Ansatz vorgestellt wird. Da würde ich mir schon erwarten, dass das sinnvoll zugeschnitten wird auf nicht nur die Herausforderungen, sondern auch die Mitarbeiter. Halte ich für herausfordernd aufgrund der deutschen Zurückhaltung vor Veränderungen und der Individualität der beteiligten Personen.
Ganz genau.bgeoweh schrieb:Coaching ist für Prozessoptimierung eher der grundsätzlich falsche Ansatz.
Ich kann entweder einen Prozessmanager in seiner Rolle coachen, dann geht es aber eher um Auftreten, zwischenmenschlichen Umgang, effektive Termingestaltung, Fragetechniken usw. - das macht dann nur im Einzeltraining, maximal noch in Kleinstgruppen Sinn.
Oder ich kann Menschen zur Prozessoptimierung helfen, Workshops etc. - das ist aber eine ganz andere Ausgangsbasis, denn hier gibt es z.B. überhaupt mal ein "richtig" oder "falsch" (korrekt in Notation/Prozessmodell oder Software), klar definierte Regeln und dergleichen mehr die man wirklich erlernen kann, d.h. der Arbeitsmodus "belehren/schulen" und "üben" ist geeignet und anwendbar. Das kann man auch in Großgruppen, bis hin zur Vorlesung, machen, oder aus einem Lehrbuch oder Videotutorial lernen, hier braucht es keine Interaktion mit einem Coach auf persönlich-zwischenmenschlicher Ebene.
Dem ist eigentlich gar nichts hinzuzufügen.Dobie schrieb:In einer Schulung, gern innerbetrieblich durch die Bootsmannschaft und natürlich vor der Abreise, würde erörtert, ob Teilnehmer einer Seereise schwimmen können sollen oder gar müssen und welche Maßnahmen ggf. möglich, sinnvoll oder nötig sind, um daran etwas zu ändern.
In einer Weiterbildung könnten betroffene Nichtschwimmer dann tatsächlich Schwimmen lernen, gern mit abschließendem Zertifikat und von ausgewiesenen Bademeistern in echten Schwimmbädern, womöglich gar in einem Freibad oder Wellenbad.
In einem Coaching allerdings würde man erfahren, dass es völlig in Ordnung sei, nicht schwimmen zu können, solange man dabei nur sich selbst treu bleibt, auf der ewigen Reise im Fluss des Lebens zum See der Selbstbestimmung.
Die Beherrschung oder Nichtbeherrschung des Schwimmens hat m.E. nichts mit der Fähigkeit als Coach zu arbeiten zu tun.Cleo13 schrieb am 11.11.2025:... wobei ich mich jetzt gerade schon frage, was das Schwimmenkönnen mit der Fähigkeit, als Coach zu arbeiten, zu tun hat ...
Obwohl aus dem Zusammenhang gerissen, eignet sich das doch recht gut zur Veranschaulichung: "Aus dem Scheitern einen Beruf machen."MissMary schrieb:der wohl ebenfalls scheiterte. Nun hat sie daraus einen Beruf gemacht
Doch, nämlich für ihren Kontostand!MissMary schrieb:überhaupt nicht zielführend.
Das hat mit "Coaching" selbst in der eher weiten Auslegung wie man sie auf dem "freien Markt" findet aber auch nur noch am Rande zu tun, hier handelt es sich eher um ein sehr dünnes Deckmäntelchen für Ghostwriting, das sich zumindest im rechtlichen Graubereich bewegt und vermutlich darüber hinausgeht, auch wenn der weitergehende Teil aus naheliegenden Gründen vermutlich erst im "privaten" Coaching-Gespräch auf den Tisch kommt.MissMary schrieb:Die erste ist eher -meiner Meinung nach- Etikettenschwindel. Bei mir im Lehramtstudium war eine Kommilitonin mit eher schwieriger Persönlichkeitsstruktur und es wurde ihr nach ersten Fehlversuchen beim Unterrichten nahegelegt, etwas Anderes zu studieren. Sie machte dann einen 0815 Bachelor, hatte viele Ideen, was sie arbeiten wollte - und wurde vom Arbeitsmarkt nicht absorbiert. Es gibt ja nun mitunter die Möglichkeit, mit einem Bacherlor zu promovieren - das hat sie dann gemacht, nebenher als Hiwi an der Uni und in einem Supermarkt gejobbt und für die Promotion hat sie acht Jahre gebraucht. Leider hat diese Promotion ihre Anstellungschancen nicht verbessert, der Prof hatte sie auch immer wieder ermutigt, am Netzwerk zu arbeiten und einschlägige Praktika zu machen. Sie arbeitet heute freiberuflich als Coach (und noch immer im Supermarkt) und verbessert Hausarbeiten und Dissertationen gegen (ziemlich hohe) Bezahlung. Sie bietet auch explizit Beratung für Wirtschaftsdissertationen und Technische Dissertationen an - ehrlich gesagt finde ich das sehr vermessen, da sie überhaupt keine Qualifikation auf dem Gebiet hat.
Auch das ist vermutlich insgesamt ziemlich heikel, dazu, solche Dienste anzubieten, sie aber gleichzeitig von den verschiedenen geschützten Berufen und Tätigkeiten (Rechtsberatung, Pädagogik usw.) abzugrenzen gehört schon einiges an Fachwissen. Aber wo kein Kläger, da kein Richter. Ob der Inhalt dieser "Coachings" irgendwem einen Nutzen bringt sei mal dahingestellt, vermutlich eher nicht.MissMary schrieb:Das zweite ist ein Coach, mit dem wir uns beruflich herumschlagen. Es ist eine Frau, die zwar ein akademisches Studium abgeschlossen hat, aber wohl nicht so wirklich Fuss gefasst hat. So beschloss sie einen Quereinstieg ins Lehramt, der wohl ebenfalls scheiterte. Nun hat sie daraus einen Beruf gemacht und coacht nun Eltern und Familien, deren Kinder in der aktuellen Schulform überfordert sind und Schuld sind bei dem Coaching immer - die Lehrer. Sprich: Sie gießt immer Öl aufs Feuer, so dass man mit Eltern überhaupt kein konstruktives Gespräch hinbekommt. Sie treibt ihr Unwesen v.a. an einem hiesigen Gymnasium und zum (zahlungskräftigen) Klientel gehören Eltern, die selbst beruflich sehr erfolgreich sind und schwer verkraften können, dass sich deren Kinder schwertun. Das ist schon fast gruselig und die Position, in der sie Eltern und Kind bestärkt, überhaupt nicht zielführend.