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"Studiengruppe Spuk"

63 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Geister, Spuk, Parapsychologie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 11:46
Ich möchte hier jedermann, der dazu Lust hat, zu einer „Bildungsreise“ einladen: Wenn man hier so durch die Threads im „Mystery“-Bereich surft, dann fällt auf, dass zwar jeder zum „Paranormalen“ seine Meinung hat (diese fast universale Verbreitung haben Meinungen ja bekanntlich mit gewissen Körperteilen gemeinsam), dass diese Meinungen aber nicht immer gut informiert sind. Man mag ja von dem „UFO-Forscher“ Illobrand von Ludwiger halten, was man will, aber zumindest in einem hat der Mann meiner Meinung nach recht, nämlich wenn er in einer Rezension in der „Zeitschrift für Anomalistik“ in Bezug auf UFOs, – aber das gleiche trifft auch auf viele andere Themengebiete der „Anomalistik“ zu – von einem „Bildungsproblem“ spricht: „Über umstrittene Themengebiete, meint jeder, müsse man sich nicht informieren. Es genüge, eine Meinung darüber zu haben. Leider meinen dann viele Ungebildete (darunter auch Wissenschaftler) sie müssten sagen: ,Davon halte ich nichts', anstelle von ,davon verstehe ich nichts.'“

Dennoch bin ich guter Hoffnung, dass, wer hier in der Mystery-Rubrik mitliest und postet, nicht nur daran interessiert ist, seine Meinung zum Ausdruck zu bringen, recht zu haben und mit anderen zu streiten, sondern vielleicht auch irgendwie an mysteriösen oder sogenannten „paranormalen“ Phänomenen grundsätzlich interessiert ist und daher bereit – oder vielleicht sogar begierig :) – sich zu diesem Themengebiet zu informieren und zu „bilden“, über das hinaus, was hier so alles auf Allmy gepostet wird oder in der Wikipedia steht.

Um dem von von Ludwiger angesprochenen „Bildungsproblem“ wenigstens ein bisschen entgegen zu treten, möchte ich daher eine „Studiengruppe Spuk“ vorschlagen. Damit meine ich jetzt nicht etwa eine weitere „Ghost Hunting Group“, die sich mit allerlei fragwürdigem technischem Schnickschnack bewaffnet auf „Geistersuche“ begibt.Vielmehr kann an dieser „Studiengruppe“ jeder bequem vom Computer-Sessel daheim aus teilnehmen. Die Vorgehensweise wäre folgende:

Ich würde jeweils einen frei im Internet zugänglichen Text rund um das Thema „Spuk“/„Poltergeist-Phänomene“ als Diskussionsgrundlage vorschlagen – entweder einen Erfahrungsbericht über ein Spuk- oder Poltergeistphänomen (Primärquelle) oder einen zusammenfassenden oder deutenden theoretischen Text zum Thema Spuk (Sekundärtext). Den Text sollten dann alle, die sich an der Diskussion beteiligen möchten, auch wirklich gelesen haben. Dafür kann man, je nach Länge und Komplexität des Textes, einen Tag bis eine Woche Zeit geben, bevor die eigentliche Diskussion beginnt. Der Text kann dann anhand von bestimmten Leitfragen diskutiert werden, die ich vorschlagen möchte, oder die den Usern während der Lektüre gekommen sind. Das kann von einfachen Verständnis- oder Sachfragen über stilistische und historische Analysen – etwa: wie wurden die Phänomene damals gedeutet und wie hat man darauf reagiert – bis hin zu allgemeinen „philosophischen“ Diskussionen reichen. Aber auch eigene Erfahrungsberichte dürfen gerne als Diskussionsbeiträge eingebracht werden („ich habe schon mal so etwas ähnliches erlebt“ oder „von so einer Geschichte habe ich auch schon mal gehört“ etc.)

Ganz wichtig: Es geht nicht darum, etwas zu „beweisen“ oder zu „widerlegen“ oder gar jemanden von einer bestimmten „Meinung“ zu überzeugen, sondern es geht darum, sich zu informieren, ein paar konkrete Literaturbeispiele kennen zu lernen und sachlich zu diskutieren.

Voraussetzungen zum Mitmachen gibt es eigentlich nur zwei, die da wären:

1.) Die Bereitschaft, auch mal längere Texte zu lesen und diese dann anschließen sachlich und fair zu diskutieren.
1.a) Möglichst auch die Fähigkeit, Frakturschrift (die alte „verschnörkelte“ deutsche Druckschrift) lesen zu können, ohne gleich „Augenkrebs“ zu bekommen;
1.b) Vielleicht sogar die Fähigkeit, längere englische Texte lesen und verstehen zu können.

2.) Die Fähigkeit zur Ambiguitätstoleranz und Zurückhaltung: Jeder darf jedes sachliche Argument, Bedenken, Zweifel, Denkanstoß bringen, den er/sie möchte, dabei aber bedenken und anerkennen, dass sie eben nur das sind: Argumente, Bedenken, Denkanstöße – und nicht „der Weisheit letzter Schluss“ oder „die absolute Wahrheit“. Das heißt, man muss auch aushalten und zur Kenntnis nehmen können, dass ein anderer vielleicht eine andere Meinung oder Interpretation vertritt als man selbst, ohne diesen anderen gleich als dümmlich leichtgläubigen „Believer“ oder pöhsen „Skeptiker“ zu diffamieren. (Das heißt natürlich nicht, dass man von der eigenen Meinung nicht überzeugt sein darf, nur sollte man diese möglichst sachlich und möglichst wenig herablassend vertreten und andere Meinungen als legitim – wenn auch nicht als wahr – anerkennen.) - Klingt eigentlich alles selbstverständlich, ist es aber leider nicht immer.

Wenn alle ernsthaften Diskussionsteilnehmer dazu bereit und in der Lage wären, dann stünde einem anregenden „Bildungserlebnis“ nichts im Wege.

(Sollte sich dennoch herausstellen, dass der Thread vertrollt oder zerspamt wird oder in flame wars ausartet, könnte man ihn immer noch als Gruppendiskussion weiterführen; erstmal möchte ich ihn aber als offenen Thread versuchen.)

Hat jemand Interesse mitzumachen?


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"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 12:20
Aus Erfahrung:
Versuch das nicht offen. Mach gleich ne geschlossene Gruppe draus. Sonst hast du da keine Freude dran.


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"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 13:00
@anonyheathen
In der Theorie klingt deine Idee ganz gut. Fragt sich nur, ob sie in der Praxis gut durchführbar ist. Vermutlich wirst du irgendwann dann aber wirklich auf eine geschlossene Gruppe umsteigen müssen.


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"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 16:28
@anonyheathen

Interessant, interessant. Bei "Schnörkelschrift bin ich noch dabei, aber Englisch wird dann schon langsam schwieriger. Versteh da viel aber alles?
Bin ich ja mal gespannt was sich hier so ergibt.


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"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 16:35
@anonyheathen
Ja schon! Aber wie stellst du dir das denn vor? Alle mysteriösen vielfältigen Erlebnisse, z.B. von mir oder anderen bei Allmy gepostet, wieder hier zu präsentieren? Gibt nichts neues von mir, als nur meine alten Karamellen. Bin aber dabei.


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"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 17:12
@anonyheathen
Fang mal an.
Hatte über einen längeren Zeitpunkt, paar Jahre, seltsame Erlebnisse/ Ereignisse, alle hier gepostet und viele Diskussionen mit Interessierten darüber geführt. Die mich oft sehr erschöpft haben, weil ich ja auch nicht wußte, was mit mir da passiert ist.
Nun will den Abend nicht vor dem Morgen loben, aber bis dato hatte ich absolut keine Erlebnisse mehr.

Frage, warum?
Könnte meine Vermutung dazu einbringen, aber ob mein Horizont das hergibt, es so zu formulieren, um allgemein verstanden zu werden, denke nicht. Man kann nicht einfach mal bei Wiki schauen, dann zitieren und seine eigenen Gedanken zu den Erlebnissen außen vor lassen, denn sie betrafen ja wohl offensichtlich mich?


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"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 17:51
@anonyheathen

Ich würde wirklich eine geschlossene Gruppe daraus machen. Sütterlin und Englisch sind schon Okay.


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"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 18:30
@anonyheathen
Kann wenig Englisch.


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"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 18:52
@anonyheathen
Zitat von anonyheathenanonyheathen schrieb:Die Vorgehensweise wäre folgende:
Deine Vorgehensweise ist identisch mit diesem (und jedem anderen) Forum:
  • ein Thread wird erstellt
  • die User lesen ihn
  • beim lesen des Textes tauchen Fragen auf, die dann auch gestellt werden
  • etc. pp.
Also ich sehe da keinen Unterschied zwischen Deiner "Studiengruppe Spuk" und diesem (oder jedem anderen) Forum.


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"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 19:37
@Micha007
Deine Vorgehensweise ist identisch mit diesem (und jedem anderen) Forum:
ein Thread wird erstellt
die User lesen ihn
beim lesen des Textes tauchen Fragen auf, die dann auch gestellt werden
etc. pp.

Also ich sehe da keinen Unterschied zwischen Deiner "Studiengruppe Spuk" und diesem (oder jedem anderen) Forum.
Na prima! Dann passt das ja bestens in diese Forum hinein. :)

@AgathaChristo
Zitat von AgathaChristoAgathaChristo schrieb:Aber wie stellst du dir das denn vor? Alle mysteriösen vielfältigen Erlebnisse, z.B. von mir oder anderen bei Allmy gepostet, wieder hier zu präsentieren?
Nein, gerade nicht. Sondern meine Absicht ist gerade, hier Texte „jenseits von Allmy“ zur Kenntnis zu bringen und zu diskutieren. Zum Beispiel auch historische Texte aus früheren Zeiten (daher meine Frage nach der Bereitschaft, Fraktur-Texte zu lesen) oder wissenschaftliche oder populärwissenschaftliche Aufsätze, etwa von Parapsychologen. Im Internet sind ja weit mehr Texte zugänglich als nur Foren und Social Media Seiten, sondern zum Beispiel auch Millionen von digitalisierten Büchern, Zeitschriften, Zeitschriftenaufsätzen. Und diesen Umstand möchte ich nutzen.

Ich möchte aber zunächst mal ganz laaaaangsam und vorsichtig mit zwei ganz kurzen Texten beginnen, einer alten Sage und einer Seite aus dem Internet-Auftritt der Gemeinde Großerlach in Baden-Württemberg („mit staatlich anerkanntem Erholungsort Grab“ - passt ja zum Thema Spuk, weil das Grab ja vielleicht nicht für jeden ein „Erholungsort“ ist :) .)

Meine Leitfragen zu den beiden kurzen Texten wären:

Durch welche formalen (nicht inhaltlichen) Merkmale unterscheidet sich die „Sage vom Spuk“ (Link 1) vom Text „Spuk in Großerlach“ (Link 2)?

Was glaubt Ihr, könnten mögliche Quellen für die beiden Texte sein? (Also woher hat derjenige, der den jeweiligen Text geschrieben hat, seine Informationen?)

Was glaubt Ihr, warum die Gemeinde Großerlach ausgerechnet dieses Ereignis aus seiner 750-jährigen Geschichte auf seiner Homepage herausstellt?

Link1:
http://www.niederburg-manderscheid.de/die-geschichte-der-burg/die-sage-vom-spuk/

Link 2:
http://www.grosserlach.de/data/spukVonGrosserlach.php (Archiv-Version vom 17.04.2016)


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"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 20:10
@anonyheathen
Zitat von anonyheathenanonyheathen schrieb:Na prima! Dann passt das ja bestens in diese Forum hinein.
Ääh - ich wollte damit sagen, das JEDER Thread in einem Forum so aufgebaut ist, wie Du hier Deine Beschreibung erklärt hast.
Folglich ist Deine "Studiengruppe Spuk" nichts anderes als dieses Forum ist, in dem Fragen gestellt werden und Antworten gegeben werden. Ganz so wie Du Dir Deine "Studiengruppe Spuk" vorstellst.


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"Studiengruppe Spuk"

30.07.2016 um 20:41
@anonyheathen

Das ist ja irgendwie wie in der Schule:
Zitat von anonyheathenanonyheathen schrieb:Durch welche formalen (nicht inhaltlichen) Merkmale unterscheidet sich die „Sage vom Spuk“ (Link 1) vom Text „Spuk in Großerlach“ (Link 2)?
Erstere ist sachlich-distanziert, ohne viele Details geschrieben, der 2. Text schildert spannend und detailreich was die Beteiligten erlebten.
Zitat von anonyheathenanonyheathen schrieb:Was glaubt Ihr, könnten mögliche Quellen für die beiden Texte sein?
Bei der Sage Überlieferung und Chroniken, bei der Spukgeschichte Zeitungsartikel.
Zitat von anonyheathenanonyheathen schrieb:Was glaubt Ihr, warum die Gemeinde Großerlach ausgerechnet dieses Ereignis aus seiner 750-jährigen Geschichte auf seiner Homepage herausstellt?
Keine Ahnung, vielleicht ist sonst wenig Interessantes passiert?


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"Studiengruppe Spuk"

31.07.2016 um 13:15
Zitat von TajnaTajna schrieb:Das ist ja irgendwie wie in der Schule
Ich habe ja eine „Studiengruppe“ und ein „Bildungserlebnis“ versprochen, daher ist die Assoziation zur Schule gar nicht so falsch … Und in der Tat waren meine Fragen auch didaktisch gemeint, weil ich darauf aufmerksam machen möchte, dass es ganz sinnvoll und fruchtbar sein kann, nicht nur auf den Inhalt solcher Geschichten zu achten, sondern auch auf die Form, wie sie erzählt werden. Das ermöglicht eventuell auch Rückschlüsse die jeweilige Quelle.

Die Sage in Link 1 ist in der Tat, wie auch @Tajna feststellt, viel ärmer an Details, konkreten Fakten und Daten. Allerdings möchte ich anders als Tajna nicht behaupten, dass Link 2 „spannender“ erzählt sei als die Sage in Link 1. Eher im Gegenteil: Text 2 (Großerlach) zählt eher Details und Fakten chronologisch auf, während die Sage in Link 1 doch eher eine Geschichte erzählt, und dabei auch viele wertende und deutende Adjektive benutzt, um die Geschichte herauszuarbeiten und dramatischer zu machen: der „schauerliche Fund“, der „stolze Graf“, der „jähzornige Alte“ und die „unglücklichen Liebhaber“ usw.

Außerdem hat die Sage so was wie eine Pointe und macht „Sinn“, was auf den anderen Spukbericht so nicht so zutrifft. Die „Pointe“ steht allerdings gleich am Anfang: Dass man nämlich 1844 tatsächlich ein eingemauertes Skelett gefunden hat, was eine alte Überlieferung zu bestätigen scheint, die wiederum den Spuk bestätigt. Somit entsteht eine in sich geschlossene und sinnvolle Geschichte: Der Skelettfund „bestätigt“ die alte Spukgeschichte und umgekehrt wird der Spuk durch die Geschichte von der eingemauerten Tochter „erklärt“.

Der Bericht in Link 2 hat dagegen keine solche Pointe oder Erklärung: Der Spuk fängt einfach an, nimmt seinen Lauf und hört auf; eine Erklärung dafür oder einen „Sinn“ gibt es nicht. Im Gegenteil wird betont, dass das ganze „rätselhaft“ bleibt und sich keine Aufklärung gefunden hat.

Dagegen enthält der Bericht in Link 2 aber wiederum viel mehr Details, auch solche, die für die Geschichte „irrelevant“ sind; etwa „ihr Mann, ein Postbote, war am 21. November 1915 im Westen gefallen“ oder „Vom 3. bis 5. Mai ließ der Spuk nach und ruhte vom 6. bis 13. Mai völlig.“ In einer Sage könnte man das auch weglassen oder kurz zusammenfassen („ihr Mann war im Krieg gefallen“), weil es für die Geschichte irrelevant ist, und man es sich daher nicht zu merken braucht, um die Geschichte erzählen zu können. Die mündliche Überlieferung reduziert daher eher auf das Wesentliche, als sich zu sehr in Details zu verlieren.

Diese formalen Merkmale sprechen in der Tat dafür, dass der Text in „Link 2“ andere, zeitnähere Quellen hat als die vermutlich wohl auf mündlicher Überlieferung beruhende Sage in „Link 1“. Allerdings werden diese Quellen nicht genannt. Da aber am Ende von Link 2 ausdrücklich darauf hingewiesen wird, dass die Vorgänge „damals in der gesamten Presse Deutschlands gewaltige Wellen geschlagen“ hätten, liegt in der Tat Tajnas Vermutung, dass diese damaligen Presseberichte als Quellengrundlage gedient haben, sehr nahe.

Dennoch könnte man sich theoretisch auch andere Quellen für „Link 2“ (Großerlach) vorstellen, zum Beispiel eine mündliche Überlieferung im Dorf; oder aber, dass es überhaupt keine Quellen gibt, sondern der Schreiber die Geschichte komplett erfunden hat, um sein Dorf, „in dem sonst wenig Interessantes passiert“, interessanter zu machen.

Gegen eine mündliche Überlieferung als Quelle sprechen aber in der Tat die vielen Details und Daten und die fehlende narrative Struktur. Gegen eine reine Erfindung spricht die Tatsache, dass jemand das auf die offizielle Homepage der Gemeinde gestellt hat. Wäre die Geschichte reine Erfindung, würde er riskieren, dass andere Großerlacher protestieren würden, was er da für einen Scheiß über ihr Dorf verzapft (zumal „Spuk“ zwar interessant, aber auch wenig respektabel ist). Außerdem wären die vielen genannten Namen, Daten, Orte, die er nennt, leicht zu überprüfen.


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"Studiengruppe Spuk"

31.07.2016 um 13:53
@anonyheathen
In der Gemeinde Grosserlach bieten die z.B. Wohnbaugrundstücke und dergleichen an. Vielleicht ist dieser Spuk-Artikel auch lediglich nur Werbung, um auf sich aufmerksam zu machen?

Und was Niederburg-Manderscheid betrifft, auch Werbung für Touristen?


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"Studiengruppe Spuk"

31.07.2016 um 14:15
@anonyheathen

Text 1 hat als Quelle vermutlich einen Text aus der damaligen Zeit (19. Jahrhundert), vielleicht aus der Stadtchronik. Der Schluss ist jedenfalls ziemlich naheliegend aufgrund der Wortwahl.

Text 2 liest sich fast so als wäre es ein Polizeibericht, da genaue Datumsangaben gemacht werden. Wobei genaue Uhrzeiten fehlen welche in einem Polizeibericht vermutlich notiert gewesen wären. Jemand hat sich auf alle Fälle alle Mühe gegeben um die Ereignisse detailliert und genau darzustellen.


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"Studiengruppe Spuk"

31.07.2016 um 17:03
@Spookywoman
Bei Text 2 würde mich ja der Verfasser, meine jetzt nicht allgemein die Gemeinde, interessieren, aber er scheint anonym zu sein? Oder habe ich was überlesen?
Wer was schreibt, muss eigentlich auch seine Identität bekannt geben. Bei uns in der Gemeinde ist das so üblich.


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"Studiengruppe Spuk"

31.07.2016 um 18:08
@AgathaChristo
Ich habe leider auch keinen Verfasser gesehen. Ich habe gerade bei meiner Gemeinde auf der Homepage nachgesehen und da steht jeweils auch kein Verfasser dabei, nur das Veröffentlichungsdatum.


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"Studiengruppe Spuk"

31.07.2016 um 19:23
@Spookywoman

Lassen wir mal@anonyheathen zu Wort kommen, was er dazu meint.


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"Studiengruppe Spuk"

01.08.2016 um 12:33
@anonyheathen

Link 1 - es handelt sich um eine (höchstwarscheinlich) mündlich überlieferte Erzählung (daher der Name Saga = Sage) , die natürlich alle Elemente der Legende / der Sage aufweist.

Die Alten in Manderscheid wußten diesen schauerlichen Fund zu erklären.

Damit ist klar - es gibt weder Quellen noch irgendwas das diese Geschichte belegen kann.
Die Sage / Legende ist immer eine kurze Erzählung von fantastischen, die Wirklichkeit übersteigenden Ereignissen. Diese sind mit realen Begebenheiten, Personen- und Ortsangaben verbunden und so entsteht der Eindruck eines Wahrheitsberichts - hier wegen des Fundes eines Skeletts. Als Garnierung wird auch noch das Jahr 1844 genannt und der Raum sehr genau beschrieben.

Die Legenden von "hartherzigen Eltern" deren Kinder sich unter oder über Stand verliebten und alles versuchten das Paar, a la Romeo und Julia, zu trennen, sind vielfältig und da man i.d.R. davor zurückschreckte eine Adelige zu töten, wurden diese i.d.R. eingemauert oder "verschwanden", um dann für immer herum zu spuken oder bis "die Tat ans Licht kommt", oder die Knochen "Ruhe finden in geweihter Erde".

Kein Wunder das solche Geschichten oft vorkommen, denn der Adel heiratete damals geplant und um Macht- und Einkommen zu steigern, nicht aus Liebe wie das gemeine Volk. Da wäre einem Grafen ein "Wachmann" sicher nicht recht gewesen. Zumal ein Graf kurz vor dem Herzog ist und damit "nah dran am damaligen Machtbereich".

Da ab Dietrich I. von Manderscheid der Besitz zügig größer und reicher wurde, wurden damals die Ansprüche derer von Manderscheid sicherlich nicht bescheidener. Standsdünkel waren erwünscht. Es kann sein dass diese Legende (noch ohne angeblich gefundenes Skelett) so aufkam, durch den schnellen Aufsteig der Manderscheids bis in den erblichen Grafenstand.

Ob 1844 tatsächlich ein Skelett gefunden wurde, könnte man in den Urkunden nachschauen die es inzwischen auf Mikrofilm im Archiv in Brauweiler bei Köln gibt.

Link 2 - es handelt sich um eine modernere Sage. Heute würde man Urban Legend sagen. Auch hier sind alle Elemente der Sage / Legende enthalten.

Um den Wahrheitsgehalt zu verstärken sind hier viel mehr Details eingebaut, Namen, Zeiten, Daten und sogar Augenzeugenberichte oder Hinweise auf Zeitungsartikel aus der Zeit. Leider keine Bilder die das alles untermauern würden. Wäre damals ja möglich gewesen um den Eindruck eines Wahrheitsberichts zu verstärken. Aber auch hier fehlen genauere Beschreibungen, auch wenn Schultheiß, Lehrer, Amtsdiener, Bezirksbeamte Zeugen gewesen sein sollen.
Zitat von anonyheathenanonyheathen schrieb:Durch welche formalen (nicht inhaltlichen) Merkmale unterscheidet sich die „Sage vom Spuk“ (Link 1) vom Text „Spuk in Großerlach“ (Link 2)?
Beides sind Sagen / Legenden. Es gibt keine formalen Merkmale. Der erste Linktext ist kürzer dafür aber sagenhafter.
Zitat von anonyheathenanonyheathen schrieb:Was glaubt Ihr, könnten mögliche Quellen für die beiden Texte sein? (Also woher hat derjenige, der den jeweiligen Text geschrieben hat, seine Informationen?)
Link 1 - keinerlei Quellen. "Die Alten wussten..." - ist aller Legende Anfang.

Grundlage können sein evtl. schon vorhandene Sagen in die der Fund des Skeletts eingebaut wurde, oder weil irgendwer evtl. eine zugemauerte Nische fand, oder durch Einsturz einer Wand etwas bisher verborgenes zu Tage kam. Ich könnte wetten selbst der Skelettfund ist eine Sage, ebenso der Raum. 1844 hatte Deutschland auch andere Probleme als olle Burgen zu reparieren. Zumal die Burg glaube ich auch als Steinbruch benutzt wurde.

Link 2 - Grundlage und damit Quelle wird wohl das aktenkundige Auftauchen der beschriebenen Vorkommnisse sein (Stadtarchiv sollte das belegen können) und der damaligen Zeitungen. Auch die Zeugenaussagen der genannten Personen wird es geben.
Allerdings bezweifel ich ob es Geister waren die der damaligen Frau und ihren drei Kindern halfen aus einem sicherlich baufälligen uralten Haus endlich ausziehen zu können.
Zitat von anonyheathenanonyheathen schrieb:Was glaubt Ihr, warum die Gemeinde Großerlach ausgerechnet dieses Ereignis aus seiner 750-jährigen Geschichte auf seiner Homepage herausstellt?
Link 1 - jede Burg sollte ein Gespenst und eine gruselige Sage haben, sonst ist die Burg nur ein Haufen alter Steine. Sowas zieht doch Jung und Alt an. Weil es den Tourismus fördert und weil es interessanter ist als die brottrockene Aufzählung derer von Manderscheid, steht es auf der HP.

Link 2 - gleicher Grund wie Link 1 und weil man leider keine Burg hat und es wohl keine Gruselgeschichten um die alten Bergwerke und Glashütten gibt. Es ist interessant und macht interessant. Die HP einer Gemeinde ist immer als Werbung zu sehen.



Und nun, wie geht es weiter?
Fand diese Sache sehr nett und interessant.


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"Studiengruppe Spuk"

01.08.2016 um 13:21
@H01
Ob nun Sagen oder nicht, das weiß man nun nicht 100pro. Hier wimmelt es bei Allmy von gegenwärtigen Spukgeschichten. In hundert Jahren werden das denn auch Sagen und Legenden sein. Lach.
Vermute aber auch, das es Werbung für Touristen darstellen soll.


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