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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

109 Beiträge, Schlüsselwörter: Toyota, Bad Bevensen, Honda, Liebespaar, Göhrde-mord

Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

08.05.2014 um 19:59
bb37 schrieb:Beim Tercel bin ich mir sehr sicher, dass er bewußt versuchte, vielleicht sogar durch eine Reinigung des Fahrzeugs und dem unscheinbaren Abstellen an der Diabetes Klinik, am Klaubusch, eine bestimmte Situation vorzutäuschen.
Die Tercel-Nutzung ist das Thema, mit dem ich mich bei dem Fall gedanklich am meisten beschäftige. Es ist irgendwie ähnlich wie mit den vielen bekannten "optischen Täuschungen", die dem Gehirn einfach einen Streich spielen. Man sieht etwas, erkennt die Unlogik - bekommt es aber nicht logisch erklärt.

@bb37
Ich denke, er kann nicht -wenn er halbwegs risikobewusst handelte- allen Ernstes bis zu 1 Woche nach dem 12.07. irgendwelche Situationen "Am Klaubusch" vortäuschen. In dieser 1 Woche MUSSTE er davon ausgehen, dass nach K. und seinem weißen Tercel gesucht wurde.

Das Risiko ist so immens hoch gewesen, dass man eigentlich an seinem Verstand zweifeln müsste.
Na klar, dass er -bei Ausführung von diesen Taten- ggf. geisteskrank ist, leigt auf der Hand, aber das Abstellen des Civic in Winsen/L. deutet ja zumindest an, dass er nicht möchte, dass die Tat zeitnah entdeckt wird, inden ein Verweis zur Göhrde erkennbar wird.

Ich möchte i.d.Z. auf einen anderen Fall verweisen, der für mich ein nahezu ähnliches unlogisches Täterverhalten aufweist.

Der Doppelmord von Litzlwalchen:

Diskussion: Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

Wer den Fall noch nicht kennt, dem empfehle ich sich den XY-Filmfall anzuschauen.
Neben den "Göhrde-Morden" und "YOGTZE" gehört dieser Fall imo mit zu den mysteriösesten der XY-Geschichte.

Das Täterverhalten nach diesem Doppelmord ist ähnlich unlogisch/unkonventionell, womöglich noch mehr als bei den Göhrde-Morden.

Täter tötet das holländische Urlauberpaar, fährt dann ca. 270 km Nürnberg mit dem Wohnmobil der Opfer in einen Vorort von Nürnberg, steckt das Wohnmobil dort in Brand, fährt mit einem Taxi zum Nürnberger Hauptbahnhof, um dann in ein zweites Taxis zu steigen, was ihn 270 km zurück an den Tatort fährt - alles in engster zeitlicher Abfolge.

Habe in dem Thread eben gepostet und auch den Querweis zu den Göhrde-Morden bzgl. unlogischen Täterverhalten gebracht.

Ich will wirklich nicht unnötige Parallelen bringen, aber ist ein Täter nach einem Doppelmord-Blutrausch ggf. wie in Trance ohne jegliches Risikobewusstsein?

Bin wie immer an Meinungen interessiert, übrigens auch gerne -wer will- in dem besagten Thread zum Doppelmord von Litzlwalchen:

Diskussion: Urlaubsfahrt in den Tod - Ungeklärter Mord im Chiemgau

Grüße
Mc_Manus


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

08.05.2014 um 23:53
Anhang: (8527 KB)Vielen Dank für die ganzen Anregungen zu diesem Fall. Werde gleich alles einmal Revue passieren lassen. Habe nochmal ein wenig in den staubigen Akten geblättert und eine PDF Datei erstellt. Diese kann ich jeder Zeit mit Zeitungsberichten ergänzen und nachbessern, falls etwas fehlen sollte. Vielleicht mal durchsehen, denn ich habe bestimmt noch etwas übersehen.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

09.05.2014 um 01:25
@Mc_Manus
Mc_Manus schrieb:Ich denke, er kann nicht -wenn er halbwegs risikobewusst handelte- allen Ernstes bis zu 1 Woche nach dem 12.07. irgendwelche Situationen "Am Klaubusch" vortäuschen. In dieser 1 Woche MUSSTE er davon ausgehen, dass nach K. und seinem weißen Tercel gesucht wurde.
Ich denke, dass er ganz bestimmt in irgendeiner Hinsicht risikobewußt handelte. Was ist risikobewußt, wenn man vorher jeweils zwei Menschenleben auslöschte? Es dient dann eigentlich nur noch dem Selbstschutz, indem er eine Straftat verdecken wollte. Da dies zutrifft, ist es für mich nicht nachvollziehbar, dass der Wagen tatsächlich an mehreren Orten in Bad Bevensen gesehen wurde. Genau das ist für mich eine Finte. Diese vielen Sichtungen sind sehr ungewöhnlich. Eigentlich sind Zeugenaussagen für mich immer ein wichtiger Aspekt, in dem Fall habe ich aber meine Zweifel.
So wie er beide Fahrzeuge hinterlassen hat, sind schon auf dem ersten Blick Unterschiede erkennbar. Den Honda quasi so aufgestellt, dass zeitnah die Polizei ihre Finger im Spiel hat, jedoch weit entfernt von der Göhrde. Wenn ich mir das so vorstelle, dann hat er erst einmal abgewartet, was in den Zeitungen usw. erscheint. Anhand dessen hat er dann jeweils unterschiedlich gehandelt.
Als Fakt ist ganz sicher der Abstelltag anzusehen, d.h. der Täter hatte den Wagen vorher irgendwo abgestellt, dort wo der PKW nicht auffällt und er jederzeit auf ihn zugreifen konnte. Das muß so sein, denn die Zeitspanne ist in meinen Augen eine feste Größe in diesem Fall.
Das er eine Strategie verfolgte, muß eigentlich klar sein, denn ansonsten hätte er die jeweilige FZ auch sofort irgendwo abstellen können, jedenfalls am gleichen Tag, was er aber nicht getan hat.
Das Risiko hat sich aber für ihn bislang ausgezahlt. Somit bleibt für mich ein Täter übrig, der diese Taten von Anfang an genau plante und wohl auch nichts dem Zufall überlassen hat, denn ein gewisses Restrisiko läßt sich niemals vermeiden (siehe Sichtung beim Abstellen des Tercel). Beim ersten Fahrzeug ist mir nichts bekannt hinsichtlich Zeugen, die den Wagen in der Nutzungswoche durch den Täter gesehen haben.

@AngRa
AngRa schrieb:Der Beziehungstäter müsste also bei der Verwechslungstheorie das Paar Nr. 2 , das er eigentlich töten wollte mit Paar Nr. 1 verwechselt haben, weil er sie nicht erkannt hat. Ein Szenario wie so etwas überhaupt passieren kann wäre, dass der Täter Paar Nr. 1 bei Intimitäten im Wald überrascht hat ( immerhin waren sie nackt bei der Auffindung!) , vielleicht nur den Rücken eines Mannes sieht und ihn auf einer Frau liegen sieht, sich darüber schon aufregt, weil er genau das sieht, was er von Paar Nr. 2 erwartet und dann sicher ist, dass es die von ihm vermuteten Personen sind und mit der Tat beginnt, d.h. sofortige Gewaltanwendung, sofortiges Erschießen des Mannes. Als er den Irrtum bemerkt hat, war der Mann am Boden und es war vielleicht zu spät um von der Tat Abstand zu nehmen. Er machte weiter, tötete auch die Frau um nicht überführt werden zu können. Zu seiner inneren Rechtfertigung dachte er sich, dass es um die beiden nicht schade ist, weil sie aus einem ebenso unmoralischen Anlass im Wald waren wie er es bei denen vermutet hat, die er eigentlich töten wollte.
Dieser Ablauf setzt voraus, dass der Täter das Paar Nr.2 im Wald vermutete. Nur wie konnte er wissen, wo genau sie sich aufhalten? Verfolgt haben kann er sie dann nicht, wahrscheinlich wäre ihm dann bereits vorher sein Irrtum aufgefallen. Anhand des PKW hätte dieser Irrtum ebenfalls auffallen müssen. Es sei denn, Paar 2 war tatsächlich auch zu der Stunde im Wald dort unterwegs. Der erste Mord geschah an einem Sonntag, also unwahrscheinlich, dass Paar 2 in der Göhrde war, da sie schließlich auch Kinder hatten und jeweils anscheinend unwissende Partner zu Hause. Auch diese Tatsache wird die Polizei bestimmt geprüft haben. Die Region, dort wo er Paar 1 ablegte, ist jedenfalls einige hundert Meter von dem Fundort Paar 2 entfernt. Also kommt sicherlich auch nicht der gleiche, örtliche Bereich für den Täter in Frage, dort wo er das eigentliche Paar 2 vermutete, wenn wir davon ausgehen, dass er sie dort öfter beobachtete etc.. Dieses Paar hat er dann Wochen später in einem ganz anderen Bereich getötet, in einem ganz anderen Jagenbereich.
Von der Idee (z.B. Nacktheit der Paare)her finde ich dein Beipiel aber nicht schlecht. Wenn man beide Frauen noch einmal genau auf den Bildern betrachtet, dann könnten sie vielleicht auch aufgrund ihrer Lockenpracht/Haare und Farbe, sowie Statur zu einer Verwechslung geführt haben.

Eine Verwechslungstat kann aber dann keine Beziehungstat im engeren Sinne gewesen sein, denn Paar 2 lebte noch zum Zeitpunkt der Tötung von Paar 1. Es ist also davon auszugehen, dass beide Opfer des zweiten Paares am 21. Mai 1989 bei ihren Familien verbrachten. Dieser Umstand kann also niemanden aus dem engeren Umfeld bewegt haben, die Tat an Paar 1 durchzuführen. Somit käme hier vielleicht nur eine Beziehungstat im weiteren Sinne in Frage, d.h. Verehrer, Geliebter, Exfreund usw.. Jemand der nicht tagtäglich mit den Opfern zusammen lebte. Aber auch folgender, von @AngRa aufgeführter Punkt käme hier noch in Betracht und ist ebenfalls nicht von der Hand zu weisen.
AngRa schrieb:Wenn man von dieser Motivation ausgeht, müsste aber, da es sich um zwei Doppelmorde gehandelt hat und es sehr unwahrscheinlich ist, dass der Täter zu beiden Paaren in Konflikt belasteter Beziehung stand, etwas Besonderes im Rahmen der Tatausführung hinzukommen, entweder eine Verwechslung oder die erste Tat diente der Übung und der Vorbereitung der zweiten Tat, um den Tatverdacht vom Umfeld auf einen sexuell motivierten Serienmörder zu lenken.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

09.05.2014 um 08:07
@bb37

Es ist bei der Verwechslungstheorie eine berechtigte Frage, wie bzw. ob der Täter darauf kommen konnte, dass sich Paar Nr. 2 am 21.5. zu einem Stelldichein im Wald einfinden wird. Damit steht und fällt die Theorie.

Aufgrund der Zeitungsberichte kann man davon ausgehen, dass Paar Nr. 2 ein heimliches Liebesverhältnis hatte. Ich denke aber, dass man nicht zwingend davon ausgehen kann, dass die jeweiligen Ehepartner nichts von der Beziehung wussten. Es spricht sogar mehr dafür, dass sie etwas wussten, denn Liebschaften verändern das Verhalten der untreuen Partner und das fällt der engsten Umgebung auf, auch wenn es ihnen selber vielleicht nicht bewusst ist. Zu verbergen ist so etwas nicht. Wenn der Partner den Verdacht anspricht, wird der verdächtigte Teil leugnen, vor allem wenn der heimliche Geliebte oder die heimliche Geliebte ebenfalls verheiratet ist. Zunächst wird es vielleicht möglich sein den Partner zu beschwichtigen. Der Verdacht gärt aber weiter, wenn das Verhältnis fortbesteht und es nach wie vor heimliche Kontakte ( Telefongespräche und Treffen) gibt. Der betrogene Partner nimmt das nicht hin. Er sucht nach dem endgültigen Beweis. Das kann dazu führen, dass Telefongespräche belauscht werden und dass versucht wird die geheimen Treffpunkte herauszufinden. Nicht selten wird der untreue Partner verfolgt, um zu sehen wohin er geht, was er macht, mit wem er sich trifft. So kann es auch im Falle von Liebespaar Nr. 2 gewesen sein.

Ich könnte mir vorstellen, dass auch das Umfeld von I.W. und B.M.K. herausgefunden hat, wo sich beide im Sommer bei gutem Wetter treffen, vielleicht sogar durch frühere Beobachtungen nach heimlichen Verfolgungen. Düstere Gedanken entstehen und es kann sein, dass der Plan gefasst wurde sich für das Verhalten und alle Demütigungen zu rächen.

Der Mensch ist außerdem ein Gewohnheitstier und somit auch berechenbar. Hat sich ein Treffpunkt für ein Vorhaben bewährt, so wird darauf immer wieder zurückgegriffen. Das heißt, dass das Umfeld herausbekommen oder zumindest erahnen konnte, dass an einem bestimmten Tag ein Treffen geplant ist und wo es stattfindet. Auf dem vermuteten Terrain hätte sich jemand positionieren können und als er dort ein Paar gesehen hat, kann es zu einer Verwechslung gekommen sein, wenn nur der Mann von hinten gesehen worden ist, das auch noch aus einer gewissen Entfernung und die Gewaltanwendung , d.h. das Schießen sofort losging, weil die Überwältigung von zwei Personen so am besten möglich ist.


Grundsätzlich könnte ich mir den Ablauf so vorstellen. Voraussetzung dafür wäre aber, dass der Täter davon ausgegangen ist, dass Paar Nr. 2 sich am 21.5.in der Göhrde in dem von ihnen bevorzugten Gebiet treffen wird. Das muss nicht mal heißen, dass ein Treffen tatsächlich stattfinden sollte. Es genügt, wenn der Täter an diesem Tag von einem heimlichen Treffen ausgegangen ist.


Es wäre dann ein Zufall, dass er dort auf Paar Nr. 1 getroffen ist und es mit Paar Nr. 2 verwechselt hat. Das ist natürlich alles wie immer nur Spekulation.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

11.05.2014 um 09:42
Der Täter hat mE sich sehr darum bemüht die Spuren seiner Verbrechen zu beseitigen. Die Leichen hat er im Wald an Stellen abgelegt, die entfernt von den Hauptwegen liegen, so dass Waldbesucher nicht so leicht in ihre Nähe gelangten und er hat sie mit Zweigen etc. abgedeckt. Die Leichen sind nur durch Zufall gefunden worden, so wurde es in Zeitungsberichten immer wieder betont.

Alle weiteren Spuren, die auf einen Verbleib der Opfer und ihren Tod hinweisen, wie etwa bei der ersten Tat blutige Kleidungsstücke oder persönliche Gegenstände wie Brillen, Taschen und Ausweispapiere, hat er beseitigt. Die Fahrzeuge hat er aus der Göhrde weggefahren, damit niemand die verschwundenen Personen in der Göhrde sucht, so dass sie bei Suchmaßnahmen nicht gefunden werden konnten.

Es ist dabei mE unerheblich, dass der Täter nach dem ersten Mord den Honda in Winsen vor einer Bäckerei schräg geparkt hat, ihn unverschlossen und im Innenraum unordentlich hinterlassen hat und das Abstellen des Fahrzeugs nach dem zweiten Mord anders gehandhabt hat. Ihm kam es mE nicht darauf an, dass das erste Fahrzeug schnell gefunden wird. Das war ihm egal. Da er das Fahrzeug nicht irgendwo auf Nimmerwiedersehen versenkt hatte, wusste er, dass es eines Tages ohnehin gefunden wird.Beim Honda sollte der Anschein erweckt werden, als hätte jemand das irgendwo abgestellte Fahrzeug aufgebrochen ( daher war es nicht verschlossen) und sei damit einige Zeit herum gefahren, um es dann irgendwo abzustellen bevor der Autodiebstahl aufkommt.

Beim Tercel ist der Täter aufgrund der Lebenssituation der Opfer, die ihm mE bekannt war, anders verfahren. Das zweite Paar war ein heimliches Liebespaar, so dass bei ihnen nach ihrem Verschwinden im Raum stand, dass sie unter Zurücklassung der Fahrzeuge gemeinsam mit unbekanntem Ziel durchgebrannt sind, wie vor den Leichenfunden in den hannoverschen Zeitungen auch gerätselt wurde.

Wesentlich ist, dass es in beiden Fällen in den Fahrzeugen keine Blutspuren gab und auch keine persönlichen Gegenstände wie etwa Brillen der Opfer oder Ausweispapiere, so dass die Polizei auch nach Auffinden der Fahrzeuge nicht zwingend auf ein Gewaltverbrechen an den Eigentümern schließen konnte. Zwar sprach angesichts der aufgefundenen Fahrzeuge vor allem beim ersten Paar einiges für ein unfreiwilliges Verschwinden der Opfer, aber das war eben nicht gesichert. Das hat zur Konsequenz gehabt, dass die Polizei zwar umfangreiche Suchmaßnahmen eingeleitet hat, die jedoch untauglich waren, weil sie am falschen Ort durchgeführt wurden und somit für den Täter nicht gefährlich werden konnten. Auch eigene Spuren im Fahrzeug hat der Täter akribisch beseitigt.

Es gab jedoch trotz Auffinden der Fahrzeuge zunächst keine intensiven Mordermittlungen mit Durchleuchtung des Umfelds, Zeugenvernehmungen und Mordmotivsuche, weil keine gesicherten Hinweise auf ein Gewaltverbrechen vorlagen. Darauf kam es dem Täter an. Das war für ihn wesentlich. Es war ohne diese eindeutigen Hinweise immer noch möglich, dass die Opfer freiwillig verschwunden waren oder auch einem Unfall zum Opfer gefallen sind. Im Hamburger Abendblatt wurde vor den Leichenfunden auch angedeutet, dass es im Falle der ersten Opfer familiäre Spannungen gab.

Da der Täter mit der Spurenbeseitigung viel Aufwand betrieben hat und auch durch das Wegfahren der Fahrzeuge Risiken auf sich genommen hat, gehe ich davon aus, dass sich Täter und Opfer nicht fremd waren. Ein Täter, der den Opfern zufällig im Wald begegnet ist, hätte mE diesen Aufwand nicht betreiben müssen.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

12.05.2014 um 01:14
Anhang: (8536 KB)@AngRa
Sehr gute Gedanken! Nur bleiben natürlich immer die gewohnten Restzweifel.

1) Warum hat der Täter, so wie von mehreren, unabhängigen Zeugen berichtet, den Wagen an mehreren Tagen an verschiedenen Stellen Am Klaubusch abgestellt; in der Zeit bis zum 19.07.1989? Wenn er doch den persönlichen Bezug zu den Opfern hatte, dann wäre es doch ein erhebliches Risiko, vielleicht gesehen zu werden. (was ja auch passierte, siehe PDF-Datei; Zeitungsartikel Seite S.23 vom 05.10.1989)
Nur darüber habe ich mir jetzt zwei Tage den Kopf zerbrochen. Wie Du bereits beschrieben hast, könnte tatsächlich die Konstellation des Liebespaares ihm diese Sicherheit verschafft haben. Somit ist ihm diese Tatsache bekannt gewesen, oder aber er erlangte dieses Wissen über die Tagespresse. Diese Möglichkeit würde auch noch bestehen. Trotzdem bleibt es suspekt, warum ausgerechnet der Wagen dann noch genutzt wird in den Tagen, gerade weil die Polizei Bad Bevensen überflogen hatte und wohl auch die Parkplätze kontrollierte. (ich glaube nämlich nicht, dass der Wagen vor der Klinik übersehen wurde). Vielleicht haben sich auch Zeugen geirrt und den Wagen verwechselt, da sie sich sicherlich erst nach dem Auffinden Am Klaubusch meldeten. Warum ausgerechnet Bad Bevensen? Eine berechtigte Frage, die ich in einem Zusammenhang mit den Ereignissen nach dem Verschwinden sehe. Für mich steckt hinter den Fahrzeugverbringungen ein Plan. Er wollte dadurch seine Straftat verdecken und von dem eigentlichen Tatort ablenken, sowie durch das Abstellen jeweils eine neue Situation erzwingen. Diese Situation erhält bei beiden Paaren eine unterschiedliche Ausgangssituation! Einmal ein Ehepaar und einmal ein Liebespaar.

Entweder er kannte die Umstände der einzelnen Paare, bzw. eines Paares, oder aber er hatte einen Abstellort für die jeweiligen Fahrzeuge und handelte dann ganz gezielt und geschickt, indem er die Tagespresse verfolgte. Natürlich wäre auch eine Kombination aus beidem möglich.Es ist verzwickt, weil uns die Hinweise und Beweise fehlen, glaube aber, dass wir mit der Annahme nicht weit daneben liegen.
AngRa schrieb:Es ist dabei mE unerheblich, dass der Täter nach dem ersten Mord den Honda in Winsen vor einer Bäckerei schräg geparkt hat, ihn unverschlossen und im Innenraum unordentlich hinterlassen hat und das Abstellen des Fahrzeugs nach dem zweiten Mord anders gehandhabt hat. Ihm kam es mE nicht darauf an, dass das erste Fahrzeug schnell gefunden wird. Das war ihm egal. Da er das Fahrzeug nicht irgendwo auf Nimmerwiedersehen versenkt hatte, wusste er, dass es eines Tages ohnehin gefunden wird.Beim Honda sollte der Anschein erweckt werden, als hätte jemand das irgendwo abgestellte Fahrzeug aufgebrochen ( daher war es nicht verschlossen) und sei damit einige Zeit herum gefahren, um es dann irgendwo abzustellen bevor der Autodiebstahl aufkommt.
Es war nach dem Auffinden des Honda sofort klar gewesen, dass etwas mit dem Ehepaar passiert sein muß, da Herr R. mit seinem Auto einen sehr peniblen Umgang pflegte. Vielleicht hast Du Recht und er wollte einen Raub vortäuschen/Diebstahl. Da aber das Ehepaar verschwunden war, dem Täter wahrscheinlich die Familienunstände nicht bekannt waren, mußte er davon ausgehen, dass die Polizei alsbald nach dem Verschwinden auch von einer Straftat/Tötungsdelikt ausgeht. Eine ganz andere Konstellation, als es sich dann Wochen später bei Paar 2 zugetragen hatte. Dort mußte er den Wagen in Bad Bevensen ebenfalls abstellen, damit seine Überlegung im Einklang mit den Medienberichten steht. Ich glaube daher, dass der Täter auch dort bewußt den Wagen so hinterlassen hat. Dadurch versuchte er das Augenmerk, schnellstmöglich auf Winsen zu lenken. Den Grund für meine Annahme kann ich auch nennen: die Göhrde! Dieses Gebiet wurde von dem Ehepaar angefahren, es gab Zeugen innerhalb der Familie, die von dieser Wochenendfahrt wußten. Mit einer solchen Information mußte der Täter bei Paar 1 rechnen, wohl aber nicht bei Paar 2, bei denen auch schnell ersichtlich war, dass sie kein Ehepaar waren.. Damit schnell und konsequent in eine andere Richtung ermittelt wird, mußte der Wagen bei dem Paar in Winsen abgestellt werden. Anfänglich dachte ich noch, dass der Wagen dort im Speckgürtel abgestellt wurde, damit er nicht auffällt. Das ist allerdings Quatsch, wenn man die Auffindesituation des Fahrzeugs betrachtet.
Abstellorte liegen auch an einem günstigen Bus- und Bahnverkehrnetz, so dass der Täter dies zusätzlich als Fluchtmöglichkeit mit einkalkulierte.

Im Anhang habe ich die PDF-Datei noch um einige weitere Artikel ergänzt


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

12.05.2014 um 08:34
@bb37

Bei vermissten Personen hält die Polizei oft eine Gewalttat für möglich, aber es wird nicht die Maschinerie in Gang gesetzt wie bei einem definitiv feststehenden Gewaltverbrechen.


Im Falle der Düsseldorfer Liebespaarmorde in den 50iger Jahren war es in einem Fall auch so, dass der Täter das Fahrzeug der Opfer vom Tatort weggefahren hat und zwar in die Nähe des Düsseldorfer Hauptbahnhofes. Das Paar war nicht verheiratet, beide lebten noch bei den Eltern. Die Eltern des Sohnes waren davon überzeugt, dass dem Sohn etwas Schlimmes zugestoßen ist, denn er hatte vor seinem Verschwinden angekündigt, dass er nur noch kurz weggeht und in 2 Stunden wieder zurück sein wird. Die Polizei war bis zum Leichenfund hin und her gerissen. Eben weil einiges für eine Gewalttat sprach und dieses andererseits aber nicht gesichert war, u.a. wegen der fehlenden Spuren ( Blutspuren etc.) im Auto und der nicht auszuschließenden Möglichkeit, dass sich der erwachsene Sohn eben doch mit seiner Freundin, die ebenfalls verschwunden war, abgesetzt hat.

Da der Täter damals mit dem Fahrzeug der Opfer gefahren ist, hat die Polizei ihn auch als besonders kaltblütig eingestuft. Das mag so sein. Nur wenn er das Fahrzeug in Tatortnähe hätte stehen lassen, wären die Opfer im verbrannten Heuschober schnell gefunden worden.

Es war auch in diesen Fällen nie so ganz klar wo Täter und Opfer sich kennengelernt haben. Die Polizei vermutete, dass der Täter auf seine Opfer in Gaststätten aufmerksam geworden ist. Das männliche Opfer war stets sehr elegant gekleidet, soll eine anziehende Wirkung auf Frauen gehabt haben und er soll in Gaststätten sehr redselig und freigiebig gewesen sein, so dass hier ein Auslöser zur Tat vermutet worden ist. Die Polizei ist davon ausgegangen, dass die Art des Mannes, weil er eben so war, wie er nicht sein konnte, den Hass im Täter ausgelöst hat. Das nur mal so nebenbei zum damals vermuteten Motiv. Das Motiv ist damals aber auch nicht richtig ans Tageslicht gekommen.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

13.05.2014 um 01:01
@AngRa
Man weiß natürlich nicht, ob jetzt beide Täter exakt nach dem gleichen Motiv vorgingen.
Seine Taten (wir gehen immer von einer Einzelperson aus!)werden gut durchdacht gewesen sein, ein typisches Zeichen für einen (Serien)-Mörder.
So wie er die Taten an Pärchen plötzlich begann, so schnell endeten sie dann auch offensichtlich wieder. Das macht mich stutzig! Wenn ein Täter für seine Mordserie ein gewisses Schema verfolgt und/oder dieses auch umsetzt, dann müßte es ihm eigentlich so ergangen sein, wie es vielen Serienmörder gegangen ist. Sie können nicht von ihren Taten und dem daraus resultierenden und befriedigenden Gefühl ablassen, somit ist die Wiederholungsgefahr sehr groß. Dabei verlieren sie ihr Motiv natürlich nicht aus den Augen.
Auch wenn der Schock und Frust für den Täter anfänglich vielleicht riesig war, dass die Leichen des ersten Paares gefunden wurden, so muß nach einer gewissen Zeit wieder das Gefühl in ihm aufgekommen sein, sein perifides Spiel erneut auszuführen. Eben auch nach den Jahren, wenn er doch merkt, dass keine akute Gefahr für ihn besteht, gefasst zu werden. Ob man eine solche Sicherheit jemals wieder erlangt?
Fraglich natürlich, ob er nicht aufgrund einer anderen Straftat bereits in Konfrontation mit der Polizei stand. Sollte es nicht so gewesen sein, dann könnte er sogar sein Tatmuster (z.B. auf Einzelpersonen) geändert haben, damit kein Verdacht auf ihn fällt.
Ein aprubter Abbruch der Tatserie könnte somit in einem anderen Zusammenhang stehen.
Man könnte auch annehmen, dass genau dadurch der Täter sein Ziel/Ergebnis erreicht hatte, so wie wir es bereits vielfach erwähnt hatten.
Wäre es nicht leichtsinnig im Wald auf Pärchen zu warten, ohne diese vorher zu kennen und einzuschätzen? Was gibt dem Täter die Garantie auf Opfer zu treffen, denen es fremd ist, einen möglichen Dreikampf mit einem Täter auf sich zu nehmen? Woher nimmt man eine solche Sicherheit?

Ein Einzeltäter sollte auf eine solche Situation geschult sein, wobei es sicherlich ratsam wäre, erst den Mann außer Gefecht zu setzen. Auffällig wäre dann noch die Fesselung durch das Leukoplast bei der Frau, vielleicht ein Zeichen für den Einzeltäter. Wobei man dies nicht abschließend darauf festnageln sollte, denn es gab in der Vergangenheit viele Täter, die auch zusammen Fußfessel anlegten, um die Situation und Lage besser abzuschätzen. Um zwei Opfer zu überwältigen, ist man mit mehreren Personen/Tätern, eher auf der sicheren Seite. Auch für die gesamte Tatdurchführung, sowie den zeitlichen Bereich vor und nach der Tat.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

17.05.2014 um 08:14
bb37 schrieb am 12.05.2014:Vielleicht hast Du Recht und er wollte einen Raub vortäuschen/Diebstahl.
Dass der Täter nach der 2. Tat in aller Seelenruhe noch mit dem Auto des Opfers herumfuhr eine Woche lang, obwohl diese Opfer im Vergleich zu den ersten schnell vermisst und gefunden wurden, finde ich merkwürdig. Vielleicht ist es auch so, dass gar nicht der TÄTER mit dem Wagen noch 1 Woche herumfuhr, sondern er diesen Wagen AUCH wieder irgendwo unabgeschlossen merkwürdig abgestellt hatte mit dem bewussten Ziel, dass der Wagen TATSÄCHLICH dann gestohlen wird. Beim ersten Mal hat das nicht geklappt, dann hat er sich beim 2. Mal vielleicht für das Abstellen des Wagens eine andere Ecke gesucht, wo man eher damit rechnen kann, dass ein auffällig abgestelltes unverschlossenes Auto gestohlen wird. Und nicht der Täter ist dann 1 Woche mit dem Wagen noch rumgefahren, sondern ein Autodieb, der dann nach 1 Woche erst checkte, dass er mit dem Auto von einem Ermordeten durch die Gegend fuhr und somit selbst in Verdacht geraten würde, die Morde begangen zu haben.

Wie gesagt, ich fänd es ansonsten wirklich sehr merkwürdig, dass der Täter dieses Risiko eingegangen sein soll, noch 1 Woche mit dem Auto des/der 2. Opfer zu fahren.


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17.05.2014 um 15:01
@diegraefin

Das ist natürlich auch denkbar, dass das nachlässig offen abgestellte Fahrzeug zum Diebstahl animieren sollte.

ME sollte aber der Eindruck erweckt werden, als sei das Fahrzeug den Eigentümern, die es irgendwo abgestellt hatten, entwendet worden und zu Spritztouren benutzt worden. Auf diese Art und Weise war es dann völlig im Dunkeln, wo das Fahrzeug ursprünglich geparkt worden ist und demzufolge auch, wo die Eigentümer sich zuletzt aufgehalten haben.

Wichtig war auf jeden Fall, dass im Innenraum keine Blutspuren vorhanden waren und keine persönlichen Gegenstände der Opfer wie Brillen oder Ausweispapiere, die sie im Alltag brauchten und die sie auch brauchten falls sie sich irgendwo hin abgesetzt haben. Es durfte nichts auf ihren Tod hindeuten.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

17.05.2014 um 15:08
@AngRa

Aber wäre es nicht schlauer, das Auto unauffällig abgeschlossen irgendwo zu parken, wo ständig viele Autos parken (gut besuchter Tag und Nacht frequentierter öffentlicher Parkplatz in der Innenstadt oder in einer dicht besiedelten Wohnstraße mit ständigem Kommen und Gehen)? So wie der Täter es abstellte, musste er ja damit rechnen, dass das Auto ziemlich schnell jemandem auffällt, aber genau DAS dürfte er ja zu dem Zeitpunkt noch nicht gewollt haben eigentlich. Hätte er das Auto irgendwo gut versteckt abgestellt, wären weder Auto noch Opfer schnell gefunden worden und niemand hätte gewusst, wo sie sind. Man wäre auch viel weniger schnell von einem Verbrechen ausgegangen, wenn zwei Menschen + ihr Auto spurlos verschwunden wären.

Ich denke daher, es war entweder echt seine Absicht, dass das Auto gestohlen wird (beim 2. Mal könnte das funktioniert haben, d.h. der der 1 Woche mit dem Auto rumfuhr, muss nicht der Mörder gewesen sein) oder er hat aus Nervosität das Auto beim 1. Mal fluchtartig verlassen und es deshalb so abgestellt (vielleicht hatte er ja z.B. zufällig ein Polizeiauto hinter sich oder hörte eine Polizeisirene, hat das Auto dann schnell abgestellt, ist rausgesprungen und zu Fuß weg, weil er dachte, die sind schon hinter IHM her). Absichtlich, damit es gefunden wird kann ich mir nicht vorstellen, denn so hätten die Opfer das Auto ja nie hingestellt, also kann das ja nicht als Täuschungsmanöver gedacht gewesen sein, dass sie selbst das Auto so abgestellt haben.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

17.05.2014 um 16:17
@diegraefin
Das ist eine weitere Möglichkeit. Das würde allerdings bedeuten, dass die Fahrzeuge vorher an anderen Orten geparkt wurden, wo sie auch hätten auffallen müssen. Gerade beim zweiten Fahrzeug war das Verbringen nach Bad Bevensen (letzter Aufenthalt von Frau W.) daher ein erhebliches Risiko.
Ich glaube, dass der Täter den Wagen in seinem eigenen Umfeld irgendwo abstellte, denn das Auffinden der Fahrzeuge dauerte in etwa bei beiden Taten eine Woche. Viel Zeit, um den Wagen irgendwo im nahen Umfeld (Schuppen, Garage) abzustellen und dann sein Handeln danach auszurichten, was in der Öffentlichkeit und von Seiten der Polizei passiert. Wären die FZ an anderen Orten aufgefallen, gäbe es sicherlich dafür weitere Zeugen. Beim ersten Fahrzeug, dem Honda ist mir nicht bekannt, dass er irgendwo an einem anderen Ort gesehen wurde. Abgestellt wurde er in Winsen aber erst einige Tage nach den Taten. Jeweils wurden die Paare erst nach den Fahrzeugen gefunden. Bei beiden Fahrzeugabstellungen meine ich eine Art Strategie zu erkennen. Deswegen waren sicherlich auch Spuren Mangelware. Wäre der Wagen von einer Dritten Person entwendet worden, dann hätte man sicherlich einiges mehr an Spuren etc. entdeckt.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

17.05.2014 um 17:33
Ich habe noch eine wichtige Frage, um die ich den Fragenkatalog von @bb3 vom 03.05.2014 um 14:36 ergänzen möchte und zwar:
....

8) Was ist die Handschrift des Göhrdemörders, sozusagen seine Visitenkarte? Woran erkennt man ihn?

Das ist eine wichtige Frage vor allem im Hinblick darauf, ob ihm weitere Taten zugeordnet werden können.

Zur Handschrift eines Täters gehören mE in erster Linie die Tötungshandlungen. Auch wenn nicht mit letzter Sicherheit nachweisbar ist dass auch das erste männliche Opfer eine Schussverletzung hatte, so gehe ich doch davon aus, dass auch das erste Opfer angeschossen worden ist, so wie es beim zweiten männlichen Opfer festgestellt werden konnte. Die Frauen wurden durch Schläge auf den Kopf getötet, die Männer stranguliert und es wurde auf sie geschossen. Die Opfer wurden teilweise mit Leukoplast gefesselt.

Die Tötungshandlung zeigt mE, dass es dem Täter nicht nur auf das Töten der Opfer ankam, sondern er wollte mehr. Er wollte entweder mit ihnen vor dem Tod noch abrechnen, weil er Hass und Wut auf sie hatte oder er wollte sie vor dem Tod "bearbeiten" im Sinne von quälen, weil er sadistisch veranlagt war. Das gilt jeweils für beide Opfer, denn auch das männliche Opfer wurde nicht "bloß" erschossen, sondern es wurde auch stranguliert.

Es gehört mE auch das Abdecken der Leichen dazu, sowie das Wegfahren der Fahrzeuge und ggfls. die zwischenzeitliche Nutzung der Fahrzeuge.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

17.05.2014 um 19:46
@AngRa

Der Ehemann von Frau W. ist ja verstorben... Hier in der Gegend
heißt es, er habe sich das Leben genommen... Auf jeden Fall wurde er in der Badewanne gefunden... welchen Kenntnisstand hast du?


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

17.05.2014 um 20:20
@Axolotl

Dass Herr W. schon im September 1996 nicht mehr gelebt hat, ist mir aus dem Spiegel-Artikel vom 9.9.1996 bekannt.

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-9089608.html

Im allmy Göhrde Thread wurde gepostet, dass er 1996 an Krebs gestorben sei. Inwieweit die genannte Todesursache zutreffend ist, weiß ich natürlich nicht.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

18.05.2014 um 00:46
AngRa schrieb:Auch wenn nicht mit letzter Sicherheit nachweisbar ist dass auch das erste männliche Opfer eine Schussverletzung hatte, so gehe ich doch davon aus, dass auch das erste Opfer angeschossen worden ist, so wie es beim zweiten männlichen Opfer festgestellt werden konnte.
Da bleiben aber imo aber schon ganz klare Zweifel. Ich habe es im Hauptthread vor Wochen schon gesagt:
Es gibt kaum Stellen im menschlichen Körper, wo ein Knochen nach einem Schuss in den Körper noch nicht einmal erkennbar gestreift wird. Die Obduktion von Paar1 hätte das schon irgendwie deutlich machen müssen, tat sie aber nicht.

Ich bringe es für mich wirklich auf die einfache Formel

Todesursache nicht feststellbar <=> Tod durch Nicht-Erschießen


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

21.05.2014 um 01:46
Heute jähren sich die Göhrdemorde zum 25. Mal (21. Mai 89: Ermordung der Reinolds).

Dazu sind heute in der Presse gleich mehrere Artikel erschienen:

Bitte beim folgenden Link auf den NDR-Artikel unbedingt (!!!) die Bildergalerie "Der Sherlock Holmes der Göhrde" anschauen. Der Sherlock Holmes ist kein Geringerer als unser User it-s-him. :)

http://www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/lueneburg_heide_unterelbe/Goehrde-Morde-Hoffnung-haengt-an-zwei-Haaren,goehr...

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/hamburg/article128200381/Raetsel-um-den-Goehrde-Moerder.html

http://www.abendblatt.de/region/article128207306/Das-grosse-Raetsel-um-den-Goehrde-Moerder.html

http://www.weser-kurier.de/region/niedersachsen_artikel,-Fuehren-Haare-zur-Aufklaerung-der-vier-Morde-_arid,855753.html

http://www.az-online.de/lokales/landkreis-uelzen/uelzen/zwei-haare-spur-3567449.html


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

21.05.2014 um 01:54
Wer den Welt-Artikel nicht lesen kann wegen Abo-Pflicht... es gibt da eine kleine Möglichkeit, die kostenpflichtigen Welt-Artikel weiterhin kostenfrei zu lesen... einfach ein Schlagwort aus der Überschrift (also "Göhrde") bei Google News eingeben, den erscheinenden Artikel anklicken und schon heißt es "Sesam öffne dich" - auch ohne Bezahl-Abo. Dieser "Trick" funktioniert übrigens bei allen Welt-Artikeln. ;)

Generell habe ich die Artikel über die Google News-Suchfunktion gefunden; es wäre denkbar, dass in den nächsten Tagen noch weitere Artikel erscheinen.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

21.05.2014 um 13:08
Den Artikel aus dem Weserkurier finde ich sehr interessant.

Ich stelle ihn daher hier komplett ein:



"Führen Haare zur Aufklärung der vier Morde?

Von Peer Körner

Göhrde. Ein heißer Sommer, ein einsamer Wald. Zwei Paare bezahlen den Ausflug in die Göhrde mit dem Leben. Der Mörder kann 1989 entkommen. Die Polizei hat zwei Haare, das könnte eines Tages reichen.


25 Jahre nach den Göhrde-Morden
© Björn Vogt, dpa

Die heute 73-jährige Zeugin erinnert sich noch gut daran, wie sie hier dem vermeintlichen Mörder begegnete.


Lichte Kiefernwälder, sanfte Hügel südlich der Elbe. Es ist ein einsamer Landstrich, die Göhrde östlich von Lüneburg. Es ist heiß, fast so wie damals. Das Ehepaar ist aus Hamburg gekommen, ein romantischer Ausflug mit dem Auto, es ist der 21. Mai 1989. Sieben Wochen später finden Beerensammler im Wald zwei Tote, größtenteils bereits skelettiert. Die Spaziergänger holen Hilfe, sie sehen noch einen Mann mit dunklem Haar, die Polizei kommt.

Unbemerkt schlägt keine 800 Meter entfernt am 21. Juli der Mörder erneut zu, wieder ist es ein Paar mittleren Alters. Die aus Uelzen stammende Frau wird erschlagen, ihr Begleiter aus Hannover stranguliert und mit einem Kopfschuss getötet. Wieder kann der Mörder mit dem Wagen seiner Opfer entkommen, das Auto wird später in Bad Bevensen entdeckt.

„Wir haben immer noch Hoffnung, den Täter zu finden“, sagt Kai Richter, Polizeisprecher in Lüneburg. „Wir haben seit damals zwei für das Verfahren relevante Haare und hoffen, ihm dank voranschreitender Technik auch nach einem Vierteljahrhundert noch auf seine Spur zu kommen.“ Doch die Suche nach genetischen Spuren ist schwierig. „Wir stehen in engem Kontakt mit einem Labor in Österreich“, sagt Richter. „Sobald die DNA auch ohne Wurzeln mit hoher Wahrscheinlichkeit bestimmt werden kann, werden die Haare analysiert.“

Der damals zuständige Kriminalhauptkommissar ist vor zwei Jahren pensioniert worden. Über den Fall möchte er heute nicht mehr sprechen. „Irgendwann muss Schluss sein. Das macht jetzt ein anderer Kollege“, hat er der „Landeszeitung“ in Lüneburg gesagt. Er war damals einer der ersten am Tatort. „Das sind Bilder, die man nicht vergisst“, sagt Richter. Auch als Polizist könne man so etwas nie ganz zurückdrängen. Die Leichen waren nackt, die Todesursache konnte bei dem Ehepaar nicht mehr bestimmt werden. Sexuelle Motive könnten zumindest nicht ausgeschlossen werden, sagt Richter. Bis zu 50 Beamte waren im Einsatz, fast 2000 Spuren wurden abgearbeitet, rund 5000 Menschen befragt. „Ich habe das Ehepaar und den Mörder gesehen“, sagt eine Zeugin von damals. Am 21. Mai 1989 war sie mit einer Freundin im Wald reiten, berichtet sie.

Da seien ihr die Hamburger mit einem Korb entgegengekommen. Warum die Dame ein Körbchen trage, habe die Freundin noch gefragt, für Pilze sei es doch noch zu früh. „Da ist nur das Picknick drin“, habe die Hamburgerin lachend geantwortet. Zwei Stunden später rast ein Honda auf die Reiterinnen zu. „Wir waren zu Tode erschrocken und mussten Platz machen“, sagt sie. Sie merken sich das Kennzeichen und melden sie es später der Polizei. „Sein Gesicht konnten wir nicht erkennen, dazu war er viel zu schnell, und wir mussten ja buchstäblich unser Leben retten“, erinnert sie sich. „Mir ist immer noch gruselig, wenn ich dort in der Nähe bin.“

http://www.weser-kurier.de/region/niedersachsen_artikel,-Fuehren-Haare-zur-Aufklaerung-der-vier-Morde-_arid,855753.html

Demnach ist das Ehepaar R. nach Angaben von Zeugen mit einem Picknickkorb in der Göhrde gesehen und sogar von ihnen angesprochen worden. Außerdem wurde nach Zeugenangaben auch beobachtet wie der Mörder mit dem Honda davon gefahren ist.

Interessant ist auch, dass KHK Weihser nach der Pensionierung nicht mehr für den Fall zu sprechen ist und dass sexuelle Motive zumindest nicht ausgeschlossen werden können.

Das liest sich ganz und gar nicht so, als wenn die Polizei bei den Taten einen sexuellen Hintergrund vermutet und dieses alle anderen Motivüberlegungen verdrängen müsste.


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Die Göhrde-Morde; "Serientäter" oder "Auftragsmord"?

21.05.2014 um 18:40
Hier noch ein weiterer interessanter Zeitungsbericht:

"Dem Phantom begegnet: vor 25 Jahren schlug der Göhrde-Mörder zu

Auf den Tag genau heute vor 25 Jahren schlug der "Göhrde-Mörder" das erste Mal zu. Seine Opfer: Das Ehepaar Ursula und Peter Reinold aus Hamburg-Harburg. wendland-net.de" sprach mit der Zeugin, die das Ehepaar als letzte lebend gesehen hatte - und zwei Stunden später dem Göhrde-Mörder begegnete.

Ellen Fischer (Name von der Redaktion geändert) erinnert sich noch genau an den Ausritt am 21. Mai 1989, vor 25 Jahren. "In der Göhrde war es warm und sonnig, es war dasselbe Wetter wie heute." Auf einem schmalen Pferdetrail unweit der "Castor-Bahnstrecke" in der Nähe des Dörfchens Govelin kamen ihr und ihrer Begleiterin das Ehepaar Reinold aus Hamburg-Harburg entgegen. Reinolds mussten ausweichen, damit die Pferde passieren konnten, es enstpann sich ein kurzes Gespräch.


Warum denn die Dame ein Körbchen am Arm trüge, für Pilze sei es doch noch viel zu früh? Darin befände sich nur das Picknick, lachte Ursula Reinold. Ellen Fischer fiel auch der markante Feldstecher auf, den Peter Reinold um den Hals trug, "so ein Bundeswehr-Fernglas". Und seine nagelneuen weißen Turnschuhe. "Sie waren fröhlich und genossen den schönen Tag, ebenso wie wir", erinnert sich Ellen Fischer.

Einen dieser Schuhe sah sie vier Tage später auf einem Waldweg in der Nähe liegen, bei einem weiteren Ausritt, an derselben Stelle, im Galopp. Ein Detail, welches die Polizei später sehr interessierte.

Denn Ellen Fischer und ihre Begleiterin waren die letzten Zeugen, die das Ehepaar Reinold lebend sahen. Rund zwei Stunden später raste ein Honda Civic auf die Reiterinnen, die inzwischen auf einem Waldweg zurückritten, zu, "in einer Affengeschwindigkeit", erinnert sich die 74-jährige. "Er machte keinerlei Anstalten, zu bremsen. Wir waren tatsächlich zu Tode erschrocken und mussten mit den Pferden blitzschnell eine steile Böschung hinauf, um Platz zu machen. Meine Begleiterin hat sich das Kennzeichen gemerkt, HH-R 246".

Zu Tode erschrocken waren die beiden Reiterinnen völlig zu recht: Es war der Göhrde-Mörder, der voll auf sie zuhielt. Ein Phantom. Denn bis heute sind die grausamen Göhrde-Doppelmorde nicht aufgeklärt. Sie gehören zu den rätselhaftesten Mordfällen der Bundesrepublik. Im Internet beschäftigen sich noch heute neben der Kripo zahlreiche Hobby-Kriminologen mit den Fällen. Bislang ohne Erfolg.

Sechs Wochen später fiel den beiden Frauen auf, dass sie genau dieses Fahrzeug gesehen hatten, was in der Sendung "XY ungelöst" vorgestellt wurde - das Auto der Opfer. Der Mörder hatte es in der Nähe des Bahnhofes von Winsen/L. abgestellt. Ellen Fischer wandte sich an die Polizei. Schon tags darauf fuhr sie mit der Kripo zu der Stelle, wo sie die Reinolds sah, und kurz darauf den Göhrde-Mörder. "Sein Gesicht konnte ich nicht erkennen, dazu war er viel zu schnell, und wir mussten ja buchstäblich unser Leben retten", erinnert sie sich. Die Pferde wären durchgegangen. Was für ein Glück sie wirklich hatten, haben sie erst später begriffen. Ellen Fischer schaudert es noch immer, wenn sie durch die Göhrde fährt, diesen trotz der sanften Mai-Sonnenstrahlen geheimnisvollen, düsteren Wald.

Es wird vermutet, dass die Reinolds eine Lichtung aufsuchten, um sich zu sonnen. Heute steht fest: Das Ehepaar wurde dort umgebracht, der Mörder brachte seine Opfer aber in eine nahegelegene Senke. Erst sieben Wochen später entdeckten Blaubeersammler die Leichen, die inzwischen größtenteils skelettiert waren.

Die genaue Todesursache konnte auch eine Obduktion nicht klären. Nachdem die Blaubeersammler die Leichen entdeckt hatten, begegnete ihnen ein braunhaariger, kräftig gebauter, 40 Jahre alter Mann mit einem Beutel in der Hand. Die Kriminalpolizei nimmt an, dass es sich um den Täter handelte, der genau an diesem Tag weitere Opfer suchte. Und fand.

Am 12. Juli 1989, dem Tag der Entdeckung des ersten Doppelmordes, fuhren eine Hausfrau aus Uelzen und ein Handelsvertreter aus Hannover gemeinsam in die Göhrde. Ein Liebespaar, das einen Ausflug machte. Sie hatten sich während einer Kur kennengelernt, ihre jeweiligen Ehepartner wussten nichts von der Beziehung. Sie parkten nahe dem Forsthaus Röthen und gingen in die Göhrde. Im Waldabschnitt Jagen 138 trafen sie auf den Täter, der sie mit Leukoplastband an Händen und Füßen fesselte. Beide mussten sich mit dem Gesicht nach unten legen. Der Täter würgte den Mann und tötete ihn von hinten durch Kopfschüsse mit einer Kleinkaliberwaffe. Der Frau zertrümmerte er den Schädel. Anschließend flüchtete er mit dem Toyota des Mannes. Der Mörder fuhr noch etwa eine Woche mit dem Wagen, ehe er ihn in Bad Bevensen abstellte.

Zwei Wochen später entdeckten Polizeibeamte bei einer Flächensuche die beiden Opfer des zweiten Doppelmordes. Der Todeszeitpunkt konnte sicher auf den 12. Juli 1989 datiert werden, exakt den Tag, an dem die Polizei ihre Ermittlungen am Fundort des ersten ermordeten Paares aufnahm. Der Tatort lag nur etwa 800 Meter entfernt von den ersten beiden Opfern. Der Täter beging den zweiten Doppelmord zu einer Zeit, als die Kriminalpolizei am Fundort der ersten Opfer ermittelte. Tests ergaben, dass Schüsse trotz der geringen Entfernung nicht zu hören gewesen wären, weil sowohl der Fundort der Leichen des ersten Doppelmordes als auch der Tatort des zweiten Doppelmordes in Senken lagen.


Trotz tausender Hinweise und zwei heißen Spuren konnte der Mörder bis heute nicht gefasst werden. Einen letzten Trumpf hat die Polizei noch im Ärmel: Nach der zweiten Tat waren zwei Haare - leider ohne Haarwurzel - im Fahrzeug sichergestellt worden, die weder den Opfern noch deren Umfeld zuzuordnen waren. Noch immer ist die Technik nicht so weit, dass sich aus den Haaren DNA sicher isolieren lässt, da sie bei dem Versuch unrettbar zerstört werden. Aber Mord verjährt nicht, und Techniker haben Zeit. "



2014-05-21; von Björn Vogt

http://wendland-net.de/post/dem-phantom-begegnet-vor-25-jahren-schlug-der-goehrde-moerder-zu-37210

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Der Bericht ist vor allem deshalb interessant, weil sich die Zeugin genau an das Fernglas erinnern will, das Herr R. um den Hals trug.

Man kann nur rätseln. Was stimmt denn nun? Hatte Herr R. das Fernglas beim Ausflug dabei und hat KHK Dieter Weihser, wie in einem Zeitungsbericht erwähnt, jahrelang danach gesucht oder wurde es Jahre nach der Tat im Keller gefunden, wie hier von @stummelmaus berichtet wurde.

Wenn Herr R. es tatsächlich nicht um den Hals getragen haben kann, weil es im Keller lag, was ist dann insgesamt von der Aussage der Zeugin zu halten, die später auch noch einen weißen Schuh von Herrn R. gesehen haben will? Oder war doch alles ganz anders und das Fernglas ist nicht wieder aufgetaucht?


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