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Der erste 1769 erschienene Teil einer Dramentrilogie von Klopstock über die Schlacht im Teutoburger Wald des Jahres 9.

Formal ganz streng nach griechischen Vorbildern: ein einziger Schauplatz am Odins-Tempel, eine kurze Zeitspanne (die Schlacht), die Dialoge handeln ausschließlich über die Schlacht (keine Vor- oder Nachgeschichten). Die Schlachthandlung selbst wird über einen Chor eingebracht, man wird nie in sie selbst einbezogen.

Die Handlung selbst ist einfach: Hermann gewinnt die Schlacht gegen Varus, sein Vater Sigmar wirft sich als alter Mann selbst ins Kampfgetümmel und erhält eine tödliche Wunde, Hermanns Bruder Flavius kämpft auf der Seite der Römer und wird schließlich auf Wunsch von Hermanns Braut Thusnelda als Gefangener nicht zum Tode verurteilt.

Nicht mehr so einfach ist die trotz Klopstocks Quellenstudiums sehr anachronistische Aufarbeitung der Schlacht als Kampf der Germanen gegen die Römer (so gibt es eine Aufzählung aller möglichen zeitgenössischen germanischen Stämme), als vaterländischer Kampf.

Dieses (eigentlich sehr hölzern geschriebene) Drama gilt als Beginn eines deutschen Nationalismus sowie der Rezeption der Schlacht im Teutoburger Wald als nationales Ereignis. Insofern ist dieses Drama kulturhistorisch von großer Bedeutung.

Weitergehende Infos im Spoiler

Der Text:
http://www.zeno.org/Literatur/M/Klopstock,+Friedrich+Gottlieb/Dramen/Hermanns+Schlacht

Der Autor:
Wikipedia: Friedrich Gottlieb Klopstock

Die Rezeption:
http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=14395
http://www.uni-muenster.de/imperia/md/content/germanistik/lehrende/wagner-egelhaaf_m/hermanns_schlachten-klopstock_oder_medien_des_nationalen_imagin__ren.pdf