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SD-Karte Filesystem Block/Cluster-Versuche

244 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kris Kremers, Lisanne Froon, SX270 HS ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

SD-Karte Filesystem Block/Cluster-Versuche

28.07.2026 um 23:09
Zitat von cycliccyclic schrieb:wonach #510 ohne Blitz aufgenommen worden sein soll.
Ohne Blitz wäre ne plausible Erklärung, kA welchen Einfluss Halbmond hätte.

Bei deinen Bildern findet man in den EXIF-Daten: Flash: Off, Did not fire
Das findet man auch bei den Tagfotos, während bei den Nachtfotos das steht: Flash: Auto, Fired

Passiert das automatisch (von Off auf Auto) beim (manuellen) Ausfahren des Blitzes?
Zitat von cycliccyclic schrieb:Aber so sehr interessiert mich dieses Detail jetzt eigentlich auch nicht.
Nee, null. Wir graben ja jetzt schon tiefer, als es für die zur Verfügung stehenden Daten Sinn macht. :D


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SD-Karte Filesystem Block/Cluster-Versuche

29.07.2026 um 07:03
Zitat von Offshore7Offshore7 schrieb:Passiert das automatisch (von Off auf Auto) beim (manuellen) Ausfahren des Blitzes?
Im AUTO-Modus kann man den Blitz gar nicht manuell zwangsweise aktivieren. Man kann ihn deaktivieren oder ebenfalls auf Auto stellen (zwangsweise aktivieren kann bzw. muss man ihn in anderen Programmen z.B. Zeitautomatik)

Weiß jetzt nicht 1000% was die Werkseinstellung ist, aber doch ziemlich wahrscheinlich ist sie dass der Blitz automatisch aktiviert wird, wenn es halt zu dunkel ist.

Für diese Fotos habe ich den Blitz aber deaktiviert. Das müsste demnach jemand auch bei der Originalkamera gemacht haben. Denn so dunkel kann es sonst nur unter sehr speziellen Umständen sein. Da vor dem 8.4. keine Blitzbilder bekannt sind, kann das irgendwann umgestellt worden sein. Naheliegend wäre in einem Museum oder einer Kirche (aber auch solche Bilder sind ja nicht bekannt).


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SD-Karte Filesystem Block/Cluster-Versuche

19.08.2026 um 14:08
Zitat von cycliccyclic schrieb am 11.07.2026:Ach du meine Güte, jetzt erst begreife ich worauf du die ganze Zeit hinaus willst! Und du hast völlig Recht
Zitat von cycliccyclic schrieb am 11.07.2026:Im letzten Sektor von #510 (und folgenden) könnte, mit etwas Glück, ein Rest von #509 stehen. Und da man alle anderen Dateien ja hat (wenn man einen Abzug der SD-Karte hat) könnte man das sogar ziemlich sicher feststellen, ob es ein Rest von #509 sein muss.

Voraussetzungen:
1) Nur wenn die Kamera zw. #509 und #510 nicht ausgeschaltet wurde
2) Nur wenn #510 RAM-Slack hat der lang genug ist
3) Und wenn #509 mehr von seinem letzten Sektor gefüllt hat als #510

Aber die Chance wäre schon absolut gegeben.
Hast du eine Ahnung, welche Datenfelder Reste von 509 enthalten könnten?
Wie laßen sich diese als Überreste identifizieren?
Könnten diese Überreste Aufschluss über Zeitpunkt, Ort, oder die Möglichkeit der Bildrekonstruktion geben?

Könntest du ein solches „Überrestexperiment“ mit deiner eigenen Kamera durchführen?
510 war komplett dunkel, also vielleicht war die Foto mit aufgesetztem Objektivdeckel gemacht.


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19.08.2026 um 18:07
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:Hast du eine Ahnung, welche Datenfelder Reste von 509 enthalten könnten?
Es gibt zwei Möglichkeiten: die eine kennen wir schon lange: zwischen zwei Dateien bleibt normalerweise ein Bereich der nicht beschrieben wird. Wenn #509 gelöscht wurde bevor #510 aufgenommen wurde, dann überschreibt #510 den alten Bereich von #509. Wenn aber #509 länger war als #510 können Reste hinter #510 und vor #511 übrig bleiben. Da #510 extrem klein ist, wäre das sogar sehr wahrscheinlich. Maximal können da 32768-512 Byte erhalten bleiben (wenn #509 relativ groß war, könnte auch noch zwischen #511 und #512 ein solcher Rest erhalten geblieben sein). Mit etwas Glück sogar ein Teil der Preview-Auflösung. Da könnte man mit knapp 32 kiB schon einen kleinen Bildausschnitt rekonstruieren.

Die zweite Möglichkeit ist neu und wurde von @sceptical entdeckt (an einer Stelle wo ich absolut keine sinnvollen Daten erwartet hätte). Es gibt direkt hinter dem Dateiende einen noch viel kleineren Bereich von max. 511 Byte. Aus irgendeinem Grund schreibt die Kamera dort (unter bestimmten Voraussetzungen) das Ende der jeweils vorigen Datei hinein. Aber nur wenn zwischen den beiden Fotos die Kamera eingeschaltet blieb und nicht in den Viewer-Modus gewechselt wurde. In den Viewer-Modus müsste man aber wechseln um #509 zu löschen.

Sollte sich ein kleiner Rest von #509 in diesem Bereich finden könnte man ihn mit rel. hoher Wahrscheinlichkeit auch als solchen erkennen. Es gibt eine kleines Risiko, dass man es nicht von einem Wechsel in den Viewer Modus unterscheiden kann. Auch müsste zur Abgrenzung auch #511 ohne zwischenzeitliches Ausschalten aufgenommen worden sein.

Allerdings ist das wie gesagt eigentlich nicht möglich, da man #509 auf der Kamera nur vom Viewer-Modus aus löschen konnte. Das wäre also höchst merkwürdig und würde stark auf nachträgliche Manipulation hindeuten.

Es gibt aber noch eine Stelle die hier interessant sein könnte und das ist die CTG-Datei (mal wieder). Auch da enthält dieser kleine Bereich Reste und zwar von ihrem eigenen alten Zustand bevor sie upgedatet wurde. Und da könnten, mit etwas Glück, eben genau die 20 Byte der CTG übrig geblieben sein, die Metadaten von #509 enthalten. Das passiert genau dann, wenn man in den Viewer-Modus geht und z.B. ein Bild löscht. In diesen 20 Byte steht vermutlich auch das Aufnahmedatum+Zeit, allerdings verstehe ich bisher das Format nicht wirklich.
Und diese Datenreste bleiben nur erhalten, wenn man danach nie wieder in den Viewer-Modus wechselt. Das ist gar nicht so unwahrscheinlich, denn warum hätte man während der Nachtbilder noch jemals in den Viewer-Modus wechseln sollen?

Das Erkennen ob die Kamera angeschaltet blieb kann noch an anderen Stellen interessant sein. Insbesondere rund um #550 (Tütenfels), #576 ("SOS") und #580 (Haare).

Außerdem könnten im Falle einer Manipulation hier Auffälligkeiten bestehen an die mit ziemlicher Sicherheit kein Manipulator gedacht hätte.

Aber für all das bräuchte man nicht nur eine Kopie der Originaldateien, sondern einen echten "forensischen" 1:1-Abzug der SD-Karte. Chancen also minimal.
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:Könntest du ein solches „Überrestexperiment“ mit deiner eigenen Kamera durchführen?
Ja das könnte ich mit meiner eigenen Kamera bestätigen. Ein bestimmtes Experiment von @sceptical habe ich selbst noch nicht nachgemacht, bin aber sicher dass das so stimmt, weil es derselben Systematik folgt.
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:510 war komplett dunkel, also vielleicht war die Foto mit aufgesetztem Objektivdeckel gemacht.
Die Kamera hat keinen Objektivdeckel. Sie hat einen Schutz der automatisch wegklappt sobald man die Kamera einschaltet und das Objektiv ausgefahren wird.


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19.08.2026 um 19:26
Zitat von cycliccyclic schrieb:Die Kamera hat keinen Objektivdeckel. Sie hat einen Schutz der automatisch wegklappt sobald man die Kamera einschaltet und das Objektiv ausgefahren wird.
Weisst du dann wie man ein komplett schwarzes Foto aufnehmen kann? Ein Foto, das absolut keinerlei Bildinhalt aufweist?


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19.08.2026 um 19:52
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:Weisst du dann wie man ein komplett schwarzes Foto aufnehmen kann? Ein Foto, das absolut keinerlei Bildinhalt aufweist?
#510 kann nicht wirklich komplett schwarz sein. Ein wirklich schwarzes Foto (alle Pixel Farbwert #000000) ist nochmal deutlich kleiner (genau 282876 B). Ich habe das mehrfach geschafft indem ich in einem sehr dunklen Raum (keine Fenster, kein Licht) die Hand auf das Objektiv gelegt habe und im Manuell-Modus die kleinste mögliche Blendenöffnung und kürzeste mögliche Belichtungszeit eingestellt habe. Lässt man die letzten beiden Sachen weg und bleibt im AUTO-Modus, dann kommen Bilder raus die etwa dieselbe Größe wie #510 haben (so knapp 1MB). Es ist also plausibel, dass #510 ohne Blitz und Fremdlicht im stockdunklen Wald aufgenommen wurde.


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SD-Karte Filesystem Block/Cluster-Versuche

20.08.2026 um 07:53
Zitat von cycliccyclic schrieb:Lässt man die letzten beiden Sachen weg und bleibt im AUTO-Modus, dann kommen Bilder raus die etwa dieselbe Größe wie #510 haben (so knapp 1MB). Es ist also plausibel, dass #510 ohne Blitz und Fremdlicht im stockdunklen Wald aufgenommen wurde.
Foto 510 wurde 25 Sekunden vor Foto 511 aufgenommen. Die Zeitstempel und Temperaturen der einzelnen Fotos sind bekannt, aber wo in Allmy finde ich eine Übersicht der Dateigrößen (in MB)?

Referenz für komplett schwarz:
Zitat von cycliccyclic schrieb:Ein wirklich schwarzes Foto (alle Pixel Farbwert #000000) ist nochmal deutlich kleiner (genau 282876 B).



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21.08.2026 um 20:15
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:wo in Allmy finde ich eine Übersicht der Dateigrößen (in MB)?
Hier im zweiten Spoiler: Beitrag von Offshore7 (Seite 1)

Quasi simpel die Sektor-Angaben von Matt ausgerechnet: IP - Picture 4


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23.08.2026 um 23:50
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb am 19.08.2026:Könntest du ein solches „Überrestexperiment“ mit deiner eigenen Kamera durchführen?
Zitat von cycliccyclic schrieb am 19.08.2026:
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb am 19.08.2026:Könntest du ein solches „Überrestexperiment“ mit deiner eigenen Kamera durchführen?
Ja das könnte ich mit meiner eigenen Kamera bestätigen. Ein bestimmtes Experiment von @sceptical habe ich selbst noch nicht nachgemacht, bin aber sicher dass das so stimmt, weil es derselben Systematik folgt.
Hier nochmal ein entsprechender Test mit der Kamera mit forensischer Auswertung, wo man zum Beispiel Reste einer von der Kamera gelöschten Datei bzw. Metadaten der Datei finden kann. Vorraussetzung ist, dass das Bild direkt hinter dem vorherigen Bild lückenlos abgespeichert wurde. Der Test wurde in der Einstellung "fortlaufende Nummerrierung" durchgeführt.

Testablauf
1. Aufname von 3 Bildern (img_0001 - img_0003)
2. Erzeugung des Ordners CANONMSC sowie der Katalogdatei durch Wechsel in den Viewer-Modus
3. Aufname weiterer 6 Bilder (img_0004 - img_0009)
4. Erneuter Wechsel in den Viewer-Modus, um eine Aktualisierung der Liste in der Katalogdatei zu errreichen
5. Löschen von Bild img_0009
6. Aus- und Einschalten der Kamera
7. Aufnahme eines weiteren Bildes, ohne dabei nochmal in den Viewer-Modus zu wechseln. Durch Zuhalten der Linse wurde ein Dunkelbild erzeugt, damit dieses auf jeden Fall kleiner ist als das vorherige Bild.

Forensische Auswertung Bilddateien:

Dateieinträge der Bilder im Ordner und letzter Sektor der Datei img_0009 nach Schritt 4:
Bilder1Original anzeigen (0,6 MB)

Dateieinträge der Bilder im Ordner und letzter Sektor der gelöschten Datei img_0009 nach Schritt 7:
Bilder2
Bilder3

- Die Bildnummer 0009 fehlt
- Das neue Bild hat die Nummer 0010 bekommen (auf Grund der Einstellung "fortlaufende Nummerierung")
- Das neue Bild beginnt im gleichen Kluster (816) wie das gelöschte Bild 0009 und hat dieses somit überschrieben
- Da das neue Bild 0010 kleiner ist als das gelöschte Bild 0009, wurde der letzte Sektor des gelöschten Bildes nicht überschrieben. Wenn Bild 0010 größer gewesen wäre als Bild 0009, dann wären hier keine Reste übrig geblieben.

Forensische Auswertung Katalogdatei:

Dateieintrag und letzter Sektor der Katalogdatei nach Schritt 4:
Katalog1Original anzeigen (0,5 MB)

Dateieintrag und letzter Sektor der Katalogdatei nach Schritt 7:
Katalog2Original anzeigen (0,5 MB)

Die Datei selbst hat sich um 20 Byte (1 Eintrag) verkürzt, was man sowohl an der Größenangabe im Ordner als auch am Dateiende (weißer Block) im Sektor sehen kann. Trotzdem hat sich der Sektor nicht verändert, der letzte Eintrag ist dort als RAM-Slack außerhalb der Datei erhalten geblieben.

Sobald man aber nachträglich nochmal in den Viewer-Modus wechselt, wird der Eintrag wieder überschrieben, weil dann die aktualisierte Liste mit img_0010 in den Sektor geschrieben wird.


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SD-Karte Filesystem Block/Cluster-Versuche

25.08.2026 um 11:45
Zitat von Offshore7Offshore7 schrieb am 21.08.2026:Hier im zweiten Spoiler:
Zitat von scepticalsceptical schrieb:Hier nochmal ein entsprechender Test mit der Kamera mit forensischer Auswertung
Danke, ich werde es mir in aller Ruhe ansehen ...


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30.08.2026 um 15:40
@sceptical
Ich habe versucht, dieser technischen Erklärung zu folgen und sie zu verstehen. Dennoch komme ich immer wieder auf dieselbe Frage zurück: Was geschieht mit jenem spezifischen Teil der Daten des ursprünglichen Fotos 0009?

Um zu verdeutlichen, was ich meine, ersetze ich – der Einfachheit halber – die Bytes (MB) durch Milligramm (mg).

Die Schritte 1 bis 4 werden ausgeführt. Alle Fotos haben ein bestimmtes Gewicht in mg. Weisen wir Foto 0009 ein hypothetisches Gewicht von 10 mg zu.

Die Schritte 5 und 6 werden ausgeführt; Foto 0009 wird gelöscht und die Kamera ausgeschaltet, ohne die Katalogdaten zu aktualisieren. Folglich werden die 10 mg Daten entfernt, aber die Katalogdaten bleiben unverändert.

Schritt 7 wird ausgeführt; ein neues Foto wird in einer dunklen Umgebung aufgenommen. Infolgedessen hat dieses Foto ein geringeres Gewicht als das gelöschte Foto 0009. Das Nummer 0009 fehlt und das neue Foto bekommt Nummer 0010. Weisen wir diesem Foto, 0010, ein hypothetisches Gewicht von 6 mg zu.

Da 6 mg weniger sind als 10 mg, werden nur 6 mg der gelöschten Datei 0009 überschrieben – schließlich können 6 mg keine 10 mg überschreiben. Die Konsequenz ist, dass 4 mg nicht überschrieben werden.

Wo bleiben die verbleibenden 4 mg? Was geschieht mit diesen Überresten?
Wenn sich die Reste im neuen Foto 0010 befänden, warum hat 0010 dann nicht dasselbe Gewicht wie das gelöschte Foto 0009?


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30.08.2026 um 19:38
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:Die Schritte 5 und 6 werden ausgeführt; Foto 0009 wird gelöscht und die Kamera ausgeschaltet, ohne die Katalogdaten zu aktualisieren. Folglich werden die 10 mg Daten entfernt, aber die Katalogdaten bleiben unverändert.
Die Katalogdatei wird durch das Löschen des Bildes auch schon aktualisiert, weil das eben auch nur im Viewer-Modus geht. Ich hätte hier eventuell den Sektorinhalt der Katalogdatei nach Löschen von 0009 und dem Ausschalten zeigen sollen. Das erneute Einschalten und Aufnahme eines neuen Bildes verändert die Katalogdatei aber nicht, sofern man nicht mehr in den Viewer-Modus wechselt. Daher würde hier das gleiche Ergebnis zu sehen sein. Kann ich aber gerne nochmal wiederholen. Man sieht hier nach Schritt 7 an der Dateigröße, dass 1 Eintrag entfernt wurde, aber der Sektorvergleich zum Sektor nach Schritt 4 zeigt, dass der entfernte letzte Eintrag trotzdem hinter dem Dateiende erhalten geblieben ist. Das ist hier erstmal das wesentlich, egal, nach welchem Schritt die Entfernung aus der Datei passiert.
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:Schritt 7 wird ausgeführt; ein neues Foto wird in einer dunklen Umgebung aufgenommen. Infolgedessen hat dieses Foto ein geringeres Gewicht als das gelöschte Foto 0009. Das Nummer 0009 fehlt und das neue Foto bekommt Nummer 0010.
Richtig, der Eintrag fehlt im Ordner. Nach dem Löschen von 0009 wurde der Eintrag zunächst als gelöscht markiert (das ist beim normalen Löschen immer so) und muss danach bei Aufnahme von 0010 von diesem Eintrag überschrieben worden sein. Da solche Einträge im Ordner immer die gleiche Größe haben (32 Byte), wird hier immer vollständig überschrieben. Solche Ordnerinhalte muss man unabhängig von den eigentlichen Dateien betrachten. Diese Ordnerlisten liegen sozusagen getrennt von den eigentlichen Dateien in eigenen Klustern. Die Größenunterschiede der Dateien spielen für die Größe der Einträge im Ordner und übrigens auch der Einträge in der Katalogdatei keine Rolle.
Auch in der Katalogdatei, die ebenfalls unabhängig von den eigentlichen Dateien separat abgespeichert wird, haben die Einträge alle die gleiche Größe.
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:Da 6 mg weniger sind als 10 mg, werden nur 6 mg der gelöschten Datei 0009 überschrieben – schließlich können 6 mg keine 10 mg überschreiben. Die Konsequenz ist, dass 4 mg nicht überschrieben werden.
Richtig, ich konnte hier nur nicht alle "4 mg" an übrig gebliebenen Sektoren darstellen, deswegen habe exemplarisch den letzten Sektorinhalt gezeigt, Wenn die Größenverhältnisse umgekehrt gewesen wären, dann wäre nichts übrig geblieben.
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:Wo bleiben die verbleibenden 4 mg? Was geschieht mit diesen Überresten?
Nix, die bleiben erstmal da, wo sie vorher waren. Der Sektor 66912 enthält sozusagen den Rest dieser 4 mg. Nach Löschung und Neuaufnahme (Schritt 7) hat sich der Sektorinhalt nicht verändert, der Sektor wurde also nicht überschrieben.

Um das nochmal zu erläutern, was hier beim Überschreiben der Bilddateien selbst passiert, ist erstmal unabhängig davon, was in den Dateilisten im Ordner und der Katalogdatei passiert.


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30.08.2026 um 20:10
Nachtrag:

Die restlichen 4mg bleiben so lange da, bis der Sektor von neuen Daten überschrieben wird, weil dieser nach dem Löschen vom Dateisystem als freier Speicher angesehen wird, der jederzeit wieder neu benutzt werden kann.

Wenn ich also noch ein weiteres großes Bild machen würde (0011), dann wird der Rest (fast) auch noch überschrieben. Allerdings gibt es da noch den Schlupfspeicher (engl.: Slack). Das sind im Grunde genommen in der Regel ein paar Sektoren zwischen dem Ende von 0010 und dem Anfang von 0011, die dabei nicht überschrieben werden. Hier würde man dann noch minimale Reste von 0009 finden können.


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31.08.2026 um 14:37
Zitat von scepticalsceptical schrieb:Wenn ich also noch ein weiteres großes Bild machen würde (0011), dann wird der Rest (fast) auch noch überschrieben.
Können wir also nicht einfach davon ausgehen, dass gar keine Spuren von 509 mehr vorhanden sind, weil sie von 511, 512 usw. überschrieben wurden?


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31.08.2026 um 15:34
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:Können wir also nicht einfach davon ausgehen, dass gar keine Spuren von 509 mehr vorhanden sind, weil sie von 511, 512 usw. überschrieben wurden?
Zitat von scepticalsceptical schrieb:Allerdings gibt es da noch den Schlupfspeicher (engl.: Slack). Das sind im Grunde genommen in der Regel ein paar Sektoren zwischen dem Ende von 0010 und dem Anfang von 0011, die dabei nicht überschrieben werden. Hier würde man dann noch minimale Reste von 0009 finden können.



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01.09.2026 um 15:49
@sceptical

Ah, ich musste tatsächlich einige Informationen zum Thema „Slack RAM“ nachschlagen, um besser zu verstehen, was du hier meinst.

Es sollten also Spuren im Slack vorhanden können sein. Voraussetzungen:
1. #510 ist/war kleiner als #509
2. bestimmte Handlungen wurden an der Kamera durchgeführt – oder eben nicht

Laut beiden Büchern (LitJ und ViP) stellte der Analyst fest, dass „nicht die geringste Spur von 509“ zu finden war. Wir wissen nicht genau, was der Analyst sich angesehen hat, aber, wenn man davon ausgeht, dass nicht einmal die kleinste Spur von 509 im Slack RAM zurückblieb: Worauf könnte das hindeuten? Der Ausgangspunkt bleibt (siehe Punkt 1 oben), dass #510 kleiner ist/war als #509.

Könnte dies auf eine andere Abfolge von Handlungen an der Kamera hinweisen (Punkt 2 oben)? Oder könnte es womöglich auf den Eingriff eines anderen Geräts hindeuten?


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01.09.2026 um 16:32
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:Es sollten also Spuren im Slack vorhanden können sein. Voraussetzungen:
1. #510 ist/war kleiner als #509
2. bestimmte Handlungen wurden an der Kamera durchgeführt – oder eben nicht
Die Sache ist etwas schwieriger. Es gibt 2 verschiedene Arten von slack:

1. RAM-Slack
Das ist der Bereich vom Dateiende bis zum Sektorende, in dem die Datei endet. Wenn hier hinter der Datei Daten stehen, dann sind das Datenreste, die bereits im Speicher der Kamera durch die Firmware entstehen und nicht dadurch, dass bereits auf dem Datenträger vorhandene Daten nicht überschrieben wurden. Der Inhalt ist hier also von der Software abhängig, welche die Datei auf den Datenträger geschrieben hat. Die Kamera erzeugt einen eher ungewöhnlichen RAM-Slack, der unter gewissen Umständen Dateienden von vorherigen Dateien enthalten kann. Das Dateiende von 509 wird aber wahrscheinlich nicht im RAM-Slack von 510 zu finden sein, allerding gibt es andere Möglichkeiten, diesen zu nutzen. Zum Beispiel kann man hieran eventuell erkennen, wann die Kamera aus-/eingeschaltet wurde. Weiterhin kann man eventuell erkennen, wenn ein Bild von einem anderen Gerät auf der Karte abgelegt wurde, weil dieses Gerät eventuell anderen RAM-Slack erzeugt. Auch der gezeigte Eintrag in der Katalogdatei befindet sich im RAM-Slack. Der Inhalt wird bei der Kamera stark durch das Aus-/Einschalten und die Nutzung des Viewer-Modus beeinflusst.

Dies hat aber erstmal nicht direkt etwas mit den Größenverhältnissen der Gesamtgrößen zwischen 509 und 510 zu tun, da geht es um die zweite Slack-Variante:

2. Drive-Slack
Das sind eventuell noch folgende Sektoren bis zum Klusterende. Datenreste hier sind tatsächlich dadurch entstanden, dass schon vorher auf dem Datenträger vorhandene Daten (z.B. von 509) in diesen Sektoren einfach nicht überschrieben wurden. Im Hinblick auf Datenreste von 509 hierin kommt es dann auf die Größendifferenz der Gesamtgrößen an.
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:Laut beiden Büchern (LitJ und ViP) stellte der Analyst fest, dass „nicht die geringste Spur von 509“ zu finden war. Wir wissen nicht genau, was der Analyst sich angesehen hat, aber, wenn man davon ausgeht, dass nicht einmal die kleinste Spur von 509 im Slack RAM zurückblieb: Worauf könnte das hindeuten? Der Ausgangspunkt bleibt (siehe Punkt 1 oben), dass #510 kleiner ist/war als #509.
Im RM-Slack sind erstmal keine Spuren der Datei 509 zu erwarten, da geht es nur um den gelöschten Eintrag von 509 in der Katalogdatei, also reine Meta-Daten. Wenn 509 größer war als 510 und keine Daten im Drive-Slack davon übrig geblieben wären, dann könnte das auf Folgendes hindeuten:

1. Das Bild war auf der Karte nicht abespeichert (technischer Fehler oder Kartentausch)
2. Das Bild wurde beim Löschen gleich auch vollständig überschrieben (geht nur mit PC)

Allerdings wissen wir ja nicht, welches Bild größer war.


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01.09.2026 um 17:24
Nochmal kurz zur Erklärung, wodurch dieser Slack überhaupt entsteht.

Der Speicher auf der Karte wird zur Adressierung der Daten im Allgemeinen erstmal in gleichgroße Blöcke zu je 512 Byte aufgeteilt (das sind die Sektoren). Dann gibt es noch das Dateisystem (in diesem Fall FAT32).
Das sind zusätzlich auf der Karte abgespeicherte Meta-Daten (Ordner und weitere Dinge), die zur Verwaltung der abgespeicherten Dateien dienen. Dieses Dateisystem teilt den Speicher ebenfalls in gleich große Datenblöcke auf, allerdings werden hier mehrere Sektoren zu einem größeren logischen Block zusammengefasst (das ist ein Kluster). Auf der SD-Karte im Fall bestand ein Kluster z.B. aus 63 Sektoren.

Dieser Kluster ist sozusagen die kleinste Verwaltungseinheit des Dateisystems und kann verwaltungstechnisch immer nur einer einzigen Datei zugeordnet sein, auch wenn diese z.B. nur 1 einzelnes Byte darin belegen würde. Der übrig gebliebene Speicher kann daher zur Abspeicherung weiterer Dateien logisch nicht mehr verwendet werden, weil das Dateisystem nicht 2 Dateien in einem Kluster verwalten kann. Die Sektoren hinter dem Dateiende bis zum Klusterende (falls vorhanden) werden dabei auch nicht überschrieben. So entsteht zumindest der Drive-Slack.


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01.09.2026 um 17:43
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:ch musste tatsächlich einige Informationen zum Thema „Slack RAM“ nachschlagen, um besser zu verstehen, was du hier meinst.
Zitat von scepticalsceptical schrieb:Auf der SD-Karte im Fall bestand ein Kluster z.B. aus 63 Sektoren.
64 natürlich, Tippfehler.


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01.09.2026 um 21:51
Zitat von AnthuriumAnthurium schrieb:Wir wissen nicht genau, was der Analyst sich angesehen hat, aber, wenn man davon ausgeht, dass nicht einmal die kleinste Spur von 509 im Slack RAM zurückblieb:
Theoretisch könnte der NFI bei der damaligen Untersuchung sowas wie den übrig gebliebenen Eintrag im RAM-Slack der Katalog-Datei übersehen habe, zumal weder das Thema Katalogdateien noch Slack im Bericht überhaupt nur thematisiert wird. Allerdings glaube ich schon, dass der NFI zumindest nachträglich sich die Sache nochmal genauer angeschaut hat und davon trotzdem wüsste. Die Frage ist nur, ob der NFI einen solchen nachträglich gemachten Fund veröffentlicht hätte.


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