Ani-Licht

Der vierzehnjährige Lukas Brenner wünscht sich zum 14. Geburtstag, allein durch München zu ziehen, was er dann auch drei Tage lang durchzieht. In seiner Hyperaktivität stößt er beinahe die 17-jährige Kellnerin Sonja von einer Rolltreppe runter, die er gegen die Laufrichtung runterstürmen will. Irgendwie kommen sie sich nahe, treffen sich, ziehen gemeinsam durch München, sind auf einem Punkerfest, Lukas hat den ersten Handjob seines Lebens und langsam lernt er, wie die Welt auch ohne sehen zu können wahrgenommen werden kann. Den letzten Abend verbringen sie bei einem Sonnenuntergang in der Maximlianstraße.
»Wenn ich so einen Wein wie diesen trinke«, sagte sie und ihre Stimme war leiser geworden und ich dachte, das muss so sein wegen dem Gesicht, »dann kommt es mir vor, als würde er nach Licht schmecken. Als wär der Wein Licht, das man trinken kann.«
Dann trennen sich die Wege.

So interessant die Idee ist, so wenig nachvollziehbar ist die Umsetzung. Lukas wirkt eher wie ein durchgeknallter 12-Jähriger und scheint auch so nicht viel Grips zu haben. Oder Ani stößt an seine Grenzen. Denn wie geht der Text nach obigem Zitat weiter?
Wahrscheinlich starrte ich sie bloß an.
Ich hörte, wie sie sagte: »Zum Wohl, Lukas, und guten Appetit.« Und ich starrte sie an, als sie schon aß und sich mit der Serviette den Mund abwischte und einen Schluck Wein trank und mir den Kopf zuwandte.
Auch als ich es endlich schaffte, mir ein Stück Pizza in den Mund zu schieben, starrte ich weiter vor mich hin. Ich starrte die verbrannten Pilze an, die schwarzen Oliven, den fetten Schinken, den labbrigen Käse, ich aß und schmeckte nichts.
Wenn Sonja Licht schmeckte, dann schmeckte ich die totale Finsternis.
Was eine Sommeliere war, wusste ich nicht.
Eingepackt in den Roman sind noch die üblichen Probleme mit Eltern und Sonja ist seit ihrem siebten Lebensjahr nach einem Unfall im Privatflugzeug ihres Vaters, der bei diesem verstorben ist, blind.

Und das Coverbild? Sonja rettet Lukas, als er in einem Schwimmbecken fast ertrinkt. Warum? So richtig erklärt wird das nie.

Richtig reingefunden habe ich in diesen Text nie. Er wirkt aufgesetzt und übertrieben unrealistisch.