Kettl-Factory

Donald Kettle ist emeritierter (pensionierter) Professor für Politikwissenschaften an der University of Maryland und hat vor einem Monat dieses Buch über die sogenannte Ideenfabrik von Trump bzw. der MAGA-Bewegung veröffentlicht. Die Informationen sind breitgefächert, jedoch manchmal fehlt die tiefe Recherche.

Kernthese ist, dass es einen Trumpismus ohne Trump gibt, der zur Tea-Party-Bewegung der Nuller-Jahre zurückreicht und durch die Finanzkrise 2008 verschärft wurde. Hauptideologe ist für Kettle Steve Bannon, obwohl er nicht mehr im Dunstkreis Trumps zu finden ist. Der zweite Strippenzieher ist der Jurist Leonard Leo, aus dessem Dunstkreis die ultrakonservativen Richterinnen und Richter ausgewählt werden, welche die Bundes-Richterstellen besetzen. Auch wenn Trump bei Anti-Zoll-Entscheidungen zuletzt sehr pikiert war.

Finanziell entscheidend war das Urteil aus 2010, dass Wahlkampfspender nicht publik gemacht werden müssen und unbegrenzt hoch spenden dürfen. Damit wurde das Tor zur Finanzierung der Trump-Wahlkämpfe geöffnet. Die zweite Quelle ist das sogenannte "dunkle Geld" ("dark money"). NGOs dürfen unbegrenzt Spenden erhalten, ohne die Spender offenzulegen. MAGA-Organisationen erhalten Unmengen an Geld. Die Demokratische Partei spielt zwar auch mit, nur kann sie bei der Höhe der Spenden nicht mithalten.

In Bezug auf den autoritären Regierungsstil bezieht sich Trump bzw. MAGA auf Artikel II der US-Verfassung, der festhält, dass der Präsident dafür verantwortlich ist, dass Gesetze gewissenhaft vollzogen würden. Wobei Trump nicht der einzige ist. Auch Obama und Biden haben diese Karte gezogen, um eigene Positionen durchzuziehen.

Viel Raum erhalten Einzelthemenbewegungen: Anti-Abtreibungs-Initiativen, Elternbewegungen zur Aussortierung von Schulbibliotheken.

Grundsätzlich ist das Buch interessant, aber etwas fehlt ihm der Fokus.