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Katsumi Fujiwara - Consumption in the Soviet Union
20.07.2026 um 16:39
Erschienen: The Journal of Comparative Economic Studies, Vol.13, 2018, S. 129–155
Online am Server der Universität Kyoto
Katsumi Fujiwara unterrichtet an der Graduate School of Humanities der Universität Osaka (researchmap.jp) und ist spezialisiert auf das Konsumverhalten in der Sowjetunion. Dieser Artikel fasst Interviews zusammen, die Fjujiwara 2017 in Moskau und Rostow am Don mit etwa 70-jährigen Frauen über die Konsummöglichkeiten als junge Frauen in den 1960er und 1970er Jahren geführt hat. Sozial sind die Interviewten breit gefächert (von ehemaligen Ministerien- und ZK-Angestellten mit Privilegien bis hin zu Putzfrauen). Gemeinsam ist allen, dass es Beziehungen benötigte, um das Gewünschte zu erhalten. Wobei das Gewünschte von Pelzmänteln bis zu grundlegenden Lebensmitteln reichen konnte. Befragt wurden sie zu Lebensmitteln, Kleidung, Autos und Wohnraum.
Hervorstechende Informationen sind, dass Möbel zu raren Waren zählten, für die es Wartelisten gab, die immer wieder bestätigt werden mussten. Aus diesem Grund waren Bestechungen und Unter-dem-Laden-Transaktionen an der Tagesordnung, damit man weiter vorne gereiht werden konnte.
Der Fiat-Lizenzwagen Kopeika (WAS-2101, im Export Lada, Wikipedia) kostete 6000 Rubel, das sind je nach Job drei bis acht Jahresgehälter. Eine Frau erzählt, dass ihr Vater bevorzugt (ohne Warteliste) diesen Wagen erhielt, weil er Oberstleutnant bei der Armee war.
Wartezeiten für einen Wohnraum betrugen über 10 Jahre. Eine Putzfrau aus Rostow berichtet, dass sie 12 Jahre auf eine Wohnung wartete. Schneller ging es für den Vater einer Frau aus Moskau, er arbeitete bei einem Forschungsinstitut der Kabelindustrie. Er erhielt eine Ein-Zimmerwohnung. Wer Geld hatte, konnte sich in eine Genossenschaft einkaufen oder gar privat eine Wohnung mieten (berichtet eine Frau mit Verbindung zur "Internationalen Abteilung", sie war Typistin für fremdsprachige Literatur im Zentralkomitee der KPdSU).
Das Sample ist klein, daher sind dies persönliche Erfahrungen, aber die Daten zu den insgesamt 20 befragten Frauen (je 10 aus Moskau bzw. Rostow) sind am Ende tabellarisch zusammengefasst. Ansonsten besteht der Text hauptsächlich aus kommentierten Zitaten.