__gans.ehrlich schrieb:Wenn ich etwas/Person nicht mag beschäftige ich mich nicht damit/mit ihr, ausser wenn es was mit ihr zu klären gäbe.
Nun ja, das funktioniert halt nicht, wenn die Person ein Mitglied deines Teams ist und du ständig was mir ihr zu klären hast, weil sie ständig dieselben Fehler macht 🤷♀️
__gans.ehrlich schrieb:Man gibt doch keine Energie und Aufmerksamkeit in iwas was man nicht mag.
Doch, wenn man dazu gezwungen ist, bleibt einem ja nichts anders übrig. Man kann sich seine Kolleg:innen ja nicht aussuchen.
__gans.ehrlich schrieb:Beim Querlesen des Forums ist mir aufgefallen dass hier "viele" Autisten (aber auch andere psychiatrischen Störungen) vertreten sind.
Ist das Zufall oder hat das einen Hintergrund?
Ich kann nur von mir sprechen: schriftliche Kommunikation ist meine bevorzugte Art der Kommunikation. Daher bietet sich ein Forum an.
Sozialkontakte sind auf Distanz und in kleinen Dosen leichter erträglich. Das geht persönlich nur sehr schwer, weil man ja nicht einfach aufstehen und weggehen kann, wenn es einem reicht, das würden die meisten Menschen als unhöflich empfinden.
Hier: App/Browser zu und weg, wenn man genug hat und niemand ist beleidigt, weil ohnehin nicht erwartet wird, dass jemand ständig verfügbar und online ist. Im realen Kontakt wird das aber durchaus mitunter erwartet und es gibt oft sogar schon Stress, wenn man nicht sofort auf einen Anruf oder eine Nachricht reagiert.
Ich nehme an, auch deshalb bevorzugen Autisten möglicherweise Foren gegenüber Kontakten in der realen Welt. Bei mir ist das so.
Außerdem kann mich online niemand anfassen. Ich kann es nicht ausstehen, angefasst du werden. Das toleriere ich nur von ganz wenigen Menschen und nur kurz.
__gans.ehrlich schrieb:Oder liegt es daran das Autismus Spektrum Störungen heutzutage viel verbreiteter sind (oder Diagnostik verbessert?) als noch vor Jahren oder daran das in der Gesellschaft die psychiatrischen Diagnosen bemerkenswert zu nehmen?
Das ist sicher auch ein Punkt. Ich wurde auch erst als Erwachsene vor ein paar Jahren diagnostiziert, als ich ein Kind war, gab es diese Möglichkeit noch gar nicht. Ich war halt immer die etwas seltsame Außenseiterin, die frech und bockig ist und Widerworte gibt. 🤷♀️
Ich finde, es ist besser, eine Diagnose zu haben und zu verstehen, warum man so ist, wie man ist. Zumindest hat es mir geholfen. Ein weiterer Vorteil ist, dass einem andere Menschen rücksichtsvoller begegnen als jemandem, der "einfach nur weird" ist. War zumindest bei mir so. Seit meiner Diagnose werden meine Bedürfnisse berücksichtigt, wenn ich sie erwähne. Vorher hieß es eher: "Stell dich nicht so an, reiß dich zusammen!"
__gans.ehrlich schrieb:Früher" waren bestimmte Diagnosen auch lukrativer als andere bei der Abrechnung durch den Arzt. Ka ob das noch so ist
Inwiefern lukrativer?
In Österreich bezahlt die Diagnostik die Krankenkasse, wenn Verdacht besteht und man sich eine Überweisung holt. Das heißt, der/diejenige, die diese Diagnostik machen, wird nach Kassentarif bezahlt und der ist nicht besonders hoch.