__gans.ehrlich schrieb:Du bist ehrenamtlich im Tierschutz?
Dann hast du meinen vollsten Respekt und Dankbarkeit ❤️🤗🙏. Das erklärt ein wenig deine Sicht.
Danke 🙂
Ich mache das seit 2012. In diesem Jahr sind ersten Streunerkatzen bei mir eingezogen.
Ein Tierschutzverein suchte Plätze für sie im ländlichen Bereich, da sie Menschen gegenüber scheu waren. Es sollte kein/wenig Verkehr in der Umgebung sein, damit sie nach draußen können. Die Katzen konnten leider nicht an ihrem ursprünglichen Platz bleiben. Das ist ja oft so: Landwirte sterben, die Erben wollen, dass die Hofkatzen verschwinden. Wenn sie nicht schnell geholt werden, drohen sie mit dem Erschießen oder Vergiften. Das ist zwar eine Straftat, aber wenn interessiert das?
So zogen 4 Ex-Streuner erst zu uns in den Schuppen und als wir dann selbst übersiedelten, nahmen wir die verbliebenen Katzen mit und sie wurden zu Haus- und Kuschelkatzen. Mittlerweile sind sie schon über die Regenbogenbrücke gegangen. Seitdem weiß ich: es ist ein Mythos, dass Streunerkatzen generell nie richtig zahm werden und in Wohnungshaltung unglücklich sind.
Ich habe inzwischen immer wieder Streunerkatzen aufgenommen und die sind alle zahm geworden und glücklich im Haus. Inzwischen haben wir ein eigenes Haus mit einem angeschlossenen Freigehege für die Katzen und sie können sich aussuchen, ob sie lieber im Haus oder im Gehege sind. Die meisten bevorzugen das Bett oder Sofa. 🤣
Wir haben vier Mädels, die keine Kuschelkatzen geworden sind, aber trotzdem im Haus glücklich sind. Von den vieren gehen zwei gelegentlich raus und dann für etwa eine Stunde, dann reicht es wieder und man findet sie schlafend im Bett 😉
__gans.ehrlich schrieb:Ich habe das früher auch gemacht aber ich konnte es nachher nicht mehr verarbeiten. Bin eh ein sensibler, empfindsamer Mensch, auch wenn ich mir mit den Jahren eine rauhere Schale zugelegt habe.
Aber die Arbeit im Tierschutz hat mich an meine Grenze gebracht aus den o. g. Gründen die du schriebst.
Ja, das verstehe ich sehr gut. Aber man kann auf viele Arten helfen und unterstützen, es muss nicht immer an vorderster Front sein.
Geld- und Futterspenden werden immer benötigt und helfen uns enorm. Es gibt immer hohe Tierarztkosten, die müssen durch Spenden finanziert werden, weil man als privater Tierschutzverein ja keine staatliche Förderung bekommt.
Daher gibt es auch immer wieder Verkaufsstände, Kuchenverkauf, einen Onlineshop... auch das muss alles betreut werden. Wir brauchen Menschen, die nähen, basteln, handarbeiten und backen können, Menschen, die sich ehrenamtlich an einen Verkaufsstand stellen.
Und natürlich brauchen wir handwerklich begabte Menschen für verschiedene Arbeiten und auch Menschen, die Katzen zum Tierarzt bringen und dort wieder abholen oder die Katzen an ihren Futterstellen betreuen und füttern.
Ohne diese ehrenamtlichen Helfer geht es nicht. Wir sind immer sehr dankbar, wenn sich jemand beteiligen möchte und Freizeit oder auch Geld investiert.
__gans.ehrlich schrieb:Wenn ich auf der Straße eine Katze sehe oder egal auch Hunde, Eichhörnchen, whatever oder bei Freunden ticke ich aus vor Freude und muss da hin - wie ein Kind 😂.
Geht mir genauso 😉. Ich spreche auch mit allen Tieren, auch mit Insekten, Reptilien...
Das mag jetzt esoterisch klingen, aber ich habe mich mit Tierkommunikation beschäftigt und wende sie auch regelmäßig an. Tiere verstehen mehr als man ihnen gemeinhin zutraut. Wenn ich eins gelernt habe: Gedanken sind Energie. Worte sind Gedanken, die in Sprache übersetzt sind und somit ebenfalls Energie. Deshalb möchte ich Hass vermeiden.
Man kann nicht verhindern, auch negative Gedanken zu haben, das passiert einfach. Aber ich überlege schon, wie ich diese formuliere, wenn ich mich über jemanden oder etwas ärgere. Es gelingt mir eh nicht immer, aber ich bemühe mich.
Das ist ein Meckerthread, der zum Aufregen gedacht ist. Aber auch hier kann man so formulieren, dass es nicht hasserfüllt ist. Daher steht in meinem Ursprungspost auch folgender Wunsch:
violetluna schrieb am 21.02.2026:Einzige Bedingung: nennt keine Namen und bleibt nett. 😍
__gans.ehrlich schrieb:So ist es. Hass ist destruktiv. Naja von "meisten Menschen lieben" bin ich auch entfernt, aber ich bin sehr empathisch.
Ich sage auch schonmal "ich hasse Menschen" aber das ist nicht ernst gemeint.
Ausser eben zum obigen Thema Tierschutz. Da könnte ich, glaub ich, bis zum Äussersten gehen wenn ich in einer Situation wäre wo ein Tier misshandelt oder so gar gequält würde.
Ich verstehe das, so geht es mir auch. Ich lese oft unter Berichten von Tierschutzvereinen Formulierung wie "Ich hasse Menschen" oder "XY soll dies und jenes passieren", sogar Androhungen von Gewalt sind da dabei "Ich würde den/die xxxx".
Das alles ist aber nicht hilfreich. Schlimm genug, dass da einem Tier Schlimmes widerfahren ist, diese Kommentare bringen noch mehr Negativität und Gewalt in diese Welt, auch wenn sie "nur" verbal ist. Allein wenn ich diese Kommentare lese, merke ich, dass sich diese Wut und Aggression auf mich überträgt. Das tut mir selbst nicht gut und dem Tier hilft das genau null.
__gans.ehrlich schrieb:Bist du Veganer/Vegetarier?
Vegetarier, aber in den meisten Fällen esse ich vegan. Für mich ist es nicht vereinbar, im Tierschutz aktiv zu sein und Fleisch zu essen.
Bei den Eiern weiß ich, woher sie kommen - nämlich von geretteten Hühnern. Es gibt einen Verein "Rette dein Huhn", der Hühner rettet und weitervermittelt. Legehennen werden nach einiger Zeit ausgetauscht, wenn sie nicht mehr so viele Eier legen. Üblicherweise werden sie dann einfach geschlachtet. Mittlerweile arbeiten aber Betriebe auch mit dem Verein zusammen und informieren diesen, wenn sie eine Ausstallung planen und der Verein holt die Hennen dann raus. Diese legen noch Eier, nur weniger. Die Menge reicht aber locker, um eine Familie zu versorgen, man sollte ja ohnehin nicht jeden Tag Eier essen und diese Hennen legen aber zumindest noch ein Ei täglich, sie wurden ja eigens dafür gezüchtet (was alleine schon pervers ist, aber das ist eine andere Geschichte). Eier von diesen Hennen kann ich bedenkenlos essen, das ist für mich ethisch vertretbar. Die Hennen werden artgerecht gehalten und die neuen Eigentümer verpflichten sich dazu, sie nicht zu schlachten. Die Eier fallen quasi als Nebenprodukt zur artgerechten Haltung an.
Milchprodukte esse ich dann, wenn ich sie geschenkt bekomme. Ich habe eine Bekannte, die immer selbst Lebensmittel, die kurz vorm Ablaufen sind, geschenkt bekommt. Sie kann aber nicht alle davon essen und drum gibt sie mir was davon ab. Bevor sie weggeworfen werden, esse ich sie. Selbst kaufe ich aber keine Milchprodukte mehr außer gelegentlich Käse. Pflanzenmilch und -joghurt schmecken mir ausgezeichnet.
Kitri schrieb:In Deutschland wartet man Jahre. Sogar die Wartelisten sind schon zu.
Das ist wirklich schlimm. 😢