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DSDA - Deutschland sucht den Asylbewerber (Umfrage)

74 Beiträge, Schlüsselwörter: Asylbewerber Aussuchen, Mitentscheiden

DSDA - Deutschland sucht den Asylbewerber (Umfrage)

26.09.2015 um 21:27
@petronius
petronius schrieb:Trotz meiner allumfassenden Toleranz, die ich hier seit Jahr und Tag propagiere, musste ich leider mit Nein stimmen, was mich auf's Tiefste ergrimmt denn immer noch nicht ist es mir nicht gelungen, eine Spaltung meiner selbst im virtuell gewollten Paradoxon herbeizuführen.
Es ist furchtbar so normal unnormal zu sein....ich leide täglich Höllenqualen und bete um nichts als Liebe vom großen Bruder.
Für deine Ansichten musst du dich nicht schämen. Wenn du die von dir beschriebenen Zustände als negativ ansiehst (ich würde sie auch als negativ empfinden) dann kannst du sie doch durchaus als Grund angeben.
petronius schrieb:Im meinem Viertel hat sich vieles verändert:
Auf welchen Zeitraum bezieht sich das?
petronius schrieb:In den Supermärkten hat man Geräte aufgestellt an denen man sich die Hände desinfizieren kann, ganz so wie im Krankenhaus, das ist notwendig geworden weil z.B. Krätze und allerlei undefinierbare Bubo's grassieren.
Das habe ich ja noch nie gehört. Ist das wirklich in jedem Kaufhaus so?
petronius schrieb:wagen es nur die Alten sich zu beschweren.
Ihnen wird unmissverständlich nahegelegt, in Senioreneinrichtungen zu verziehen.
Für die jüngeren Mieter verschärft sich die Hausordnung extrem, neue Regeln die nur für sie gelten!
Eben das wird auch das Problem sein, weswegen es durchaus Unzufriedenheiten unter "Einheimischen" gibt.


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26.09.2015 um 21:28
Weil's auch hier passt:

Einfach mal von SPON ausgeborgt, weil lesenswert:


Debattenkultur: Weniger Demokratie wagen!

Eine Kolumne von Jan Fleischhauer

Alle klagen über sinkende Wahlbeteiligung. Wenn man sieht, was Leute im Netz hinterlassen, kann man nur dankbar sein, dass viele Krakeeler am Wahltag zu desinteressiert oder zu betrunken sind, um aus dem Bett zu finden.

Demokratie hat auch ihre Schattenseiten. Es reden zu viele Leute mit, die unqualifziertes Zeug von sich geben. Es gilt heute als reaktionär, so etwas zu sagen. Aber es ist die Wahrheit, wie jeder weiß, der sich ein paar Stunden auf Twitter und Facebook umgesehen hat.

Die grüne Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat vor knapp zwei Wochen ein Video ins Netz gestellt, in dem sie aus Einträgen vorliest, die sie auf ihrer Facebookseite gefunden hat. Es sind durchweg unerfreuliche Beiträge, in denen Leute schlimme Dinge sagen. Die Politikerin wirkt bei ihrem Auftritt sehr betroffen.

Für Menschen, die ihr Leben auf der Annahme aufgebaut haben, dass man mit der entsprechenden Zahl von Sozialarbeitern nahezu jedes Problem in den Griff bekommt, ist es bitter, wenn sie erkennen müssen, dass es einen Teil der Gesellschaft gibt, bei dem Hopfen und Malz verloren ist. In dem Video appelliert Göring-Eckardt an die Leitung von Facebook, "solchen Dreck" in die Mülltonne zu befördern und zu löschen.

Der Dreck mag mit Facebook in die Welt kommen, aber die Urheber waren schon vorher da. Ich bezweifele, dass sich der Bodensatz an Verbohrten und Gestörten vergrößert hat, weil sie jetzt das Internet als Klowand haben. Idioten hat es immer gegeben, früher hat man sie nur nicht so oft gesehen. Neu ist bei den Abgehängten das Gefühl, nicht Außenseiter, sondern Meinungsführer zu sein. Wer bislang allein vor seinem Bier hockte, weil jeder in der Kneipe wusste, dass bei ihm eine Schraube locker ist, findet nun Gleichgesinnte, die ihn im Wahn bestätigen.

Man mag darüber streiten, ob man als Vizekanzler Menschen, die am liebsten Zweiwortsätze brüllen, als "Pack" bezeichnen darf: Soziologisch ist es eine zutreffende Bezeichnung. Der typische Internetkrakeeler verfügt über eine eher gebrochene Erwerbsbiografie und eine noch gebrochenere Schulkarriere. Es gibt auch Nazis, die den Gebrauch des Semikolons beherrschen, anstatt es für ein Ausrufezeichen von Lesben zu halten, aber das ist eher die Ausnahme. Wer in der Freizeit Stefan George liest, neigt eher nicht dazu, andere morgens mit "Hey, Arschloch" zu begrüßen.

Man sollte die Bildungsbarrieren erhöhen

Wenn Facebook eines schonungslos offen legt, dann den Bildungsnotstand in Deutschland. 40 Jahre Gesamtschule, und die Leute wissen nicht mal, wie man "Fuck" schreibt. Die Grammatik ist den meisten ein Buch mit sieben Siegeln. Kann sein, dass sie so wütend sind, dass sie keine Zeit haben, Kommata zu setzen. Aber ich fürchte, sie würden die Zeichensetzung auch nicht beherrschen, wenn sie Tage damit zubrächten. Das bevorzugte Schimpfwort ist "Schlampe", wahlweise auch "Ami-Schlampe" oder "Muslim-Schlampe". Zu den häufigsten Gegenargumenten gehört die Empfehlung, Leute an dem nächsten Baum aufzuknüpfen.

Es heißt immer, man solle die Bildungsbarrieren senken. Das ist der falsche Ansatz. Man sollte sie im Gegenteil erhöhen. Nur wer einen geraden Satz schreiben kann, hat Anspruch darauf, dass man sich mit ihm auseinandersetzt. Man muss ja nicht gleich zur Gelehrtenrepublik übergehen. Das wäre ohnehin eine ziemlich öde Veranstaltung. Aber ein wenig mehr Bildungsdünkel würde uns mitunter ganz gut tun.

Dass jeder Pöbler vom Pegidisten abwärts Beachtung statt Achselzucken findet, ist Spätfolge einer Entwicklung, die in den Siebzigerjahren ihren Anfang nahm, als man das Subproletariat als revolutionäres Subjekt entdeckte und mit einer historischen Mission ausstattete. Gerade das Unbeholfene und Rohe galt als authentisch. Wer wie Andreas Baader Frauen durchweg als "Fotzen" respektive "Knallfotzen" bezeichnete, dem flogen die Herzen zu. Leider ist das Subproletariat in seinen politischen Vorlieben eher ungefestigt, wie man auf der Linken zwischenzeitlich erkennen musste. Von ganz links nach ganz rechts verteilt es seine Sympathie nach Stimmungslage.

Auch die Demokratie braucht Diskriminierung. Wo der Tatbestand der Volksverhetzung oder der Aufstachelung zum Rassenhass erfüllt ist, tritt die Staatsanwaltschaft auf den Plan. Wer sich persönlich beleidigt oder in seiner Ehre herabgesetzt fühlt, kann einen Anwalt einschalten. Wenn diese juristischen Wege versagen, weil der Unrat zu groß oder die Urheber nur schwer auszumachen sind, bleibt immer noch die Möglichkeit, nicht alles zur Kenntnis zu nehmen, was Leute so von sich geben. Niemand zwingt einen, zu lesen, was an Irrsinn auf den Netzwerken veröffentlicht wird, die man sozial nennt.

Die SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi hat vor ein paar Monaten den Vorschlag gemacht, die Bundestagswahl über mehrere Wochen auszudehnen, damit die Wahlbeteiligung wieder steigt. Das ist gut gemeint, aber, wie so oft bei ihr, undurchdacht. Dass unser System relativ stabil ist, verdanken wir nicht zuletzt der Tatsache, dass ein nicht unbeträchtlicher Teil der Wählerschaft zu desinteressiert oder zu betrunken ist, um am Wahltag aus dem Bett zu finden.

Wir sollten über sinkende Wahlbeteiligung nicht klagen, sondern dafür dankbar sein. Wenn alle Leute ihre Stimmen abgeben würden, die dazu berechtigt sind, wären in Deutschland nicht nur gemäßigte Kräfte im Bundestag vertreten.


Quelle:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/zu-dumm-fuer-die-demokratie-kolumne-von-jan-fleischhauer-a-1054099.html#ref=me...


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petronius
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27.09.2015 um 01:37
@Nessi96
Ich bedarf keines Schulterklopfens!
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Der Zeitraum umschreibt dieses Jahr, insbesondere die letzten sechs Monate.
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Ich schrieb Supermärkte und nicht: jedes Kaufhaus, Lidl z.B. ist scheißegal wer an was erkrankt!
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Warum setzt du das Wort Einheimische in Anführungszeichen?
Was soll das?
Ich habe keinerlei Problem damit, Deutsche zu schreiben.
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P.S.
Ich hätte mir gewünscht, und es sollte der Wunsch eines jeden rechten Menschen sein der hier lebt und wirkt, daß eben jene Mitmenschen in diesem Land welche ihre Wurzeln woanders haben und schon lange Jahre hier sind, jetzt, in dieser Situation, sich aufrichten und mit den Deutschen vom Blute her sind und sich für unser Land stark machen.
Sie haben es nicht getan, ihr Herz schlägt nicht für Deutschland, es ist nur der Albtraum eines grummelnden Bauches der sie antreibt hier zu sein und das ist eine der vielen wahren Tragiken die diese Entwicklung offenbart.
Stattdessen schießt man einem Rummelboxer ein paar Kugeln in den Bauch... vor 'nem Dönerladen in Essen.
Pfui, kann ich da nur sagen, PFUI!


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petronius
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27.09.2015 um 01:43
@Commonsense
Wenn ich den objektiven Eindruck vermittle mit einem Stück Materie in Form einer virtuellen Wand kommunizieren zu wollen...kannst du wieder anfragen.
Vorher hab ich kein Interesse daran und gebe das Schicksal, daß es niemals soweit kommen wird.
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Du kannst Leute ausschließen, gut!
Ich muss nicht mit dir reden, auch gut!


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27.09.2015 um 16:27
@petronius

Also mich würden auch zumindest die Stadt oder der Stadtteil interessieren, wo du wohnst und diese Veränderungen erfahren hast.

Das ist ja keine Unterstellung von Lüge oder so, sondern der Wunsch nach Verständnis.

Im Gegensatz zu @Commonsense kann ich dich auch nicht (mehr :D ) ausschließen.


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27.09.2015 um 16:37
@Kc

War bei mir auch ganz ehrliches Interesse - keine Ahnung, warum der User so abdreht - ist mir jetzt aber auch wurscht...


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petronius
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28.09.2015 um 01:52
@Kc
Ich schreibe nur und ausschließlich für mich, was du glaubst oder nicht glaubst ist mir herzlich egal.
Dein Verständnis ist weder erbeten noch erwünscht.
Die Leute hier in meiner Stadt, würden wohl fast dasselbe schreiben wie ich, wären sie nicht in jahrelanger Kleinarbeit degeneriert worden.
---
Mithin möchte ich dir für dein Wirken hier und insbesondere für diesen Fred meine Anerkennung aussprechen!
Du erhälst den goldenen Peace-Pin, die silberne in-touch-Muschi mit Swarovski Steinen und das rosarote Vlies des Vertrauens!


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28.09.2015 um 08:26
@petronius

Danke für die Preise :D


Wenn du nur für dich schreibst bist du allerdings in einem Diskussionsforum irgendwie falsch. Da wäre ein reines Blog wohl besser.
Denn in einem Diskussionsforum diskutiert und unterhält man sich normalerweise, das geht schlecht, wenn einer sagt:,,Ich schreibe nur für mich selbst, alle anderen sind mir egal."


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petronius
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29.09.2015 um 01:41
@Kc
Ach mein kleiner Pharisäer...
Deine Zeilen hättest du dir sparen können, weißt du doch selbst und jeder andere hier, daß es exakt so ist wie ich schrieb: Jeder schreibt für sich.
Und ja, natürlich mache ich mich mit meiner Feststellung in der Gemeinschaft der Lügner überflüssig.
Hm...ich glaube nicht das du mir folgen kannst wenn ich noch ein wenig weiter ausführe:
In dem ich weiß, was ich weiß und es ausspreche und somit Wahrheit transportiere, kehrt sich mein Anspruch in's Gegenteil... damit kommt das Ungewollte zur Existenz und entwickelt sich auf die natürlichste, existenziellste Art und Weise.
---
P.S.
Ich nehme dich nicht ernst ( wie so viele) weil dein Ernst auf einer fremden Komik beruht, denk mal drüber nach.


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29.09.2015 um 08:16
@petronius

Wie du meinst.
Mit Komik scheinst du dich ja offensichtlich gut auszukennen :D


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29.09.2015 um 09:00
Ich hab mit ja gestimmt. Wenn ich es selber entscheiden könnte würde ich Frauen und Kinder aufnehmen. Mit Wahrscheinlichkeit hätte sich das Thema von selber erledigt und die Unterkünfte bleiben leer.


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29.09.2015 um 09:27
froulein schrieb: Wenn ich es selber entscheiden könnte würde ich Frauen und Kinder aufnehmen. Mit Wahrscheinlichkeit hätte sich das Thema von selber erledigt und die Unterkünfte bleiben leer.
Die wenigsten Frauen und Kinder werden es schaffen, sich zu Fuss von Afghanistan oder aus Nigeria bis hierher durchzuschlagen. Problem gelöst.


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29.09.2015 um 09:42
@Doors
Das ist doch zu einfach ... zu sagen sie schaffen es nicht .. immerhin gibt es einen kleinen Anteil von Frauen mit Kindern die es schaffen. Ich denke das problem ist da eher ein anderes ...


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29.09.2015 um 09:48
@froulein

Und was genau ist Deiner Meinung nach das Problem?


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29.09.2015 um 09:51
@Doors
Es ist ein kulturelles Problem


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29.09.2015 um 09:59
Für @froulein und andere aus meinem persönlichen Threadarchiv exhumiert:

Ich bin in den sechziger Jahren in einem damals schon auf eine lange "multiethnische Tradition" zurück blickenden Stadtteil (Hamburg-St.Pauli) gross geworden. Da war es vollkommen normal, dass Nachbarn aus aller Herren Länder stammten. Kaum einer hatte Probleme damit. Man hatte Gemeinsamkeiten. Man war Malocher, man war arbeitslos, man war arm, man wohnte in beschissenen Verhältnissen, man war gelegenheitskriminell, man ging anschaffen. Da war es vollkommen egal, ob jemand schwarz, gelb oder blass war, de Vries, Müller, Smith, Hinterhuber, Li, Kim, Stanislawski, Ulutürk oder Wagadongo mit Nachnamen hiess. Bis 1945 hatte dieser Stadtteil sogar noch eine komplette "Chinatown", ganz, wie es sich für eine Welt- und Hafenstadt gehört.

Natürlich war Deutschland immer auch ein Durchzugs- und Einwanderungsland mit nationalen Minderheiten in bestimmten Regionen, wie Nord- und Ostfriesen an den westlichen Küsten, wendischen Sorben in der Lausitz und im Spreewald, Dänen an der Nordgrenze.

Darüber hinaus hat Deutschland immer wieder grosse Immigrationswellen erlebt.
Stichwort Völkerwanderung.

Jüdische Gemeinden lassen sich seit 321 urkundlich nachweisen. Im Mittelalter zog es Handwerker und Händler aus den Niederlanden, Frankreich, Polen etc. in die Grenzen des heutigen Deutschlands. "Gekommen um zu bleiben" - ebenso zog es natürlich auch Deutsche hinaus in die Welt. Bereits die Hanse sorgte für eine rege Durchmischung der Handel treibenden Völker. Später kamen Kolonisten aus den Niederlanden, um beispielsweise die Überschwemmungsgebiete der Elbe (Vier- und Marschlande) zu besiedeln, im 16. Jahrhundert war jeder 4. Hamburger ein niederländischer Migrant. Friedrichstadt an der Mündung der Treene in die Eider, eine niederländische Gründung, hatte nicht nur 200 Jahre lang ein niederländisches Sprachprivileg, sondern es galt auch ebenso lange niederländisches Recht*.

Im 17. Jahrhundert waren gut 1/4 der Einwohner des Grossraums Berlin französischer Herkunft. In Hamburg waren Portugiesen und Engländer stark vertreten, wie sich heute noch an Namen alter Familien erkennen lässt. Ebenso rege war der Zuzug von Schweden, schliesslich waren Teile der Ostseeküste einst schwedisch, oder von Dänen, die bis an die Elbe herrschten - und blieben.

Im 19. Jahrhundert kam es zu einem starken Zustrom von Arbeitsmigranten, meist aus Polen oder der Ukraine, nach Deutschland. In manchen Städten im Ruhrgebiet gab es um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert mehr Polen als Deutsche. Nationalisten befürchteten eine "Verpolung" der deutsche Rüstungsschmiede im Ruhrpott.

Nach der russischen Revolution 1917 liessen sich viele zarentreue Flüchtlinge aus Russland und dem Baltikum in Deutschland nieder. Zuvor hatten schon Menschen aus den deutschen Kolonien sich in Deutschland niedergelassen.

Der Zweite Weltkrieg mischte die Völker Europas noch einmal nachhaltig durch, zahlreiche "displaced persons" aus allen Teilen Europas blieben freiwillig oder unfreiwillig in Deutschland hängen, ebenso wie ehemalige Besatzungssoldaten.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts kamen Arbeitsmigranten aus den Ländern rund ums Mittelmeer dazu, politische Flüchtlinge aus Diktaturen wie Griechenland, dem Iran oder Chile oder Asylbewerber aus allen Staaten der Erde, nicht zu vergessen die Communities ausländischer Geschäftsleute, wie der Japaner in Düsseldorf oder der iranischen Teppichhändler in Hamburg.

Heute gilt Berlin als grösste "polnische", "russische" oder "türkische" Stadt ausserhalb der jeweiligen genannten Länder. Etwa 20.000 junge Israelis leben in Berlin - mehr als irgendwo sonst ausserhalb Israels. Hamburg ist die grösste "afghanische" Stadt und die grösste "ghanaische", so weit ich weiss. Ein "Portugiesenviertel" am Hafen gibt's übrigens auch noch, sowie einige skandinavische Kirchengemeinden.

Wahrscheinlich habe ich noch allerlei Völkerscharen vergessen.

So viel zum Thema "Vielvölkerstaat"!


*Was würde passieren, würden, auf Wunsch der Regierung, muslimische Glaubensverfolgte, meinetwegen Schiiten aus dem Irak oder Sunniten aus dem Iran, in der BRD eine Stadt gründen, in der sie 200 Jahre lang ausschliesslich ihre Heimatsprache und ihr Heimatrecht (Scharia!) ausüben dürften?




Ich arbeitete (und tue es gelegentlich noch) beruflich mit Menschen aller Hautfarben, Geschlechter, Religionen, "Kulturen" weltweit zusammen. Egal, ob hier oder dort, ob von Angesicht zu Angesicht oder virtuell.

Hobbies, Interessen und Freizeitgestaltung verbinden mich mit Menschen aus vielen Ländern. Die Firma, für die ich lange Jahre tätig war, gehörte zeitweilig Schweden, mein Auto kommt auch daher, selbst wenn's inzwischen Chinesen gehört, meine Lebensmittel, meine Kleidung, ja, selbst meine "Kulturgüter" kommen von rund um den Globus.

Wer sind eigentlich "diese Ausländer"?

Meine Frau ist Irin, ihre Freundin Französin, meine Putzfrau ist Russin, meine Nachbarn Dänen, mein Bäcker Friese, mein Gemüsemann Türke, mein Gastwirt Italiener, Grieche oder Chinese. Der Mensch, der unseren Oldtimer wartete kommt aus England, mein Ex-Chef aus den USA, meine frühere Backoffice-Leiterin aus dem Iran, meine erste Frau war Palästinenserin, usw. usw.

Bis jetzt hat sich mir noch nicht erschlossen, wer von denen eine potenzielle Gefahr für mich sein soll.
Kann mich mal jemand aufklären?

Was die Einwanderer angeht: Nicht wenige der erfolgreichsten Gesellschaften speisten und speisen sich aus Migranten. Warum? Weil es immer die entschlusskräftigsten, mutigsten und unternehmerischsten Menschen sind, die Geld und Leben riskieren, um ihrem Elend, dem Hunger und der Unterdrückung zu entfliehen, um sich andernorts ihr kleines persönliches Glück aufzubauen.

Ich gönne es ihnen!

Vielleicht hilft einfach noch mal ein wenig Geschichtsunterricht. Dann wird man feststellen, dass "die Deutschen" in den vergangenen zwei, drei Jahrhunderten ein Volk von "Wirtschaftsflüchtlingen" und "Asylbewerbern" waren, die sich aufgemacht haben, von der Wolga bis in die Karpaten, von Alaska bis Feuerland, von Afrika bis Asien und Australien ihr Glück zu suchen.


Was die freiwillige Ghettobildung angeht: Es ist wohl nicht so ungewöhnlich, dass sich Menschen gern mit "Ihresgleichen" umgeben. Man denke an die deutschen Dörfer und Städte in Ungarn, Rumänien, der ehemaligen UdSSR - oder an deutsche Ansiedlungen in Namibia, in Südamerika oder auf Malle. Selbst die USA hatten, zumindest bis zum Eintritt in den Ersten Weltkrieg, fast rein deutschstämmige Stadtteile, Städte und Gemeinden. Mit deutschen Schulen, deutschen Zeitungen und deutschen Festivitäten. Selbst Kaisers Geburtstag oder der Sedantag wurden dort gefeiert. Ein Wiederaufleben ergab sich (ohne Feiern) durch die Menschen, die vor dem Faschismus aus Deutschland flüchten mussten. Froh konnte von den Flüchtlingen der sein, der ein deutschsprachiges Netzwerk für Bürokratie, Unterkunft, Arbeit vorfinden konnte.

Geschäfte und Restaurants, in denen deutschstämmige Migranten heimische Speisen und Getränke vorfinden, gibt es wohl weltweit - von der Bierbar in Shanghai oder Thailand bis zum Currywurststand in Spanien oder "Feinkost"-Läden in New York.

Warum sollen andere Menschen also nicht die gleichen Ansprüche ans Leben stellen wie unsere (ehemaligen) Landsleute?


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29.09.2015 um 10:13
@Doors

Schöner Text ... geht aber nicht darauf ein was ich meine ...


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29.09.2015 um 10:19
@froulein

Zeigt nur, dass sich alle Kulturen im Laufe der Jahrhunderte zu unserer heutigen Kultur verbunden haben.
Worin besteht Deiner Meinung nach das "kulturelle Problem"?


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29.09.2015 um 11:00
@Doors

Wieder mal ein ausgezeichneter Text, volle Unterstützung!


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29.09.2015 um 11:50
@Doors
Es geht nicht um eine Kultur die sich entwickelt, sondern um die bestehenede Kultur. Was ist den sonst der Grund dafür das es eine Großzahl an Männern ist? Und bitte nicht dieses Argument die Frauen würden diesen Weg nicht schaffen ... denn es haben ja Frauen geschafft ..


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