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Gibt es etwas mehr als die Natur (Physik, Chemie, Biologie) ?

10 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Welt, Philosophie, Natur ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Seite 1 von 1

Gibt es etwas mehr als die Natur (Physik, Chemie, Biologie) ?

09.10.2026 um 14:41
Hallo,

die Frage ist ob es etwas Übernatürliches, also mehr als die bloße Natur gibt, mit der sich Physik, Chemie und Biologie befassen.
Und ob es sozusagen einen Platz in der Welterklärung gibt, der nur durch dieses Übernatürliche erklärt werden kann.


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Ja es muss da noch etwas mehr geben als die bloße Natur
4 Stimmen (29%)
Nein die ganze Welt (Alles was ist) ist Natur
10 Stimmen (71%)

Gibt es etwas mehr als die Natur (Physik, Chemie, Biologie) ?

09.10.2026 um 15:35
@kaktuss
Was meinst du mit diesem Übernatürlichen? Eine Art Gott?


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Gibt es etwas mehr als die Natur (Physik, Chemie, Biologie) ?

09.10.2026 um 19:29
@Dr.Edelfrosch
Irgendwas was als erste Ursache und erstes Prinzip für die Struktur und Ordnung der Welt verantwortlich ist.


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Gibt es etwas mehr als die Natur (Physik, Chemie, Biologie) ?

11.10.2026 um 04:00
Es gibt nichts außer Gott 🙌


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Gibt es etwas mehr als die Natur (Physik, Chemie, Biologie) ?

11.10.2026 um 14:28
Zitat von GirlsBestPlayGirlsBestPlay schrieb:Es gibt nichts außer Gott 🙌
Du meinst die Welt (Also alles was ist) ist quasi Gott ?
Umfasst sie deiner Meinung nach mehr als die Natur oder würdest du auch sagen die Natur ist Gott ?


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Gibt es etwas mehr als die Natur (Physik, Chemie, Biologie) ?

11.10.2026 um 14:46
da bleibt nur der geist/das bewusstsein und die frage, entsteht es im gehirn, oder eher nicht.


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Gibt es etwas mehr als die Natur (Physik, Chemie, Biologie) ?

12.10.2026 um 08:41
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Du meinst die Welt (Also alles was ist) ist quasi Gott ?
Umfasst sie deiner Meinung nach mehr als die Natur oder würdest du auch sagen die Natur ist Gott ?
Ja, es umfasst alles was es gibt… das Universum, die Welt, selbst dein Bildschirm oder Display in das du schaust oder die Tiere und Kinder oder dein Sofa, Stuhl oder Bett worauf du sitzt oder liegst, alles, sogar Du. 🙌🙂🌷
Zitat von EZTerraEZTerra schrieb:da bleibt nur der geist/das bewusstsein und die frage, entsteht es im gehirn, oder eher nicht.
Wir sind Bewusstsein… Bewusstsein existiert unabhängig vom Gehirn… weil wir formlose Wesen sind. Das hat auch irgendein Wissenschaftler herausgefunden.. ich weiß gerade nicht wie er heißt… also… dass Bewusstsein unabhängig vom Gehirn existiert hat er herausgefunden.

Vielleicht fällt mir noch der Name ein oder weiß es jemand und mag es posten… 🙂


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Gibt es etwas mehr als die Natur (Physik, Chemie, Biologie) ?

12.10.2026 um 18:52
Zitat von GirlsBestPlayGirlsBestPlay schrieb:formlose Wesen
was soll das denn heißen ?

Ich denke nicht dass das Bewusstsein nicht im Gehirn existiert. Das Gehirn mit seinen Synapsen produziert es irgendwie.


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Gibt es etwas mehr als die Natur (Physik, Chemie, Biologie) ?

15.10.2026 um 19:32
Youtube: „Der Tod ist nur das Ende unseres Körpers, nicht unseres Bewusstseins“ | Pim van Lommel im Gespräch
„Der Tod ist nur das Ende unseres Körpers, nicht unseres Bewusstseins“ | Pim van Lommel im Gespräch
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Zitat von kaktusskaktuss schrieb am 12.10.2026:was soll das denn heißen ?
Wir sind Bewusstsein und formlos. Das im Video ist der Wissenschaftler den ich meinte…
Ich bin jetzt davon überzeugt, dass das Bewusstsein auch ohne funktionierendes Gehirn, also ohne den Körper, erlebt werden kann. Das bedeutet, dass der Tod nur das Ende unserer physischen Aspekte ist, das Ende unseres Körpers, aber nicht das Ende unseres Bewusstseins. Es gibt eine Kontinuität des Bewusstseins, die über den Tod unseres Körpers hinausreicht. Herr Dr. van Lommel, Sie sind Kardiologe und zählen heute zu den international bekanntesten Sterbeforschern.

Sie haben unter anderem eine viel beachtete Studie veröffentlicht, die sich mit Nahtoderfahrungen von Menschen befasst, die nachweislich als klinisch tot galten und reanimiert wurden. Ich möchte heute über den aktuellen Stand Ihrer Forschungen sprechen, aber ich möchte mit einer sehr persönlichen Frage beginnen: Was hat Sie ursprünglich dazu gebracht, sich überhaupt mit Nahtoderfahrungen zu beschäftigen?

Gab es einen Patienten mit einer besonderen Geschichte? Was war der Start für Sie? Das erste Mal hörte ich im Jahr 1969 von einer Nahtoderfahrung, also noch bevor Raymond Moody sein Buch »Leben nach dem Tod« schrieb. Ich begann mich gerade in der Kardiologie zu spezialisieren und arbeitete in einer der ersten Koronarstationen in den Niederlanden. Dort waren moderne Wiederbelebungstechniken möglich.

Wir wandten Defibrillatoren an, auch die externe Thoraxkompression. Eines Tages versorgten wir einen 44-jährigen Mann, der einen Herzstillstand hatte. Wir haben ihn wiederbelebt. Er hatte drei oder vier Schocks bekommen und sein Bewusstsein wiedererlangt. Ich war der verantwortliche Arzt, und als Team waren wir über die gelungene Reanimation natürlich sehr glücklich. Aber der Patient selbst war enttäuscht.

Er erzählte mir dann, was er erlebt hatte, berichtete von einem Tunnel, von Licht, einer Landschaft, schöner Musik usw. Ich habe dieses Ereignis nie vergessen, aber es hat mich zunächst nicht weiter beschäftigt. Meine berufliche Spezialisierung stand für mich damals im Vordergrund. Und dieser Patient hat völlig frei von dieser Erfahrung gesprochen? Ja, aber es war aus meiner Sicht völlig unmöglich, dass jemand eine Erinnerung an eine Zeit der Bewusstlosigkeit haben sollte.

Im Jahr 1986 habe ich dann ein Buch von George Ritchie bekommen: »Rückkehr von morgen«. Er berichtete darin über seine Nahtoderfahrung als Medizinstudent im Jahr 1943. Er war an einer doppelten Lungenentzündung erkrankt, und es waren keine Antibiotika verfügbar, also starb er. Sein Körper war bereits mit einem Laken bedeckt. Aber der Krankenpfleger war so bestürzt über den Tod dieses jungen Medizinstudenten, dass er den Arzt überreden konnte, ihm eine Adrenalinspritze direkt ins Herz zu geben.

Das war 1943 völlig unüblich. Aber nach einer Sterbephase von neun Minuten kam Ritchie tatsächlich wieder zurück. Er hatte eine sehr, sehr tiefe Nahtoderfahrung erlebt, mit all den Aspekten, die wir kennen. Können Sie ein bisschen darüber erzählen, was er erlebt hat? Alles, was man sich vorstellen kann. Es war ihm bewusst, dass er tot war. Er hatte die Erfahrung eines Tunnels, der zum Licht führt.

Er traf verstorbene Verwandte. Er hatte eine außerkörperliche Erfahrung. Dabei sah er nicht nur seinen eigenen Körper, sondern er erlebte sich auch Tausende Kilometer weit entfernt an einem anderen Ort. Dort saß er in einer Bar, und es geschahen einige Dinge. Weil er nicht glauben konnte, dass er tatsächlich dort gewesen war, suchte Ritchie später diesen Ort auf und fand heraus, dass es dort genau so aussah, wie er es in seiner Nahtoderfahrung gesehen hatte.

Er erlebte sich auch in einem sehr dunklen Raum, in dem Menschen kämpften usw. Das war eine Art Höllenerfahrung. Aber er erkannte, dass jeder der dort Leidenden ein Lichtwesen über sich hatte. Und sobald jemandem bewusst wurde, dass es dieses helfende Lichtwesen gab, konnte er Erlösung finden. Also auch diesen Aspekt erlebte Ritchie in seiner Nahtoderfahrung. Er hatte dann das Problem, seinen Körper wiederzufinden, da dieser mit einem Laken bedeckt war.

Aber er erkannte seinen Burschenschaftsring von seiner Studentenverbindung. Damit war ihm klar, wo er wieder hineinschlüpfen muss. Nach diesem Buch kam für mich der Moment, als ich begann, meine Patienten, die einen Herzstillstand überlebt hatten, zu fragen, ob sie irgendwelche Erinnerungen an die Zeit der Bewusstlosigkeit und des Herzstillstandes hatten. Von 1986 bis 1988, also innerhalb von zwei Jahren, erzählten mir zwölf von 50 Patienten, die einen Herzstillstand überlebt hatten, von ihrer Nahtoderfahrung.

Das war sehr beeindruckend. Aber Sie waren als Arzt immer sehr offen dafür und haben wahrscheinlich die Patienten auch dadurch angeregt, darüber zu sprechen. Ich glaube, Menschen mit einer Nahtoderfahrung spüren sehr genau, wenn jemand offen für ihr Erlebnis ist. Sie haben ein inneres Wissen. Bald war auch meine wissenschaftliche Neugierde geweckt. Denn ich hatte an der Universität gelernt, dass das Bewusstsein ein Produkt von Gehirnfunktionen ist.

Demnach sollte es unmöglich sein, dass Patienten Erinnerungen aus einer Phase der Bewusstlosigkeit haben können. Und noch mehr, dass man ein erweitertes Bewusstsein mit Wahrnehmungen außerhalb und oberhalb des leblosen Körpers erleben kann, mit Emotionen, mit Erinnerungen aus der frühen Kindheit. All das dürfte gar nicht möglich sein. Deshalb haben wir mit der Studie begonnen, um zu sehen, ob wir eine Erklärung für die Nahtoderfahrungen finden können.

Bis zu diesem Zeitpunkt gab es nur retrospektive Studien mit ausgewählten Patienten. Und viele glaubten den Erklärungen, es handle sich bei Nahtoderfahrungen nur um Halluzinationen, Aktivitäten des Gehirns, Neurotransmitter, Sauerstoffmangel im Gehirn, Träume usw. Ich glaube, in den früheren Studien waren ja auch nicht immer die Krankheitsgeschichten ganz klar. Wenn von einem Nahtoderlebnis berichtet wird, das 10 oder 20 Jahre zurückliegt, weiß man nicht genau, was passiert ist.

Auch deshalb war meine wissenschaftliche Neugier geweckt. Denn was mir die Leute erzählten, sollte eigentlich nicht möglich sein. Daher begannen wir 1988 mit unserer prospektiven Studie in zehn niederländischen Krankenhäusern und an, aufeinanderfolgend, insgesamt 344 Patienten, die einen Herzstillstand überlebt hatten. So fing es an. Erst später, nachdem ich selbst schon begonnen hatte, Patienten zu befragen, las ich Raymond Moodys Buch »Leben nach dem Tod«.

Bis dahin waren mir seine Arbeiten nicht bekannt gewesen. Wie oft, würden Sie heute sagen, kommen Nahtoderfahrungen vor? Ist das ein sehr häufiges Phänomen in der Gesellschaft? Gibt es dazu aktuelle Schätzungen? In unserer prospektiven Studie an Herzstillstandspatienten mit einem Durchschnittsalter von 62 Jahren berichteten 18 Prozent von einer Nahtoderfahrung. Es gibt jedoch eine Studie mit sehr jungen Kindern, die im Koma lagen, ein Trauma hatten, die bei einem Verkehrsunfall oder etwa durch Enzephalitis fast gestorben oder die beinahe ertrunken wären.

70 Prozent dieser Kinder hatten eine Nahtoderfahrung. Das ist ein höherer Prozentsatz als in unserer Studie mit älteren Patienten. In retrospektiven Studien, die in der Regel Menschen mit einem Durchschnittsalter zwischen 30 und 40 Jahren umfassen, berichten etwa 30 bis 40 Prozent der Personen, die einen Verkehrsunfall hatten, von einer Nahtoderfahrung. Je älter die Menschen, desto seltener wird von einer Nahtoderfahrung berichtet.

Aber wir wissen aus Studien, aus Untersuchungen in Deutschland und den USA, dass etwa vier Prozent der Menschen in der westlichen Welt eine Nahtoderfahrung gehabt haben dürften. Das sind 20 bis 25 Millionen Menschen in Europa, vier Millionen Menschen in Deutschland, 10 bis 15 Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten. Nahtoderfahrungen kommen also recht häufig vor. Das Problem ist, dass die Betroffenen normalerweise nicht mit anderen darüber sprechen.

Ich habe Patienten gekannt, die wegen ihrer NTE 50 Jahre lang psychiatrisch behandelt worden sind, auch weil ihnen niemand glauben wollte. Sie haben es jetzt ja schon selbst angesprochen. Das Resümee Ihrer Forschungen – das haben Sie auch in unserem ersten Gespräch, damals noch in Ihrer niederländischen Heimat formuliert – war ja, dass das, was Sie als Medizinstudent gelernt haben, neu überdacht werden muss, nämlich, dass das Gehirn Bewusstsein produziert.

Das ist ja die gängige These. Offenbar kann der Mensch eben auch Bewusstsein erleben, wenn Gehirnfunktionen ausgefallen oder stark beeinträchtigt sind. Sehen Sie das heute immer noch so? Heute bin ich sicher, dass es so ist. Nicht nur unsere Arbeiten, sondern auch die Studien von Bruce Greyson in den USA, der mit der gleichen Art von Studiendesign gearbeitet hat – Studien von Sam Parnia, Peter Fenwick und Penny Sartori in Großbritannien an insgesamt 562 Überlebenden eines Herzstillstandes – führten zu ähnlichen Ergebnissen.

Etwa 15 bis 20 Prozent dieser Patienten hatten eine Nahtoderfahrung. In all diesen Studien konnten wir die üblichen wissenschaftlichen Erklärungen für solche Erlebnisse ausschließen. Wir konnten beispielsweise Anoxie, also Sauerstoffmangel im Gehirn, als Erklärung ausschließen. Wir haben die 18 Prozent der Patienten, die eine Nahtoderfahrung hatten, mit den 82 Prozent der Patienten verglichen, die überhaupt keine Erinnerung hatten, um mögliche Ursachen herauszufinden.

Dabei zeigte sich zum Beispiel, dass die Dauer des Herzstillstandes keine Rolle spielt, ebenso wenig, ob es sich um eine komplizierte Herz-Lungen-Wiederbelebung handelte, bei der eine Intubation erforderlich war oder nicht, oder ob viele Medikamente verabreicht wurden. Wir hatten zum Beispiel 30 Patienten im Katheterlabor mit elektrophysiologischen Untersuchungen. Hier können Menschen normalerweise innerhalb von 30 Sekunden wiederbelebt werden.

Die Dauer des Herzstillstandes spielt für die Nahtoderfahrung also keine Rolle. Auch die Angst vor dem Tod, die manchmal als psychologische Erklärung für Nahtoderfahrungen angeführt wird, spielt keine Rolle. Ebenso wenig, ob jemand vorher wusste, dass solche Erfahrungen möglich sind oder nicht. Das Geschlecht oder die Religion hatten keine Bedeutung. Wir konnten also in unserer Studie zum ersten Mal alle bis dahin gegebenen möglichen Erklärungen für Nahtoderfahrungen und deren Ursachen ausschließen.

Jetzt gibt es ja in der Medizin unzählige Belege für den Zusammenhang zwischen Bewusstsein und Gehirnaktivität, Demenzerkrankungen beispielsweise. Diese Zusammenhänge gibt es. Wenn das Gehirn nicht Bewusstsein produziert, was tut es dann? Zunächst, auch Patienten mit Herzstillstand, die also, wie wir es bezeichnen, klinisch tot waren, haben Nahtoderfahrungen. Es wurden Studien mit Patienten durchgeführt, bei denen Herzstillstände ausgelöst wurden, zum Beispiel für Druckhalteprüfungen für interne Defibrillatoren, aber auch Studien mit induziertem Herzstillstand bei Tieren.

Daher wissen wir, wenn man einen Herzstillstand auslöst, verlieren die Patienten innerhalb von Sekunden das Bewusstsein. Sie verlieren die Körperreflexe, die eine Funktion der Hirnrinde sind. Sie verlieren die Hirnstammreflexe, den Würgreflex, der normalerweise auftritt, wenn man jemandem den Finger in den Hals steckt. Die Kornealreflexe, starre, geweitete Pupillen gehören zu den klinischen Befunden bei diesen Patienten.

Die Atmung setzt aus – das Atemzentrum befindet sich in der Nähe des Hirnstamms. Wir haben in den Studien Messungen zur Aktivität des Kortex durchgeführt. Nach 10 bis 20 Sekunden gibt es immer eine flache EEG-Linie. Und aus allen Studien wissen wir, dass bei einem Herzstillstand niemals innerhalb von 20 Sekunden eine erfolgreiche Wiederbelebung durchgeführt werden kann. So etwas dauert immer zwei, drei, vier Minuten.

Alle 562 Patienten in den vier prospektiven Studien, die mit Überlebenden eines Herzstillstandes durchgeführt worden sind, müssen also ein flaches EEG gehabt haben. Von diesen Patienten hatten 20 Prozent eine Nahtoderfahrung und erlebten eine Periode des erweiterten Bewusstseins mit der Möglichkeit von Wahrnehmungen, die über den Körper hinausreichen, mit Kognition, Emotionen, Erinnerungen etc. Also müssen wir die nie bewiesene Hypothese, dass Bewusstsein ein Produkt von Gehirnfunktionen sei, neu diskutieren.

Denn es ist bewiesen, dass das Gehirn bei einem Herzstillstand nach 10 bis 20 Sekunden nicht mehr funktioniert. Außerkörperliche Erfahrungen haben uns gezeigt, dass das Bewusstsein nach drei oder vier Minuten außerhalb des Körpers ist oder an verschiedenen entfernten Orten. Man kann beispielsweise im Krankenhaus durch die Wände gehen oder ein Familienmitglied irgendwo in einem anderen Raum sehen.

Man kann Situationen von oben wahrnehmen und auch durch Strukturen hindurch. Das beweist, dass man Bewusstsein erfahren kann, wenn das Gehirn überhaupt nicht funktioniert. Was macht also Ihre Meinung nach das Gehirn? Ich denke, dass das, wovon Menschen mit Nahtoderfahrungen berichten, ein anderes Bewusstsein ist als das, das wir als unser Wachbewusstsein kennen, wenn wir zum Beispiel jetzt hier sitzen.

Unser Wachbewusstsein ist nur ein kleiner Teil dieses erweiterten, nichtlokalen Bewusstseins. Nahtoderfahrene erzählen uns auch, dass vor allem in ihrem Lebensrückblick alles im gleichen Moment geschieht, die vergangenen und auch zukünftige Ereignisse. Es gibt keine Zeit, es gibt keinen Raum. In dem Moment, in dem du an etwas oder jemanden denkst, wirst du da sein, wirst du ihn treffen. Diese andere Art des Bewusstseins, in der alles gleichzeitig mit allem verbunden ist, ermöglicht eine Erfahrung des Einsseins, der bedingungslosen Liebe – eine Erfahrung von extremer Weisheit und Einsicht.

Hier in unserem Körper haben wir so etwas nicht. Das Gehirn fungiert als Schnittstelle oder als Filter, Transceiver. Es empfängt nur einen kleinen Teil dieses nichtlokalen Bewusstseins in unserem Körper als unser Wachbewusstsein. Und es sendet Informationen von unseren Sinnen und unserem Körper an dieses Bewusstsein. Ich versuche es immer anhand der modernen, weltweiten Kommunikation zu erklären.

In diesem Augenblick gehen vielleicht 200.000 oder 300.000 Telefongespräche durch uns und diese Wände hindurch. Hunderte von Radio- und Fernsehprogrammen, unzählige Webseiten, auch Ihre Filme auf YouTube durchqueren uns in diesem Augenblick als elektromagnetische Informationsfelder. Aber man braucht ein funktionierendes Instrument, um sie zu empfangen. Die Cloud mit all diesen Websites und YouTube-Filmen ist immer da, immer abrufbereit.

Aber Sie benötigen einen funktionierenden Computer, um sie zu empfangen. Ihr Computer zeigt die Inhalte, die Sie daraus abrufen. Wenn er ausgeschaltet ist, bleibt die Information trotzdem vorhanden. Ebenso ist Ihr Bewusstsein immer da, wenn Ihr Gehirn ausgeschaltet ist. Ich vergleiche die Cloud ein wenig mit dem nichtlokalen Bewusstsein. Es ist überall, immer verfügbar. Aber Sie brauchen einen funktionierenden Weg, um es in Ihren Körper zu bekommen.

Ich möchte jetzt gern auf ein paar kritische Einwände zu sprechen kommen, mit denen oft die Echtheit von Nahtoderfahrungen in jüngster Zeit infrage gestellt wird. Dazu gehört die Annahme ganz speziell, dass es auch nach einem Herzstillstand noch lange Restaktivitäten im Gehirn gibt. Auch wenn das EEG flach ist, könnte es ja sein, meinen manche Menschen, dass doch im Gehirn irgendwelche Aktivitäten bestehen, aus denen Bewusstsein produziert wird.

Glauben Sie, dass es solche Restaktivitäten geben kann? Das glaube ich nicht, denn Sie sprechen hier von Aktivitäten, die nicht festgestellt werden können. Was wir im Gehirn messen können, sind neuronale Korrelate des Bewusstseins. Man kann Aktivitäten im Gehirn messen. Mit dem EEG kann man die elektromagnetische Aktivität messen, mit dem MEG die magnetische. Mit der funktionellen Magnetresonanz-Tomografie kann man Stoffwechselaktivitäten sichtbar machen.

Mit dem PET-Scan kann man chemische Aktivität messen. Aber das sind alles neuronale Korrelate des Bewusstseins. Man kann Aktivitäten im Gehirn messen, aber man kann nicht das Bewusstsein selbst messen. Wir wissen nicht, ob das Bewusstsein das Ergebnis oder die Ursache dieser Aktivität ist. Aber wenn es überhaupt keine Aktivität gibt, wenn wir gar nichts mehr messen können? Wir wissen, dass für ein waches Bewusstsein viele neuronale Zentren im Gehirn nötig sind, die Informationen austauschen und miteinander kommunizieren – der globale neuronale Arbeitsbereich.

Die moderne Neurophysiologie hat gezeigt, dass diese Aktivitäten für das Wachbewusstsein nötig sind. Bei einem Herzstillstand gibt es diese Aktivitäten nicht. Auch in Tierversuchen haben wir gesehen, dass bei einem Herzstillstand keine Aktivität im Hirnstamm und in den tieferen Strukturen des Gehirns vorhanden ist. Es funktioniert nicht mehr. Ein anderer Einwand: Wir wissen heute ja, dass das Gehirn Erinnerungen konstruiert, also dass aus bestimmten Fragmenten ein schlüssig erscheinendes, logisches Gesamtbild entsteht, aber dass die Erinnerungen nicht unbedingt der Wirklichkeit entsprechen.

Sie sind also konstruiert. Jetzt könnte man einwenden, gut, während der Nahtoderfahrung selbst ist die Gehirnaktivität reduziert, aber in dem Zeitpunkt, wo jemand davon erzählt, wo er davon berichtet, funktioniert das Gehirn. Und damit wird vielleicht auch die Erinnerung an das, was er erlebt hat, konstruiert. Was sagen Sie dazu? Dass das völliger Unsinn ist. Denn wir wissen genau, wovon Nahtoderfahrene berichten.

Bei außerkörperlichen Erfahrungen ist es möglich, Wahrnehmungen zu verifizieren. Wir haben Ärzte und Krankenschwestern oder Familienangehörige befragt, was bei der Wiederbelebung oder bei einem Verkehrsunfall passiert ist, wodurch Berichte Nahtoderfahrener bestätigt werden konnten. Vor Kurzem wurde ein Buch mit dem Titel »Das Selbst stirbt nicht« veröffentlicht, in dem 128 Fälle von bestätigten Wahrnehmungen bei außerkörperlichen Erfahrungen dokumentiert sind.

Das beweist, dass das, von dem uns Nahtoderfahrene berichten, was bei einem Herzstillstand im Koma oder während einer Operation passiert, wirklich passiert ist. 98 Prozent der Erinnerungen waren völlig korrekt. Das bestätigt die Richtigkeit der Erinnerungen. Zudem wurde in Belgien eine Studie über Erinnerungen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Erinnerungen an Nahtoderfahrungen viel ausgeprägter und intensiver sind als Erinnerungen an alltägliche Dinge, die im Leben passieren.

Sie haben eine andere Qualität. Die Erinnerungen Nahtoderfahrener zeigen hervorragend, was sie zum Beispiel während eines Herzstillstandes bewusst erleben konnten. Warum, glauben Sie, ist bei diesen AWARE-Studien so wenig herausgekommen? Es gab darin 58 Patienten, die einen Herzstillstand überlebten, und mit 28 von ihnen konnte man ein Interview führen. Nur zwei davon hatten eine Nahtoderfahrung.

Aber es gab keine wirklich objektivierbaren außerkörperlichen Erfahrungen. Ich weiß nicht genau, warum, aber ich denke, so etwas wird immer schwierig sein. Für die AWARE-Studie wurde mittels EEG beobachtet, ob es bei den Patienten noch Aktivität im Gehirn gibt. Und man hatte im Wiederbelebungsraum nahe der Decke Zeichen versteckt, die im außerkörperlichen Zustand wahrgenommen werden sollten. Das ist aber nie passiert.

In unserer Studie können wir auch nicht damit aufwarten, dass Nahtoderfahrene hoch oben nahe der Decke versteckte Zeichen wahrgenommen hätten. Natürlich möchte ich als skeptischer Wissenschaftler Beweise haben. Ich würde gern Patienten kennen, die solche versteckten Zeichen von oben gesehen haben. Aber in der Diskussion über diesen Ansatz muss man auch mit einer Art Blindheit rechnen, im Sinne einer Ablenkung.

Wenn Sie zum Beispiel Auto fahren und auf Ihr iPhone oder Ihr Smartphone schauen, übersehen Sie leicht ein entgegenkommendes Fahrzeug. So geschehen sehr viele Unfälle. Es wurden Studien durchgeführt, für die sich Studenten einen Film mit Basketballspielern ansehen und genau darauf achten sollten, was die Spieler in den beiden Basketballgruppen einander erzählten usw. Und in der Konzentration darauf haben sie einen Gorilla übersehen, der vorbeigelaufen ist.

Das nennt man Aufmerksamkeitsblindheit. Dazu gibt es viele Studien. Wenn man nicht in seinem Körper ist, wenn man seine eigene Wiederbelebung, seine eigene Operation sieht, dann achtet man nicht darauf, ob es irgendwo ein verstecktes Zeichen zu sehen gibt. Die Aufmerksamkeitsblindheit könnte also erklären, warum diese Art von Studien nicht funktioniert. Sam Parnia hat auch EEG-Studien durchgeführt.

Sie begannen mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung und nach fünf Minuten kam sein Team und setzte den Patienten zwei oder drei Dinge auf den Kopf. In einer solchen Situation ist das nicht einfach. Die praktischen Aspekte von Studien dieser Art sind sehr, sehr schwierig. Oft wird ja gesagt, der überzeugendste Beweis für die Echtheit einer Nahtoderfahrung ist der, wie grundlegend sich Menschen durch das Erlebnis verändern.

Ich möchte in dem Zusammenhang auf Ihre Studie zurückkommen. Sie haben ja auch die weitere persönliche Entwicklung von Patienten beobachtet. Was waren die Unterschiede bei Menschen, die eine Nahtoderfahrung hatten, im Vergleich zu solchen, die keine hatten? Das ist eine wichtige Frage, die wir uns auch gestellt haben. Deshalb haben wir nicht nur eine prospektive Studie durchgeführt, die zwei Jahre dauerte, sondern auch eine Längsschnittstudie.

Wir haben Nahtoderfahrene nach zwei und dann noch einmal nach acht Jahren befragt und mit einer dazu passenden Kontrollgruppe von Patienten verglichen, die ebenfalls einen Herzstillstand überlebt hatten. Die im gleichen Zeitintervall befragte Kontrollgruppe hatte das gleiche Geschlecht und das gleiche Alter. Aber keine Nahtoderfahrung? Nein, keine Nahtoderfahrung. Wir wollten sehen, ob es einen Unterschied in den Nachwirkungen gab.

Die klassische Transformation, die wir von Nahtoderfahrenen kennen, besteht erstens darin, dass sie die Angst vor dem Tod verlieren. Sie sind davon überzeugt, dass das Bewusstsein fortbesteht. Zweitens erlangen sie eine neue Einsicht in das, was im Leben wichtig ist, nämlich bedingungslose Liebe, Empathie und auch Liebe zu sich selbst. Sie akzeptieren die eigenen negativen Aspekte, die wir alle haben, und entwickeln Empathie, bedingungslose Liebe, Mitgefühl für andere, für die Natur, für den Planeten Erde, weil sie sich allem verbunden fühlen.

Das Erleben der Einheit ist ihnen immer noch gegenwärtig. Der dritte Aspekt ist eine erhöhte intuitive Sensibilität. Nahtoderfahrene wissen, was andere Menschen denken und fühlen. Wir haben herausgefunden, dass nur Patienten mit einer Nahtoderfahrung diese klassische Transformation hatten. Menschen ohne Nahtoderfahrung haben sich auch ein wenig verändert, aber nicht auf dieselbe Weise. Auch das Interesse an Spiritualität wuchs bei Nahtoderfahrenen besonders stark.

Sie veränderten ihre Lebensweise. Das Problem ist allerdings, dass man nach einer Nahtoderfahrung von dieser Erfahrung völlig überwältigt ist, weil sie nicht mehr zu der Weltanschauung passt, die man davor hatte. Ich kenne viele Ärzte, die eine Nahtoderfahrung hatten und dann meinten: Was mir passiert ist, habe ich immer für unmöglich gehalten, aber jetzt ist es passiert. Dann versucht man, sein Erlebnis mit anderen zu teilen, aber niemand will zuhören.

Ärzte sind im Zuhören sehr schlecht, Krankenschwestern etwas besser. Und dann die Familienmitglieder und die Partner. Die Scheidungsrate von Nahtoderfahrenen liegt über 70 Prozent, denn der Partner meint, nicht mehr denselben Menschen vor sich zu haben. Nahtoderfahrene verändern sich sehr stark, aber oft wissen sie nicht, was mit ihnen passiert ist. Sie haben keinen Begriff für ihr Erlebnis. Sie denken, sie seien verrückt, sie können es nicht mit anderen teilen.

Sie durchleben eine Phase der Depression, der Einsamkeit und des Heimwehs, die Jahre dauern kann. Es handelt sich um ein spirituelles Trauma. Es zu bewältigen ist harte Arbeit, bis sie eines Tages vielleicht ein Buch lesen, eine Sendung im Fernsehen sehen oder was auch immer, und erkennen: Oh, ich bin nicht verrückt, ich bin nicht der einzige Mensch, der so etwas erlebt hat. Dann fangen sie an, mehr darüber zu lesen, und sprechen vielleicht auch mit anderen Nahtoderfahrenen.

Sie beginnen, ihre Erfahrung zu akzeptieren. Der zweite Schritt besteht darin, die Erfahrung in ihr Leben zu integrieren. Sie ändern ihre Lebensweise. Es geht ihnen nicht mehr um Geld oder Macht, nicht um das physische Leben im Körper oder um ihre Kleidung. Es geht um die Essenz dessen, was wir Menschen sind. Ein solcher Wandel ist auch in der westlichen Gesellschaft, in dieser materialistischen Gesellschaft, nicht einfach.

Die Veränderung ist gewaltig, und es braucht viel Zeit und Mühe, um diese Erfahrung in das tägliche Leben zu integrieren. Ich kenne Patienten, die 50 Jahre lang über ihre Nahtoderfahrung geschwiegen haben. In Holland haben wir einmal eine Studie mit 82 Patienten durchgeführt, die eine Nahtoderfahrung hatten, die zwischen sieben Monaten und 70 Jahren zurücklag. Die Hälfte von ihnen war auch nach einem durchschnittlichen Abstand von 24 Jahren noch nicht in der Lage, mit anderen über ihre Erlebnisse zu sprechen.

Es ist ein Trauma. Die Menschen sind einsam und deprimiert. Es ist überhaupt nicht einfach, so etwas zu erleben. Trotz des positiven Inhalts ist es meist mit harter Arbeit verbunden, eine solche Erfahrung zu akzeptieren und zu integrieren. Sie haben es auch schon erwähnt: Unter vergleichbaren Umständen erlebt nicht jeder Mensch eine Nahtoderfahrung, nur ein relativ geringer Prozentsatz. Warum, glauben Sie, ist das so?

Oder könnte es auch sein, dass jeder Mensch etwas erlebt, aber sich nicht jeder daran erinnert? Das sind zwei Fragen, die man getrennt voneinander sehen sollte. Ich habe vorhin schon erwähnt, dass bei einer prospektiven Studie mit Kindern 70 Prozent eine Nahtoderfahrung hatten. Kinder, die jünger als fünf Jahre alt sind, sind offen. Sie sind ständig mit diesem erweiterten Bewusstsein verbunden, aber sie verlieren diese Verbindung durch die Erziehung, durch ihre Eltern, durch die westliche Gesellschaft.

Je älter der Mensch ist, desto fester ist die Verbindung zwischen Bewusstsein und Gehirn, und desto mehr Zeit braucht er, um sich vom Körper zu lösen. Wer einen Herzstillstand hat, braucht fünf bis zehn Minuten, um herauszukommen. Alles braucht mehr Zeit. In unserer Studie haben wir Patienten unter 60 Jahren mit über 60-Jährigen verglichen. Bei den Unter-60-Jährigen hatten mehr Patienten eine NTE als bei den älteren.

Was ich damit sagen will: Jeder, der stirbt, wird eine Todeserfahrung haben. Aber vielleicht braucht er 20 oder 30 Minuten und nicht nur fünf, um aus dem Körper herauszukommen. Jeder wird eine Todeserfahrung haben. Das wissen wir auch aus Nachtodkontakten. In Europa erlebten 125 Millionen Menschen eine Art von Kommunikation nach dem Tod. Auch das beweist, dass das Bewusstsein noch vorhanden ist. Menschen berichten darüber, was mit ihnen passiert ist, als sie ihren Körper verlassen haben.

Sie hatten eine Todeserfahrung. Aber ob jemand eine Nahtoderfahrung hat, scheint ein bisschen von der Situation und vor allem auch vom Alter abzuhängen. Ich kann es nicht beweisen, aber ich denke, so ist es. Gehen wir jetzt einmal aufgrund all Ihrer Erlebnisse und Forschungsergebnisse davon aus, dass Nahtoderfahrungen wirklich echt sind, dass die Menschen das erleben, wovon sie erzählen, dass es sich um keine Einbildung, keine Halluzination, was immer handelt – echtes Erleben.

Was bedeutet denn das für die Bewusstseinsforschung? Was ist Bewusstsein aus Ihrer Sicht, wenn nicht ein Produkt des Gehirns? Es gibt keine Definition von Bewusstsein. Wir können es nur beschreiben, wir können darüber sprechen, aber wir haben keine eindeutige, gute Definition. Für die Wissenschaft ist es eine Herausforderung, über Bewusstsein und insbesondere über die Beziehung zwischen Geist und Gehirn zu sprechen.

Ich bin jetzt davon überzeugt, dass das Bewusstsein auch ohne funktionierendes Gehirn, also ohne den Körper, erlebt werden kann. Das bedeutet, dass der Tod nur das Ende unserer physischen Aspekte ist, das Ende unseres Körpers, aber nicht das Ende unseres Bewusstseins. Es gibt eine Kontinuität des Bewusstseins, die über den Tod unseres Körpers hinausreicht. Das Bewusstsein war schon immer da. Es ist vor der Geburt und es ist nach dem Tod da.

Es gibt keinen Anfang und es wird auch kein Ende des Bewusstseins geben. Das Bewusstsein ist augenblicklich mit der Vergangenheit und auch mit der Zukunft verbunden. Aber es geht hier um eine andere Art von Bewusstsein. Sie haben vorhin die Demenz erwähnt. Bei Menschen mit dieser Erkrankung wurde das Instrument, das Gehirn, beschädigt. Davon ist das Wachbewusstsein betroffen. Der Computer ist beschädigt, sodass Sie nicht alle Websites abrufen können.

Das nichtlokale Bewusstsein hingegen, das wirkliche Bewusstsein, kann niemals beschädigt werden, weil es nicht vom Gehirn abhängig ist. Das Internet, die Cloud, ist nicht von Ihrem Computer abhängig. Sie sprechen eben vom endlosen Bewusstsein. Ihr Buch hat ja auch diesen Titel. Welche Erfahrung haben Sie denn mit diesem Begriff gemacht? Gibt es in wissenschaftlichen Kreisen, in Ärztekreisen aus Ihrer Sicht inzwischen eine gewisse Akzeptanz dafür?

Oder ist das nach wie vor ein nicht beachteter Begriff? Ich habe 1986 angefangen, mich mit dem Thema zu beschäftigen, also vor 38 Jahren. Es hat sich seither viel geändert, denke ich. Vor allem die jüngere Generation ist deutlich offener. Ich habe vor Kurzem eine Einladung von Medizinstudenten erhalten. Sie sind am Thema interessiert. Krankenschwestern sind offen, Psychologiestudenten auch. Ich habe an Universitäten in ganz Europa Vorlesungen gehalten.

In Deutschland, Belgien, den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, an der Yale University in den USA usw. Die jüngere Generation ist offen. Sie ist auch viel aufgeschlossener, wenn wir über den Klimawandel sprechen. Die Jüngeren sind allgemein viel offener. Sie sind sich dessen, was passiert, bewusst. Sie fühlen sich der Umwelt stärker verbunden und sind auch untereinander offener. Wenn ein Elternteil eine Nahtoderfahrung hatte und sich daraus eine verstärkte Intuition entwickelt hat, dann werden auch die Kinder ihre Intuition nicht verlieren.

Je mehr Erwachsene eine Nahtoderfahrung oder Nachtodkontakte erleben, desto eher werden die Kinder ihre starke Intuition erhalten können. Und so verlieren sie sich nicht, wenn sie sechs oder sieben Jahre alt werden. Die Aussicht, dass es Bewusstsein geben kann, dass Bewusstsein erlebbar ist, auch wenn es kein Gehirn und keinen Körper mehr gibt, legt natürlich auch ein Leben nach dem Tod nahe, die Möglichkeit, dass wir tatsächlich nach dem Tod weiterleben.

Ich spreche nie von einem Leben nach dem Tod, weil Leben als biologisches System definiert ist. Es gibt kein biologisches System mehr, wenn der Körper gestorben ist. Ich gehe von einer Kontinuität des Bewusstseins aus, nicht von einem Leben nach dem Tod, weil ich mich hier strikt an die wissenschaftliche Terminologie halten möchte. Gibt es in diesem fortbestehenden Bewusstsein auch so etwas wie ein Ich?

Das Ego ist abhängig vom Körper, vom Wachbewusstsein. Das Selbst, das höhere Selbst, mit einem Großbuchstaben geschrieben, ist immer da. Es gehört einer nichtlokalen Realität an. Und vielleicht ist das Selbst sogar ein Lichtwesen. Ihr höheres Selbst könnte ein Lichtwesen dort oben sein. Aber das Ego mit all den physischen Angelegenheiten, die so wichtig erscheinen, der Sexualität und was auch immer, all das verschwindet.

Dort hast du keinen Körper mehr. Dort bist du das Selbst. Das ist etwas anderes. Ich habe mit einer persönlichen Frage begonnen, möchte auch so das Gespräch beenden: Wie sehen Sie denn heute dem Tod entgegen? Gelassen? Neugierig? Erwartungsvoll? Ja, ich bin neugierig – im guten Sinn neugierig. Nicht auf den Prozess des Sterbens. Der kann sehr anstrengend sein. Aber ich bin neugierig darauf, was danach passieren wird.

Und ich weiß ziemlich sicher, was passieren wird, aber nie zu 100 Prozent. Vielen herzlichen Dank für das Gespräch. Gerne!
Quelle: YouTube


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Gibt es etwas mehr als die Natur (Physik, Chemie, Biologie) ?

22.10.2026 um 18:12
Auch interessant… vor allem weil er Pim van Lommel zustimmt… was nicht viele Wissenschaftler oder Ärzte tun…
Er erwähnt auch einen Quantenphysiker der von bewussten Quanten spricht…

Er spricht von Wissen. Nicht Glauben.

Wir wissen: es gibt Bewusstsein über den Tod hinaus.

Youtube: Arzt sagt: »Wir wissen: Es gibt Bewusstsein über den Tod hinaus« | Wolfgang Knüll im Gespräch
Arzt sagt: »Wir wissen: Es gibt Bewusstsein über den Tod hinaus« | Wolfgang Knüll im Gespräch
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