Die zweite Erde ein Mond ?
29.01.2014 um 20:55Kleine Ergänzung:
http://m.space.com/20096-exomoons-habitable-alien-life.html
Wie kommst du zu diesem Schluss? Gravitation und Gezeiten sind nicht gleichbedeutend. Die Gezeiten sind auch von der Entfernung und der Rotation des jeweiligen Körpers abhängig. Obwohl die Sonne 99,9% der Masse im Sonnensystem besitzt, ist ihre Gezeitenwirkung auf die Erde doch nur halb so groß wie die des Mondes, weil die Sonne viel weiter entfernt ist als er. Dasselbe Spiel wäre es auch mit Erde-2, je größer der Orbit, desto geringer die Gezeiten.The_Borg schrieb:Erstens wäre die Gravitation des Gasriesens wesentlich höher als in unserer Erde-Mond-Konstellation.
Dadurch hätte "Erde-2" wesentlich stärkere, ja fast fatale Gezeiten.. Das würde Ansich wohl schon zu extremen Wetterbedingungen führen.
Ja und? Ist doch Wumpe. Der Erdorbit schwankt um ca 5 Mio. km. zum Vergleich beträgt der Radius des äußersten Jupitermondes Callisto ungefähr 1,8 Mio. km. Ist also völlig bedeutungslos.The_Borg schrieb:Hinzu käme, das "Erde-2" ja UM DEN GASRIESEN herum UMLAUFEN würde. Dadurch wäre Erde-2 der "Sonne" bzw dem Stern an einigen Tagen des Umlauf Zyklusses näher und an anderen Tagen weiter entfernt.
Was die Beschaffenheit des Mutterplaneten damit zu tun hat, erschließt sich mir nicht.The_Borg schrieb:Bei einem Gasriesen ist das schon nicht unerheblich.
Ach wirklich? Ich glaube aber, da hast du eine Portion zuviel Pitch Black - Planet der Finsternis intus. Damit es regelmäßig dazu kommen kann, muss Erde-2 ja schonmal in der Nähe der Ekliptikebene liegen, was aber nicht zwangsläufig der Fall ist. Selbst wenn wir aber den pessimistischsten Fall nehmen, das Erde-2 genau auf der Ekliptik liegt, ergebibt sich da aber noch ein anderes Problem.The_Borg schrieb:Ebenso könnte es auch regelmäßig vorkommen, das Erde-2 auch mal im Planetenschatten für 1-2-3 Tage liegt, ähnlich unserer Mondfinsternis.
Eben nicht, aus oben erläuterten Gründen.The_Borg schrieb:Was würde ein solcher Umlauf bedeuten?
Mal näher an der Sonne, dann wieder weiter weg, hohe Gezeitenkräfte und gelegentlich totale Finsternis im Kernschatten des Gasriesens.
Das kommt atürlich auf den Anfangsdrehimpuls von Erde-2 an. Aber mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit dürfte Erde-2 eine gebundene Rotation besitzen. Damit dauert ein Tag genauso lange wie dein vollständiger Umlauf um den Mutterplaneten. Was du mit dem Begriff "Jahr" meinst, müsstest du nochmal genauer erläutern. Damit kann entweder der UMlauf um den Mutterplaneten oder aber der Umlauf um den Zentralstern des Systems dauern. Und die Umlaufperioden sind natürlich von den jeweiligen Massen abhängig.The_Borg schrieb:Dann wäre noch die Frage, wie schnell ist die Eigenrotation von Erde-2. Zeigt sie immer die gleiche Seite zum "Mutterplaneten" so wie es unser Mond bei uns macht? Oder rotiert Erde-2 schneller oder gar langsamer, wie lange dauert der "Tag" oder das "Jahr" ?
Das beruht auf einem Denkfehler. Vielleicht kommst du ja mit diesem Denkanstoß selber drauf: Wenn Erde und Mond sich anziehen, warum kreist der Mond dann um sie, statt auf sie zuzufallen?The_Borg schrieb:Auf der Seite Richtung Gasriese, wäre man leichter, da der Gasriese selber einen mit anzieht, auf der gegenüber liegenden Seite (also nach einer halben Rotation von Erde-2) wäre man dann aber wesentlich schwerer, da die Anziehungskraft von Erde-2 und Gasriese sich addieren.
Gibt es dazu Simulationen, oder ist das nur ein Bauchgefühl?The_Borg schrieb:Erstens wäre die Gravitation des Gasriesens wesentlich höher als in unserer Erde-Mond-Konstellation.
Dadurch hätte "Erde-2" wesentlich stärkere, ja fast fatale Gezeiten.. Das würde Ansich wohl schon zu extremen Wetterbedingungen führen.
Die Größe des Gasriesen ist unerheblich, es zählt der Radius der Umlaufbahn des Mondes. So ist unsere Erde von der Sonne rund 150 Millionen Kilometer entfernt, wobei die elliptische Umlaufbahn uns mal näher heran, mal weiter weg führt. Die Schwankungen machen knapp mehr als 5 Millionen Kilometer aus. Obwohl das mehr als das Sechzigfache des Mondbahndurchmessers ist, führt das zu keinen katastrophalen klimatischen Veränderungen.The_Borg schrieb:Hinzu käme, das "Erde-2" ja UM DEN GASRIESEN herum UMLAUFEN würde. Dadurch wäre Erde-2 der "Sonne" bzw dem Stern an einigen Tagen des Umlauf Zyklusses näher und an anderen Tagen weiter entfernt. Bei einem Gasriesen ist das schon nicht unerheblich.
Also unser Mond befindet sich nur während eines Zeitraumes im Erdschatten, der gemessen an "1-2-3 Tagen" lächerlich gering ist. Callirrhoe, ein Jupitermond, hat ne Halbachse von knapp über 24 Millionen Kilometern, mehr als das Sechzigfache des Abstandes unseres Mondes. Callirrhoe braucht mehr als zwei Jahre, um Jupiter einmal zu umkreisen. Dennoch schafft dieser Mond mehr als 8000 Kilometer in der Stunde, benötigt also zum Zurücklegen eines äquatorialen Jupiterdurchmessers von 142.984km gerade mal 17 1/4 Stunden.The_Borg schrieb:Ebenso könnte es auch regelmäßig vorkommen, das Erde-2 auch mal im Planetenschatten für 1-2-3 Tage liegt, ähnlich unserer Mondfinsternis.
Ein solcher Mond hätte nur in der stellaren habitablen Zone ne Chance auf Leben. Weiter weg haben Monde nur eine Chance, habitabel zu sein, wenn sie ne schnellere als ne gebundene Rotation haben, damit die Gezeitenkräfte für Wärme sorgen.The_Borg schrieb:Dann wäre noch die Frage, wie schnell ist die Eigenrotation von Erde-2. Zeigt sie immer die gleiche Seite zum "Mutterplaneten" so wie es unser Mond bei uns macht?
Wieso das?The_Borg schrieb:Diese daraus folgenden stark schwankenden Wetterbedingungen dürften schon sehr Lebensfeindlich sein..
Das ist nicht der Fall. Erkennbar am Flutberg auf der mondabgewandten Seite der Erde. Vielmehr zieht der Mond dem Wasser die Erde unter den Füßen weg, weswegen sich eben auch hier ein Flutberg aufhäuft.The_Borg schrieb:Auf der Seite Richtung Gasriese, wäre man leichter, da der Gasriese selber einen mit anzieht, auf der gegenüber liegenden Seite (also nach einer halben Rotation von Erde-2) wäre man dann aber wesentlich schwerer, da die Anziehungskraft von Erde-2 und Gasriese sich addieren.
Ist auch nicht der Fall. Schon allein deswegen, weil Atmosphäre für ihren eigenen Druckausgleich sorgt, Wind genannt, auch Meeresströmung.The_Borg schrieb:Gleiches Phänomen dürfte sich wohl zusätzlich auf die Dichte der Atmosphäre auswirken, halben Tag dünner und andere hälfte dichter.